frage zum clickern :: Clickertraining

frage zum clickern

von ThomasL(YCH) am 08. Mai 2003 08:57

Hallo Andreas

: : realität ist, dass 98% der hundehalter nicht täglich 2 stunden oder
: : mehr zeit investieren können und vermutlich auch gar nicht wollen.

: Im Schnitt gehen bei den Hunden bei uns drei Stunden am Tag drauf.

ich kanns mir nicht verkneifen, dieses faszinierende posting zu
"linken", welches doch so treffend die realität spiegelt.

/forum/archiv6/7/msg455035.html

: Schieße Dich doch nicht so auf den Hundesport ein. Auch ohne je einen

das sind immer nur die seitenhiebe. primär gehts mir um praxistaugliche
anwendung für zu-erziehende hunde.

und da deckt sich meine erfahrung mit dem o.g. link.

: Wonach bemisst Du ein "vertretbares Mass an Gewalt"?

tja. schwere frage. bei hunden solcherart einwirkung, wie
ich sie beschrieb, also ohne heftigen schmerz in einer starken
reizsituaton auszuüben....

im wesentlichen gilt für hund und kind das gleiche: keinen heftigen
schmerz zur erreichung eines meiner ziele auszuüben.

: Du hast selbst Kinder angeführt. Was wäre da für Dich das vertretbare
: Mass an Gewalt?

keine toleranz, wenn es um schläge oder sonstige ähnliche gewalt geht.
aber es ist trotzdem eine form der gewalt, wenn mein junge meint, sich
mit lauten heulen und brüllen und schreien durchsetzen zu müssen und
ich ihn kurzerhand einfach kommentarlos hochnehme, in sein zimmer
trage und ihm beim absetzen sage: "du kommst erst dann wieder raus,
wenn du ein fröhliches gesicht machst und dann können wir über dein
problem reden."

er kommt schon nach 1 minute mit tränen auf den wangen raus , und er
sagt "ich lache jetzt wieder, ich bin wieder fröhlich". und sofort ist
tagesordnung angesagt, wir gehen über den vorherigen vorfall hinweg
und bestärken seine "fröhliche" laune. und dennoch habe ich gewalt
angewandt. aber mit dem ergebnis, dass er es aufgegeben hat, seine
interessen mit schreien und weinen durchzusetzen.

gewalt und gewalt ist in viel grösserem maße zu differenzieren als hier
üblicherweise getan wird - anstatt sie einfach und rigoros zu
verteufeln.
ich bin nicht bereit, auf körperliche einwirkung zu verzichten, ich
lehne es aber ab schmerzen zu bereiten, oder eine dauerhafte angst vor
schmerzen zu etablieren.

: Ich rede nur von mir und meinen Hunden, daher auch stets die

ich rede nie von meinem hund, weil der kein maßstab ist. und ich
betrachte nie die erfahrungen mit meinem hund, weil das aufgrund der
haltungsbedingungen ebenfalls so gut wie nie zu übertragen ist. ich
betrachte nur meinen erfahrungen mit "fremden" hunden.

vg, Thomas

von Martin + Mirko(YCH) am 08. Mai 2003 10:35

Grüß dich Thomas,

damit sprichst du den wesentlichen punkt an:

: gewalt und gewalt ist in viel grösserem maße zu differenzieren als hier
: üblicherweise getan wird - anstatt sie einfach und rigoros zu
: verteufeln.

Gewalt heißt auf irgendeine weise "ich bin stärker als du", aber nicht, ich will dir schmerzen zufügen. Hunde (und auch menschen) ertragen gerade in stressigen situationen (wo wir die größten änderungen ihres verhaltens verlangen) ein erhebliches maß an schmerz. Jeder sportler kennt das. Hinterher tut es richtig weh, nicht währenddessen. Ein jäger und beutegreifer ist gelegentlich schmerzen durch sein beutetier ausgesetzt. Wenn er dann jedesmal losläßt, knurrt bald der magen...
Insofern ist schmerz als solcher ethologisch recht ungeeignet, verhalten zu beeinflussen.

Gewalt kann aber auch schmerzlos zu einschränkungen der bewegungsfreiheit benutzt werden (dein beispiel mit dem jungen). Dass es sich dabei um S- handelt, sei nur am rande erwähnt. Aber der hund hat nun die option, seine bewegungsfreiheit wieder zu erlangen, durch verhaltensanpassung. Nichts anderes ist der gebrauch der langen leine, das stehen bleiben beim ziehen etc. Diese art von einschränkungen braucht man aber immer nur über sehr kurze zeit. Das dann erreichte verhalten kann man über bestärkungen aufrecht erhalten oder sogar noch verbessern.
Was mich wirklich nerven kann, ist das sinnlose leinengereisse in kombination mit völlig falsch getimten kommandos. "Der braucht das!" Das einzige,was da passiert, ist abladen menschlicher, im gunde hilflosigkeit zeigender, emotionen.

Du fasst das ganze so zusammen:

: ich bin nicht bereit, auf körperliche einwirkung zu verzichten, ich
: lehne es aber ab schmerzen zu bereiten, oder eine dauerhafte angst vor
: schmerzen zu etablieren.

tschüß Martin & Mirko

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