variable Bestätigung :: Clickertraining

variable Bestätigung

von Anonymus am 10. Juli 2007 12:20
Hallo Fories,

ich brauche eure Hilfe.

Ich habe meine Hündin mit Clicker in der UO ausgebildet und bin jetzt eigentlich fertig für die SchH 1.

Was mir nur z.Zt. auffällt, ist dass sie immer noch viele Hilfen bzw. Bestätigungen benötigt z.B. in der Freifolge. Wenn ich nicht immer wieder durch Click und Lecker oder ball bestätige, läuft sie unlustig.

Könnt ihr mir mal erklären, wie ich bei der Freifolge variabel bestätigen kann.
Soll ich den Abstand zwischen dem Kommando und der Bestätigung immer weiter ausbauen, oder soll ich unterschiedlich intensive bestätigungen geben (z.B. Click und lob und dann nach 3-4 x click und lecker und am ende der Geraden click und ball??).
Ich muß sie ja langsam die Bestätigung so weit abbauen, dass sie sich von Grundstellung bis zur nächsten Grundstellung konzentriert und ihr eine leise verbale Hilfe als Bestätigung hilft.

Danke schon mal

Angel

von boxerchris am 11. Juli 2007 03:31
Soll ich den Abstand zwischen dem Kommando und der Bestätigung immer weiter ausbauen, oder soll ich unterschiedlich intensive bestätigungen geben (z.B. Click und lob und dann nach 3-4 x click und lecker und am ende der Geraden click und ball??).

Das erstere. Nach Morgan Spector (Clicker Training for Obedience, 1999) bedeutet variable Bestärkung, dass der Hund nicht weiß, wann er mit der Bestätigung rechnen kann. Ich übersetze mal von Seite 26 (gekürzt):
Sobald das Verhalten gefestigt ist, wird nicht mehr jede Ausführung belohnt. Zunächst wird jede zweite oder dritte Ausführung belohnt. Später jede vierte oder fünfte. Der Hund lernt, dass die Bestätigung kommt, aber er kann nicht sicher sein, WANN sie kommt oder welche QUALITÄT sie haben wird. Also macht der Hund trotz des Fehlens von Bestärkungen weiter, und gibt sich mit der Ausführung immer mehr Mühe, um schließlich doch den "Magischen Ton" zu hören.

Des weiteren erklärt Spector, dass darin die Gefahr liegt, den Hund zu überfordern, wenn die Abstände zu groß werden. Das würde zu "extinction" (Auslöschung) des erwünschten Verhaltens führen. (Du merkst das bei deiner Hündin daran, dass sie unlustig läuft. ) Um das Timing zu erleichtern empfiehlt er folgenden Rhythmus, den er den Jo-Jo-Effekt nennt (hier am Beispiel einer Sitz-Übung beim Welpen erklärt):

Fünf Sekunden Ausharren sind mein Schnitt. Plusminus 50% bedeutet das, den Hund für ein Ausharren zwischen zwei und sieben Sekunden zu bestärken. Innerhalb dieser Spanne bestätige ich den Hund. Mindestens dreimal will ich dabei das Maximum (7sec) und das Minimum (2sec) treffen. Dazwischen werfe ich ein paar Quickies ein, Bestärkung nach einer Sekunde, damit der Hund nicht das Gefühl hat, dass es immer schwerer wird.
Wenn der Hund zuverlässig die 5 Sekunden sitzen bleibt, erhöhe ich meinen Schnitt auf 7sec. Also bestätige ich in einem Spektrum von drei bis zehn Sekunden.

Und so weiter... dann ein Mittel von 15, dann 22 Sekunden...... das darf man wohl nicht so mathematisch sehen, aber das Prinzip ist hoffentlich klar.
Es geht also nicht darum, den Hund durch unterschiedliche Belohnungen (Lecker/ Ball) bei der Stange zu halten, oder durch große oder kleine Futtergaben/Begeisterungsstürme. Es geht darum, die Anforderungen stetig zu erhöhen, ohne dem Hund das Gefühl zu geben, dass es ständig schwerer wird.

