Die sogenannten Kampfhunde! :: Rassen-Verordnungen

Die sogenannten Kampfhunde!

von Krissy(YCH) am 29. Juli 2003 18:11


Hallo,

also ich muss erstmal meinen Frust ablassen. Ich zittere immernoch am ganzen Körper.

Ich war eben mit meiner kleinen Hündin spazieren und vor mir ging eine Frau mit einem kleinen Pudelmischling. Auf einer Bank saß ein Mann mit seinem Pekinesen und seinem Pittbull. Und gerade als wir dort vorbeigegangen sind hat sich der Pittbull aus dem Halsband gerissen und ist auf den Pudelmischling losgegangen. Er hat sich bei ihm im Ohr verbissen und nicht mehr losgelassen. Wir haben sofort die Polizei gerufen und ein Mann (ca. 70 bis80 Jahre alt) ist dazwischen gegangen. Es war nichts zu machen, der Pitti hat nicht losgelassen, der Mann wurde dann auch noch in die Hand gebissen. Nach 10 Minuten oder so hat der Pitti dann abgelassen und der Mann hat sich wieder auf die Bank gesetzt. Als die Polizei kam und die Personalien aufgenommen hat, hat sich der Pitti erneut losgerissen und ist auf den Hund losgegangen. Diesmal hat er ihn in die Kehle gebissen und wieder nicht losgelassen. Da ist dann die Polizei dazwischen gegangen. Die Frau ist sofort zum Tierarzt gefahren. Ihr Hund ist 15 Jahre alt. Jetzt wird er gerade operiert habe ich eben gehört.

Ich hatte solche Angst um meinen Hund, denn als die Frau weg war hing er schon wieder mit gefletschten Zähnen in der Leine und hat meinen Hund angesehen. Die Polizei hat mich gleich an die Seite gebracht und nach Hause geschickt.

Wie kann sowas nur passieren? Diesen Mann habe ich dort schon öfter gesehen und immer Bier in der Hand. Wie könne solche Leute so einen Hund bekommen? Ich meine, die Hunde können ja nichts dafür. Das Problem bei diesen Hunden ist nur, wenn sie zubeißen lassen sie nicht mehr los. Hätte ich meinen Hund nicht dabei gehabt hätte ich auch eingegriffen, aber was sollte ich machen? Und vor allem, wie soll ich mich verhalten wenn mír sowas passiert? Ich weiß, wenn Hunde sich beißen soll man die Leine loslassen, damit sie eine Chance haben sich zu wehren, aber wäre es mein Hund gewesen hätte er sie totgebissen, denn mein Hund ist ein Jack-Russelmix und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie eine Chance hätte.

Was haltet ihr davon und wie soll man sich in solchen Situationen verhalten?

Geschockte Grüße

Krissy

von Petra + Kid(YCH) am 29. Juli 2003 18:52

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: Hallo,
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: also ich muss erstmal meinen Frust ablassen. Ich zittere immernoch am ganzen Körper.
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Hallo Krissy,
ich kann dich gut verstehen und wäre an deiner Stelle auch noch ganz geschockt. Solche Erlebnisse sind furchtbar, vor allen Dingen, wenn man nicht weiß, wie man da eingreifen könnte.

Ehrlich gesagt, ich hätte auch nicht gewusst, wie ich mich da hätte einbringen können. Mitte Juni wurde mein Hund von einem anderen Hund attackiert. Der fremde Hund schnappte nach seiner Schnauze und erwischte mich zufällig, weil ich auf einem Stuhl saß, gerade etwas notierte und nicht so schnell wegspringen konnte, wie ich wollte :-(

Resultat: Der fremde und der eigene Hund waren ok, aber meine rechte Hand hatte es erwischt. Der kleine Finger durch bis zum Knochen und der mittlere Finger hatte auch was abbekommen und war total dick in Sekunden. Krankenhaus, Tetanus-Auffrischung, dicker Verband, Schmerzen, beide Finger tun heute immer noch weh. Den kleinen kann ich noch nicht richtig bewegen, da er immer noch dick ist usw. Trotzdem hatte ich großes Glück, da keine Infektion entstanden ist, aber olle Narbe, weil solche Bisswunden nicht genäht werden dürfen.

