Nein als nein lernen - wie, wann, wie. :: Hundeerziehung + Soziales

Nein als nein lernen - wie, wann, wie.

von Birgit(YCH) am 25. Mai 2002 10:16

Mein Welpe hat mein NEIN schon am ersten Tag an kapiert, ohne Üben: Ich habe es sehr tief und grollend, wie eine böses Knurren ("Naaaaain"winking smiley gesprochen, so dass selbst meine Freunde manchmal erschrocken zusammengezuckt sind. Nach einigen Wochen hat mein Hund dann zum ersten Mal versucht, dieses NEIN zu ignorieren, da habe ich sie gepackt und auf den Rücken gedreht. Das war nur einmal nötig (sie ist aber auch leicht zu erziehen.)

Auch heute noch ist dieses Nein unglaublich praktisch, ich kann damit sogar ein Spielen mit anderen Hunden unterbrechen, wenn HIER mal nicht funktioniert. Oder einmal wollte sie einem Ball hinterher und auf die Straße rennen und ich habe instinktiv NEIN gegrollt -- sofort blieb sie stehen, genau an der Kante vom Bürgersteig. Sehr beruhigend! Allerdings verwende ich es sparsam, damit es sich nicht abnutzt.

Viele Grüße
Birgit

von dogteam - Steffen(YCH) am 25. Mai 2002 11:47

Hallo Doris,

: Sehr häufig jedoch muss man es jedoch auch erwachsenen Hunden beibringen.

Im Prinzip funktioniert das genauso wie beim Welpen auch.



: Was mach ich also wenn ein Hund etwas unerwünschtes, aber für ihn supertolles tut, und das "Nein" nichts bewirkt, d.h. er unterbricht seine Handlung nicht, es kommt nicht zu einem "erwünschten" Alternativverhalten?

Dann müssen Konsequenzen folgen. Ständiges Drohen ohne den nächsten Schritt der "Strafe" ist kontraproduktiv. Der Hund nimmt Dich nicht mehr ernst und fühlt sich womöglich in einer Rangposition, die ihm nicht zusteht.




: Welche Folge hat ein NICHT befolgtes nein, insbesondere im Hinblick auf hochmotivierende, selbstbelohnende Verhaltensweisen.

Darauf kann ich keine pauschale Antwort geben. Hier geht es zu sehr ins Detail. Ich würde mich zu weit aus dem Fenster lehnen, wenn ich hier ein "Rezept" geben würde.




: Meiner Ansicht sollte ein nicht befolgtes Abbruchkommando auch Konsequenzen für den Hund haben.

Unbedingt! (siehe oben)



Viele Grüße

Steffen

von Christine(YCH) am 25. Mai 2002 14:52

Hallo Andreas
Ich war gerade auf deiner Seite, Rubrik Erziehung, Unterrubrik Jagen. Leider hört dein Artikel genau dort auf, wos spannend, bzw. interessant wird! Gibts eine Fortsetzung? Mein Hund bringt die besten Voraussetzungen zum Jäger mit. Und ausser dem Ratschlag: Du als HF musst interessanter sein als das Wild, habe ich noch nichts Brauchbares gehört, und ob dieser Ratschlag brauchbar bzw. in die Praxis umsetzbar ist, sei dahingestellt.. vielleicht bei einigen Hunden. (Teletakt klammere ich hier aus).
Gruss, Christine

von andreas(YCH) am 25. Mai 2002 18:19

Hallo Christine,

Schau mal beim Abbruchkommando rein.

Fortsetzungen gibts im übrigen immer, allerdings abhängig davon, wie ich Zeit habe. Ich setze meinen ganzen Ehrgeiz daran, nie fertig zu werden ;-)

... und keine Antwort als endgültig und unabänderlich zu nehmen...

Viele Grüße,

andreas

von andreas(YCH) am 25. Mai 2002 18:35

Hallo Steffen

ich vermische hier nichts, sondern bestehe grundsätzlich darauf, dass vermeint.lich allgemeingültige Erklärungen sich auch im konkret, speziellen Fall überprüfen lassen und bestätigen müssen, das sie sonst nicht allgemein gültig sind.

: Die Lernmechanismen gebieten ein bestimmtes Vorgehen, woran auch nichts Rumzudiskutieren ist. Das weißt Du wahrscheinlich selber.

