Hilf1! Leckerli verteidigen gegen Hunde :: Clickertraining

Hilf1! Leckerli verteidigen gegen Hunde

von Martin + Mirko(YCH) am 09. Februar 2001 12:46

Grüß Dich Sabine,

so ein zufall. Gerade wollte ich das nochmals posten:

: Ich habe mal von Martin irgendwo gelesen, dass er das mit Mirko extra trainiert hat : Mirko mußte sitzen und Martin hat andren Hunden Futter gegeben, zum Schluß hat er (Mirko) was bekommen.

Ja, mich hatte genervt, dass mein alter hund einmal einen anderen hund verprügelt hat, nur weil dem jemand etwas futter geben wollte. Folglich habe ich mit Mirko von klein auf trainiert. Er bekommt immer das beste stück, aber er muss sich vorher keinem stress aussetzen.

Ich habe das auch oft im tierheim getestet, wo sich 10 -15 hunde zu meiner futterhand gedrängelt haben. Natürlich wusste ich, wie deren rangordnung war, aber ich habe halt experimentiert. Wer gedrängelt hat, bekam nichts, wer sich etwas zurück hielt, bekam etwas. Es hat NIE eine beißerei gegeben und alle haben sich sehr bald sehr gesittet benommen.
Hier ahnt man vielleicht, dass das gemeinsame rollenverhalten mensch-hund erheblich beiträgt, denn mit diesen hunden kam ich sonst kaum zusammen (sie konnten mich auch nicht einschätzen in meinen reaktionen.)

Aber wenn man keine weiteren infos hat, sollte man bei einer (unbekannten) hundegruppe kein futter und keinen ball werfen.
In unserer THS-gruppe, wo alle hunde mit dem clicker ausgebildet werden, ist das überhaupt kein problem (außer bei rüden in der pubertät bis zum erwachsen werden), auch einen ball mitten durch zu werfen. Wer bei fuß geht, geht bei fuß und wer liegt, liegt. Sie wissen, wer für sie C&B bedient.

tschüß Martin & Mirko

von Stephanie+Frechdachs(YCH) am 09. Februar 2001 13:00

:hallo Martin,

:
: Er bekommt immer das beste stück, aber er muss sich vorher keinem stress aussetzen.

Das funktioniert bei Ihr auch . Sitz Platz Steh, sie macht es ohne zu drängeln und wartet bis der andere etwas bekommt und dann sie . nur nehmen wir mal an, wir würden den gleichen Hund am nächsten Tag wiedersehen. Dann fängt sie sofort an. Kläffen Knurren, wegschnappen.
:
:
: Hier ahnt man vielleicht, dass das gemeinsame rollenverhalten mensch-hund erheblich beiträgt, denn mit diesen hunden kam ich sonst kaum zusammen (sie konnten mich auch nicht einschätzen in meinen reaktionen.)

MMh,der zweite,der das schreibt, muß dann mal meine Position gegenüber dem Hund überdenken. Denn auf mein Schluss kommt ja auch keine Reaktion.
Das war in der Hundeschulenzeit anders. Ja, ist mir wohl einiges aus der Hand gerutscht mit dem Clickern vor lauter Freude.
:

Grüße Dich lieb
Stephanie+Frechdachs
:

von ChristineHd(YCH) am 09. Februar 2001 13:50

Hallo Robert,
wenn hund nicht so funktioniert, wie mensch sich Rangordnung als Mensch vorstellt, dann also wird immer gleich und sofort die liebe Dominanz ins spiel gebracht. "Rangordnungsproblem" ist in der Hundeausbildung glaube ich das am häufigsten gebrauchte/mißbrauchte Wort, während man den Begriff "Individuum Hund" leider nur selten hört.
Irgendwann hat sich der Mensch eine Vorstellung gemacht, wie seiner Meinung nach ein Rudel funktioniert. Diese Vorstellung entspricht nicht immer der Realität, aber egal, hauptsache, man kann alles mit "Rangordnungsproblem" begründen.
Glücklicherweise habe ich von Hunden gelernt und da habe ich wirklich begriffen, was Rangordnung, Dominanz und Alpha in Wahrheit bedeuten. Nicht das, was sich der Mensch darunter vorstellt. Nicht menschliche Engstirnigkeit und Kommandoherrlichkeit.
Mein Husky hat bereits als Welpe erfolgreich sein Futter vor dem damaligen Hund verteidigt. Der alte war Zeit seines Lebens unangetasteter Alpha, nie gab es Probleme zwischen den beiden. Aber dem Husky war sein Futter sehr viel wert und da läßt er nur mich dran und sonst keinen. Der alte hat es mal respektiert und mal nicht. Dann hat er den Husky einfach weggedrängt, mehr nicht. Nicht diszipliniert, nicht geknurrt, gar nichts. Ein wirklicher Alpha hat großes Gehabe selten nötig.
Und was macht der Mensch? Großes Gehabe, große Gesten und degradiert sich dadurch selbst.
Nachdenkliche Grüße
ChristineHd

