Geruchsdifferenzierung :: Clickertraining

Geruchsdifferenzierung

von nicole&ciocco(YCH) am 11. August 2003 09:14

hallo tina

: ... Trüffelöl zum Einstimmen auf Trüffel, Kleidungsstück des Vermissten bei S&H...

d.h. dass ich also verschiedene gerüche nehmen kann. mal schokolade, mal karamel ;-) ne, spass beiseite. der hund riecht an etwas und wird dann auf die suche geschickt, richtig?

: Er kennt beim Rennen im 'Luftsuch-Modus' = Stöbern/brackieren zusätzlich den Ruf 'I lost' zum Auslösen des 'Nase runter, Bodenduft direkt aufnehmen' vom Apportieren ...

hast du dafür 2 verschiedene befehle?? das müsste ich ihm noch beibringen...

::wie sucht man den Trüffeln? Direkt am Boden oder auch erst mit Nase oben zur Vororientierung?

der lagotto sucht oben, also mit der nase ca. 20cm über dem boden und sobald er eine spur hat, geht er mit der nase zum boden.

bisher haben wir ciocco immer nur dinge auf dem boden, oder leicht darunter versteckt. etwas auf nasenhöhe zu versteck, auf die idee bin ich noch gar nicht gekommen....

lg, nicole & ciocco

von Reinhold + Ayko(YCH) am 21. August 2003 01:38

: ich habe aber dazu gleich noch eine frage: kann man einem hund
: das suchen von verschiedenen düften beibringen?


Hallo Nicole,

ja sicherlich kann man das. In der Mailingliste

"nasenarbeit" bei yahoogroups

[de.groups.yahoo.com]

wird aktuell genau darüber diskutiert.

: mein hund ist ein trüffelsuchhund. gerne würde ich dafür üben. andererseits
: möchte ich eine prüfung mit ihm ablegen, bei der wir fährten müssen. kann
: der hund gleichzeitig trüffeln und sani-arbeit machen? d.h. stöbern und fährten?

Ich sehe da kein Problem, weil Ciocco seinen verschiedenen Aufgaben in ganz
verschiedenem Umfeld nachgehen wird. Da ist zum einen das Trüffelsuchen
allein mit dir allein (?) oder in einer Gruppe (?) und da ist zum anderen die Übungsgruppe
für das Sanitraining. Allein schon dieses unterschiedliche Umfeld sagt dem
Hund klar und eindeutig, welche Aufgabe im Moment ansteht bzw. geübt werden
soll.

: ich habe mir überlegt, eigentlich könnte man einfach zwei suchbegriffe verwenden.
: also wenn er nach trüffel suchen soll z.b. cerca (italienisch) und beim fährten im
: sanitraining das klassische such. hast du erfahrung damit, ob das geht?

Sicherlich geht das, wobei ich aus Erfahrung weiß, dass die unterschiedlichen
Hörzeichen für den Hund gar nicht so wichtig sind. Er bezieht seine Informationen
weniger aus der menschlichen Sprache als vielmehr aus dem Umfeld in dem
er die unterschiedlichen Aufgaben erlernt und geübt hat.


Beispiel: Wenn ich im Garten zu Ayko sage: "Such den Frodo!", dann wird er
sofort mit Begeisterung nach dem Meerschweinchen meiner Tochter suchen.
Warum ? Garten und Meerschweinchensuche gehören zusammen. Er weiß
sofort, wonach er suchen soll.

Sage ich aber irgendwo weit, weit draußen im Wald zu ihm "Such den Frodo!",
dann wird er mit dieser Aufforderung überhaupt nichts anzufangen wissen.
Hier draußen haben wir noch nie nach Meerschweinchen gesucht. Der Hund
hat jetzt ein Problem.


Draußen im Wald werde ich aber mit der Aufforderung "Such und hilf" bei
ihm offene Türen eintreten. Wir machen Rettungshundearbeit, d.h. wir suchen
draußen im Wald nach versteckten Personen und da heißt das Hörzeichen
"Such und Hilf".

Wenn du also deine verschiedenen Suchaufgaben in unterschiedlichem Umfeld
übst, dann wird Ciocco mit der Unterscheidung seiner verschiedenen Aufgaben
keinerlei Probleme haben.

Kommst du aber plötzlich auf die absurde Idee ihn in der Sanigruppe nach Trüffeln
suchen zulassen, dann wirst du mit größter Wahrscheinlichkeit erleben, dass er
jetzt ein echtes Problem hat. Umfeld und Hörzeichen passen nicht zusammen.