Steffen, ich habe im Regal, na , ich denke so um die 100 Bücher über ca. ein Jahrhundert Hundeausbildung und -erziehung verteilt. Wenn es für mich eines gibt, dann ist das: rumdiskutieren.
Wenn man Entwicklungen verfolgt, dann sieht man, dass es tatsächlich Entwicklungen sind. Man denkt gerne zu statisch und glaubt, der aktuelle Stand wissenschaftlicher Erkenntnis wird auch der von morgen sein. Das haben aber namhafte Leute auch vor 100, 70, 50, 30 Jahren gedacht.
:
: Wie man in einer reellen Situation agiert hat aber nur sehr bedingt mit den theoretischen Lernmechanismen zu tun. Man muß in "real life" viele viele Faktoren berücksichtigen, wenn man dem Hund etwas beibringen will. - Nicht zuletzt das Wesen des Hundes, mit dem man gerade arbeitet.
:
: Pure Theorie und Praxis klaffen hier also auseinander.

Gerade das sollte nicht der Fall sein. Was ist die Theorie wert, wenn sie in der Praxis kein Pendant findet? Die Theorie, so sie denn zutreffend ist, bietet im günstigen Fall das Fundament sich zeitsparend der richtigen praktischen Lösung zuzuwenden.

: Zum Zweiten hast Du glaube ich etwas mißverstanden:
: Ich bin in meiner Ausführung nicht explizit auf Konfliktverhalten eingegangen.

Nun ja, Du hast Dich auf das hundliche Konfliktverhalten als einer der Quellen Deines Erkenntnisstandes bezogen.

: Du kannst ein Bestärken eines konkreten Alternativverhaltens natürlich vornehmen, aber das ist nicht von einem Konfliktverhalten des Hundes abgeleitet, in keiner Weise. Bei Hunden findet das schlichtweg so nicht statt.

Sehe ich exakt genauso.
:
: ... und daß Du mit dem Satz :"Bei Hunden findet das schlichtweg so nicht satt." sagen wolltest, daß der Hund keine Konflikte mit sich austrägt denke ich nicht, oder?

Nein, keineswegs. Es ging um das vorerwähnte Beispiel. Gut, dass Du das nochmal erwähnt hast. Ob und in welcher Weise Hund Konflikte mit sich austrägt oder Frustratonen erleidet, wenn er nicht das erlangt, was er will, das ist aber zu einem guten Anteil spekulativ. Und ob es meine Aufgabe als Halter ist, eine vermutete Frustration dergestalt aufzulösen, dass ich eine Alternativhandlung betärke, das mag ich unbedingt unterschreiben.

Wenn meine drei sich untereinander etwas verbitten, dann trollt sich der andere halt. Ohne dass mir da zwingend ein grösseres Frustrationsmoment zu entstehen scheint.

Wir waren alle noch nie Hund. Woher wissen wir das dann so genau?

:Aber auf eine allgemeine Frage, kann man nur allgemein antworten.

S.o. Wie soll denn eine allgemeine Fragestellung untersucht werden, wenn nicht am konkreten Einzelfall? Von dem benötigt man dann eine nennenswerte Zahl zur Auswertung und dann weiss man vielleicht ein bisschen mehr, ob die allgemeine Aussage auch zutreffend ist.

Viele Grüße,

andreas

von andreas(YCH) am 25. Mai 2002 18:42

Hallo Doris,

Du fragst:

: Welche Folge hat ein NICHT befolgtes nein, insbesondere im Hinblick auf hochmotivierende, selbstbelohnende Verhaltensweisen.

Ein nicht befolgtes "Nein" besagt schlicht und einfach, das es für den Hund entweder keine Bedeutung hat oder eine zu erwartende strafende Konsequenz im Hinblick aus das selbstbelohnende oder zu einem anderen Erfolgserlebnis führende Tun hingenommen wird.

: Meiner Ansicht sollte ein nicht befolgtes Abbruchkommando auch Konsequenzen für den Hund haben.

Sonst kann man es auch lassen. Es ist allerdings nicht gesagt, dass beim individuellen Hund die Konsequenzen dafür sorgen, dass er beim nächsten Mal gehorcht. Dann wäre es ja einfach ...

Viele Grüße,

andreas
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