Clickerbuch S. 88/89 :: Clickertraining

Clickerbuch S. 88/89

von Inge(YCH) am 18. August 2003 15:53

Hallo liebe Clickerspezialisten,
habe noch eine zweite Frage.
Im Clickerbuch von Herrn Pietralla ist so schön beschrieben, wie HUND lernen soll nicht zu ziehen.

Mit diesem Problem kämpfen wir mit Bruno schon seit er Welpe ist. Im Welpenkurs wurde uns dann auch beigebracht: "Wenn er zieht, stehen bleiben. Erst weiter gehen, wenn er sich umsieht oder besser noch zu dir zurück kommt!" Die Trainerin meinte, wenn man konsequent ist schafft man es in drei Wochen, dass der Hund nicht mehr zieht. Er dürfe eben nur NIE irgendwo hinkommen durch ziehen. Wir haben es versucht und auch nach (leider) Monaten zieht Bruno immer noch.

Wenn wir morgens hier im Wohngebiet gehen, keiner weiter unterwegs ist, dann geht es manchmal total ohne ziehen. Aber so, wie wir in fremdem Gelände sind, oder jemand kommt - keine Chance. (von Fußgängerzonen will ich gar nicht erst reden) :-(

Nun hab ich mir das Buch gekauft und auch die beiden Clickervideos vom Wolfgang schicken lassen. Und ich dachte: jetzt schaffen wir es! Da wir bisher einfach immer nur stehen geblieben waren, dachte ich: es war das WORT was fehlte! Und im Buch steht ja, man soll REICHT sagen. Guten Mutes fing ich am nächsten Morgen an, und dummerweise sagte ich noch zu meinem Mann: Pass auf, wenn du nach hause kommst, zieht Bruno nicht mehr ;-) Da die meisten Hunde das innerhalb von 10 bis 20 Minuten schaffen sollten, hatte ich die Hoffnung, Bruno würde es in einem Tag begreifen ;-)

Leider nicht!
Ich möchte mal schildern, wie das so abläuft:
Bruno zieht - so wie er sich dem Leinenende nähert (Lederleine 2m lang) sage ich REICHT und bleibe mit etwas Geräusch der Schuhe stehen. Er bleibt dann aber nie von alleine stehen und ich muß die Leine ordentlich festhalten um die Kraft abzufangen. Nach 1 oder 2 Sekunden dreht er sich entweder um und kommt zu mir - oder er setzt sich hin. Wenn er sich umdreht und bei mir ist gehe ich dann gleich weiter. Setzt er sich, warte ich vielleicht so 10 bis 20 Sekunden und schließe dann zu ihm auf, so dass wir weiter gehen könnten.

Was passiert in beiden Fällen: Sofort zieht er wieder weiter. Es ist so, als ob er das Wort REICHT gar nicht hört. Wenn er sich dann nach dem es nicht mehr weiter geht umdreht, sieht er mir zwar in die Augen aber gleich geht das Geziehe weiter.

Was mache ich hier falsch? Muss ich viel länger stehen bleiben, wenn er gezogen hat? (im Buch steht: nicht zu kurz)

Wir haben schon damals nach dem Welpenkurs viel geübt und jetzt dachte ich wirklich: es hat an dem Wort gelegen, du hättest was sagen müssen. Aber wie es scheint war es das auch nicht bei Bruno.

Was läuft hier verkehrt? Ich habe auch schon geclickert, wenn er gut mit loser Leine läuft. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er weiß wofür er dann das Leckerli bekommt.

Vielleicht gibts noch paar Tipps für uns, denn es ist nicht nur peinlich wenn man dauernd stehen bleiben muß weil der Hund zerren will, sondern so langsam schaffe ich es bei Regen und abschüssigen Wegen nicht mehr, das schwarze "Monster" zu halten ;-)

Gruß von Inge und Bruno (der aber sonst ein ausgeglichener und lieber Hund ist)

von Sonja und Benny(YCH) am 18. August 2003 17:59

Hallo Inge,

also ich würde es mal anders versuchen:

Das Wichtigste ist, dass der Hund zu mir den Kontakt mittels Blickkontakt aufnimmt, das wird bestärkt, der Hund wird ziehend nicht zugemüllt mit Lass das, Nein, Pfui, ich hab Dir doch gesagt ..., sondern ich agiere entsprechend und gehe so lange, bis der Hund mir folgt und das muss nicht unbedingt stehenbleiben sein, sondern rückwärtsgehen oder links/rechts gehen usw., stürmt der Hund an mir vorbei, gehe ich wieder in die andere Richtung und genau das halte ich auch auf Spaziergängen für realistisch und man kommt schon weiter. Zudem warte ich nicht erst darauf, bis der Hund am Ende der Leine hängt.

