Gebell in der Wohnung abgewöhnen :: Clickertraining

Gebell in der Wohnung abgewöhnen

von Anila am 04. Januar 2010 17:54
Hallo Akilawa,

ja, es macht Sinn, mit dem Hund zu klickern, auch, wenn deine Bekannten das nicht tun. Der Border lernt ohnehin super schnell. Ich hatte auch mit meinem „Leih-Opi“, einem damals 9jährigen Labrador geklickert, und den hatte ich auch nur einmal pro Woche für 2 Stunden. Dass es eine Belohnung nach dem Klick gibt, hat er ganz schnell kapiert und nie wieder vergessen.

Wofür er geklickt wurde (damals das „Schau mich an“), das hat dann etwas länger gebraucht und ich musste auch immer wieder etwas von vorn beginnen nach einer Woche. Ich hätte ihm auch gerne beigebracht, mir seine Stöcker abzugeben, aber das hatte ich auch innerhalb eines Jahres nicht geschafft. Insofern kann man sicherlich nichts bewirken, was dem Hund gegen den Strich geht, aber sehr wohl kann man Dinge trainieren, die ihm nicht so schwer fallen – und etwas mitdenken ist ja nie verkehrt für den Hund, schon gar nicht für einen Border. Also gerade das Stoppen an der Straße, an der Leine laufen – kannst du wunderbar mit Clicker trainieren, auch, wenn du ihn nicht so oft hast.

Schläft der Hund Dienstags bei dir? Wie vertraut ist ihm denn deine Umgebung? Hier könnte ich mir vorstellen, dass es nicht so einfach wird, dem Hund das Bellen abzugewöhnen. Durian (auch ein Border) bellt, wenn wir Besuch bekommen und dass er Fremde meldet, finden wir gut.

Wir hatten ihn aber auch schon öfters ins Hotel mitgenommen und dann bellt er zunächst, sobald Fremde an unserer Tür vorbei laufen, weil er das ja auch überhaupt nicht gewohnt ist. Ich verbiete es ihm dann und zum Glück reicht das (bis der Nächste an der Tür vorbei läuft). Am 2. Tag ist es meist schon besser.

Jägerin schreibt:
Zitat :
Wenns klingelt oder die Nachbarhunde durchs Treppenhaus gehen, musst du jeweils schauen gehen und dem Bordi ein Signal geben, dass du schaust und dass es nicht seine Aufgabe ist.

Das hat bei unserem Hund nicht geklappt. Wenn er bellt und ich schaue, was los ist, dann verstärkt er sein Bellen. Meiner ist etwas unsicher. Dass er bellt, hat weniger damit zu tun, dass er meint, die Dinge selbst regeln zu müssen als damit, dass er halt etwas unsicher ist und generell schnell prophylaktisch droht. Wenn es klingelt (und jemand anders die Tür öffnet), rufe ich ihn freudig zu mir, und zwar, bevor er bellt. Wenn ich schnell genug reagiere, schaffe ich das. Dann kommt er zu mir und wird gelobt, weil er so ruhig ist, wird gestreichelt…. und oft bellt er dann gar nicht und fühlt sich durch meine Nähe wohl auch sicherer.

Anfangs hatte sich bei uns das Bellen aber so verstärkt, wie wir es nicht wollten. Ich hatte dann mal ein ganzes Wochenende lang permanent selbst geklingelt und dann imaginäre Gäste empfangen und bin selbst laut durch die Diele getrampelt. Oder eine Freundin hat geklingelt und ich hatte sie bestimmt 20x begrüßt. Durian hat dann schnell gelernt, dass das Klingeln gar keine Fremden ankündigt. Hätte ich das noch öfters praktiziert, hätte er vermutlich gar nicht mehr gebellt – aber im Rahmen soll er es ja ruhig tun. Du könntest auch trainieren, dass du immer wieder durchs Treppenhaus läufst. Dann reinkommen und Hund belohnen. Nach einer Weile sollten die Schritte im Treppenhaus dann was Positives ankündigen.

Was man auch machen kann: Man kann ihm das Bellen beibringen. Meiner kann auf Kommando bellen – das klingt dann aber ganz anders als sein normales Warnbellen, wenn Fremde kommen. Das ist ihm per Clicker beigebracht worden. Zunächst ist er also für das Bellen belohnt worden. Dann wurde ein Signal „Still“ eingeführt und den Click gab es für die Stille nach dem Bellen. Wenn Fremde kommen, kann ich ihn so nicht vom Bellen abhalten, aber ich weiß, dass Viele es so gemacht haben und vielleicht machen wir es insgesamt zu selten, und vielleicht klappt das bei dir. Es klappt übrigens bei mir, wenn ich vorher nochmal das Kommando „Bell“ gebe und dann „Still“.