Und das war doch "nur" ein Versehen, denn der andere Hund wollte ja nicht mich, sondern nach meinem Hund schnappen.Und ich habe nun einmal nicht so ein dickes Fell!

Dort bin ich zum ersten Male gebissen worden und weiß jetzt, wie schnell das geht und wie weh das tut....

Vor einigen Jahren wurde mein 2. Hund z.B. von einem Staff grundlos gebissen. Der Besitzer der Hündin (meiner war ein Rüde!) war auch nicht in der Lage, die Hündin zu entfernen. Er meinte nur lapidar, dass das nicht ginge, weil sie sonst das Ohr von meinem Hund, an dem sie hing, mit abreißen würde. Ich stand also ganz dumm da und hatte keine Chance, meinem Hund zu helfen. Die Hündin war an einer langen Flexileine, mein armer Hund stand mit dem Rücken zu ihr im Wasser und trank gerade. Sie sprang wortlos und ohne zu knurren auf ihn zu und hing direkt an seiner Kehle und am Ohr. An der Kehle hatte er sehr viele Haare, das rettete ihm wohl das Leben. Erst als die Hündin freiwillig losließ, konnte der Mann sie wegziehen. Diese Situation fand ich furchtbar. Hätte ich z.B. auf die Hündin eingetreten oder hätte ich (wie manche Leute) Pfefferspray oder so gehabt, wäre sie wohl noch böser geworden und hätte erst richtig zugepackt, denke ich mal.

Seit damals mache ich um unbekannte Hunde dieser Sorte einfach einen Bogen. Wir (mein jetziger Hund Kid und ich) kennen aber auch einige nette, verträgliche Hunde, mit denen er auch gerne spielt. Er geht also nicht generell diesen Rassen aus dem Weg, sondern nur einigen Exemplaren.

Ein blödes Erlebnis hatte Kid auch mit einem Staff-Rüden. Kid war ca. 3 Jahre alt und der Staff noch kein Jahr. Der Junghund sprang dauernd auf Kid's damalige Freundin auf und wollte sie besteigen. Kid bellte und versuchte, den Staff wegzuschubsen, mehr war nicht. Doch als er über ihm war, schnappte der Kleine direkt zu und verbiss sich böse in Kid's Achselhöhle. Folge: Kid blutete. Dicker Erguss nach innen, der später nach außen kam, 14 Tage nur an der Leine gehen und panische Angst vor solchen Hunden. Es dauerte Monate, bis sich der Knubbel wieder aufgelöst hatte. Wenigstens geht er der Sorte jetzt aus dem Weg, zumindest wenn es Rüden sind, mit einigen netten Mädels spielt er natürlich immer noch :-)

Leider haben diese Hunde eine solch starke Beißkraft, dass auch stärkere und größere Hunde keine Chance im Ernstfall haben, nicht nur kleine Hunde, wie deine Hündin. Hättest du sie auf den Arm genommen, hätte der Hund dich evtl. angesprungen und auch verletzt und retten kann man seinen Hund dann auch nicht.

Ich bin mal gespannt, welche Tipps hier jetzt noch kommen, denn ich persönlich habe - wie gesagt - seit diesem Erlebnis auch immer Angst vor unbekannten "gefährlichen" Hunden...

