clickern auch bei Attacke-dog? :: Clickertraining

clickern auch bei Attacke-dog?

von Thorsten(YCH) am 16. Juni 2003 11:50

Mein Jack Russel ist 7 Jahre alt und greift sofort jeden anderen Hund an. Egal ob groß oder klein weibchen oder männchen es wird sofort wütend angegriffen. Dabei stellt sich sein Fell zur Bürste auf und man kann in keiner Weise mehr auf ihn eingehen. Hund ist gleich Feind. Menschen gegenüber ist Jimmy misstrauisch aber wenigstens nicht derart feindseelig.Aus der Hundeschule sind wir schon rausgeflogen weil er alles aufgemischt hat. Meint ihr man kann mit der Clicker-Methode da noch was bewirken?? Wenn ja wie soll ich vorgehen? Danke, Thorsten

von Sonja und Benny(YCH) am 16. Juni 2003 12:32

Hallo Thorsten,

an deiner Stelle würde ich wohl schnellsten einen guten Hundetrainer in Betracht ziehen.

In welcher Gegend wohnst du?

VG
Sonja und Benny

von Marina(YCH) am 16. Juni 2003 13:21

Hallo Thorsten,

: Mein Jack Russel ist 7 Jahre alt und greift sofort jeden anderen Hund an. Egal ob groß oder klein weibchen oder männchen es wird sofort wütend angegriffen. Dabei stellt sich sein Fell zur Bürste auf und man kann in keiner Weise mehr auf ihn eingehen. Hund ist gleich Feind. Menschen gegenüber ist Jimmy misstrauisch aber wenigstens nicht derart feindseelig.Aus der Hundeschule sind wir schon rausgeflogen weil er alles aufgemischt hat. Meint ihr man kann mit der Clicker-Methode da noch was bewirken??

Es wird aus deinem Posting leider nicht ganz deutlich, in welchen Situationen und in welcher Weise genau Dein Jacky sich aggressiv verhält. Vor allem an der Leine oder auch im Freilauf, pöbelt er nur wild und zähnefletschend herum oder beißt er wirklich zu....

Wie auch immer, Du schreibst ja selbst, Dein Hund sei eher unsicher. Unsicherheit und Angst ist auch die weitaus häufigste Ursache für aggressives Verhalten. Hinzu kommt dann in der Regel die erlernte Komponente, denn Aggression führt eben in der Regel dazu, daß das fürchteinflößende Objekt (in diesem Fall der andere Hund) verschwindet; sei es, weil der andere Hund tatsächlich in die Flucht geschlgen wird, oder weil Du samt Deinem Hund schnell machst, daß Du weiterkommst um einer Beisserei aus dem Weg zu gehen. In beiden Fällen hat das aggressive Verhalten aus Sicht des Hundes Erfolg gehabt und wird sich deshalb weiter verstärken.

Kann man dagegen nun mit dem Clicker anarbeiten? Grundsätzlich ja, natürlich. Wie bei allen Problemen die mit Aggression und/oder großer Unsicherheit des Hundes zu tun haben halte ich es aber für sinnvoll, zumindest am Anfang und dann immer mal wieder zur Kontrolle einen erfahrenen Clickertrainer dabei zu haben, der ein bisschen Anleitung geben und mit auf das richtige Timing achten kann (kurz gesagt, ich persönlich würde nie versuchen, ein ernsthaftes Verhaltensproblem anzugehen, allein nach einer Beschreibung in einem Forum von jemandem, der den Hund und sein Verhalten nicht selbst gesehen hat).

Trotzdem hier ein bisschen was zur Theorie und den möglichen Ansatzpunkten:
Bei aggressivem Verhalten hat man wie gesagt in der Regel hauptsächlich zwei auslösende Probleme a) die Angst/Unsicherheit, die das aggressive Verhalten auslöst b) das Erfolgserlebnis Aggression führt in der Regel zum verschwinden des furchteinflößenden Objekts

Ich habe bisher die besten Erfahrungen damit gemacht, auch an genau diesen beiden Punkten anzusetzen.

Ich arbeite dabei zunächst an einer Gegenkonditionierung, d.h. versuche, die Emotion, die der Hund mit dem Auftauchen anderer Hund verbindet zu ändern.
Das bedeutet, JEDESMAL, wenn ein anderer Hund auftaucht IN EINER ENTFERNUNG; DIE DEIN HUND NOCH RUHIG UND OHNE AGGRESSION ERTRAGEN kann, sofort Click und Belohnung solange der Hund noch ruhig und entspannt ist. Das bedeutet, man muß über einen langen Zeitraum sehr sehr aufmerksam unterwegs sein und möglichst immer andere Hunde entdecken, bevor der eigene aggressiv auf sie reagiert. Das mache ich so lange, bis der Hund mit dem ich arbeite mich schon beim autauchen eines Hundes in Entfernung erwartungsvoll ansieht nach dem Motto "wo bleiben Click und Belohnung", das Auftauchen der Hunde selbst wird also zum Signal für etwas Gutes. das kann ziemlich lange dauern, besonders bei einem Hund, der das aggressive Verhalten nun schon seit 7 Jahren zeigt.
Wenn ich soweit bin, beginne ich, mich ganz langsam, in ganz kleinen Schritten näher heranzuarbeiten und belohne dabei immer ruhiges Verhalten, bzw. auch Blickkontakt zu mir (das hängt vom Hund ab, manche werden noch angespannter, wenn sie den zum anderen Hund nicht mehr hinsehen sollen).