Zur Beschäftigung: Ein Border kann auch leicht überdrehen! Es klingt für mich so, als würdest du sehr viel mit ihm machen, möglicherweise zuviel. Ich selbst habe nur 3 Stunden täglich Zeit! Wir spielen auch einmal pro Tag Frisbee und fahren normalerweise mit dem Rad zu irgendeiner schönen Wiese, so dass er dann so 10km laufen kann. Er läuft ohne Leine, kann also in seinem Tempo laufen, kann dann auch am Wegrand schnüffeln, usw.. Manchmal machen wir auch Wettrennen.

Dann arbeite ich und er liegt still in der Ecke und döst.

Nach der Mittagspause darf er helfen, den Tisch mit abzuräumen (er trägt kleine Sachen in einem Körbchen in die Küche) und zum Schluss bekommt er eine Kau-Belohnung, mit der er sich eine Weile in den Garten verzieht. Dann ist wieder Ruhe und er döst, während ich arbeite.

Dann gehen wir eine Nachmittagsrunde, die wird unterschiedlich gestaltet: Mal sehe ich zu, dass wir da viele Hunde treffen, oder ich baue Suchspiele mit ein, oder etwas Unterordnung, aber manchmal gehen wir auch nur spazieren und er kann ausgiebig „Zeitung lesen“.

Abends machen wir einmal Dogdance. Das strengt ihn auch schön an – geistig jedenfalls. Dann döst er wieder und ich arbeite und dann drehen wir noch eine Nachtrunde. Danach ist noch etwas Bürsten und Streicheln angesagt, er bekommt sein Abendessen und das war’s. Ich arbeite dann meist nochmal ein wenig und er schläft meist schon, wenn ich Feierabend mache. Hier im Haus, wenn ich arbeite, ist er wirklich total ruhig.

Viele Grüße
Anila

von Anila am 04. Januar 2010 18:20
Hallo Heidi,

ich bin zwar nicht Martin, an den du deine Frage gerichtet hast, aber ich antworte einfach mal:

Zitat Martin (falls du da irgendwo bist), habe ich das richtig verstanden: Du wartest, bis der Hund bellt, und clickst sofort und Bestätigst ihn. Kann ich das sofort unter einen Befehl stellen (weil er das Verhalten ja schon sicher zeigt)? Also, er bellt, ich sage xy und bestätige? Was wird danach sein? er wird gleich wieder bellen, und ich mache das Spielchen weiter? Vielleicht solange, bis er 1 oder 2 Mal bellt, und dann von selber kommt? Wie lange mache ich das, und wie baue ich das "sei still" ein? Und was mache ich mit dem "Unheimlichen Geräusch von draußen"? Ignoriere ich das als souveränes Alphatier? Und wie verhindere ich, dass schlaue Hundi denkt: Ich hätte Lust auf Guti, und wenn ich einmal belle, und dann still bin, dann krieg ich was?:

Ganz zu Beginn wartest du auf das erste Bellen (oder du löst es aus, falls du weißt, was deinen Hund zum Bellen bringt). Klick + Leckerli. Man kann von Anfang an das Zeichen für "Bell" geben, sobald der Hund bellt.

Das "Still" wird erst eingeführt, wenn "Bell" zuverlässig klappt. Ab da gibt's nämlich für "Bell" keinen Klick und kein Leckerli mehr. Der Hund wird vermutlich etwas verdutzt gucken und still sein, wenn er doch so schön bellt und sich nichts tut - und in diesem stillen Moment: Klick + Leckerli.

Hier wird man länger üben müssen, bis er es kapiert hat, dieser Teil ist der schwierigere Teil, aber dann kann man die Stille ausdehnen und es gibt erst nach 2 Sek. "Still" z.B. den Klick. Das Handzeichen oder Wortsignal kann man meiner Meinung nach von Anfang an hinzu nehmen.

Ja, dein Hund wird sich sicherlich irgendwann überlegen: Mensch, jetzt hätte ich gerade riesigen Appetit - da bell ich doch mal. Aber: Ohne Kommando gibt es weder den Klick noch die Belohnung. Das ist halt der Unterschied zum Betteln, was man ja nicht belohnen möchte.

Warum generell der Clicker manchmal die Wogen so hochschaukelt, verstehe ich nicht. Für mich ist er manchmal eine gute Methode, manchmal aber auch nicht. Bei Aggressionen Artgenossen gegenüber, die bei Durian anfangs oft auftraten, kam ich selbst mit dem Clicker nicht klar. Das war mir zu wuselig auf der Straße und außerdem hatte ich dann ein paar Mal im falschen Moment geklickt. Hier bin ich ohne Klicker auf einem sehr guten Weg, wobei ich natürlich dann auch ohne Clicker mit positiver Bestärkung arbeite (gibt ja noch mehr Möglichkeiten, positiv zu bestärken).

Beim Dogdance benutze ich ihn aber gerne, wenn ich neue Tricks einüben oder alte Tricks verfeinern möchte.