von Sabine(YCH) am 09. Februar 2001 14:13

Hallo,

mein Problem ist immer, das richtige Formulieren.
Da werden begriffe wie Rangordnung, Rudelhierachie ... in die Menge geworfen, ich weiß was du meinst, aber es richtig zu formulieren ohne mißverstanden zu werden fällt mir schwer.
Der mensch ist ein Mensch und kein Hund.
Ihn in die Rolle eines reinen Rudelmitgliedes / führers im Sinne von Wolfs / Hunderudel zu drägen ist mE falsch.
Der Mensch führt durch Ruhe und Konsequenz,ignorieren von Manipulationversuchen durch den Hund, sein faustpfand ist das positive Training.
Das ist meine Erfahrung.

Sabine
Egal ob dominanter hund oder nicht.

von ChristineHd(YCH) am 09. Februar 2001 14:49


: Ihn in die Rolle eines reinen Rudelmitgliedes / führers im Sinne von Wolfs / Hunderudel zu drägen ist mE falsch.

Hallo Sabine, das habe ich auch nicht gemacht, diesen Vergleich.
Da ich aber längere zeit mit "unerzogenen" Huskies, also reinen Schlittenhunden, gearbeitet habe als Hundepflegerin, mußte ich mir was einfallen lassen. 60 freilaufende Hunde, m+w, wie verhindert man Kämpfe und wie kriegt man die alle wieder, sie kannten ja keine Kommandos.
Da hab ich sehr viel gelernt, mehr, als ich auf Seminaren etc. je lernen könnte. Wichtig war immer die Gesamtheit, nie isoliertes herauspicken eines einzelnen Verhaltens. Wichtig war auch meine eigene Körpersprache, das habe ich wiederrum in einer Hundepension gelernt, in der ich aushilfsweise gejobbt habe und in der nicht nur Engel waren. Angriffe von Hunden zu verhindern, ohne "Waffe" oder Prügel, nur mit Körpersprache des Hundes erkennen und ebenso zeigen.
Deshalb stört es mich wahnsinnig, wenn zu einem isolierten Verhalten sofort begriffe wie Dominanz und Rangordnung fallen.
meine Erfahrung: Entweder, Hunde nehmen einen ernst, oder wie immer man das nennen will, oder nicht. Wenn nicht, dann nützen auch künstliche Konsequenz usw gar nichts. Wichtig, entscheidend ist das, was ich dem Hund als Individuum signalisiere - und da läßt sich nicht viel tricksen.
Ich werde nie vergessen, wie mich ein Exgrenzhund bedroht hat, sehr ernst. Ich habe es dennoch geschafft, nur durch meine Körperhaltung, ihn davon zu überzeugen, mich nicht anzugreifen. Ich hätte keine Chance gehabt, ich habe aber auch begriffen, daß alle Theorie relativ ist und in Extremsituationen nicht mehr greift, weil jedes Individuum Hund und jede Situation völlig neu und anders ist.
Nachdenkliche Grüße
ChristineHd

von Sabine(YCH) am 09. Februar 2001 15:26

Hallo, Christine,

ich wollte dir nicht widersprechen eher im Gegenteil.
Genau so wie du es geschrieben hast meine ich es.
Es hat etwas allumfassendes, dieser Umgang mit Hunden.
Ich selbst habe bei mir festgestellt, dass ich mich soweit in Hunde hineinversetzen kann, dass es mir teilweise schwerfällt, die Dinge, die für mich selbstverständlich sind, die schon ein Teil meines Handelns geworden sind ohne dass ich darüber nachdenke, an andere unmißverständlich zu vermitteln.
Aber was ich noch meine:
wenn ich mit dem clicker einen "Dolmetscher" in der Hand habe, mit dessen Hilfe ich meinem Hund unmißverständlich "sagen" kann was ich von ihm erwarte und wenn ich noch dazu die Dinge, die mein Hund für erstrebenswert hält, unter Kontrolle halte und somit "selbstverständliche " Dinge (Futter, Sozialkontakte, Zuwendung. durch die Tür gehen) als Belohnung einsetzten kann, wenn ICH meinen Hund manipuliere durch Bestärkung von mir erwünschter Dinge (z.B. ich bestärke das Liegen im Korb statt das liegen auf dem Sofa zu verbieten) dann ist für mich das gerede von Dominanz im festen Mensch - Hund - Rudel hinfällig und aversive Methoden überflüssig.
Und natürlich spielen Vertrauen und Körpersprache eine entscheidende Rolle.
Es bildet eine Einheit, der Umgang mit dem Hund.
Ich hoffe, diesmal war ich verstädlicher.

Sabine

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