Clicker und Rad :: Clickertraining

Clicker und Rad

von Paul Cech(YCH) am 14. April 1999 10:56


Da ich mir ein Mountain-Bike gekauft habe und versuchen will, dass mein Hund (abhaufreudiger Hovawart-Rüde) bei mir bleibt, habe ich folgende Überlegung angestellt - und möchte Euch fragen, ob ich damit richtig liege:

Da ich meinen Hund während des Fahrens nicht/kaum mit Futter belohnen kann, will ich ihn zuerst an den Touch-Stick gewöhnen - und auch langsam das Futter abbauen.
In der Folge soll er neben dem Rad (anfangs an der lockeren Leine) mit "Blick" auf den Touch-Stick herrennen. So kann ich die Pausen zwischen den Belohnungen relativ lange ausweiten.
Nächste Stufe: Er soll - wo es geht - ohne Leine neben mir herlaufen.
Ziel: Auch den Touch-Stick abbauen.

Als Kommando habe ich an "Raaad" gedacht.

Mein Traumziel: Dass er auch später mit dem Kommando "Raaad" neben mir ohne Leine geht, ohne abzuhauen.

Liege ich mit diesen Überlegungen richtig, oder habe ich was vergessen?

Herzliche Gruesse
Paul

von Martin + Mirko(YCH) am 21. April 1999 08:24

Grüß Dich Paul,

: Da ich mir ein Mountain-Bike gekauft habe und versuchen will, dass mein Hund (abhaufreudiger Hovawart-Rüde) bei mir bleibt, habe ich folgende Überlegung angestellt - und möchte Euch fragen, ob ich damit richtig liege:

vermutlich willst du auf Dauer deinen Hund frei neben dir laufen haben, richtig?
Dann ist Dein Plan grundsätzlich einmal gut. Ich glaube aber, daß der Touch-Stab unnötig ist. Ein Tempo von 10 - 12 km/h ist für Hunde sehr angenehm und sie bleiben automatisch in der richtigen Position. Ich habe dann mit oder ohne Zugenschnalzer während des Laufens ein kleines Leckele gegeben. Die Aussicht darauf bringt ihn schnell in die richtige Position.
Da das Nebenherlaufen keine besondere zeitliche Präzision erfordert, ist der Clicker eigentlich nicht nötig. Der Griff zu Futtertasche reicht völlig, wenn das Besärkungsprinzip richtig angewandt wird.
Aber: jedes Queren des Weges VOR dir, soltest du unterbinden, sonst liegst du irgendwann flach. Der Hund muß auch schnuffeln dürfen und dazu muß er oft einige Meter umkehren.
Da für den Hund das angefahren werden auch nicht angenehm ist, lernt er meist, wenns quietcht und scheppert und der Chef laut wird, ist es günstig, sich etwas zurückzunehmen.
Auch mit Hunden, die im Tierheim leben, war das alles kein Thema.
Anständig am Rad laufen, lernt der Hund viel schneller als beim Spazierengehen nicht an der Leine zu zerren. Es ist einfach sein Tempo. Aber laß es stets den Hund bestimmen.
Anfangen kannst du bei dir im Hof mit Achten-Fahren. Bei manchen Hunden ist es günstig, die Katzen voher aufzuräumen....

Was du dir aber überlegen solltest ist folgendes:
Soll der Hund immer nur rechts laufen?
Links laufen kann genauso wichtig sein (kurze Passagen im Verkehr).
Außerdem kann es sehr hilfreich sein, den Hund hinter dem Fahrrad herum auf die andere Seite zu rufen. Das vor allem, wenn er an der Leine ist. Denn mit überkreuzten Armen am Fahrad versuchen alles zu entwirren, kann schon an Monsieur Hulot erinnern (oder Charly Chaplin).

Ein entsprechendes Kommanda, z.B. RUM oder ANDERS veranlaßt den Hund, hinter mir herum auf die jeweils andere Seite zu gehen. Das ist eine hübsche Trainingsübung, die man mit Futterlocken anfängt. Das macht man zuerst im Gehen, noch nicht am Rad. Man wird dann feststellen, daß die Gegenwart des Rades für den Hund ein neues Problem darstellt.
Dieses Kommando kann man auch sehr gut beim Spazierengehen verwenden. Kommt ein offensichtlich ängstlicher Mensch entgegen, kann ich den Hund stets auf die ihm angewandte Seite dirigieren. Das gibt ihm Sicherheit in doppelter Hinsicht:
- Wir sind zwischen ihm und dem Hund. Sicherheitszone gewahrt.-
- Der Hund zeigt, daß er offensichtlich gut gehorcht. Das beruhigt.
Sage ich FUSS, wird das eher interpretiert "Mein Gott, das Vieh ist gefährlich, er muß es ja bei Fuss rufen!" und wehe, er folgt nicht sofort.... Panik!
Auch wenn Autos oder Traktoren entgegen kommen, kann man den Hund so stets auf die abgewandte Seite dirigieren.
Solltest Du einen Bauchgurt, Gechirr, 3m Leine mit Ruckbremse + Panikhaken benutzen, sollte der Hund vor dem Rad laufen. Er muß dann RECHTS, LINKS und LAUF gut beherrschen.
Bei meinem Mirko hat das Quietschen der Bremsen die Funktion des LAUF voll übernommen.
Ein Kommando STEH oder STOP ist auch sehr sinnvoll.