Aber ich bin nur Theoretikerin, ich wünschte ich wäre auch nur annähernd so weit mit meinem Boxer wie du mit deiner Hündin. Toll.

Chris und Boxerduo

von Nara am 11. Juli 2007 03:57
Hallo

Ich denke das man das mit der Körperspannung oft gut unter Kontrolle bekommt...
Ich habe gerade bei meinem Rüden einige Zeit gerbaucht um ihn so hin zu bekommen,das er schön läuft..

Der Clicker ist leider nicht immer und für alles gut...
Auch mein Hund wurde mit dem Clicker zum Teil ausgebildet,für neue Sachen immer gut...
Hinterher kam ich aber anders besser weiter..

Da nicht jeder Hund gleich ist,ist es immer nicht so einfach aus der Entfernung Tips zu geben..

Eine frage wäre,wie läufst du deine UO??
Immer gleich?? Richtungswechsel??
Mit ohne Leine???

Wie Arbeitet dein Hund????




Viele grüße
Nara

von Anonymus am 11. Juli 2007 09:55
Hallo Nara,

ich arbeite die Freifolge mit Kurzführer, den ich auch ab und zu fallen lasse. Das Prüfungsschema wird höchstens bei Sitz, Platz und Steh geübt, damit sie durch Gewohnheit schon weiss, was kommt. Ist mir jetzt so lieber, da sie am Anfang Sitz und Steh verwechselte und dadurch sehr unsicher wurde. Die Freifolge wird nie nach Prüfungsschema gelaufen, damit die Aufmerksamkeit und Konzentration gesteigert wird und sie nicht weiss wann was kommt.

Ich habe nur im Hinblick auf eine Prüfung das Problem, dass sie es nicht schafft, oder ich es nicht schaffe sie so lange zu konzentrieren, dass sie die Freifolge von Grundstellung bis Grundstellung nach der Gruppe konzentriert und aufmerksam mitgeht.

Danach ist kein Problem, dass sind dann ja vergleichsweise kurze Strecken, die sie konzentriert neben mir gehen muß und dann gibt es ja Aktion, auf die sie regelrecht wartet.

Bloß die Freifolge macht mir Sorgen.

Wenn ich z.B. eine ganze Gerade gehe, baut sie mir zu sehr ab, auch wenn ich sie zwischendurch mal verbal lobe. und dann kann es passieren, dass sie dann echt unmotiert neben mir läuft, so nach dem Motto "ich bekomme ja nichts".

Oder soll ich in so einer Situation ihr mal klar machen, dass ich von ihr erwarte, dass sie sich konzentrieren muß. Denn sie kann es ja, ist nur manchmal halt etwas faul (wie der Herre so's Gescherre winking smiley

Gruß
Angel

von boxerchris am 11. Juli 2007 12:17
Wenn ich z.B. eine ganze Gerade gehe, baut sie mir zu sehr ab, auch wenn ich sie zwischendurch mal verbal lobe. und dann kann es passieren, dass sie dann echt unmotiert neben mir läuft, so nach dem Motto "ich bekomme ja nichts".

Dann hast du die Kriterien zu früh zu hoch gesetzt. Gehe einen Trainings-Schritt zurück, gib ihr zunächst für weniger Leistung/kürzere Strecke C/T. Dann musst du die Anforderungen wieder langsam steigern. Aber es muss für den Hund spannend bleiben, es muss sich lohnen.
Warum lobst du verbal wenn der Hund nicht wirklich darauf anspricht? Warum bleibst du nicht beim C/T?

Danach ist kein Problem, dass sind dann ja vergleichsweise kurze Strecken, die sie konzentriert neben mir gehen muß und dann gibt es ja Aktion, auf die sie regelrecht wartet.

Du könntest in der Freifolge, die sie als wenig lohnenswert erlebt, überraschende Aktionen einbauen. Das wird ihre Erwartung steigern.

Viel Spaß,
Chris und Boxerduo

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