Da heißt es nachsichtig sein mit dem Hund.
Die menschliche Sprache ist ihm einfach artfremd. ;-)


Erzähl uns doch bitte noch ein wenig mehr über die Trüffelsuche !?
Das finde ich hochinteressant.
Gibt es darüber lesenswerte Infos im Internet ?


Grüße
aus dem Wilden Südwesten
Reinhold + Ayko

von Tina(YCH) am 21. August 2003 08:15

Hi Nicole,

ja, wenn ich nicht mit direkter 'selbstmotivierender Ködersuche' übe (bekannten Ball oder Tupperware mit Futter), bin ich nicht daran interessiert, dass sie mir den Zimt von gestern sucht und findet, wenn heute das Muster 'Knoblauch' gesagt hat. (Geruchsdifferenzierung also irgendwie, ist auch dafür bestimmt gewesen, ehe die Übung zum Selbstzweck wurde).
Angefangen haben wir das zuerst ganz bequem (Profis bitte weghören) mit diversen Taschentüchern am Sofa: Kontrollieren verschiedener Dufttücher: die Schnauze aufs Richtige packen und etwas dort liegen lassen: click& treat. Draußen halte ich die Verleitungsdüfte einstweilen gering, wechsle nur den Suchduft öfter, auch schon innerhalb einer Einheit.

Suchen tut sie draußen 'Situationsabhängig' (wie R&A so gut erklärt) und 'von selbst'. Ohne Extra 'Suchmodus', sondern mit der End-Aufgabe bezeichnet: 'Wo ist...' oder 'Brings'

Ihr naturgegebener Modus ist da ähnlich wie bei ciocco normales Laufen mit Kopf minimal unter Schulterhöhe (meist, außer bei Wind oder in bergigem Gelände oder wenn sie Wände o.ä. absucht nach von oben kommendem Duft, wo sie schon mal auf den Hinterbeinen steht und die Nase senkrecht hoch hält) und manchmal ein genaueres Nach'riechen', bei dem sie die Nase zum Boden bzw. auch mal auf den Hinterbeinen stehend anders 'dichter zum Objekt' nimmt als Nahorientierung.

Auf 'Such' oder 'I lost' hat sie gelernt, die Nase runter zu nehmen: auch hier ist da meine ich sozusagen situationsbezogen - a) auf Futterstücke/Tupperware mit Futter b) etwas, was man nachher bringen soll.
Beide Worte lösen eine Nasenbewegung zum Boden aus und sie weis aus der Situation heraus, denke ich mal, WAS sie da diesmal sucht (beim ersten Mal mit eben diesem Geruchsbild wird das Objekt nur 'leicht' versteckt oder es wird wo trainiert, wo sie ohnehin fast immer das Gleiche sucht.

Ich arbeite da eher 'schlampig', denke auch, dass ihr das Wort eventuell nicht viel bedeutet, außer eben: Nase runter und intensiver für Bodensuche benutzen' was gleichzeitig bewirkt, sie eher am Fleck zu fixieren, eben diese Stelle etwas sorgfältiger abzusuchen.

Da ich - außer in Übungssituationen - ja keine Ahnung habe, an welchen Stellen genau sie nun wirklich bodennäher besser 'finden' könnte, sehe ich mich ziemlich vor, das ja nicht so oft zu sagen, damit sie ja nicht beginnt, auf diese Hilfe zu warten - die ich ihr bei wirklichen Suchen ja nicht sinnvoll geben könnte, wo sich also diese 'Hilfe' und damit das Wortsignal rasch selber ad absurdum führen würde.
Sich z.B. bei der Suche nach Apportierbällen durch Einweisen fernsteuern zu lassen, statt selbst konzentriert und systematisch zu suchen, und damit eine für die spezielle Suchart passende Methode dabei zu entwickeln würde den Hund doch eher behindern beim Einsetzen seiner Nasenleistung und das Ganze wäre dann noch strafverschärft: wenn man selber als Mensch (zu)wenig Plan hat dabei, also macht es m.M. nach einen Hund nicht gerade 'suchtauglicher', wenn man viel eingreift in sein Suchen - außer eben durch prompte Bestätigung fürs Finden.

P.S. das I lost ertönt übrigens oft, wenn man aus der Körperhaltung des Hunde sieht, dass er was in die Nase bekommen hat, damit er dann nicht wild herumrasend 'übermotiviert' weitersucht, sondern schaumgebremst zur Nahsuche übergeht (so dennn der Wind bekannt ist, an der Stelle, wo er gerade ist). Also könnte man es sich vermutlich bei passender Motivationssteuerung auch sparen... oder behindert den Hund damit gleich oft, wie ihm die 'angesagte' andere Nasenhaltung hilft.

Pui, dass ist lang gewordenWie arbeitet ihr denn?
interessierte Grüsse
Tina

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