Agressivität :: Hundeerziehung + Soziales

Agressivität

von janos(YCH) am 10. Oktober 1998 21:24

Hallo, wir haben einen Rauhaardackelrüden (4 Jahre) aus dem Tierheim geholt. Seit einer Woche ist er bei uns. In den letzten Tagen ist er mehrmals extrem agressiv gegen uns. Immer, wenn er seinen Ball hat, braucht man ihn manchmal nur anschauen, schon geht er agressiv auf einen los. Uns das ist kein Spaß mehr. Gibt es außer dem Weg zurück ins Tierheim (er ist nämlich sonst total lieb !?) noch eine Möglichkeit.
Wieweit ist so etwas berechenbar, denn es scheint, als ob er total ausrastet.

von Sabina(YCH) am 11. Oktober 1998 16:06

:Hallo, wir haben einen Rauhaardackelrüden (4 Jahre) aus dem Tierheim geholt. Seit einer Woche ist er bei uns. In den letzten Tagen ist er mehrmals extrem agressiv gegen uns. Immer, wenn er seinen Ball hat, braucht man ihn manchmal nur anschauen, schon geht er agressiv auf einen los. Uns das ist kein Spaß mehr. Gibt es außer dem Weg zurück ins Tierheim (er ist nämlich sonst total lieb !?) noch eine Möglichkeit.
:Wieweit ist so etwas berechenbar, denn es scheint, als ob er total ausrastet.
:
Hallo Janos,
zeigt euer Dackel die Aggressivität nur in Verbindung mit dem Ball? Vielleicht ist da in seiner Vergangenheit irgendwas gewesen, wovon ihr nicht wisst. Wenn es so ist bzw. wenn ihr die Situationen ungefähr vorausahnen könnt, wann er Aggressionen zeigt, würde ich diese erst einmal meiden. Also Ball erstmal weg. Er braucht wahrscheinlich erstmal Zeit, um Vertrauen zu euch zu fassen. Ins Tierheim zurück wäre für den Hund sicher das Schlimmste. Schreib doch mal genauer, wann die Situationen auftreten, dann kann man vielleicht noch mehr dazu sagen. Grüße, Sabina

von janos(YCH) am 11. Oktober 1998 16:57

Wie bereits erwähnt ist Sammy, so heißt besagter Dackel, seit ca. 10 Tagen in unserem Haus. Er ist fast 4 Jahre alt und von der Optik her ein sehr schöner Hund. Sammy war im Tierheim, weil er angeblich ein Kind gebissen haben soll. Dieses war der offizielle Grund, warum er ins Tierheim gebracht wurde. Seit er bei uns ist, hat er mit den Nachbarskindern und meinen Nichten bereits Kontakt gehabt. Von Agressivität war in beiden Fällen keine Spur.

Seit Donnerstag jedoch hat sich sein Verhalten etwas verändert. An jenem Tag habe ich ihm einen blauen Gummiball (extra Hundespielzeug) mitgerbacht. Er war davon sofort begeistert und hat begonnen darauf herumzukauen. Als ich ihm den Ball aber abnehmen wollte, weigerte er sich. Dieses machte er durch Knurren und Brummen sehr deutlich. Plötzlich geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Sammy ging in den "Angriff" über. Mehr oder weniger ohne Grund kam er unter dem Tisch hervor und wurde richtig agressiv gegen meine Person.

Nachdem er sich wieder beruhigt hatte, waren wir auf der Wiese im Garten, wo er dann auf einem Erdhügel zu graben begann. Als ich auch dieses unterbinden wollte, genau das gleiche Bild.

Gestern habe ich einen anderen Ball, mit dem er noch nie gespielt hatte (er hatte ihn gerade entdeckt und wollt ihn haben) auf einen Schrank, für ihn unerreichbar gelegt.
Sofort ging er wieder agressiv auf mich los. Es schien so, als ob er sauer auf mich war, weil ich ihm den Ball weggelegt hatte.

Dann spielte er wieder mit besagtem blauen Gummiball. Hier genügte eine
Bewegung meines Vaters und er wurde ihm gegenüber leicht agressiv und als ich ihn dann noch ansah, ging er wie eine Furie auf mich los und schnappte nach mir. Dieses war äußerst agressiv.

Heute schaut er mich den ganzen Tag sehr mißtrauisch an...mal sehen wie sich das entwickelt. Den Ball haben wir weggelegt.