Bei den Tierheimhunden fange ich (räusper) mit ner 5-Meter-Leine an, natürlich haben die einen entsprechenden Bewegungsdrang, aber auch die lernen sehr schnell, dass auch an 5 Meter nicht gezogen wird, sie kommen einfach nicht ziehend dort hin, wohin sie möchten, ist die Leine locker, gehe ich auch schneller, damit es eindeutiger für die Hunde ist. Ich komme immer mit einem Hund an locker geführter Leine wieder zurück und komme entgegen mancher Meinungen sehr gut vorwärts und auch wieder ans Ziel . Es geht eben ziehend nur niemals dahin, wohin der Hund möchte und ich kann für mich sagen, dass es ausnahmslos funktioniert! (dieser Text war nicht von mir - aus einem anderen Forum...)

Wichtig dabei ist Konsequenz und das Timing. Es klappt wirklich.

Meine Trainerin macht das genauso wie oben beschrieben. Der schwarze Labbi neulich zog seinen Besitzer eigentlich mehr durch die Gegend...die Trainerin zeigt dem Besitzer (der schon ganz verzweifelt war) das es wirklich auch anders geht.
Und siehe da - der Hund läuft neben der Trainerin und sieht diese an!!
Die hat nix gemacht, ausser ihn im richtigen Augenblick zu loben und Richtungswechsel timing-genau zu machen.
Sie war bei dieser kurzen Vorführung kompromisslos. Keinen Zentimeter hat der Hund durch voranschiesen und ziehen bekommen und der Richtungswechsel folgte ohne zu fragen (bist du soweit?) oder zu schauen (ist vielleicht seine Pfote verheddert etc.) aber auch ohne Gewalt etc.

Sonja und Benny
Einfach nur konsequenter sein als der Hund...

von Gabrielle(YCH) am 18. August 2003 23:43

Hallo Sonja

der Richtungswechsel folgte ohne zu fragen (bist du soweit?) oder zu schauen (ist vielleicht seine Pfote verheddert etc.) aber auch ohne
Gewalt etc.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich hier richtig verstehe. Du sagst ohne Gewalt - der Hund laeuft so aber doch voll in die Leine, oder?

Liebe Gruesse
Gabrielle

von Martin + Mirko(YCH) am 19. August 2003 00:41

Grüß Euch Inge und Sonja,

das problem ist schön eingefahren!

Sonja sagt...

: ..., sondern ich agiere entsprechend und gehe so lange, bis der Hund mir folgt und das muss nicht unbedingt stehenbleiben sein, sondern rückwärtsgehen oder links/rechts gehen usw., stürmt der Hund an mir vorbei, gehe ich wieder in die andere Richtung und genau das halte ich auch auf Spaziergängen für realistisch und man kommt schon weiter. Zudem warte ich nicht erst darauf, bis der Hund am Ende der Leine hängt.

Dazu dient eingentlich das warnsignal. In diesem zusammenhang, würde ich nach dem signal bei straff werdender leine die richtung wechseln (sofern das geht). Im übrigen, wann die leine "straff" wird, definieren wir. Ich kann noch einen meter leine übrig haben, aber an dieser stelle festhalten. Brauche ich dazu kraft, ist die leine für mich - und für den hund - straff.

: Bei den Tierheimhunden fange ich (räusper) mit ner 5-Meter-Leine an, natürlich haben die einen entsprechenden Bewegungsdrang, ...

Ein ganz anderer weg ist es, in lockerem trim-trab zu laufen, das fällt dem hund leichter. Aber natürlich kann das nicht jeder mensch.

: ... Es geht eben ziehend nur niemals dahin, wohin der Hund möchte und ich kann für mich sagen, dass es ausnahmslos funktioniert! (

Dem kann ich beipflichten. Das problem ist aber das niemals. Gelegentlich ist eben variabel bestärkt. Strenge dich noch mehr an, du schaffst es. Und wenn der welpe es gelernt hatte, hat er es erste einmal drauf.

: Meine Trainerin macht das genauso wie oben beschrieben. Der schwarze Labbi neulich zog seinen Besitzer eigentlich mehr durch die Gegend...die Trainerin zeigt dem Besitzer (der schon ganz verzweifelt war) das es wirklich auch anders geht.

