1te C&B-Erfahrungen-für Franziska et al :: Clickertraining

1te C&B-Erfahrungen-für Franziska et al

von Ulla(YCH) am 23. Mai 1999 13:10


Hallo Franziska, hallo alle anderen!

Da Du mich fragst, wie's bei mir mit dem Clicker so läuft, dachte ich, ich schreibe meine ersten Erfahrungen mal ins Netz, auch damit andere Anfänger sehen, daß ein Clicker kein Wundermittel ist, sondern eine Menge (eine MENGE) Geduld, Konzentration, Einfühlungsvermögen erfordert und noch eine größere Menge an Fragen, Verwirrung und Hirnschmalz produziert.

Das größte Problem: ich bin Forensüchtig geworden (hier mal ein großes Kompliment (C&Jackpot) an die Leute, die das ganze aufgebaut haben und am laufen halten!!!), und komme daher mit meiner eigenen Arbeit nicht weiter... (das Ende meiner Dr.Arbeit wird sich wohl um ein Jahr verschieben...)

Nun zu Xenia: ein paar Tage bevor ich C&B angefangen habe, hat Xenia plötzlich gar nicht mehr auf Rufen reagiert, wenn ich sie beim Spazierengehen von der Leine gelassen habe. Höhepunkt war, daß sie auf einmal bei einem ihr bekannten Spazierweg plötzlich die Hintergärten der Häuser und den anliegenden Friedhof entdeckt hat und mich völlig ignorierte (so hat sie's schon lange nicht mehr gemacht - ist das der Frühling mit all den neuen Gerüchen??). Das war der Zeitpunkt, wo ich dachte, jetzt muss was passieren.

Sie ist seit C&B wieder etwas aufmerksamer und respektvoller geworden, aber ich lasse sie trotzdem erst einmal nicht mehr so schnell von der Leine (nur am Strand, solange es niemanden stört).

Fragen & Probleme, die zum Übergang zum Clicker kamen:

- was mache ich mit der Hundeschule? (s. Eintrag von Vorgestern)

- was mache ich, wenn Xenia das Leckerchen nach Click nicht will (sie ist sehr picki und nicht immer für Leckerli zu haben) (alternatives Schnuppern, gel? Aber schnuppern darf sie so oft auch ohne C..(?)

- versteht sie, daß, wenn ich sie von weitem rufe, sie sich umdreht, ich dafür clicke, sie aber nicht für's Leckeri kommt, weil etwas anderes interessanter ist, daß dieses andere ihre Alternativbelohnung ist?? - oder sollte ich mit solchen Aktionen draußen erst einmal warten, bis das C-training weiter fortgeschritten ist?

- wie kann ich am besten das "nein" konditionieren? Die Handtuch-Methode wird bei Xenia nicht wirken, das weis ich jetzt schon, da sie sich nach zu ihr geworfenen Dingen (Steinchen, Halsband, Schlüssel, Sandale - treffen tu ich eh nicht) umdreht (wenn überhaupt), dies aber nicht als negativ empfindet, sondern eher damit spielen will oder es beschnuppert. Das einzige, wovor sie Angst hat, sind Türen, die ihren Schwanz einklemmen, große Rüden, Fähren&Busse, und daß ihr der Himmel auf dem Kopf fällt..

- kann ich zu viel clickern? (z.B. beim Spaziergang, der ja meißt mindestens ne halbe Stunde ist) Oder kann man am Anfang schon für alles gute (nicht ziehen, andere Hunde ignorieren etc.) clickern, nutzt sich das ab, und gilt auch hier: ein Verhalten nach dem anderen?

Es ist gar nicht so einfach, beim Spaziergang nun nicht mehr zurückzuziehen, wenn Xenia zieht (was macht man, wenn man's mal eilig hat, oder wenn's wirklich arg schlimm ist?), sie nicht zurückzurufen, wenn sie hinter Enten herjagd (nutzt eh nichts und muss ich wohl systematisch abtrainieren), und ihr einiges durchgehen zu lassen (heißt: systematisch zu ignorieren), wo man vorher geschimpft hat (da ein einfaches Nein halt noch nichts bzw. nicht immer nutzt). Auch "kein Leckerchen ohne click" mehr muss erst einmal verinnerlicht werden.

