Ablenkung und harter Leinenruck? :: Clickertraining

Ablenkung und harter Leinenruck?

von Rolf & Barney(YCH) am 16. Januar 2001 13:18

Hallo Pit,

zum Thema: "Schweineohren liegen lassen" beschreibst Du eine ziemlich dämliche Vorgehensweise aus einem Video...

SO soll es natürlich nicht sein.

Ein Clickertrainer würde es folgendermaßen machen:

Schweineohr hinlegen, Hund wills haben, zieht an Leine. Trainer bleibt stehen, so daß Hund in gewisser Entfernung vor dem Schweineohr steht - Hund trägt ein Geschirr. Sobald der Hund nun in seinen Versuchen, zu dem Schweineohr zu gelangen, seinen Menschen anschaut, gibts Click und "ab zum Schweineohr".

Den Zusammenhang: "Ich muß X tun (zu meinem Menschen schauen, Sitz machen, Bellen, im Kreis drehen) um Y zu erlangen (das Schweineohr fressen dürfen, Leckerchen bekommen, Jagen dürfen)" nennt man Kontingenz, und eben diese ist ein Schlüsselelement bei jedem Training. Auf die gleiche und ähnliche Weise lassen sich eine Menge selbstbestärkender Verhaltensweisen beeinflussen. Hier widerspreche ich der Sabine, die ja weiter unten sagt, auch CT böte keine "Antwort" auf das Problem der Beeinflußbarkeit selbstbestärkender Verhaltensweisen - gerade hierzu zeigt die Theorie der operanten Konditionierung enorm wirkungsvolle und praktikable Wege auf.

Für das von Dir beschriebene Beispiel sollte der Hund übrigens zunächst Doggy-Zen gelernt haben ("To get the treat you have to leave the treat"winking smiley. Erstmal mit drögem Trockenfutter. Die Schweineohrensache sollte man erst später in Angriff nehmen *gg* .

: Sind die Hunde ohne zu schnüffeln daran
: vorbeigelaufen und haben der HF angeschaut,
: gab es ein Click und ein Leckerle. Ist dieses
: Verfahren so richtig und steht das im Einklang
: mit der Clicker-Ausbildung?????

Das ist fast richtig. Klüger wäre, den Hund dann zu dem begehrten auf dem Boden liegenden Leckerchen zu lassen.

Ciao

Rolf & Barney

von Elke(YCH) am 16. Januar 2001 13:17

Hallo Pit,

also das mit dem Leinenruck muß nun wirklich nicht sein! Besser ist es
die Sache langsam aufzubauen. Man muß dem Hund natürlich den Zugriff unmöglich machen. Aber wir wäre es denn, wenn eine Person auf dem
Eimer sitzt und das Schweineohr hält? - Schweigend !! Will der Hund das Schweineohr wegnehmen, dann verschwindet es blitzschnell unter der 2. Hand, und er kann machen was er möchte. Bei verzweifeltem Aufschauen zum HF, C&B. Nächste Stufe, Schweineohr auf Eimer, Mensch daneben, bei Interesse wird es weggezogen (Schnur) ! Als lieber kleine Schritte, als ein zu hoch gestecktes Ziel mit Zwang durchsetzen.

Viel Spaß, und richtig: Immer kritisch bleiben!

von Sabine S.(YCH) am 16. Januar 2001 14:08

Hallo Stephanie,
: :
: : dann habe ich wohl mal wieder nix kapiert wie es aussieht.

D a s wollte ich damit bestimmt nicht sagen! Keiner der hier Schreibenden ist als Hundeexperte auf die Welt gekommen und auch ich lese hier mit, um neue Anregungenen zu bekommen und zu lernen.


: Finde auch das Buch nicht ganz einfach zu lesen. Aber es wird doch überall geschrieben ungehorsam einfach zu ignorieren. Hat mich zwar etwas gewundert aber es wird ja so häufig gesagt. Und so wie ich das verstanden habe soll der Hund doch lernen duch eigenes herausfinden.
: Mache ich nun den Leinenruck schupse ich ihn doch schon in die Richtung und die Möglichkeit des selber herausfindens fehlt.

Das hast du schon richtig verstanden. Aber das gilt nur für Verhalten, mit dem sich der Hund nicht selbst belohnt. Also du sagst z.B. "Platz", aber der Hund macht "Sitz". Dabei erhält er weder durch dich noch durch irgendetwas anderes eine Bestärkung, also kannst du seinen "Fehler" ignorieren und die Übung einfach wiederholen. Du brauchst und darfst ihn also nicht ins "Platz" drücken!
Schwieriger wird die Sache, wenn der Hund etwas macht, was schon einen Lustgewinn an sich bedeutet. Dann hilft das Ignorieren meiner Ansicht nach nicht, im Gegenteil.
Das Vorgehen, das Rolf weiter oben beschreibt, ist eine gute Idee in Bezug auf das Schweineohr, aber ob es auch beim Jagen klappt??

