Wolfsranch - Hund für meine Freunde :: Plaudereien um Hunde

Wolfsranch - Hund für meine Freunde

von Frieda am 03. Januar 2010 13:59
Huhu,

meine Freundin möchte ja schon seit Ewigkeiten einen eigenen Hund. In der Kindheit und Jugend hatte bzw. hat sie noch einen Schäferhundmischlingsrüden namens Rex. Der ist nun 14 Jahre alt und lebt bei ihrer Mutter. Der Wunsch nach einem eigenen ist riesig und für mich natürlich auch verständlich. Bis jetzt hat es vom Geld her und der Zeit nicht gepasst, aber nun ändert sich das scheinbar.
Meine Freundin ist bald mit ihrer Ausbildung fertig, weiß aber, dass die Arbeitssuche etwas schwierig werden wird (hab das in dem Beruf ja auch versucht und naja es war ziemlich deprimierend). Ihr Freund arbeitet in München und sie werden beide auch dort bald zusammen ziehen. Geld ist also nicht das Problem und Zeit wird zunächst auch genug da sein um den Hund erstmal in die richtigen Bahnen zu lenken.
Also studiert meine Freundin seit vielen Wochen den Anzeigenmarkt und ist dann auch das hier gestoßen: Wolfsranch
Sie waren schonmal da und haben sich in den Nils (Dalmatiner-X-Mix) verliebt. Heute waren wir zusammen mit meinem Hund ne Runde spazieren (ein weng wollen sie ja schon meine Meinung hören). Der Jungspund ist wirklich noch sehr tollpatischig (7 Monate alt) total schmusig und noch nicht wirklich erzogen. Aber meiner Meinung nach, nach dem kurzen kennen lernen, super freundlich, etwas ängstlich, aber mit etwas Arbeit sicher ein netter Hund.
Nun kommen die guten Tiere aus Rumänien, dieser wurde in einer Tötungsstation geboren und ich bin ja grundsätzlich gegen diese Importe. Klar, ist das die Entscheidung meiner Freundin, aber angemerkt habe ich es trotzdem.
Bisher wollen sie warten bis meine Freundin in einer Woche ihre Prüfungen hinter sich hat und bis dahin entscheiden (ich hätte ja eher den 3 jährigen Labbimix mitgenommen, der ist wenigstens schon einigermaßen ruhig), ob er es nun wird oder sie es lieber ganz lassen. Durchgerechnet haben sie das ganze schon und ganz unwissend sind sie nicht. Würde mich natürlich grundsätzlich freuen, aber wer weiß ob das gut geht winking smiley.
Naja eigentlich wollte ich das nur mal erzählen und euch mal die Seite zeigen.
Die Dame, die die Tiere vermittelt ist meiner Meinung nach kompetent und ich empfand sie als sehr angenehm, was mir recht selten bei anderen Hundeleuten passiert. Schutzgebühr- und Vertrag gibt es dann natürlich auch. Naja mal schaun wie meine Freunde sich entscheiden. Spannend ist es ja irgendwie schon.
Ich hätte am liebsten eine Hundedame namens Gina mitgenommen, die war so niedlich und schmusig. Aber hab dafür weder Zeit noch Geld winking smiley.

Hat jemand von euch Hunde aus dem Ausland? Wenn ja wie hat das so mit denen geklappt?
Bisher habe ich eher weniger gute Geschichten darüber gehört und bin deswegen und aus anderen Gründen auch eher nich dafür zu haben...

LG Frieda

von Anila am 03. Januar 2010 15:56
Hallo Frieda,

mir hätten Wolf und Jana am besten gefallen.

Mir ist aufgefallen, dass die Tiere zum einen aus Rumänien kommen, wie du ja schon geschrieben hast, und dass sie alle als ziemlich mackenfrei dargestellt werden. Dass dem so ist, kann ich nur schwer glauben.

Bei Hunden, die aus Rumänien kommen, die möglicherweise von einem Vermehrer gezüchtet wurden, die nie gut sozialisiert wurden, die vermutlich häufiger als deutsche Hunde schlecht behandelt wurden und die unsere lauten und hektischen Städte und das an-der-Leine-gehen möglicherweise nie richtig kennen gelernt haben, die möglicherweise immer draußen lebten und nicht stubenrein sind - da erwarte ich häufiger viel größere Anfangsprobleme als bei aus Deutschland stammenden Hunden, die in vielen Fällen sehr wohl viele Situationen kennen gelernt haben, die aber oft mangels Auslastung schwierig wurden und abgegeben werden.