Zusätzlich verwende ich als belohnung für ruhiges Verhalten, daß ich mich samt Hund zügig vom anderen Hund entferne, d.h. Hund verhält sich entspannt/ evtl. Blickkontakt zu mir - Click- und wir machen auf dem Absatz kehrt und entfernen uns vom fremden Hund (evtl. gibts zusätzlich zum Entfernen auch noch eine Futterbelohnung o.ä. nach dem Click). So erreiche ich auch in diesem Punkt ganz langsam Schritt für Schritt ein Umlernen - nicht mehr Aggression ist nun das vielversprechendste Mittel um zum anderen Hund Abstand zu gewinnen sondern Ruhe.

Das ganze ist ein SEHR langwieriger Prozess, der sehr viel Konsequenz, Umsicht und auch Erfahrung erfordert.

Clickerst Du denn schon lange, für andere Dinge?, wenn nicht würde ich Dir auf jeden Fall raten, erstmal eine Weile an kleinen Tricks und Kunststückchen zu arbeiten um so das notwendige Timing zu üben, bevor Du Dich an ernsthafte Probleme heranmachst. Und, wie gesagt, ich würde mir für sowas immer einen erfahrenen Trainer zur Hilfe suchen.

Ich wünsche Dir auf alle Fälle viel Erfolg, viele Grüße, Marina.

PS. Wo kommst Du dann her, vielleicht kann Dir jemand einen guten Trainer empfehlen.

von andreas(YCH) am 16. Juni 2003 14:35

Hallo Marina,

: Das ganze ist ein SEHR langwieriger Prozess,

Und das ist genau das Problem, wenn man es alleine mit dem Clicker angehen möchte: der Prozess ist so langwierig, da währenddessen jeder Tag ein Spießrutenlaufen bleibt. Ob man das für sich selbst und die Umwelt als zumutbar erachten sollte?

: würde ich Dir auf jeden Fall raten, erstmal eine Weile an kleinen Tricks und Kunststückchen zu arbeiten um so das notwendige Timing zu üben, bevor Du Dich an ernsthafte Probleme heranmachst.

Und was macht er in der Zwischenzeit mit einem Hund wie dem geschilderten?

:Und, wie gesagt, ich würde mir für sowas immer einen erfahrenen Trainer zur Hilfe suchen.

So sieht es aus. Nur eben einen, der das Ganze sieht, und nicht nur Teilaspekte

Gruß,

andreas

von Pascal(YCH) am 16. Juni 2003 18:04

Hallo Andreas,

: Und was macht er in der Zwischenzeit mit einem Hund wie dem geschilderten?
Na was wohl? So weiter wie in den Jahren vorher naürlich, oder nicht?
(was zugegebenermassen den Erfolg nicht gerade beschleunigen wird). Oder wie so viele andere nach und nach zum Mitternachts-Spaziergänger werden.

: :Und, wie gesagt, ich würde mir für sowas immer einen erfahrenen Trainer zur Hilfe suchen.
: So sieht es aus. Nur eben einen, der das Ganze sieht, und nicht nur Teilaspekte
Und wie findet man das heraus?
Gibt es da Clubs solcher Fachleute, bestimmte Erkennungskriterien die ein neu in die an diversen Fachleute ja so reiche Hundeszene Hinzukommender sich merken könnte, nach denen er urteilen könnte, oder wie?
Mit solchen Zusätzen praktischer Art wären diese Deine Worte sehr hilfreich - vielleicht bist Du so nett und ergänzt noch was dazu?!

Auch Gruß
Pascal

von thorsten(YCH) am 16. Juni 2003 19:30

Einen Hundetrainer? Na ich weiß nicht. Das kostet einen Haufen Geld und außerdem haben wir das ja in der Hundeschule bereits gehabt. Dort arbeiten ja auch Profis die Hunde trainieren und ausbilden. Ich wohne übrigens im Ruhrgebiet in Dortmund



:
: : Und was macht er in der Zwischenzeit mit einem Hund wie dem geschilderten?
: Na was wohl? So weiter wie in den Jahren vorher naürlich, oder nicht?
: (was zugegebenermassen den Erfolg nicht gerade beschleunigen wird). Oder wie so viele andere nach und nach zum Mitternachts-Spaziergänger werden.
:
: : :Und, wie gesagt, ich würde mir für sowas immer einen erfahrenen Trainer zur Hilfe suchen.
: : So sieht es aus. Nur eben einen, der das Ganze sieht, und nicht nur Teilaspekte
: Und wie findet man das heraus?
: Gibt es da Clubs solcher Fachleute, bestimmte Erkennungskriterien die ein neu in die an diversen Fachleute ja so reiche Hundeszene Hinzukommender sich merken könnte, nach denen er urteilen könnte, oder wie?
: Mit solchen Zusätzen praktischer Art wären diese Deine Worte sehr hilfreich - vielleicht bist Du so nett und ergänzt noch was dazu?!
:
: Auch Gruß
: Pascal

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