Das Training zu Hause klappt gut! Xenia frißt dann auch als Leckerchen, was sie ohne Training oft verschmähen würde (wohl aus Spaß an der Freud). Ich habe allerdings nicht so angefangen, daß ich einfach auf ein Verhalten gewartet habe, sondern mit meiner Faust als target (dran schnuppern am Anfang war garantiert). Damit kann man ihr bestimmt schnell und einfach andere Sachen beibringen, da man sie so in alle möglichen Positionen "führen" kann. Problem ist noch, ihr das Lecken und gelegendliche Aufkratzen meiner Faust abzugewöhnen.
Ansonsten vermische ich das Training mit schon bekannten Verhalten wie Sitz, Platz, Fuss etc., da ich denke, es könnte sonst zu langweilig werden (?). .. und dann muss man sich ja auch noch neue Sachen ausdenken, die Spass machen könnten - ganz schöne Anforderungen ans Gehirn...

Ich hoffe, daß sich meine Fragen durchs "einfach mal anfangen" und durchs Stöbern in den Forum Archiven (gerade dort sind ja viele Anfänger Fragen ausführlich beantwortet und man lernt einiges dazu) lösen. Falls jemand die Lust & Zeit hat, mir bei der Problemlösung zu helfen, oder direkt weis, wo ich's im Archiv finde (das ist ja doch ganz schön arg groß, und passende Suchwörter fallen mir auch nicht immer ein), bin ich natürlich für jede Antwort arg dankbar!!!

Alles in allem:
das Clickertraining macht Spass (nicht nur mir), läßt mich mit Xenia doch wieder (einiger Maßen) regelmäßig trainieren, allerdings muss ich mich arg zurückhalten, da ich sooo viel an ihr ändern will (zuverlässiges Zurückkommen, nicht Ziehen, wenn andere Hunde entgegen kommen bzw. hinrennen, wenn ohne Leine, keine Enten, Hasen, etc. jagen und all die anderen "Kleinigkeiten). Ich denke, jetzt muss ich erst einmal geduldig sein (schön eins nach dem anderen), dranbleiben (ist auch so ne Sache) und schön klar im Kopf bleiben (sch.., jetzt hätte ich clicken sollen; das was zu spät; und wieder falsch geklickt; soll ich oder soll ich nicht?)

Aber was ich mir schon vorgenommen habe: falls Xenia mal Puppies kriegt, die vergebe ich nur samt K. Pryor Buch & Clicker (auf das Buch muss ich leider auch noch was warten, ist aber schon bestellt)!

Natürlich habe ich noch mehr Fragen, aber ich denke, für heute reichts erst einmal!

Viele Grüße und schöne Pfingsten,

Ulla


von Franziska + Wonda(YCH) am 23. Mai 1999 17:46


: Fragen & Probleme, die zum Übergang zum Clicker kamen:
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: - was mache ich mit der Hundeschule? (s. Eintrag von Vorgestern)
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: - was mache ich, wenn Xenia das Leckerchen nach Click nicht will (sie ist sehr picki und nicht immer für Leckerli zu haben) (alternatives Schnuppern, gel? Aber schnuppern darf sie so oft auch ohne C..(?)
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: - versteht sie, daß, wenn ich sie von weitem rufe, sie sich umdreht, ich dafür clicke, sie aber nicht für's Leckeri kommt, weil etwas anderes interessanter ist, daß dieses andere ihre Alternativbelohnung ist?? - oder sollte ich mit solchen Aktionen draußen erst einmal warten, bis das C-training weiter fortgeschritten ist?
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: - wie kann ich am besten das "nein" konditionieren? Die Handtuch-Methode wird bei Xenia nicht wirken, das weis ich jetzt schon, da sie sich nach zu ihr geworfenen Dingen (Steinchen, Halsband, Schlüssel, Sandale - treffen tu ich eh nicht) umdreht (wenn überhaupt), dies aber nicht als negativ empfindet, sondern eher damit spielen will oder es beschnuppert. Das einzige, wovor sie Angst hat, sind Türen, die ihren Schwanz einklemmen, große Rüden, Fähren&Busse, und daß ihr der Himmel auf dem Kopf fällt..
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: - kann ich zu viel clickern? (z.B. beim Spaziergang, der ja meißt mindestens ne halbe Stunde ist) Oder kann man am Anfang schon für alles gute (nicht ziehen, andere Hunde ignorieren etc.) clickern, nutzt sich das ab, und gilt auch hier: ein Verhalten nach dem anderen?
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: Es ist gar nicht so einfach, beim Spaziergang nun nicht mehr zurückzuziehen, wenn Xenia zieht (was macht man, wenn man's mal eilig hat, oder wenn's wirklich arg schlimm ist?), sie nicht zurückzurufen, wenn sie hinter Enten herjagd (nutzt eh nichts und muss ich wohl systematisch abtrainieren), und ihr einiges durchgehen zu lassen (heißt: systematisch zu ignorieren), wo man vorher geschimpft hat (da ein einfaches Nein halt noch nichts bzw. nicht immer nutzt). Auch "kein Leckerchen ohne click" mehr muss erst einmal verinnerlicht werden.