Liebe Grüße von
Petra und Kid dem Wäller!

von gast(YCH) am 30. Juli 2003 08:35

hallo
die beisskraft ist doch nicht das problem.damit wird nur wieder ein horrorszenario einer bestimmten rasse auferlegt.
es gibt genug hunde,die dieser beisskraft in nichts nachstehen,und auch genug hunde,die auch nicht auslassen.
das problem ist,der falsche hund beim falschen menschen.macht das nicht an der rasse fest.ob nun ein pit einen jr-mix schüttelt oder ein anderer größerer hund,das ergebnis ist das gleiche.spielt sich soetwas ab,dann sollte man sich dafür einsetzen,daß es repressalien gibt,wenn es sein muss mit anwalt und brimborium.nur so kann man über einzelfälle aussortieren,was dann die unseligen rasselisten überlaufen würde.durchhaltewillen und mumm sind da gefragt.denn man macht sich nicht gerade freunde dadurch.leider.nicht erschrecken und zukünftig angstvoll durch die gegend laufen.denn wer sich angstvoll nach pit und co umsieht,den übersieht unter garantie den nächsten nicht diesen rassen zugehörenden angreifer und steckt zusätzlich den eigenen hund mit dieser angst an.und sich vielleicht mal mit abwehrmaßnahmen vertraut machen.

von Petra + Kid(YCH) am 30. Juli 2003 09:20

angstvoll durch die gegend laufen.denn wer sich angstvoll nach pit und co umsieht,den übersieht unter garantie den nächsten nicht diesen rassen zugehörenden angreifer und steckt zusätzlich den eigenen hund mit dieser angst an.und sich vielleicht mal mit abwehrmaßnahmen vertraut machen.


Hallo gast,

alles gut und schön, aber dann sage du mir, welche Abwehrmaßnahmen man als Normalhundebsitzer denn ergreifen kann, wenn das eigene Herrchen/Frauchen des Angreifers keine Ahnung bzw. selber Angst hat ???

Die gleiche Angst hätte ich z.B. vor jedem großen Hund egal welcher Rasse, der sich plötzlich auf uns stürzt. Fakt ist, dass meiner sich aus jeder Rauferei abrufen lässt. Doch was nutzt mir bzw. ihm das, wenn der andere Hund nicht sozialisiert ist und munter weitermacht??? Das ist doch das Problem.

Und meine Hunde mussten erfahren, dass bestimmte Hunde,ohne Rassen zu nennen, wenn sie beißen, nun einmal schlimmer hinlangen können :-(
Da hat man automatisch Angst "vor dem nächsten Mal", das ist doch klar!

Fragende Grüße
Petra und Kid der Wäller!

von gast(YCH) am 30. Juli 2003 10:11


:
: alles gut und schön, aber dann sage du mir, welche Abwehrmaßnahmen man als Normalhundebsitzer denn ergreifen kann, wenn das eigene Herrchen/Frauchen des Angreifers keine Ahnung bzw. selber Angst hat ???
:

hallo
daß man sich nach solchen erlebnissen fürchtet,oder auch nur vom hörensagen , ist normal.aber nicht hilfreich.daß die "gegnerischen" halter oft nichts machen können oder wollen,ist auch normal.deswegen sollte man sich mal ernsthaft mit so einer situation fiktiv befassen.
pfefferspray ist das eine.viele meinen,es macht den angreifer noch aggressiver,mir ist das egal,denn ob ein fremder hund nun meinen verletzt oder tötet,ob ich mich wehre oder nicht,wo ist da der unterschied.weiter gibt es die möglichkeit mit einem stock spazierenzugehen.wichtig ist auch die richtige haltung,und das einsetzen der stimme sowie kommandos.
das alles kann man sich aneignen.wenn man es auch nicht perfekt lernt,so ist doch schon das befassen damit ein wichtiger schritt,um den schock gering zu halten und reagieren zu können.
ich ufere das nicht weiter aus,denn es geht nicht darum,etwas mitzunehmen,um fremde hunde zu hauen,zu besprühen oder so,wenn man überängstlich ist womöglich noch viel zu früh,sprich wenn der hund noch gar nicht ernsthaft angreift oder auch anderst davon abzubringen wäre.
es geht darum,nicht hilflos oder unter einsatz der eigenen unversehrtheit daneben zu stehen,,wenn die ausnahmesituation eintritt.
das gl prinzip wie beim fahrsicherheitstraining.
sich.training heisst nicht,daß der fahrer jede situation unbeschadet durchagiert.es heisst,daß er sich mental auf die sit einstellen konnte und es ihm so leichter fällt,weil er sie nicht nur geistig,sondern auch praktisch durchgespielt hat,zu handeln,wenn es soweit kommt.