: Ich merke schon werde mich mal lieber hier aus alem raushalten und erst mal das Buch "Hunde sind anders noch fertig lesen. Sorry

Wieso denn? Jeder Beitrag regt zur Diskussion an und bringt einen selber und auch die Mitleser weiter. Also nur keine Hemmungen!
Wäre doch traurig, wenn hier nur ausgebildete Verhaltensforscher mitdiskutieren dürften! ;-))

Grüße von Sabine S.
:
:
: Grübelnde Grüße
:
:
: Stephanie+Frechdachs
:

von Sabine S.(YCH) am 16. Januar 2001 14:17

: Hi Sabine.
: Wer oder was bitte ist ein "Bomper"?????

Hallo Pit,

Ein Bomper ist ein weiches, großes Teil (z.B. ein zusammengeknüllter Anorak), das du nach dem Hund wirfst, um ihn während einer unerwünschten Handlung zu erschrecken und so eine Negativ-Verknüpfung herzustellen.
Also etwa so: Hund schielt nach Hühnern, du rufst ein drohendes "Nein" und wirfst ihm den "Bomper" ans Hinterteil. Hund erschrickt und wird in Zukunft schon auf das "Nein" reagieren. Im Idealfall. ;-))

Grüße von Sabine S.


von Sabine S.(YCH) am 16. Januar 2001 14:34

Hallo Rolf,
:
: Ein Clickertrainer würde es folgendermaßen machen:
:
: Schweineohr hinlegen, Hund wills haben, zieht an Leine. Trainer bleibt stehen, so daß Hund in gewisser Entfernung vor dem Schweineohr steht - Hund trägt ein Geschirr. Sobald der Hund nun in seinen Versuchen, zu dem Schweineohr zu gelangen, seinen Menschen anschaut, gibts Click und "ab zum Schweineohr".

Ja, gute Idee, so ähnlich habe ich meinem superverfressenen Hund abgewöhnt, mein Frühstücksbrötchen vom Teller zu klauen - funktioniert allerdings nur, solange das Brötchen nicht mit dem Hund alleine ist. ;-)
:
: Den Zusammenhang: "Ich muß X tun (zu meinem Menschen schauen, Sitz machen, Bellen, im Kreis drehen) um Y zu erlangen (das Schweineohr fressen dürfen, Leckerchen bekommen, Jagen dürfen)" nennt man Kontingenz, und eben diese ist ein Schlüsselelement bei jedem Training. Auf die gleiche und ähnliche Weise lassen sich eine Menge selbstbestärkender Verhaltensweisen beeinflussen. Hier widerspreche ich der Sabine, die ja weiter unten sagt, auch CT böte keine "Antwort" auf das Problem der Beeinflußbarkeit selbstbestärkender Verhaltensweisen - gerade hierzu zeigt die Theorie der operanten Konditionierung enorm wirkungsvolle und praktikable Wege auf.

In manchen, aber nicht in allen Fällen. Ich stehe z.B. vor dem Problem, daß mein Hund vergammelten Fisch liebt (Fressen & sich in den Resten wälzen). Leider kann ich meiner Süssen nach der Aufnahme des Blickkontaktes zu mir nicht erlauben, das zu tun, wozu die Natur sie treibt. Meine Alternativbelohnung (Lieblingswurst und ein Spielchen) ist für sie keine vollwertige Alternative zum stinkenden Fisch. Und sie hat ja die Wahl...
Ähnlich sehe ich das Problem beim Jagen. Sie sieht ein Huhn (bevorzugtes Jagdobjekt, da schon öfters von Erfolg gekrönt), nimmt Blickkontakt zu mir auf -super!!- und jetzt ab zum Hühnerrupfen!!! Das kann doch nicht sein!! Oder habe ich dich missverstanden?

Grübel-Grüsse von Sabine S.


von Alice & Celine(YCH) am 16. Januar 2001 17:29

Hallo Rolf,

Wenn ich dich richtig verstanden habe, belohnt manden Blick in Richtung Hundehalter. Was ist, wenn der Hund einen Hasen sieht, den ich aber noch nicht gesehen habe. Der Hund guckt mich an, ich rede ihn vielleicht kurz an, vielleichtreagiere ich garnicht. Der Hund startet sofort danach zum Hasen durch. Und das erlernte ist doch dann futsch oder wie muß ich es verstehen?

fragende Grüße
Alice

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