Das könnten genau meine Fragen sein. Ich bin gestern Abend auch total verunsichert von einem Spaziergang nach Hause gekommen und habe dann erstmal an eine Internet-Freundin, die wirklich viel Ahnung vom C&T hat, Fragen über Fragen gestellt. Und ich hatte mir immer eingebildet, ich weiß schon eine Menge. Ich kam mir vor wie ein Dummschlumpf!
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: Das Training zu Hause klappt gut! Xenia frißt dann auch als Leckerchen, was sie ohne Training oft verschmähen würde (wohl aus Spaß an der Freud). Ich habe allerdings nicht so angefangen, daß ich einfach auf ein Verhalten gewartet habe, sondern mit meiner Faust als target (dran schnuppern am Anfang war garantiert). Damit kann man ihr bestimmt schnell und einfach andere Sachen beibringen, da man sie so in alle möglichen Positionen "führen" kann. Problem ist noch, ihr das Lecken und gelegendliche Aufkratzen meiner Faust abzugewöhnen.

Ich habe Wonda dazu gebracht, zuerst mit der Schnauze einen Zeigestab mit der Schnauze zu berühren. Es gibt so metallene Stäbe, die einen Kuli mit drin haben und die man zusammenschieben kann. Die sind wohl eigentlich für Seminare und Vorträge gedacht, bei denen etwas auf einem Flipchart oder Projektorwand gezeigt werden soll, gibt's im Schreibwarenhandel. Mit der Zeit habe ich dann den Stab immer kleiner gemacht und schließlich meinen Zeigerfinger auf das Ende gelegt. Inzwischen geht sie mit dem Kommando "Touch" auf den Zeigefinger. Dadurch kann ich sie auch überall hinleiten, sie lernt z.B. gerade, Achter durch meine Beine zu laufen. Just for fun, aber man braucht einfach auch etwas, bei dem es wirklich nicht darauf ankommt, wie schnell es der Hund lernt. Es muß nur Spaß machen. Außerdem bellt Wonda auf Kommando: geballte Faust und ein initiierendes Kommando "Sprich" ist Bellen, die offene Hand als Wand vor ihren Kopf ist Schweigen. Bei Bellen schaue ich dem Hund in die Augen, beim Schweigen schaue ich einfach auf seine Schläfe oder den Ohrenansatz. Endziel: Bei Sprich fängt sie an zu bellen, schaue ich weg, was ein Außenstehender nicht sieht, hört sie auf - und schon kann der Hund zählen! Außerdem lernt sie durch die Finger-Touch-Methode das "Weben" durch meine Beine, während ich laufe. Es gibt ein nettes Buch von Celina del Amo "Spielschule für Hunde, 100 Tricks und Übungen", Ulmer Verlag. Da steht zwar nichts über C&T drin, aber mit ein wenig Überlegung und C&T-Erfahrung kann man sich da nette Sachen raussuchen, die man mit dem Hund machen kann. Seinem Hund Kunststüclchen beizubringen, ist zwar für nichts gut, wenn man es am "Ernst des Lebens" mißt, aber es macht Spaß und der Hund findet sein Fraule oder Herrle noch viel interessanter, weil er merkt, daß kein Frust über evtl. langsamen Fortschritt aufkommt. Wonda ist eigentlich eine recht ernsthaft Alaskan-Husky-Dame, aber da wird sie richtig albern!

Also, viel Spaß beim C&T, ich werde die Antworten, die Du bekommst, sorgfältig verfolgen, weil ich auch so manche Lösung erhoffe.

Tschüß, schönen Feiertag noch

Franziska und Wonda

von Ulla(YCH) am 24. Mai 1999 10:33



: habe dann erstmal an eine Internet-Freundin, die wirklich viel Ahnung vom C&T hat, Fragen über Fragen gestellt.

könntest Du Fragen und Antworten bitte hier veröffentlichen? Das würde bestimmt nicht nur mir helfen...


