Anknurren/Welche Reaktion ??? :: Hundeerziehung + Soziales

Anknurren/Welche Reaktion ???

von mecki(YCH) am 03. November 1997 08:43

Hallo ihr da draussen,

mein "akutes" Problem mit unserem Border-Mix-Rüden "Janosch"...

Ziemlich erschreckt war ich, als ich feststellte, daß unser Janosch seit kurzem meinen 18jährigen Schwager in verschiedenen Situationen anknurrt.

Dazu muß ich erwähnen, Janosch kennt meinen Schwager seit er aus dem Tierheim (20.12.96) zu uns kam. Beide mochten sich sofort und es gab bis jetzt nie Probleme zwischen beiden.

Seit September sind wir im Hause meiner Schwiegereltern "zwischengezogen" bis unsere dortige Einliegerwohnung fertig ist, so daß Janosch zu meinem Schwager täglich Kontakt hat.

Janosch ist jetzt ungefähr 20 Monate alt. Probiert er vielleicht eine Stufe in der "Rangordnung" nach "oben" zu kommen ? Bei unserer "Laika" versucht er es gelegentlich, hat aber kaum eine Chance, da sie sehr dominant ist.

Natürlich hat "Janosch" er jetzt schon gepackt und mein Schwager läuft blass an, wenn Janosch knurrt.

Wie sollte mein Schwager eurer Meinung nach reagieren ?

Einen "beherzten" Nasenklapps beim anknurren traut sich mein Schwager nicht zu.

Nachdem Janosch ein Angstbeisser war, weis ich auch nicht, ob dies die richtige Reaktion wäre, drumm bitte ich um eure Hilfe...

Dazu noch eine grundsätzliche Frage !!!

Was macht ihr, wenn euch ein fremder Hund bzw. Hund einer/eines Bekannten anknurrt, schnappt oder gar anspringt ???

gruß mecki

von Karin Klug(YCH) am 04. November 1997 13:21

Hallo Mecki,

in welchen Situationen knurrt Janosch???

Manchmal ist es gerechtfertigt, wenn der Hund knurrt.

z.B. mein Bruder war zu Besuch bei mir (er ist oft mit den Hunden zusammen) wollte gehen und hatte Angst, daß der Rüde an ihm vorbei auf die Straße rennt. Er packte den Hund im Genick und hielt ihn fest. Django hat sofort geknurrt. Mein Bruder ließ ihn erschrocken los. Nach meiner Meinung hatte der Hund recht.

Aber es gibt genug Situationen, in denen der Hund nicht knurren darf.

Viele Grüße
Karin

von mecki(YCH) am 04. November 1997 13:52

Hallo Karin, du fragst:

in welchen Situationen knurrt Janosch???

Beim ersten Mal war keiner von uns dabei. Mein Schwager hat nur erzählt, Janosch habe ihn einfach angeknurrt als er ihn begrüßen wollte.

Beim zweiten Mal war ich selbst dabei. Wir saßen alle in der Küche, Janosch und Laika warteten auf ihr Futter, mein Schwager betrat die Küche und wollte Janosch begrüßen. Janosch knurrte, jedoch ohne die Zähne zu zeigen. Mein Schwager zog erschrocken die Hände weg und ich "ermahnte" Janosch stimmlich, was das solle. Janosch duckte sich, trollte sich in eine Ecke der Küche und es sah so aus, als würde er sich dafür schämen. Ich war selbst so irretiert, daß mir nix anderes einfiel.

Beim dritten Mal waren wir im Garten und spielten als mein Schwager hinzukam. Auch diesmal setzte Janosch sich vor ihn und knurrte ihn an und lies ihn nicht aus den Augen. Erst als ich Janosch wieder "stimmlich" ermahnte, das "sein zu lassen", blickte er weg.

Manchmal ist es gerechtfertigt, wenn der Hund knurrt.

Klar, wie soll er sonst uns "klarmachen", daß es ihm jetzt gehörig stink...

Aber es gibt genug Situationen, in denen der Hund nicht knurren darf.