von Sabina(YCH) am 11. Oktober 1998 18:07

Hallo Janos, ich glaube, daß euer Hund recht unsicher ist und seinen Platz in eurer Familie sucht. Natürlich ist das eine heikle Situation. Ich würde Bälle und anderes Spielzeug und auch kauknochen erstmal weglassen. Jegliches Anzeichen von Aggression würde ich nicht beachten und möglichst cool drüber hinweggehen. Ist schwer, ich weiß. Wie verhaltet ihr euch denn, wenn er Aggressionen zeigt? Meine Hündin hat sich in ihrer Heranwachsphase auch mal eine Zeotlang ähnlcih verhalten, gerade mit ihrem Spielzeug. Ich war damals auch sehr ratlos und habe unterschidlichste Ratschläge bekommen - bis hin zu "mal ordentlich zeigen wo's langgeht bis sie sich unterwirft" (das habe ich nicht gemacht). Ignorieren des Knurrens, Vermeiden der Reizsituationen hat am besten geholfen. Gleichzeitig habe ich damit begonnen, sie nur noch aus der Hand zu füttern. Das heißt, ich habe den Napf genommen und ihr aus meiner Hand das Futter gegeben. Ca. 1-2 Wochen lang. Das soll wohl das Vertrauen stärken und hats auch getan. Natürlich müßt ihr aufpassen, gerade mit Kindern, daß nichts passiert. Vielleicht solltet ihr den Hund auch erstmal nicht mit allzu vielen verschieden Leuten konfrontieren, sondern die Gruppenaktivitäten erst dann steigern, wenn in eurem engsten Kreis alles klar ist und der Hund auch weiß, wo er hingehört. Ich habe leider auch nicht soviel Erfahrung, daß ich sichere Ratschläge geben kann. Aber hier im Forum sind einige, die sich recht gut auskennen (bitte um Beteiligung!!!! Ich werde gleich noch eine weitere Nachricht schreiben) Eien guten Buchtip kann ich noch beisteuern: Aldington, Was tu ich nur mit diesem Hund
Und sicher könnt ihr doch auch nochmal im Tierheim um Rat bitten.
Ich hoffe, ein bißchen geholfen zu haben und wünsche euch viel Erfolg!! Sabina

von suki und maxi(YCH) am 11. Oktober 1998 18:19

Hallo Janos,
soweit ich das beurteilen kann, verhält sich Euer Sammy Euch gegenüber genauso wie er sich Artgenossen gegenüber verhalten würde, denen er sich überlegen fühlt. Du ahnst, worauf ich hinaus will ? ;-) Wahrscheinlich fühlt er sich auch bei Euch wie der "Boss". Dafür spricht auch, daß er erstmal ein paar Tage die Situation in EUrem Rudel abgecheckt hat, um dann zu beschließen, daß er mal die Führung übernehmen sollte. Wie ist es mit dem Fressen - kannst Du ihm einen Knochen geben und wieder wegnehmen? Läßt er zu, daß Du ihm beim Fressen seinen Napf wegnimmst? Darf er aufs Sofa oder ins Bett? Ich fürchte, Du mußt ihm klarmachen, da0 DU das "Alphatier" bist. Glücklicherweise ist dafür aber keine Gewalt nötig, sondern nur Konsequenz, Konsequenz und nochmals Konsequenz im Hinblick auf einige einfache Regeln (bin gar nicht selber so schlau, hab ich aus dem Buch von Aldington "Was mach ich nur mit diesem Hund?", das ich Dir nur wärmstens empfehlen kann!): Der Hund bekommt sein Futter immer erst, nachdem Ihr gegessen habt. Er darf nicht zu Euch aufs Sofa oder ins Bett. Überhaupt solltet Ihr ihn erstmal auch nicht auf den Schoß nehmen, denn auch da fühlt Sammy sich wahrscheinlich dominant. Ihr geht immer zuerst durch eine Tür, in einen Raum oder die Treppe hinauf (übe ich gerade mit meiner Maxi - und es wirkt!) Ihr seid immer diejenigen, die das Spiel mit ihm beginnen und beenden und die bestimmen, wann es Zeit für einen Spaziergang ist. Ignoriert ihn lieber hin und wieder mal als ihm zuviel Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen. Wendet aber vor allem niemals Gewalt an!!! Ich war anfangs mit Maxi etwas zu grob und mußte dafür mit einem Vertrauensverlust ihrerseits bezahlen. Der Schaden war schnell angerichtet, und es hat lange gedauert, bis sie beim Spaziergang wieder freiwillig zu mir kam, um sich ihre "Standpauke" abzuholen, nachdem sie Mist verzapft hatte. Mit Standpauke meine ich: An beiden Seiten des Kopfes so sanft wie möglich, aber entschlossen festhalten, den Hund so zum Augenkontakt zwingen und stimmlich seinem Ärger Ausdruck verleichen. Damit meine ich nicht lautes Herumschreien, sondern ernsten Tadel mit tiefer Stimme, Du darfst auch knurren und die Zähne zeigen.
Oh jeh, jetzt hab ich einen halben Roman geschrieben, aber trotzdem bestimmt die Hälfte vergessen... Wichtig ist: Sammy darf Euch nie, nie, nie anknurren, angreifen und schon gar nicht beißen, selbst wenn es nur ein "Knappen" ist. Zur Not müßt Ihr Euch anfangs sogar eine Weile mit einem leichten Maulkorb helfen, wenn Ihr befürchtet, gebissen zu werden und deshalb nicht wagt, Euch durchzusetzen. Wahrscheinlich ist er nur ein äußerst dominanter, dickkökpfiger Dackelrüde, der noch nicht richtig erzogen wurde. Ich will noch nicht einmal ausschließen, daß er ein Kind gebissen hat, aber das ist dann trotzdem nicht seine Schuld, denn er hat sich für seine Begriffe wahrscheinlich völlig normal verhalten und ein Rudelmitglied, das er aus den beschriebenen Gründen für rangniedriger hielt, auf seine Art und Weise zurechtgewiesen. Es kann sein, daß Euch da ein gutes Stück Arbeit bevorsteht, aber nehmt die Herausforderung an und bringt ihn nicht zurück ins Tierheim. Sag mir bitte, ob ich Eure Situation richtig verstanden oder völlig "an EUch vorbei" geschrieben habe,
viele Grüße
suki und maxi

von suki und maxi(YCH) am 11. Oktober 1998 18:22

Hallo Sabina,
witzig, ich habe gerade eben erst gesehen, daß wir beide zufällig denselben Buchtitel empfohlen haben...
Erheiterte Grüße,
suki und maxi

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