Clickern - Reihenfolge? :: Clickertraining

Clickern - Reihenfolge?

von Jettie(YCH) am 02. Mai 2003 23:13

Hallo,

möchte morgen mit dem Clickern beginnen, habe auch schon einige Ideen für den Einstieg (15 Wochen alter Welpe, 8 Jahre alter Rüde).

Eines ist mir aber noch nicht ganz klar geworden:

Wenn der Hund eine Übung sicher ausführt, dann soll man irgendwann mit den Sichtzeichen beginnen - hmmm, ja, gut, aber wird dann erst geclickert und dann das Zeichen gegeben? Oder beides zugleich? Oder erst Zeichen und dann Click? Oder gar kein Click mehr??? Und noch komplizierter wird es ja dann mit dem gesprochenen Befehl.....*grübel*

Jaja, ich weiss, es ist noch einige Zeit bis ich mir darüber Gedanken machen muss, aber ich wüsste es doch ganz gerne jetzt schon, dann würde ich mich gleich viel sicherer fühlen.....*gggg*....

Liebe Grüsse,

Jettie

von Wiebke(YCH) am 03. Mai 2003 00:03

Hallo Jettie,

So geht's:
Der Hund bietet beim Clickertraining rasch freiwillig von sich aus eine erlernte Aktion an. Wenn das so aussieht, wie man es sich vorstellt, bekommt er dafür C&, Click und Belohnung.

Wenn das Verhalten so fertig geformt ist, wie man es sich nicht schöner vorstellen kann, kann man 'ein Etikett' darauf kleben - CT funktioniert wie die Herstellung von Qualitäts-T-Shirts oder gutem Wein: the quality goes in before the label goes on. Jetzt erst kommt das Auslösesignal als Zusatzbedingung dazu.

Gerade im Moment, wo man erfahrungsgemäß weis, dass der Hund das erwünschte Verhalten gleich wieder anbieten wird, gibt man das Signal, was man zukünftig dafür verwenden möchte.
Der Hund tut, was er ohnehin vorgehabt hat: C&T

Von jetzt ab gibt es für das betreffende Verhalten nur mehr Aufmerksamkeit von Dir, und vor allem nur mehr C&T, wenn Du vorher(!) das Signal gegeben hattest.
Man bemüht sich von nun ab sehr, immer vorher das Signal (Handzeichen oder Wort) möglichst gleichartig zu geben, immer unmittelbar bevor der Hund das entsprechende Verhalten von sich aus zeigen wird.

Und jetzt kommts: jedes 4. bis 5. Mal (ja nicht häufiger) lässt man das Signal mal aus. Wenn der Hund - wie es zu erwarten ist - nun trotzdem seinen 'Trick' abspult: wunderbar, nur interessiert es Dich jetzt nicht mehr!
Dafür gibtst Du nach einem kurzen Moment - den der Hund zum Staunen braucht, warum es auf einmal nicht mehr funktioniert mit der Belohnungsmaschine - erneut das Signal: Hund tut (hoofentlich) und gelcih gibts wieder C&T.

So lernt der Hund rasch die Zusatzbedingung: ja mein Verhalten lohnt, es lohnt sich nach wie vor, es lohnt allerdings nur mehr, wenn vorher die Ampel auf grün geschaltet war, mir mein Signal vorher sagt: jetzt gilt unsere Abmachung wieder: du tust und wirst belohnt dafür.

In dieser Umstellungsphase, wo die sogenannte 'Signalkontrolle' (darüber mehr auch im Archiv) installiert wird für einen bestimmten Trick, ein bestimmtes Verhalten, wird man dabei einige Qualitäts-einbussen vorübergehend in Kauf nehmen, wie bei jeder Veränderung der Trainingssituation oder der Trainingsanforderungen. Danach kann man dann wieder an dieser oder jener Feinheit zu formen und zu verbessern beginnen. Irgendwann gibt es dann nicht mehr jedesmal ein click, ab und zu nur mehr ein Lobwort oder ein ermunterndes Lächeln. Und bald benutzt man den Clicker für diese spezielle Übung nur mehr dann, wenn man erneut etwas daran 'polieren' möchte.