Eben, deshalb bin ich jetzt etwas ratlos.
Einen "beherzten" Nasenstüber wäre Angesichts der Tatsache, daß Janosch ein "Angstbeisser" war und gerade "Händebeissen" seine Spezialität war (am eigenen Laib erfahren...) vielleicht gerade grundverkehrt !!!

Eine meiner eigenen Theorien über Janosch wäre ja, daß sein Hütetrieb als Border-Mix mit 20 Monaten vielleicht jetzt "überhand" nimmt und er meinen Mann und mich als "zu beschützende Herde" sieht, die er vor allen "Eindringlingen" bewachen muß.

Er sprang -oder versuchte es zumindest- nämlich in den letzten 2 Wochen alle Personen an, die mir auf einsamen Gelände (Wald,Wiese,enge Gassen) entgegenkamen und versuchte ihnen in die Hände zu schnappen oder verbellte sie zumindest. Unabhänig davon, ob er an der Leine war oder ohne. Aber bei "bekannten" Personen ist mir dies neu.

Oder ist es vielleicht eine etwas verspätete Version seiner "Flegeljahre", die nach damaliger Aussage der Hundeschule so mit etwa 15 Monaten und mit 3 Jahren noch mal kommt ???

Was meinst Du ???

liebe grüße mecki

von Karin Klug(YCH) am 05. November 1997 06:09

Hallo Mecki,

nach meiner Ansicht sind es keine Flegeljahre.
Janosch war früher Angstbeisser und hatte kein Selbstbewußtsein?
Er hat sich jetzt bei euch eingelebt, Selbstbewußtsein aufgebaut und bewacht sein Revier und sein Rudel.
Da dein Schwager nicht fest in Janoschs Rudel integriert ist, wird er verwarnt, sobald er das Revier betritt.
Die erst Reaktion deines Schwagers hat den Hund noch mehr gestärkt. Dein Schwager darf den Hund auch nicht in seine Schranken weisen, das mußt du machen.

Einen "beherzten" Nasenstüber wäre Angesichts der Tatsache, daß Janosch ein "Angstbeisser" war und gerade "Händebeissen" seine Spezialität war (am eigenen Laib erfahren...) vielleicht gerade grundverkehrt !!!

Ein "Nasenstüber" von deinem Schwager wäre ganz verkehrt, denn Janosch (falls er schon genug Selbstvertrauen aufgebaut hat) würde wahrscheinlich drohen (mit gefletschten Zähnen) oder gleich beissen, aber nicht aus Angst.

Sobald sich dein Schwager nähert, solltest du ihn begrüßen (ein freundliches Hallo vielleicht). Dann hat Janosch keinen Grund mehr, zu warnen.

Er sprang -oder versuchte es zumindest- nämlich in den letzten 2 Wochen alle Personen an, die mir auf einsamen Gelände (Wald,Wiese,enge Gassen) entgegenkamen und versuchte ihnen in die Hände zu schnappen oder verbellte sie zumindest. Unabhänig davon, ob er an der Leine war oder ohne.

Du solltest versuchen, das zu unterbinden. Dadurch, daß er früher ein Angstbeißer war, hat er wahrscheinlich wenig Vertrauen zu fremden Menschen. Such dir ein paar Leute, die keine Angst vor Hunden haben und begegne ihnen zufällig beim Spaziergang. Rede freundlich mit den Leuten und laß sie den Hund streicheln. Vielleicht hilft das.

