2 Dinge gleichzeitig clickern? :: Clickertraining

2 Dinge gleichzeitig clickern?

von Karin(YCH) am 09. April 2000 11:08

Liebe Clickerexperten,
Ich kenne mich beim clickern noch nicht so gut aus und habe eine Frage, die mir wirklich auf den Nägeln brennt (Ich habe zwar das Buch von Brigit Laser gelesen, aber leider wurde darüber nichts gesagt).

Darf man immer nur eine Übung auf einmal mit dem Clicker lernen (weil der Hund sonst ducheinander kommt)????

Über Antworten würde ich mich wirklich freuen!!!!!

Karin (die noch viel übers clickern lernen muss)

von Carsten Sohn(YCH) am 10. April 2000 08:38

Moin,

: Darf man immer nur eine Übung auf einmal mit dem Clicker lernen (weil der Hund sonst ducheinander kommt)????

Ja,


aber:

Karin Pryor weißt auch darauf hin, dass man den Clicker zwischendurch wie eine Fotokamera einsetzen kann. Wenn Dir also ein Verhalten im Alltag gut gefällt - CLICK.

Beispiel: Es klingelt - Tür auf und der Hund springt den Postboten nicht an, sondern alle vier Pfoten sind am Boden - CLICK.

Vergleiche Punkt zwölf, der Goldenen Regeln:

"Habe stets einen Clicker dabei und "fange" pfiffiges Verhalten ein, wie Kopfschüttteln, Schwanzfangen, Pfote hochhalten. Du kannst für viele verschiedene Verhaltensweisen clicken, wann immer Du sie bemerkst, ohne den Hund zu verwirren. Wenn Du mehrere Hunde hast, dann trainiere sie nacheinander ohne den anderen."

Viele Grüße
--
Carsten Sohn

von Sabine Winkler(YCH) am 11. April 2000 22:36

Hallo Karin,

: Darf man immer nur eine Übung auf einmal mit dem Clicker lernen (weil der Hund sonst durcheinander kommt)????

In der Hoffnung, Dich jetzt nicht restlos zu verwirren (und Carsten nicht zu ärgern;-): Ja!

Es sollten allerdings nicht zu viele verschiedene Übungen sein zu Anfang (vielleicht maximal 3) und sie müssen für Deinen Hund an der Situation sehr deutlich zu unterscheiden sein. Also z.B: Du clickst für Platz, wenn ihr beide Euch an einer Stelle aufhaltet, für Fußgehen, wenn ihr in Bewegung seid und für "Touch" (Anstupsen eines Stöckchens), wenn Du ein Stöckchen in der Hand hast. Einmal stehst Du ohne was da, einmal gehst Du und einmal hast Du einen Gegenstand in der Hand. Das dürfte Dein Hund gut unterscheiden können, zumal wenn Du zwischen jeder Übung eine kurze Pause (Spiel z.B.) einschaltest.

Eine gute Hilfe kann es auch sein, anfangs an verschiedenen Orten und/oder zu verschiedenen Zeiten zu üben, also z.B. Platz in der Küche, Fuß im Garten und Touch in der Küche.

Hüte Dich davor, gleichzeitig zwei ähnliche Übungen zu lehren wie z.B. Sitz und Platz oder Platz und Totstellen oder Apportieren und anstupsen. Das kann einen Anfängerclicker-Hund ziemlich durcheinander bringen. Er wird dann vermutlich hektisch und "laut" oder aber zieht sich frustriert zurück. Wenn Dein Hund (und Du ;-) später - nach mindestens einigen Monaten vielleicht - mehr Erfahrung mit dem Clicker habt, kannst Du auch munter die verschiedensten und sogar recht ähnliche Übungen in einer "Trainingsstunde" durchnehmen. Jedenfalls haben meine Hunde jetzt schon lange keine Probleme mehr damit.

Übrigens: mit dieser Regel, im Alltag einfach alles mögliche anzuclicken, was Dir "gefällt", habe ich persönlich keine so guten Erfahrungen gemacht. Zwar sollte theoretisch der Hund dann die angeclickten Sachen öfter zeigen und tut es wohl auch, aber die Hunde, die ich getroffen habe und bei denen so vorgegangen wurde, schienen mir alle etwas verwirrt und nicht genau im Klaren darüber, wie sie sich Clicks verdienen könnten. Ich würde daher auch im Alltag nur 3-4 deutlich unterschiedliche Situationen zum Clicken aussuchen, etwa wenn der Hund am der Bordsteinkante stoppt (erkennbar an der Bordsteinkante, was verlangt wird), wenn er ohne zu ziehen an der Leine geht (die Leine "sagt" ihm sehr bald, was in dieser Situation geclickt wird) und beim Freilauf das Kommen auf Ruf oder spontanen Blickkontakt zu Dir (Freilauf-Situation bedeutet, es ist jetzt gut, die "Chefin" anzugucken).