Vorsicht: wer lacht oder sonstwie Anerkennung spüren lässt, wenn der Hund begeistert und nervend seinen Trick präsentiert, ganz ohne vorherige Aufforderung, der erzieht sich einen Clown, dessen Repertoire er nicht unter Kontrolle hat - nicht so schlimm, wenn man nicht professionell trainiert, aber man sollte zumindest wissen, was man sich einhandelt... (mehr darüber unter 'intermittierende Belohnung' und extinction burst in entsprechenden Quellen)

meint
Wiebke und wünscht viel Spaß beim Training

www.hunde-erziehung.at

von Jettie(YCH) am 05. Mai 2003 16:08

Hallo Wiebke,

danke dir für deine liebe Antwort! Ich freu mich riesig, bin ganz aus dem Häuschen: Unser achtjähriger Rüde hat es auch kapiert!! Die letzten zwei Tage hat er mich nur blöd angeschaut, aber heute hat er mitgemacht. Er hat das Clickern nicht mit dem Leckerie in Verbindung gebracht und hat immer auf irgendein Kommando gewartet. Aber heute hat er erst zögerlich den Stab mit der Nase angetippt (Trick: bisschen Leberwurst draufgeschmiert.....ich hoffe das war als kleine Anschubhilfe erlaubt....) und dann immer zielsicherer. Und dann war er ganz begeistert und sieht gerade richtig vergnügt aus. Das freut mich so für ihn, dass er Spass hatte!!! Gerade auch weil er seit vier Wochen mit einem Welpen klarkommen muss.......

Für den "Alten" finde ich den Stab antippen als einfachsten Einsteig, denn er ist ansonsten total passiv und wartet immer nur auf ein Kommando.

Hmmm, was meint ihr, wie könnte ich mit dem "Alten" weitermachen? Ich möchte ihn weiter ermutigen ohne dass er Frustsituationen mitmachen muss - habt ihr eine Idee oder sogar Erfahrung?

Der Welpe hat natürlich in seinem Tatendrang keinerlei Anlaufschwierigkeiten gehabt....

So, nun habe ich vor lauter Freude einen halben Roman geschrieben...

Liebe Grüsse,

Jettie

von Wiebke(YCH) am 09. Mai 2003 17:59

Hi Jettie,

na, das ist schön!! Gratuliere Euch!

Übliche Target-Übungen wären z.B.:
a) auf das Target schauen, obwohl die andere Hand Futter hält - es dann berühren.

b) mit dem target führen - z.B. in Bögen - als Calming Signal zu verwenden, also für ihn wohl recht förderlich.

c) mit dem target wohin führen, wo er noch nicht war, dieses dann ausschleichen (Agility und mehr lässt sich so beginnen, Selbstvertrauen gewinnen)

d) zum target hinzuschicken beginnen, so dass er es über immer längere Distanzen aufsucht.

e) ein weiteres target einführen, das er mit der Pfote berührt - daraus diverse Pfotentricks entwickeln, bis hin zum Klavierspielen....

Du bist ja schon mitten im Haupt-Leiden des Clickerers: was bring ich ihm noch bei, wo sind die Ideen...

Viel Spaß weiter und lass wieder mal von Euch hören.

Wiebke
www.hunde-erziehung.at

P.S. wenn Du jetzt rasch auch eine Übung ohne target findest und anshapst, wird er was Eigeninitative betrifft, nochmals einen Quantensprung vorwärts machen: wetten?


von Jettie(YCH) am 14. Mai 2003 22:39

Hallo Wiebke,

neueste Clickeridee:

In einer Hand ein Leckerlie, in der anderen Hand nix. (Habe ich glaube ich bei www.spass-mit-hund.de gefunden)

Hund stupst leere Hand an, dann macht es Click und die Hand mit Leckerlie öffnet sich.....hahahaha....hat ein bisschen gedauert, aber als er es begriffen hatte war er mit Feuereifer dabei.

Mit dem Target lässt er sich immerhin schon einmal um mich herum führen, folgt also dem Target mit der Nase. Wenn ich das Target auf die Erde lege, dann gibt er einfach auf, das erscheint ihm nicht logisch....nunja, vielleicht ein anderes Mal....

Also ich finde diese Clickerei für den Hund absolut toll, er flippt immer vor Freude aus wenn er merkt, wir wollen eine Clickerrunde einlegen.

Liebe Grüsse,

Jettie

von Wiebke(YCH) am 15. Mai 2003 08:05

Hi Jettie,

Klasse! Das geht ja voran!! Ganz ideal, wenn er sich schon so freut darüber, das zeigt am besten, wie super Du das machst!

Target auf Erde: bequem hinsetzen, target allmählich tiefer halten, zuerst wieder nur das Hinschauen oder eine minimale Annäherung clicken.
Allmählich dann wenn er schön hinstupst, der Erde nähern in Deiner Hand.

In weiteren Sessions immer tiefer, dann Hand allmählich loslassen, noch dranhalten, dann allmählich Hand weiter entfernen.

Dann Zeit zum wieder aufstehen. Irgendwann ganz allmählich Hand und später Dich vom target entfernen (shaping...)

Manchmal hilfts, wenn man das target dazu im ursprünglich geübten Winkel irgendwo anlehnt.

Viel Spaß weiter, bis dann

Wiebke

www.hunde-erziehung.at

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