Zeckenbiß - Babesiose :: Gesundheit & Hund

Zeckenbiß - Babesiose

von Karin(YCH) am 29. May 2002 13:24

Hallo Leute!

Ich möchte Euch von einer Infektion berichten, die mein Hund sich eingefangen hat und die noch relativ unbekannt und selten ist, aber im Kommen ist. Jeder kennt Borreliose und FSME, aber fast niemand denkt an Babesiose (Piroplasmose). Ich finde es wichtig, daß man die Möglichkeit, daß der Hund das haben könnte, im Hinterkopf behält - vor allem jetzt, wo die Urlaubszeit kommt!

Babesien werden von Zecken übertragen, und zwar von einer bestimmten Art, die in wärmeren Klimaregionen vorkommt, aber schon bis Ungarn heraufreicht. Von dort hat es mein Hund. Die Babesien zerstören die roten Blutkörperchen. Inkubationszeit 1-3 Wochen, erste Symptome: Mattigkeit, Freßunlust, hohes Fieber (41 Grad oder mehr), und vor allem: dunkelroter bis brauner Urin!! Das ganze dauert 4-7 Tage, dann ist es vorerst vorbei. Nach ca. 2-3 Wochen kommt ein zweiter Schub, an dem der Hund stirbt.

Es gibt in Ö und D weder eine Prophylaxe noch eine Behandlung, es ist kein Medikament zugelassen.

Wir sind nochmal nach Ungarn gefahren und haben dort bei einem Tierarzt ein Medikament bekommen, IMIZOL, das gegen Babesiose hilft, wenn man es innerhalb von 48 Stunden gibt.

Unser Hund hatte es schon eine Woche, wir haben leider erst über das Blutbild erfahren, was es ist. Die Spritze hat sofort gewirkt, der Hund war innerhalb von drei Stunden schon besser beisammen, am nächsten Tag war er wieder der alte. Aber es ist auch der Verlauf der Krankheit so, daß nach einer Woche alles vorbei ist. Ich hoffe also, daß er es überlebt, in zwei bis drei Wochen weiß ich es. Aber ich bin zuversichtlich, weil das Medikament auch 4 Wochen vor einer Neuinfektion schützt und ich denke, wenn sich die Biester in zwei Wochen wieder zum Angriff sammeln (so sie noch da sind), werden sie auch gleich vernichtet.

Es gibt auch vereinzelt Infektionen in Ö und D, weil ja manchmal Zecken aus den warmen Ländern eingeschleppt werden, die Bakterien können auch auf die Eier der Zecken übertragen werden.

Die einzige Vorsorge, die man treffen kann, ist, den Hund so gut wie möglich vor Zecken zu schützen, hat mir der Tierarzt gesagt. Oder man gibt Imizol prophylaktisch, das schützt 4 Wochen, hat aber ziemliche Nebenwirkungen (ist mit Chemotherapie vergleichbar). Ich hatte keine Wahl - entweder der Hund hat vielleicht Nebenwirkungen und hat eine Chance zu überleben oder er stirbt sicher.

Liebe Grüße
Karin & Rando

von Christina(YCH) am 29. May 2002 13:46

Hallo Karin,

gut das Du dieses Thema ansprichst.

Vor wenigen Monaten ist eine Hündin aus meiner Staffel an Babesiose verstorben.

Da sie nie in südlichen Ländern war, wird vermutet, dass sie von einer Zecke eines Nachbarhundes, der aus Ungarn stammt infiziert wurde. Wenn eine Zecke einen infizierten Hund befällt, tragen deren Nachkommen den Erreger in sich, wurde uns vom Tierarzt gesagt.
Daher wird sich dies Krankheit in unseren Regionen zwangsläufig weiter ausbreiten.

Also die von Dir geschilderten Sympthome auftraten, wurde erst eine Gebärmuttervereiterung vermutet. Der Babesioseverdacht kam erst später.
Zwar konnte der Hund noch ein paar Wochen am Leben gehalten werden, aber am Ende hat sie ihren Kampf verloren.

Viele Grüße

Christina

von Silvia W.(YCH) am 29. May 2002 14:18

: Hallo Karin!

Als ich vor 5 Jahren Welpen aus Tunesien hatte, war eine auch mit Babesien infiziert. Getestet habe ich 10 Tage, nachdem sie in D. waren.
Damals war Imizol hier noch zugelassen. Die Behandlung damit wirkte auch, nur das Blutbild blieb so schlecht, dass sie eine Blutübertragung brauchte.
Die Welpen hatten übrigens KEIN Fieber, auch noch keine sonstigen Symptome, waren putzmunter. Ich hatte nur sicherheitshalber auf alles testen lassen.
Du hast Recht, Babesiose wird leider noch unterschätzt bei Hunden aus dem Süden oder auch nur dort mit im Urlaub waren.
Alles Gute Deinem Hund.

Silvia

:
:

von Karin(YCH) am 29. May 2002 14:28

Hallo Silvia!