Viele Grüße
Anila

von Selma am 05. Januar 2010 07:52
Hallo, Anila,
danke für deine Info.
Also, erst muss bellen auf Befehl klappen, das leuchtet mir ein.
Aber dann, wenn ich sei still trainieren will, muss ich warten, bis er ohne Befehl bellt?
Weil ich kann doch nicht sagen "gib Laut" und ihn dann bestätigen, wenn er aufhört, oder?
Lg
Heidi

von Anila am 05. Januar 2010 15:33
Hallo Heidi,

wenn dein Hund einfach so grundlos bellt, um mal zu schauen, ob er dadurch das Kommando "Still" auslösen kann, gibt es gar nichts. Das wird ignoriert und das wird er dann auch bleiben lassen.

Er wird bellen, wenn du ihm das Kommando "Bell" beigebracht hast und auch immer noch dann, wenn aus seiner Sicht ein ernsthafter Grund vorliegt, nämlich, wenn jemand durchs Treppenhaus geht.

Ich persönlich würde das "Still" zunächst nur zusammen mit dem Kommando "Bell" aufbauen.

Er wird nach wie vor von alleine bellen (weil jemand durch's Treppenhaus geht) und auch von alleine irgendwann wieder Ruhe geben. Aber dann würde ich nicht "Still" sagen und belohnen. Da bestünde meiner Meinung nach die Gefahr, dass er das falsch verknüpft und sich für sein tolles Aufpassen reichlich belohnt fühlt.

Die Belohnung für "Still" würde ich daher zunächst nur geben, wenn ich vorher das Kommando "Bell" gesagt habe.

Im zweiten Schritt würde ich versuchen, die Stille auszudehnen und erst nach ein paar Sekunden Stille belohnen.

Im dritten Schritt - wenn du das Gefühl hast, er weiß, was mit "Still" gemeint ist, kannst du mal schauen, dass du das Kommando in einer Situation gibst, in der er normalerweise von alleine bellen würde. Z.B., weil jemand durch's Treppenhaus geht. Toll wäre, wenn du dir da einen Helfer organisieren könntest, der vielleicht mal ein Wochenende lang mehrere Trainings-Einheiten lang einfach nur durch's Treppenhaus latscht - immer an Eurer Tür vorbei.

Beobachte den Border genau und sag das Kommando "Still" kurz bevor er von sich aus bellen wird. Wenn er es ausführt, gibt es eine riesige Belohnung. Mach dann erstmal Pause, dann hat er auch gleich einen schönen Abschluss.

Kennt er eigentlich auch sowas wie "Schade"? Sowas finde ich auch in dem Zusammenhang praktisch. "Schade" wird nie wütend gesagt, es heißt einfach nur: "Oh, Chance auf Leckerli verpaßt" - und natürlich gibt es weitere Chancen. Ich habe es mit einem Spielchen geübt, was Durian sehr liebt:

Ich habe ihm zunächst beigebracht, dass er ein Leckerchen aus meiner Hand bekommt, wenn er die Hand mit der Pfote anstupst.

Dann habe ich darauf das "Schade"-Kommando folgendermaßen aufgebaut:

Vor seinen Augen nehme ich ein Leckerchen in eine Hand.
Dann nehme ich beide Hände hinter den Rücken lege das Leckerchen manchmal in die andere Hand.
Dann halte ich ihm beide zur Faust geballten Hände hin

Wenn er die falsche Hand anstupst, öffne ich sie und sage im selben Moment "Schade". Immer im selben Tonfall.

Er bekommt natürlich weitere Chancen und obwohl "Schade" natürlich ein kleines Frusterlebnis ist, findet er dieses Futterspielchen total toll. Aber: "Schade" heißt halt auch: Gibt keine Belohnung.

Zurück zur Treppenhaus-Situation: Wenn dein Border "Still" schon kennt und er kurz vorm Bellen ist, sagst du "Still". Wenn er trotzdem bellt, könntest du ihm durch "Schade" signalisieren, dass er seine Chance auf ein Leckerchen verspielt hat.

Einem bellfreudigen Hund abzugewöhnen, dass er bei fremden Geräuschen bellt, ist schwieriger, als wenn man ihm einen kleinen Trick beibringt, braucht also auch mehr Zeit und Geduld. Erschwerend kommt bei dir noch hinzu, dass du den Border nicht ständig hast. Trotzdem - die sind fix im lernen.

Berichte mal!

Viele Grüße
Anila

von Selma am 06. Januar 2010 11:39
Hallo, Anila, danke für deine Info.
Ich bin nur nicht die mit dem Border,
ich gebe Hundekurse und habe einen Aussie in meinem Kurs, der sich im Kurs prächtig entwickelt, nur daheim diese Probleme macht, und das weitet sich langsam aus. Eigentlich hat der Hund nur Schiss.
Ich habe dem HF eine Einzelsession angeboten, und mus erst mal selber schauen, was los ist, aber ich hole mir gerne vorher einige Inputs.
Danke
Heidi

von Anila am 07. Januar 2010 19:07
Hallo Heidi,

dann habe ich dich mit Akilawa verwechselt, sorry.

Erzähl doch mal, wie du bei dem Aussi vorgehen würdest? Viele Wege führen ja nach Rom, vielleicht hast du bessere Ideen. (Ich hoffe, die hast du nicht schon hier vorgestellt und ich habe sie übersehen).

Viele Grüße
Anila

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