Viele Grüße
Karin

von AB(YCH) am 05. November 1997 08:26

Hallo Mecki!
Ich denke, Dein Hund hat wirklich Selbstbewustsein bekommen- das zeigt sich natürlich am besten daran, daß er Deinen Schwager anknurrt, da er offensichlich ein wenig Angst hat.Er sollte vielleicht öfter mit Janosch spielen- eventuell überläßt Du komplett das Spielen mit dem Hund eine zeitlang Deinem Schwager. Zuviel Druck ( Nasenklaps o. ä. ) würde ich auch nicht anwenden vor allem nicht durch die angeknurrte Person- es ist dann besser ( wenn er nicht auf einen einfachen Zeichen von Dir ruhig ist), 'Gottes Strafe' walten zu lassenein Dose mit Penniesz.B. die für den Hund aus nicht zuordenbarer Richtung kommt.Ich würde aber erst aufgrund der Vorgeschichte Deines Hundes alles andere probieren!!Dein Schwager könnte JAnosch auch Leckerchen geben- nur darauf achten, daß dies niemals nach dem Anknurren sondern schon vorher geschieht. Du kannst ihn dazu ermuntern'guck mal, wer da kommt- fein!!!' so in der Richtung. Auf gar keinen Fall das Knurren ignorieren! Vielleicht kannst Du Deinem Hund auch eine Aufgabe beschaffen- machst Du mit ihm Hundesport o. ä.? Manche Hunde ( Borders garantiert) wollen 'Arbeit'haben ohne werden sie unausgeglichen. Bezüglich fremder Personen beim Spaziergang würde ich sagen Du läßt ihn bei Fuß gehen, wenn Du siehst,daß jemand kommt, damit Du einwirken kannst ( nutz Deine Stimme, rede schon mit ihm, wenn Du auf Fremde zugehst!Früh genug einwirken, dann brauchst Du nur ganz wenig Druck.) Ist er brav gewesen, ohne Ton passiert würde ich sofort mit ihm Ball spielen o.ä. die Anspannung muß sofort wieder gelöst werden!
So- das war wieder ein ganzer Roman ich hoffe, er hilft Dir!

von mecki(YCH) am 05. November 1997 10:05

Hallo Anja, Du schreibst u.a.

Ich denke, Dein Hund hat wirklich Selbstbewustsein bekommen- das zeigt sich natürlich am besten daran, daß er Deinen Schwager anknurrt, da er offensichlich ein wenig Angst hat.

Stimmt, Janosch hatte anfänglich überhaupt kein Selbstbewustsein. Er wurde laut Aussage des Tierheims von seinem ersten Besitzer im Alter von 5 Monaten ins Tierheim gebracht, weil die Familie "angeblich" umziehen müsste und den Hund nicht mitnehmen könnten. Also, mir kann wirklich niemand erzählen, daß, wenn ich mir einen Hund im Welpenalter "hole" nicht weis, daß ich 3 Monate später umziehen muß. Aufgrund Janosch´s Reaktion (er biss und duckte sich bei jeder Handbewegung oder lauter Stimme..) bin ich der Meinung, er wurde geschlagen. Wohl mit einem Stock. Denn bei meinem ersten Spielversuch "Stöckchenwerfen" warf er sich wimmernd auf den Boden, den Schwanz eingeklemmt und völlig starr vor Scheck. Als ich ihn beruhigend anfassen wollte, zeigte er mir gleich die Zähne. Ein Angstbeisser also, er lies sich anfangs nur mit "gut zureden" ermutigen. Man merkt wohl immer noch meine Wut auf den ersten Besitzer. Wir haben Janosch sogar ungenannt (er hiess vorher Benny...), damit er nicht´s mehr mit seinem früheren "Zuhause" verbindet.

:Er sollte vielleicht öfter mit Janosch spielen- eventuell überläßt Du komplett das Spielen mit dem Hund eine zeitlang Deinem Schwager.

Was ich einfach nicht verstehe, ist, daß Janosch auf meinem Schwager vorher ganz wild war. Mein Schwager konnte als einziger -außer uns- mit Janosch gassigehen und richtig wild mit ihm toben.

Zuviel Druck ( Nasenklaps o. ä. ) würde ich auch nicht anwenden vor allem nicht durch die angeknurrte Person- es ist dann besser ( wenn er nicht auf einen einfachen Zeichen von Dir ruhig ist)

Bei Janosch bekannten Personen reicht schon eine stimmliche "Ermahnung" und er hört sofort auf. Bei fremden Personen muß ich einen "Sicherheitsabstand" einhalten bzw. wenn er ohne Leine mitläuft einfach schnell weitergehen und Janosch "wegrufen" als wäre es "uninteressant" gerade diese Person zu verbellen.

grinning smileyein Schwager könnte Janosch auch Leckerchen geben- nur darauf achten, daß dies niemals nach dem Anknurren sondern schon vorher geschieht.