Viel Spaß jedenfalls und weiter guten Erfolg,

Sabine

von Carsten Sohn(YCH) am 13. April 2000 09:13

Moin,

: In der Hoffnung, Dich jetzt nicht restlos zu verwirren (und Carsten nicht zu ärgern;-): Ja!

Ärgern? - hier ist doch ein Diskussionsforum Archiv :-) Eine andere Meinung zu haben, ist kein flamen.

: Es sollten allerdings nicht zu viele verschiedene Übungen sein zu Anfang (vielleicht maximal 3) und sie müssen für Deinen Hund an der Situation sehr deutlich zu unterscheiden sein.

Das ist klar, und so wollte ich mein Posting auch verstanden wissen.

Nur was meiner Meinung nach *nicht* geht, ist, zwei Verhaltensdetails geleichzeitig zu üben. Beispiel: Schnelles Paltz und laaaanges Platz.

: Eine gute Hilfe kann es auch sein, anfangs an verschiedenen Orten und/oder zu verschiedenen Zeiten zu üben, also z.B. Platz in der Küche, Fuß im Garten und Touch in der Küche.

Das sowieso. Was der Hund in der Bude kann, muss er in der Fugängerzone und wenn eine Katze im Garten sitz noch lange nicht zeige können (Stichwort: Distraktion) - und das ist dann nicht bockig, sondern das Verhalten ist noch nicht ausreichend verallgemeinert (Stichwort: Fluencies).


: Hüte Dich davor, gleichzeitig zwei ähnliche Übungen zu lehren wie z.B. Sitz und Platz oder Platz und Totstellen oder Apportieren und anstupsen.

Die Basisübung Lehren, das ja - aber: Meine Erfahrung ist, gerade bei Sitz und Platz eignet sich der Clicker hervoragend als Eventmarker, um die beiden Körperhaltungen zu differenzieren, und auf Schnelligkeit zu bringen, wenn sie - wie Du auch andeutest - schon halbwegs geläufig sind.

: Übrigens: mit dieser Regel, im Alltag einfach alles mögliche anzuclicken, was Dir "gefällt", habe ich persönlich keine so guten Erfahrungen gemacht. (gesnipt) Ich würde daher auch im Alltag nur 3-4 deutlich unterschiedliche Situationen zum Clicken aussuchen

Das ist ein sehr guter Hinweis. Den werde ich mir zu Herzen nehmen.

Viele Grüße
--
Carsten Sohn

von Sabine Winkler(YCH) am 13. April 2000 18:49

Hallo Carsten,

einverstanden mit allem!

: Das sowieso. Was der Hund in der Bude kann, muss er in der Fugängerzone und wenn eine Katze im Garten sitz noch lange nicht zeige können (Stichwort: Distraktion) - und das ist dann nicht bockig, sondern das Verhalten ist noch nicht ausreichend verallgemeinert (Stichwort: Fluencies).

Stimmt, das ist wirklich sehr wichtig. Nur meinte ich hier, daß man diese Neigung der Hunde, immer zuerst orts- und situationsbezogen zu lernen, auch mal zu seinem Vorteil nutzen kann, nämlich um es dem Hund in der ersten Zeit beim Lehren einfacher zu machen, zwei ähnliche Übungen zu unterscheiden. Recht bald sollte man dann aber auch an andere Orte gehen, damit die nötige Verallgemeinerung stattfinden kann.

Tschüß,
Sabine

von Martin + Mirko(YCH) am 14. April 2000 09:54

Grüß Euch zusammen,

was Sabine bis hier sagt, kann ich voll unterschreiben. Und gerade der folgende punkt ist ganz wichtig:

: Übrigens: mit dieser Regel, im Alltag einfach alles mögliche anzuclicken, was Dir "gefällt", habe ich persönlich keine so guten Erfahrungen gemacht. ... aber die Hunde,... schienen mir alle etwas verwirrt und nicht genau im Klaren darüber, wie sie sich Clicks verdienen könnten.

Die bedingungen, unter denen die OK erforscht wurde, erlaubten dem tier ja keine anderen bestärkten handlungen als zumeist nur eine einzige. Unter diesen umständen, wird das verhalten schnell geändert. Für den alltag bedeutet das, ein thema für eine woche. Man kann irgendwann zyklisch wiederholen, aber zunächst sollte man vor allem auch sich selber auf eine thema konzentrieren, damit man hier die anfänge nicht übersieht - z.b. gerade bei leinenaggression. Dann allerdings kann ich nur von den besten erfahrungen berichten.

tschüß Martin & Mirko

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