Ich wünsch Dir viel Glück. Erzähl einmal, wenn du das erste mal flachliegst, wie dein Hund dich angeschaut hat smiling smiley

tschüß martin & mirko

von Petra & Mattis(YCH) am 21. April 1999 09:02

Hallo Martin, hallo Paul,

beim Lesen der Antwort ist mir da auch noch was eingefallen...

: : Da ich mir ein Mountain-Bike gekauft habe und versuchen will,
: dass mein Hund (abhaufreudiger Hovawart-Rüde) bei mir bleibt, habe ich folgende Überlegung angestellt - und möchte Euch fragen, ob ich damit richtig liege:
:
Bei einem "abhaufreudigen" Hund würde ich auf jeden Fall den Bauchgurt und die Zugarbeit vorziehen! Bei meinem Rüden bin
ich nämlich nicht mehr "nachgekommen" als ich ihn neben dem Rad freilaufen ließ. Und mit Leine war mir nix.

Ich hab mir mit ihm am Anfang auch viel Zeit gelassen, habe die Rollerklingel als Clicker eingeführt, in kurzen Abständen ziehen lassen und
vor allem Stop und Steh geübt. Das ist mittlerweile aber alles kein Thema mehr, ich brauch die Klingel nicht mehr, er bleibt bei der
Sichtung von Wild schon alleine stehen, beim um die Ecke fahren läuft er neben mir - damit wir niemand erschrecken :-) - und es macht uns beiden riesig Spass.

In einer Sache bin ich aber nicht Martins Meinung: ich möchte keinen Panikhaken - mein Hund soll nicht einfach so von der Leine, aber ich fahr auch nicht querfeldein.

Zum Thema Fallen: Knieschützer sind echt klasse - dann kann der Hund ruhig dumm gucken :-)


Liebe Grüsse und viel Spass

Petra & Mattis

von Dagmar(YCH) am 21. April 1999 10:34

Hallo Paul, hallo Martin !

: Ich wünsch Dir viel Glück. Erzähl einmal, wenn du das erste mal flachliegst, wie dein Hund dich angeschaut hat smiling smiley

Wahrscheinlich so, wie meine beiden als ich die Steintreppe (15 Stufen ich bin ja soo stolz)runter stürzte. Mit freudigen Bocksprüngen wurde ich umzingelt als ich endlich untenauf dem Flur lag, getreu dem Motto "endlich macht Frauchen mal richtig DAMPF".
Beinah hätte ich gelacht, wenn ich gekonnt hätte.....
Also Paul, probier es mal aus :-))

Dagmar & das Bocksprungteam

von Martin + Mirko(YCH) am 21. April 1999 12:26

Grüß Dich Petra,

das ist das schöne, wir können gut verschiedener meinung sein smiling smiley

: In einer Sache bin ich aber nicht Martins Meinung: ich möchte keinen Panikhaken - mein Hund soll nicht einfach so von der Leine, aber ich fahr auch nicht querfeldein.

Ohne Panikhaken kann ich meine bevorzugten strecken nicht fahren. aber, wenn er auslöst - steht der hund!
(auch wenn vor ihm ein paar rehe aufgegangen sind). dann wird in ruhe wieder eingehakt und ab geht die post.
das ist halt eines dieser überaus geheimnisvollen abbruchsignale....

tschüß martin & mirko



:
: Zum Thema Fallen: Knieschützer sind echt klasse - dann kann der Hund ruhig dumm gucken :-)

von Petra & Mattis(YCH) am 21. April 1999 13:10

Hallo Martin,

: das ist das schöne, wir können gut verschiedener meinung sein smiling smiley

Jaaaa, wo kämen wir denn sonst hin? :-))


: Ohne Panikhaken kann ich meine bevorzugten strecken nicht fahren.

Siehste, ich (Mattis) werd zwar von Tag zu Tag schneller, aber wir fahren ordentlich
auf dem Weg - obwohl da heut morgen fast nix mehr da war, nur Wasser....

: aber, wenn er auslöst - steht der hund!

Klasse, hab ich noch nicht probiert. Aber Mattis bleibt auch stehen, wenn ich
hinflieg, das ist doch auch schon was.

: (auch wenn vor ihm ein paar rehe aufgegangen sind). dann wird in ruhe wieder eingehakt und ab geht die post.
: das ist halt eines dieser überaus geheimnisvollen abbruchsignale....

Das ist sowas wie höhere Mathematik, gell?

Übrigens sind meine Bremsen jetzt voll funktionsfähig - Dein Kommentar gab meinem Haushandwerker doch zu denken!

Liebe Grüsse

Petra & Mattis

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