Janosch füttern oder Leckerlies geben könnte mein Schwager immer schon.

grinning smileyu kannst ihn dazu ermuntern'guck mal, wer da kommt- fein!!!' so in der Richtung.

Guter Tip; werd ich auf jeden Fall ausprobieren.

Vielleicht kannst Du Deinem Hund auch eine Aufgabe beschaffen- machst Du mit ihm Hundesport o. ä.? Manche Hunde ( Borders garantiert) wollen 'Arbeit'haben ohne werden sie unausgeglichen.

Bis Mai dieses Jahres waren wir mit Janosch und Laika in einer Hundeschule. Welpengruppe (er durfte trotz seines Alters von 10 Monaten rein, zwecks Sozialisierung), Grund- und Fortgeschrittenkurs und letztendlich 1xwöchentlich Hobbygruppe. Doch, nachdem mir die Hundeschule zu viel "Unterordnung" und zu wenig "spielerische" Sachen (z.B. Agility, Gruppenspaziergänge) macht, suche ich nach einer anderen Hundeschule. Habe da eine im Auge, die muß ich noch "testen". Ein Hundeplatz kommt für uns nicht in Frage. Ansonsten "vertreiben" sich Janosch und Laika als "Stallhunde" ihre Zeit d.h. beide begleiten meinen Ehemann mit in den Reitstall, wo er angestellt ist. Da Janosch grundsätzlich dort frei läuft und auch sehr viel Kontakt mit anderen Hunden (Hofhunde, Hunde von Reitern und Besuchern...) und Menschen hat, bin ich der Meinung, er sollte sein "Wesen" als Hund dort ausleben können. Er gilt als "Schmusehund" im Stall und jeder mag ihn. Jedenfalls liegen beide Hunde abends zu Hause auf ihrem Hundesofa und schlummern zufrieden, selbst Laika, die nicht auf dem Hofgelände ohne Leine laufen darf (sie bekommt als "Ausgleich" Freilauf ohne Laika unter meiner Aufsicht auf der Pferdekoppel, weil´s für sie auf dem Hof zu gefährlich ist...). Außerdem hat mein Ehemann nach einem Besuch auf einer Schlittenhundemesse das "Zugfieber" erwischt. Sonntags geht er mit beiden Hunden im Geschirr Montainbike fahren. Finden beide ganz toll und Janosch glaubt schon, er wäre ein Schlittenhund, dabei sieht er mit dem Geschirr eher aus, wie ein Bernadiener, nur das Fässchen fehlt noch.

Bezüglich fremder Personen beim Spaziergang würde ich sagen Du läßt ihn bei Fuß gehen, wenn Du siehst,daß jemand kommt, damit Du einwirken kannst ( nutz Deine Stimme, rede schon mit ihm, wenn Du auf Fremde zugehst!Früh genug einwirken, dann brauchst Du nur ganz wenig Druck.) Ist er brav gewesen, ohne Ton passiert würde ich sofort mit ihm Ball spielen o.ä. die Anspannung muß sofort wieder gelöst werden!

Daran muß ich noch ne Menge mit Janosch "arbeiten". Aber genau diesen Weg will ich mit ihm gehen.

So- das war wieder ein ganzer Roman

laaaange Romane schreiben ist doch "meine" Spezialität...

ich hoffe, er hilft Dir!

Jede Antwort hilft mir auf ihre Weise, zumindest bin ich froh, daß es hier und auch in anderen Homepages Menschen gibt, die gerne anderen Menschen mit ihren Problemen helfen und nicht mit "Besserwisserei" glänzen.

Einen lieben gruß an alle, die sich schon mit meinen Problemen befasst haben.

mecki

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