Wenn dann alle Hunde als ganz easy beschrieben werden, kommt mir das spanisch vor (oder rumänisch?). Interessant mag für einen Interessenten ja auch sein, wieviel Jagdinstinkt der betreffende Hund hat, wieviel Beschäftigung er braucht. Aber vielleicht erfährt man da auch mehr vor Ort. Ich finde, das hätte aber auch ins Internetprofil gehört.

Von daher wäre ich skeptisch und ich würde mir die Hunde sehr genau angucken. Bevor ich mir einen zulegen würde, würde ich sehen wollen, wie er sich tatsächlich auf einem normalen Spaziergang verhält, wenn einem Autos, Menschen und andere Hunde entgegen kommen. Einfach, um einschätzen zu können, welche Arbeit auf einen zukommt und ob man dieser Arbeit gewachsen ist oder nicht.

Viele Hunde auf der Seite scheinen Zwingerhunde zu sein, die möglicherweise nicht stubenrein sind und - wenn man Pech hat - nie einen sehr engen Bezug zum Menschen entwickeln, weil sie das bislang noch gar nicht gelernt haben.

Ich kenne einige Leute mit Auslandshunden, die total begeistert sind und andere Halter, die auch begeistert sind, die aber auch eine Menge Arbeit in die Hunde stecken mussten, weil der betreffende Hund am Anfang wirklich nicht viel kannte.

Ich glaube, pauschal kann man hier nicht viel sagen, da kommt es auf den Hund drauf an - aber den würde ich mir halt sehr genau angucken. Ich selbst hatte damals die wunderbare Möglichkeit, Durian fast 3 Tage lang begleiten zu können. Ich sah, wie er auf Artgenossen, Menschen, Jogger usw. reagierte, man hat mir aber auch nicht verheimlicht, wie er früher mal war, so dass ich mir auch vorstellen konnte, welches Verhalten sich anfangs möglicherweise verschlimmern könnte, und ich hatte auch eine Idee, wie ich damit umgehen könnte.

Vorher hatte ich auch übers Internet gesucht (Tiervermittlung.de) und habe gezielt Hunde gesucht, die als "geeignet für Anfänger", "Katzenverträglich", "verträglich mit Artgenossen" beschrieben wurden. Sehr enttäuscht war ich dann von der Dobermannhilfe, die einen solchen Hund (das war kein Dobermann) vermittelten, der sogar noch eine Katze auf dem Rücken hatte und der als absolut pflegeleicht beschrieben wurde.

Einen besseren Beweis dafür, dass er katzenverträglich ist, gab es ja kaum. Mit einem innerlichen Juhuuhh hatte ich dort sofort angerufen. Ich habe mich dann sehr genau beschrieben, natürlich erzählt, dass ich noch keinen eigenen Hund hatte und ich hatte auch ganz ehrlich erzählt, wo ich meine Grenzen sehe. Unter "Anfängergeeignet" beispielsweise würde ich mir einen Hund vorstellen, der nicht zu dominant ist, der eine normale Frusttoleranz hat und der nicht dazu tendiert, mittels Aggressionen zum Ziel zu kommen.

Auf diese gezielten Fragen von mir wurde sehr wischi-waschi geantwortet, dass jeder Hund beißen könne, und ob dieser Hund es bei mir tun würde, ob dieser Hund sich bei mir sehr dominant verhalten würde usw., könne man nicht wissen.

Dass jeder Hund mit Zähnen im Maul natürlich auch beißen kann und dass er es tun wird, wenn er aus seiner Sicht bedroht wird, ist logisch, war aber nie meine Frage.

Ich denke, dass man nach mehreren Monaten einen Hund sehr wohl einschätzen können sollte, und ich hatte genug von mir erzählt, so dass man wohl davon ausgehen konnte, dass ich nicht typische Fehler machen würde, wie: Auf einen Hund zurennen, mich hektisch bewegen, ihm auf dem Kopf herum grapschen, ihm in die Augen starren, usw..

Ich bekam dann das Gefühl, dass man entweder das Profil stark geschönt hat (und den Eindruck macht auf mich auch die Wolfsranch), oder dass die Dobermannhilfe (es war übrigens kein Dobermann, wofür ich mich interessiert hatte) nur an Leute vermittelt, die schon zig Hunde großgezogen haben.

Mitunter ist es ein Spießrutenlauf, zu einem Hund zu kommen. Ich war nach den ersten Erfahrungen mit Internet-Vermittlungsstellen wie der Dobermannhilfe so genervt, dass ich dachte: Ich bin auch mit Katzen glücklich.