: Die gleiche Angst hätte ich z.B. vor jedem großen Hund egal welcher Rasse, der sich plötzlich auf uns stürzt. Fakt ist, dass meiner sich aus jeder Rauferei abrufen lässt. Doch was nutzt mir bzw. ihm das, wenn der andere Hund nicht sozialisiert ist und munter weitermacht??? Das ist doch das Problem.

das ist das problem.das stimmt.das wird aber nicht geändert durch furcht oder hilflosigkeit.unsoz,aggres.hunden wird man immer mal wieder begegnen.

:
: Und meine Hunde mussten erfahren, dass bestimmte Hunde,ohne Rassen zu nennen, wenn sie beißen, nun einmal schlimmer hinlangen können :-(
: Da hat man automatisch Angst "vor dem nächsten Mal", das ist doch klar!

klar ist das klar.es ist völlig normal.aber wenn du jedesmal,wenn du diese rasse siehst,schweissausbrüche bekommst,dich in die büsche schlägst,das bringt dich doch auch nicht weiter.stell dir vor,du hockst im busch,und der kommt hinterher.wie weit bist du denn dann.
zumal dein hund die panik und unsicherheit übernimmt,und sie nicht nur
mit best hunden verbindet sondern auch mit sit,über die du dir nicht im klaren bist.

:

von Martin + Mirko(YCH) am 30. Juli 2003 12:49

Grüß Dich Petra,

das erlebnis von Chrissi ist für sie schockierend. Worum geht es eigentlich? Dass manche hundehalter hunde haben, die überraschend andere beißen, oft sogar überraschend für den halter, wird einem spätestens dann klar, wenn es im eigenen umfeld geschieht. Natürlich gibt es auch die, denen das egal ist. Das kann man durchaus auch an bestimmten rassen festmachen. Es gibt menschen, die sich freuen, wenn ihr hund angst und schrecken verbreitet. Das ist aber nicht die primäre eigenschaft der "rasse".

: Vor einigen Jahren wurde mein 2. Hund z.B. von einem Staff grundlos gebissen. Der Besitzer der Hündin (meiner war ein Rüde!)

... na, na, dass hündinnen sehr heftig zu rüden sein können, ist doch nicht unbekannt?

: ... war auch nicht in der Lage, die Hündin zu entfernen. Er meinte nur lapidar, dass das nicht ginge, weil sie sonst das Ohr von meinem Hund, an dem sie hing, mit abreißen würde. ... Erst als die Hündin freiwillig losließ, konnte der Mann sie wegziehen. Diese Situation fand ich furchtbar.

Die situation ist furchtbar, wenn man sich hilflos fühlt. Listenhunde haben einen vorteil, wenn sie beißen, halten sie. Das ist das bullenbeißer erbe. Ein DSH oder ein terrier z.b. neigen eher dazu, wie eine nähmaschine nach zu fassen. D.h., man kann nach dem ersten loslassen den hund nicht einfach wegziehen. Beim tierarzt dauert das dann etwas länger.

: Leider haben diese Hunde eine solch starke Beißkraft, dass auch stärkere und größere Hunde keine Chance im Ernstfall haben, ...

Vergiss das mit der beißkraft. Das ist nicht das problem. Wenn ein hund masse hat und dann schüttelt, das ist echt gefährlich.

Meine "besten" erfahrungen habe ich damit gemacht, den anderen hund an den hinterbeinen hoch zu ziehen. Dann lässt er schneller aus und man selbst ist wie der eigene hund nach dem loslassen auf der sicheren seite.
Bei einem "packer" kann ein helfer (so vorhanden und willig) versuchen, dem hund die nasenlöcher zu zu halten.

Ansonsten möchte ich immer noch zu bedenken geben - auch kleinehunde können einander erheblich verletzen. Ich kenne einen fall zwergpudel gegen zwergschnauzer mit je 900,- DM tierarztkosten pro hund. sad smiley

tschüß Martin & Mirko






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