Secondhand Hunde - erzählt mal von Euren Erfahrungen
von Anila am 06. November 2009 00:52
Hallo,
mich würde mal interessieren, welche Macken oder Probleme Eure Secondhand-Hunde mitgebracht hatten, als Ihr sie bekommen habt? Oder hatten sie gar keine? Wie lange habt Ihr arbeiten müssen, bis Ihr dann ein tolles Team wart? Welche Macken haben sich auch nie wieder gerade biegen lassen? Würdet Ihr wieder einen Gebrauchthund nehmen?
Durian ist ein Thirdhand-Hund, ich bin also die dritte Besitzerin, aber meine Vorbesitzerin und noch eine Tierärztin, bei der er mal mehrere Monate lang zur "Erziehungskur" war, haben mir diesen Rohdiamanten schon reichlich vorgeschliffen. Wenn ich so höre, wie Durian mal war, kann ich es kaum glauben:
Er hatte Stereotypien entwickelt und sich blutig geleckt, er hat Gegenstände stereotyp abgeleckt, er hatte alles zerstört, was er zwischen die Zähne bekam, wenn er alleine war, er hat keine richtige Bindung zu Menschen aufgebaut, er hatte anhaltend gebellt, wenn er alleine war, er ist auf jeden Hund losgegangen, den er gesehen hat.
Als ich ihn bekam, war er schon ein sehr gut erzogener Hund, konnte alleine sein, hatte keine Stereotypien mehr, und zu mir hat er sehr schnell eine sehr tiefe Bindung aufgebaut. Anderen Hunden gegenüber reagiert er aber je nach Situation immer noch mit Drohen und er ist ein eher unsicherer Hund geblieben, er bellt wenig.
Für mich ist er DER Traumhund schlechthin. Ich glaube aber, dass ich ihn nicht so toll hinbekommen hätte, wenn ich ihn damals bekommen hätte. Dazu habe ich dann als Ersthundehalter einfach zuwenig Erfahrung.
Aber das Thema beschäftigt mich. Viele Anlagen sind aber auch genetisch bedingt: Ängstlichkeit, Geräuschempfindlichkeit, Bellverhalten, usw.. von daher frage ich mich: Kann man eigentlich einschätzen, wieviel man von einem für uns Menschen unerwünschten Verhalten wegtherapieren kann und welche Eigenarten wohl bleiben werden?
Viele Grüße
Anila