: Welpen aus Tunesien ... Ich habe mich jetzt im Internet und beim Tierarzt umfassend informiert, und auch mit Leuten in Ungarn gesprochen, die Hunde in diesen Ländern leben mit dieser Krankheit, sie bricht oft entweder gar nicht aus oder milder, zumindest nicht tödlich. Bei hiesigen Hunden ist sie tödlich.

das Blutbild blieb so schlecht ... auch das habe ich erfahren: die Anämie bleibt angeblich. Ich werde versuchen, die Blutbildung anzuregen, mit Vit. B und Eisen und Kupfer. Ich hoffe, es wirkt.

: Alles Gute Deinem Hund. ... Danke! Ich hoffe sehr, daß er es schafft!

Karin & Rando


von Ingrid und Sina(YCH) am 29. May 2002 15:01

Hallo Karin,

Sina kam im Mai 2000 von Spanien. Sie blieb noch 5 Wochen in einer Pflegestelle, dann traf sie mich.

Im Übergabevertrag stand, dass sie Imizol als Phrophylaxe bekommen hätte. Imizol MUSS 2 x im Abstand von 14 Tagen gespritzt werden. 2 x!!!

Ich liess bei Sina dann im Dezember 2000, also 7 Monate später, den Mittelmeertest machen. Bis dahin sind die Krankheiten im Blut nachweisbar.

Ergebnis: Babiose - Titer 1:128

Sinas Symtome in den 6 Monaten: Ca. 1 x die Woche heftigsten Durchfall über 3 Stunden. 24 h keinen Kotabsatz bei normaler Fütterung. Dann wieder alles normal.

Im November 1 x 41 Grad Fieber ohne Symtome.

Da Imizol eben so hohe Nebenwirkungen hat, wurde bei Sina auf Oxiperverdine ausgewichen, was als besser verträglich gilt. Auch hier - wie bei Imizol: 2 x 1 Spritze im Abstand von 14 Tagen.

Sina wurde beide Male hinterher für 3 Stunden an den Tropf gelegt. Bei der Behandlung mit diesen Medikamenten kann es zu einem Kollaps kommen. Es war eine Vorsichtsmaßnahme des TAs, der ich zustimmte. Es wurde auch regelmässig kontrolliert, wie es ihr geht. Die Behandlung mit diesen Meds ist nicht ohne.

Im März wurde der Test wiederholt: TIter 1:64, das ist ok. Alle weiteren Tests waren negativ.

Titer heisst Antikörper-Test. Hat Sina eine Infektion und wir würden zu dem Zeitpunkt testen, könnte der Titer leicht erhöht sei. Denn Infektion heisst, dass das Immunsystem ja anfängt zu arbeiten und die Antikörper gegen Babiose werden dann direkt mit aktiviert.

2 Wochen nach der Oxi-Behandlung hörten Sinas Durchfälle auf. Das war vor 1,5 Jahren.

Babesien greifen das Blut an, sie zerfressen die roten Blutkörperchen. Sinas Blutwerte weichen ein wenig von der Norm ab, sind aber insgesamt mittlerweile wieder im grünen Bereich.

Sina hatte und hat noch Microfilarien, die machen uns erehblich mehr zu schaffen.

Viele Grüsse

Ingrid und Sina

von Dimi(YCH) am 29. May 2002 15:39

Ich finde es wichtig, daß man die Möglichkeit, daß der Hund das haben könnte, im Hinterkopf behält - vor allem jetzt, wo die Urlaubszeit kommt!
:
: Babesien werden von Zecken übertragen, und zwar von einer bestimmten Art, die in wärmeren Klimaregionen vorkommt, aber schon bis Ungarn heraufreicht. Von dort hat es mein Hund. :
: Es gibt in Ö und D weder eine Prophylaxe noch eine Behandlung, es ist kein Medikament zugelassen.
:
: Die einzige Vorsorge, die man treffen kann, ist, den Hund so gut wie möglich vor Zecken zu schützen, hat mir der Tierarzt gesagt. Oder man gibt Imizol prophylaktisch, das schützt 4 Wochen, hat aber ziemliche Nebenwirkungen (ist mit Chemotherapie vergleichbar). Ich hatte keine Wahl - entweder der Hund hat vielleicht Nebenwirkungen und hat eine Chance zu überleben oder er stirbt sicher.

Liebe Karin,

ich glaube, Du machst einen Gedankenfehler. Du solltest nicht dazu aufrufen, an was man denken sollte, wenn man mit Hund aus dem Urlaub kommt, sondern dazu, dass man entweder den Hund zu Hause lässt (wenn man schon nicht auf den Süden verzichten kann) oder seinen Urlaub in Dänemark verbringt. Würde auch vielen Hunden hier in Deutschland durch nicht eingeschleppte Erreger sehr weiter helfen.

Hunde aus dem Süden sind für mich herzlich willkommen, da sie keine andere Wahl haben. Sie können ebenfalls tödliche Erreger einschleppen. Hier liegt es an den Tierschutzorganisationen, Vorsorge zu treffen.

Wünsche Deinem Hundi alles erdenklich Gute und hoffe, Du denkst mal über meine Zeilen nach.

LG

Dimi

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