Aber das hast du ja auch kennengelernt, Frieda. Ich kenne übrigens noch eine Tierärztin, der man als Studentin auch keinen Hund vermitteln wollte.

Bin gespannt, wie deine Freundin sich entscheidet.

Viele Grüße
Anila

P.S.: Der Nils sieht auf dem Foto sehr ängstlich aus - mit dem eingekniffenen Schwanz und den zurückgelegten Ohren

von Frieda am 03. Januar 2010 16:58
Huhu,

also deine Bedenken teile ich wie gesagt auch.
Nur das ich mir persönlich einen schwierigeren Hund zutrauen würde, allerdings selber weiß, dass es Grenzen gibt, die ich persönlich nicht überschritten haben möchte.
Die Hunde dort sind mindestens einen Monat auf der Wolfsranch bevor sie vermittelt werden. Leben dort zwar in den Ausläufen dürfen aber auch in kleineren Gruppen abwechselnd mit ins Haus (sie sind wohl alle auch stubenrein, ob das stimmt, ka).
Für mich wäre das ganze nichts. Meine Freundin möchte einen jungen Hund, den sie selbst prägen kann, aber bei einem Hund aus der Tötungsstation sehe ich die Probleme schon kommen.
Meine Freundin ist nicht so die jenige, die sich durchsetzen kann, ein solcher Tolpatsch wie Nils kann sie da wohl auch leicht an der Nase herum führen. Angst hat er ja und ich glaube auch, dass da mehr Ängste sind, als die gute Frau dort zugeben möchte. Er hat super Angst vor Traktoren, auch Autos hat er komisch beäugt und meine Freundin meinte er hätte das letzte Mal immer wieder zurück nach Hause gedrängt. Mein Hund hat ihn da schon etwas aufgelockert. Er wollte mit ihm spielen, hat sich an ihm orientiert und so weiter und so fort.
Auch zu uns war er super freundlich, wenn auch ängstlich, wobei er (auch wenn das jetzt wieder doof klingt, aber es war so) eher die Nähe zu mir gesucht. Ich bin der Meinung es ist kein Hund für meine Freunde, aber sie wollen partout nicht verstehen, dass ein etwas älterer ruhiger Hund mit adäquater Sozialisierung einfach erstmal der leichtere Einstieg wäre. Zumal sie ja nach München demnächst umziehen...
Jagdtrieb scheint bei Nils im übrigen noch nicht oder nicht vorhanden zu sein. Fährten gab es genug und die haben ihn nicht interessiert, auch Katzen und Pferde wurden ignoriert. Immerhin was winking smiley. Ungestüm ist er aufgrund seines Alters noch sehr und er braucht wohl sehr viel Sicherheit und viel Arbeit. Deswegen bin ich mir auch nicht so sicher ob das mit den dreien was wird.

Die sehr positiven Beschreibungen der Hunde finde ich auch sehr fragwürdig. Freundlich gegenüber dem Menschen waren sie alle, das musste man zugeben. Bellwütig dagegen waren die meisten und das wär für mich und meinen Hund ja schonmal ein KO-Kriterium. Ängstlich waren die meisten auch, suchten aber den Kontakt zu uns. Wie gesagt die gute Gina hat mir wirklich super gefallen. Sie kam sofort angelaufen, nachdem ich sie gerufen hatte kuschelte sich richtig an mich und lies sich kraulen ohne Ende. Wobei sie durch ihre Anhänglichkeit wohl auch das Alleinesein erstmal lernen müsste (wobei auch da die gute Frau sagt, dass alle Hunde alleine bleiben können, da sie das von Anfang an im Haus mit ihnen üben).

Ich empfinde das auch als echt schwer. Aber hätte ich die Wahl würde ich mir wohl eher von irgendeiner mir gefallenden Rasse die Notseiten anschauen. Diese kunterbunten Mixe und die Straßenhundvorgschichte wäre mir wohl etwas zu viel des Guten.

LG Frieda

von Anila am 03. Januar 2010 22:18
Hallo Frieda,

der Nils ist ja noch sehr jung, da hätten doch deine Freunde dann auch gleich einen Welpen von einem guten Züchter nehmen können. Warum haben sie das nicht getan?

Das Argument, dass sie einen jungen Hund selbst prägen können, stimmt sicherlich - aber die sensible Prägezeit ist ja bei dem Nils schon vorbei.

Meine Freundin ist nicht so die jenige, die sich durchsetzen kann, ein solcher Tolpatsch wie Nils kann sie da wohl auch leicht an der Nase herum führen.