: : Das Training zu Hause klappt gut! Xenia frißt dann auch als Leckerchen, was sie ohne Training oft verschmähen würde (wohl aus Spaß an der Freud).

Kurze Anmerkung dazu: Xenia ist keine gute Esserin. Sie läßt immer einiges von ihrem Fressen Mittags und Abends stehen. Fange ich mit dem Clicker Training an, muss ich sie erst einmal mit was ganz Leckerem in Fahrt bringen, danach kann ich auf Trockenfutterkügelchen umsteigen - und siehe da, ihre (bis jetzt nur Mittags-) Ration ist schnell weg...


: Ich habe Wonda dazu gebracht, zuerst mit der Schnauze einen Zeigestab zu berühren. Es gibt so metallene Stäbe, die einen Kuli mit drin haben und die man zusammenschieben kann.

Ich wollte mir nachher einen Holzstock mit einer Styroporkugel aus nem Bastelladen als touch stick basteln (da könnte man sich auch verschiedene Größen billig herstellen), aber der Zeigestab hört sich gut an, v.a. weil er variable zusammenschiebbar ist- gute Idee!


:Inzwischen geht sie mit dem Kommando "Touch" auf den Zeigefinger.

Zeigefinger ist wahrscheinlich "handlicher" als Faust, fragt sich, ob man so einfach von Faust auf Zeigefinger "umtrainieren" darf, oder ob das eher zu verwirrend ist, mal dies mal das zu benutzen und lieber konstant bleiben sollte??


:Endziel: Bei Sprich fängt sie an zu bellen, schaue ich weg, was ein Außenstehender nicht sieht, hört sie auf - und schon kann der Hund zählen!

Respekt! Das hört sich arg schwer an!


:Es gibt ein nettes Buch von Celina del Amo "Spielschule für Hunde, 100 Tricks und Übungen", Ulmer Verlag.

Danke für den Tip! Ich weis nicht ob das möglich ist und ob überhaupt Interesse besteht, aber könnte man nicht eine kleine Sammelecke einrichten, wo Leute ihre Tricks, Spiele und Ideen aufschreiben können (o.k. o.k. ich weis, hier gibts ne Suchmaschine, aber so hätte man alles so schön kompakt...., am Ende könnte Yorkie.ch ein eigenes Buch rausgeben: gesammelte Tricks und Spiele unserer www-Leser..)

Übringens habe ich jetzt auch mit "medizinischem Training" angefangen. Xenia ist noch etwas argwöhnisch gegenüber Spritzen -ganz die Mama (damit meine ich mich). Auch das Blutabnehmen war letztens eine Katastrophe. Jetzt will ich erst einmal erreichen, daß sie stillsteht (zum Spritzen), dann werde ich mit einer Spritze ankommen, und sie langsam an deren Anblick und Nähe gewöhnen.
Zum Blutabnehmen hat mir mein Tierarzt gesagt, sollte ich sie an das Abklemmen des Oberarms gewöhnen, also einen Gurt um den Oberarm legen und zuziehen. Vielleicht gibt einem der Arzt dann auch noch die passenden Spritzen und Kanülchen dazu (nur zum so tun..). Der Piekser kann mit der Spitze eines Druckbleistiftes nachgeahmt werden. Alles nur Gewöhnungssache... und mit Clicker bestimmt ganz einfach.


confused smileyeinem Hund Kunststüclchen beizubringen, ist zwar für nichts gut, wenn man es am "Ernst des Lebens" mißt

ich denke schon, daß es für was gut ist, es festigt die Bindung zwischen Mensch und Hund, und denke (hoffe), daß dadurch das allgemeine Gehorchen in Situationen, wo es drauf ankommt, verbessert wird.


:Wonda ist eigentlich eine recht ernsthaft Alaskan-Husky-Dame, aber da wird sie richtig albern!

Xenia wird während des Trainings manchmal plötzlich völlig überdreht und versucht, alles, was ich ihr bisher beigebracht habe, auf einmal zu machen, sieht lustig aus, ist aber ganz schön anstrengend, weil man nicht weiterkommt. Ich gebe ihr dann ne kurze Auszeit, bis sie sich wieder beruhigt hat.


: Tschüß, schönen Feiertag noch

Gleichfalls & hoffentlich bis bald!!


Ulla

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