Dringend Misshandelten Hund Clickern :: Clickertraining

Dringend Misshandelten Hund Clickern

von Mina(YCH) am 14. März 2002 09:05

Servus Steffi,
ein Hund ist manchmal mit einem kleinen Kind zu vergleichen. Gelegentlich hilflos, weinerlich, dann einfach nur fröhlich, neugierig und schon wieder ängstlich. Ganz nach Vergangenheit, Veranlagung und Prägung. Manche dieser Kinder sind nur aufgeschlossen, schauen neugierig durch die Welt und wollen alles ganz genau wissen. Andere haben schon so vieles erlebt, das sie nie erleben wollten, sodass sie nicht mehr so neugierig sind. Was sie suchen ist Halt, Stabilität und Sicherheit, auf die sie bauen können, um die Neugierde wiederzuentdecken. Und nun kommst du ins Spiel und willst helfen, auf deine Art und Weise, mit dem Clicker. Man hat doch schon so viel gehört von Tierheimhunden, die mit dem Clicker gelernt haben, dass sie nicht beißen, bellen, knurren und/oder Angst haben müssen. Doch diese Hunden hatten eines gemeinsam, die Sicherheit ihrer Umgebung, dem Tierheim. Dein kleiner Gast hat kein bisschen Sicherheit, Gewohnheit oder Halt. Alles ist neu, alles kann Angst bringen. Gib deinem Max erst mal die Möglichkeit Vertrauen zu dir aufzubauen, sich an die Umgebung zu gewöhnen ... daheim zu sein. Dann kannst du anfangen, seine Neugier zu entdecken. Ihm mit Sicherheit zu sagen, dass der Clicker eine Entdeckung wert ist.
Mina

von Martin + Mirko(YCH) am 14. März 2002 11:43

Grüß Dich Steffi,

geh einmal davon aus, dass die meisten menschlichen ansinnen an den hund für diesen negativ endeten. Also geht er auf nummer sicher - meiden.
Lass den clicker solange weg, bis er aus der hand frisst. Das erreichst du am schnellsten dadurch, dass du dich

a) hinhockst und klein machst,
b) dem hund den rücken zukehrst, d.h. die hand nach hinten streckst und nicht nach ihm schaust,
c) zwischendurch kräftig gähnst (so richtig unhöflich),
d) dich sehr langsam bewegst,
e) dich vom hund entfernst, nachdem der das futter genommen hat.

Mit dem clicker solltest du dann ganz leise beginnen (in der hosentasche) oder einen punica(o.ä.)-deckel verwenden, der ein sehr leises geräusch macht. Und entferne dich stets wieder vom hund. Falls der hund das futter nicht direkt aus der hand nimmt, kannst du es auch hinlegen und dich einige meter entfernen. Den clicker konditionieren kann man auch so. (s. die Arko-geschichte auf www.clicker.de)

tschüß Martin & Mirko


von heidrun+C(YCH) am 14. März 2002 18:34

Hallo Steffi!

Du hast schon so einiges hier geschrieben, das zeigte,
dass Du Dich auf den "richtigen" Weg gemacht hast
- da möchte ich nicht glauben, dass Du das, was Du im
Folgenden schreibst, wirklich so ernst meinst:

: Ich bin so sauer, ...
: ...
: Was soll ich nur machen, man muß ihm doch etwas beibringen.

Du hast schon so viele Tips und Antworten bekommen, die
alle das Zauberwort *Geduld* enthielten - das und *Zeit*
ist es, was Du brauchst und Eurem Neuzugang geben solltest.

Und Christines Seite - die kennst Du doch sicher sowieso ;-)
ist hierbei (und nicht nur zu diesem Thema) sehr lesenswert.

Alles Gute für Dich, Max und Sassy
wünscht heidrun+C



von ChristineHd(YCH) am 14. März 2002 23:17

Hallo Steffi,


wir haben seit Vorgestern einen Zweithund Collie Schäfer Mix aus dem Tierheim.Früher wurde er geschlagen, er kennt nichts von der Welt nicht mal ein Blatt Papier, gar nichts.

Stell Dir vor: Man holt Dich raus aus einer zwar nicht positiven, aber dennoch vertrauten Umgebung. Du wirst dann eingesperrt in eine irritierende Atmosphäre (Tierheim) und dann kommt ein Mensch daher, der Dich da wieder rausholt.
Glück? Befreiung? Nein. Streß. Angst. Unsicherheit. Was wird passieren? Woher Vertrauen nehmen, wenn man es nie gelernt hat?

Nun will ich ihn auf den Clicker einstellen. Aber er hat nur Angst und läuft weg. Er begreift gar nichts.