Ich denke, man muss jeden Hund konsequent erziehen. Durchsetzungskraft braucht man vielleicht bei einem Hund, der nicht sehr dominant ist, gar nicht so sehr, eher Klarheit und Konsequenz.

Wenn ich jedenfalls an Durian denke, dann testet er die Grenzen sehr charmant an. Mal gucken, was passiert, wenn nur eine Pfote im Wohnzimmer liegt (wo er nur mit Erlaubnis hin darf). Keine große Reaktion? Mal gucken, was passiert, wenn beide Ellenbogen im Wohnzimmer liegen.... mal gucken, was passiert, wenn man bis zum Bauch im Wohnzimmer liegt....

Na ja.... seit unser Türgitter weg ist, hat er sich bis zum Bauch vorgearbeitet, andererseits akzeptiert er ein "Zurück" und trottet dann auch umgehend wieder weg. Insofern sehe ich da meine Durchsetzungskraft noch nicht so gefordert - meine Konsequenz allerdings sehr wohl. Aber wenn deine Freundin inkonsequent sein sollte, könnte das mit allen Hunden problematisch werden. Wenn sie ansonsten aber jemand ist, die nicht völlig unrealistisch ist und die auch genügend Flexibilität mitbringt, um mit Dingen fertig zu werden, an die sie jetzt vielleicht nicht so denkt, dann sollte es doch auch mit einem unsicheren Nils klappen können.

Berichte mal, wie es mit dem so klappt, wenn sie ihn hat.

Viele Grüße
Anila

von Frieda am 04. Januar 2010 11:10
Huhu,

noch haben sie sich ja nicht endgültig für ihn entschieden...
Welpe vom Züchter gibt es deswegen nicht, weil sie einer "armen" Seele aus dem Tierschutz helfen wollen. Das finde ich auch durchaus richtig wird bei mir mit dem Zweithund bzw. meinem nächsten Hund auch so sein. Gibt genug Hunde, die in Zwingern im Tierheim vor sich hin vegetieren... Ich verstehe nur eben die Einstellung nicht, dass es unbedingt ein junger Hund sein soll, der gleich in die Pubertät kommt und somit einiges an Stress mit sich bringt. Meine Freundin ist nicht soo belastbar. Und ich weiß, wie sie reagiert, wenn unsere Gassihündin mal wieder so richtig an der Uhr dreht. Klar, auch ich hab mal schlechte Tage und Vasco bekommt mal nen Anranzer wos nicht unbedingt hätte sein müssen, aber bei ihr sehe ich da bei einem unerzogenen Junghund schon größere Probleme.
Und die Tatsache, dass die wichtigsten Prägephasen bei ihm eh schon um sind, versteht sie nicht. Den einzigen Vorteil, den ich da noch sehe ist, dass er nie auf der Straße gelebt hat, sondern eben direkt in der Tötungsstation geboren wurde. Wobei natürlich auch das eine Erklärung für seine Ängste ist.
Mal schaun wies läuft. Ich hoffe nur er entwickelt sich nach der Eingewöhnungsphase nicht in Richtung Vasco, denn ich bin mir ganz sicher, dass die beidem dieser Art von Junghund-Prügelknaben, nicht gewachsen wären. Vasco war nämlich nicht so nett wie Durian im austesten seiner Grenzen, der hat (und tut ja auch immernoch) Zähne gezeigt, zwar nicht eingesetzt, aber er hat schon zu verstehen, gegeben, was ihm nicht passt. Und das fand ich sehr schwierig. Deswegen hab ich wohl auch viel Zeit gebraucht um mit ihm wirklich zu einem Team zusammen zu wachsen.

Ich werde jedenfalls berichten wie sie sich entscheiden und wie es dann so mit dem kleinen Nils läuft.

Sag mal hast du eine Idee, was da noch drin sein könnte? Er hat im übrigen, wenn er läuft eine Ringelrute.

LG Frieda

von Yvonne & Ari am 04. Januar 2010 15:37
In unserem Tierheim werden auch immer wieder Tiere aus Rumänien aufgenommen. Die einzigen "Macken" welche diese Hunde hier haben sind Futterneid, Panik vor der Leine + Halsband (da sie dort oft mit der Schlinge gefangen werden) und Angst vor Menschen und der Umwelt. Allerdings konnte ich in deinen Zeilen nix dazu lesen. Gut den Futterneid konntet ihr sicher nicht testen.

PS: Mir gefällt übrigens Emil.... Hund tätscheln
Liebe Grüße Yvonne

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