Da haben wir einen wichtigen punkt. Ein anderer hundeführer,den der mensch noch nicht kennt, kann sehr hilfreich sein. Der hund wird jetzt testen, woran er ist. Und ist diese(r) so wie du schreibst...

: Und siehe da - der Hund läuft neben der Trainerin und sieht diese an!!
: Die hat nix gemacht, ausser ihn im richtigen Augenblick zu loben und Richtungswechsel timing-genau zu machen.

... dann wird es. Man darf sich nur als halter des hundes nicht bloßgestellt fühlen. Der trainer hat einen riesenbonuns, der hund kennt ihn nicht.

Inge fragt noch...

:Was läuft hier verkehrt? Ich habe auch schon geclickert, wenn er gut mit loser Leine läuft. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er weiß wofür er dann das Leckerli bekommt.

Der hund weiß lange erst einmal überhaupt nicht, wofür er es bekommt, trotzdem ändert sich sein verhalten. Das gelernte wird erst langsam bewußt - auch beim menschen.

Als belohnung beim icht zerren, zählt aber für die meisten hunde nicht futter, sondern zugang zu interessanten orten. Das sollte man nicht außer aucht lassen.
Ein weiteres problem ist der löschungstrotz. Der hund hat schon gut gelernt, zieht nur noch wenig, aber plötzlich gibt es einen rückschlag. Genau das ist der punkt, an dem man nicht aufgeben darf. Dieser rückfall gehört mit zum lernprozess. Durchhalten!

Wenn der hund in der fußgängerzone zieht, würde ich mich mit ihm einfach irgendwohin setzen, wo er in ruhe gerüche und sonstige eindrücke aufnehmen kann. Ein kleines stück weiter gehen und wieder etwas ruhen.
Wenn andere hunde kommen, verlangt man ein SITZ, bevor er (unangeleint) kontakt aufnehmen darf. Das gilt natürlich nur für umgebungen und andere hunde, bei denen das möglich ist. Aber gewisse rituale können gerade hier sehr hilfreich sein.

tschüß Martin & Mirko


von Sabine & Oscar(YCH) am 19. August 2003 08:21

Hallo Inge,

zu den antworten, die du schon bekommen hast, möchte ich noch was ergänzen.

Der Knackpunkt ist Konsequenz und die frage, ob man sie im Alltag durchhält bzw. durchhalten kann. Oscar hatte gelernt, dass er, wenn er nur richtig Schwung nimmt, mich schon dahin bekommt, wo er hinwill. Und dann gibt es orte / Gerüche, die gerade für junge Hunde sehr sehr aufregend sind.

Ich muß / mußte auf Hifen zurückgreifen, denn wie gesagt, der Hund darf niemels sein Ziel erreichen, wenn die Leine straff ist. In der schlimmtsen Pubertätszeit, als ich ihn nicht mehr erreichte, war das halti meine Rettung. Noch heute hab ich es immer bei mir, gebrauche es kaum noch, nur in der Stadt, wenn es eng wird und oscar aufgeregt. Wenn er das Halti umhat, wird er ruhiger, denn dann kann er nicht mehr dahin wo er hinwill.

Dann gibt es noch so einen "trick" von mir, oscar trägt ein geschirr, und wenn er sozusagen "ordentlich" laufen soll, ohne schnüffeln, nehme ich die Leine nochmal so vorne um den Brustkorb rum. Das ist für ihn zum Signal geworden, "jetzt schnüffeln nicht gestattet", und das wird konsequent durchgehalten. Klare regeln, und der Hund wird ruhiger. Dazu braucht es keine gewalt, nur Konsequenz.

Wenn die Leute zu mir zu den Spielstunden kommen, müssen sie noch ein Stück zu Fuß gehen, so 100m. Da sind die hunde super aufgeregt, und das ist genau die Strecke, die sich die konsequenten Hundebesitzer vornehmen. Und das ist auch oft die strecke, die noch "übrigbleibt", sozusagen. Genau an dieser Strecke scheiden sich gut und böse und ich kann voraussagen, wer es packt und wer nicht.

liebe Grüße
Sabiene & Oscar

von Doris H.(YCH) am 19. August 2003 23:22

Hallo Sonja,

den Ratschlag hab ich aber schonmal wortwörtlich in nem anderen Forum von jemand anderem gelesen.

Gehst du vielleicht bei genau dieser dame in die Hundeschule?

Grüsse Doris

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