Wie soll er auch? Zum Lernen gehört eine Grundsicherheit. Gib ihm Zeit. Er wird nicht unbedingt in Deinen Augen begreifen, aber in seinen: Er wird begreifen, in einigen Tagen, Wochen, Monaten, daß Ruhe eingekehrt ist in sein Leben, Stabilität, Sicherheit.
Vorausgesetzt, Du gibst ihm das.

Auf seinen Namen reagiert er nicht, Sitz oder so kennt er nicht, beim Clicker einstellen hat er Angst, das heißt ich kann ihm gar nichs beibringen, weil er ein´fach nichts rafft. Ich bin so sauer, habe schon mit unserer Sassy Geclickert. Er hat es gesehen, heite wollte ich es dann noch mal versuchen, aber er rennt weg wenn man leckerlis hinschmeißt.

Mich fragte einmal jemand, wie es ist, einen Hund wie einst Berry und jetzt Bambuli aufzunehmen. Meine antwort: Erwarte nichts. Vergiß jeden menschlichen Erwartungsdruck unserer leistungsorientierten Konsumgesellschaft, die Erfolg nur am Sichtbaren mißt. Und betrachte jeden Tag, den dieser Hund für sich bestehen kann, als Geschenk.

Gibt man sie aus der Hand schaut er nur auf die Hand aber verbindet es nicht mit dem Clicker. Was soll ich nur machen, man muß ihm doch etwas beibringen.

Vergiß das übergroße "Man". Er wird lernen. Jeden Tag ein bißchen mehr. Nicht immer das, was Du meinst, was wichtig ist.

Er ist so neugierig und fröhlich schaut sich die Welt fröhlich an, das würde ich so gerne nutzen, aber Jahre kann ich ja auch nicht warten mit dem Clickern.Schade, denn er ist nur lieb und schaut sich alles an wie ein Welpe.
wer hilft mir ?

Du Dir selbst, indem Du es genießt, daß ein Hund, der mißhandelt wurde, nicht erst lernen muß, wieder zu leben. Laß ihm die Freude, die Neugierde und gib ihm Zeit.
Vergiß Kommandos, Gehorsam, Rangordnung. Der Hund wird auf Dich zugehen, wenn Du ihm die Chance gibst, in Eure Gemeinschaft hineinzuwachsen.

Ich wünsche Euch Dreien alles Gute
Christine und Jabberwocky und Bambuli


von Elke R.(YCH) am 15. März 2002 10:01

Hallo Steffi!

Erstmal kann ich mich den Anderen nur anschließen, was Dein Max jetzt braucht, ist Zeit, Zeit, Zeit und viiiel Geduld.

Zwei Tips möchte ich Dir allerdings geben: Wenn sich Dein erster Hund, mit dem Du ja schon länger Clickerst, gut mit dem Neuen versteht (ich meine auch nicht eifersüchtig wird, wenn er mal Leckerchen bekommt), laß Max mal bei Clickersitzungen mit Sassy zusehen. Ich habe bei meinen Hunden die Erfahrung gemacht, daß sie durch Zusehen sehr viel lernen. Wenn dann vielleicht, ohne daß von ihm etwas erwartet wird, mit dem Click auch ein Leckerchen für ihn abfällt, und er noch dazu beobachten kann, daß die Sache Sassy Spaß macht und überhaupt nicht gefährlich ist, könnte er sich möglicherweise eher damit anfreunden.

Zweitens möchte ich Dich fragen, ob er schon bei seinem Vorbesitzer "Max" gerufen wurde. Wenn das der Fall ist, könnte dieses Wort für ihn negativ besetzt sein (die meisten reden, bevor sie schlagen und in der Regel fällt dabei auch der Name des Hundes). Dann könnte es ihm auch helfen, wenn Du für ihn einen neuen Namen, der sich möglichst deutlich von dem vorigen unterscheidet, aussuchst. Für Dich macht das wenig Unterschied, da er ja auch auf Max nicht hört, und für ihn könnte es die Chance sein, einen neuen Namen von Grund auf mit etwas Positivem zu verknüpfen.

Prinzipiell ist es für den Hund am leichtesten, wenn Du anfangs ihm die Initiative überlässt. Mein Junkie saß etliche Wochen im Winkerl unter dem Küchentisch und machte die Spaziergänge im Sicherheitsabstand von 20 Metern, bis er zu der Überzeugung kam, daß ich ihn nicht schlagen, treten oder anbrüllen werde. Es hat schon einige Nerven gekostet, das Durchzustehen (insgesamt hat es fast 2 Jahre gedauert, bis wir alle seine Probleme in den Griff bekommen haben), aber heute ist er ein fröhlicher Kampfschmuser, der nur noch ganz selten mit Fremden Probleme hat.

Also Kopf hoch, ein paar Gänge zurückschalten und immer dran denken: Zeit ist relativ.

Liebe Grüße

Elke

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