tschüss- nur im sitzen, bitte! :: Clickertraining

tschüss- nur im sitzen, bitte!

von andreas(YCH) am 05. Januar 2003 14:05

Hallo Martin,

: Was ist an dem stilisierten milchtritt schlechter als an dem stilisierten beuteangriff?
:
Beide von Dir genannten Beispiele (Milchtritt und Beuteangriff) sind zweck- und ergebnisorientiert. Glaubst Du, dass der Hund ein "Tschüß" tatsächlich in irgendeiner Weise mit einem Milchtritt in Zusammenhang bringt, dort wo jeglicher diesbzügliche Auslösereiz fehlt?

Keine Wärme, keine Zitze, dennoch Milchtritt?

Unterschied: Beutangriff: der Auslösereiz (Fluchtbewegung) ist vorhanden.

Welchen Nutzen bringt dem Hund ein Winke-winke, eine Dressur, die den Hund scheinbar menschenähnlich aussehen lassen soll, wo dies in keiner Weise der Fall ist?

Die Hundewelt muß wahrlich in Ordnung und ohne Probleme sein, wenn man für derlei Zeit aufwendet.

Viele Grüße,

andreas

von andreas(YCH) am 05. Januar 2003 14:15

Hallo Simone,

Antwort auf Deine klare Frage:

: Tut mir leid, aber was soll denn diese Frage?? Dann könntst du alle Kunststückchen weglassen. Warum brauchst du einen Hund, der Pfote gibt, oder Socken auszieht???

Meinem Hund habe ich Pfote geben beigebracht, weil die Kooperation eine Reihe von Dingen erleichtert, sei es Reinigung, Untersuchung Krallenschneiden. Mein Hund legt sich auch auf Kommando auf die Seite, schlichtweg, weil ich ihm damit beim Tierarzt unnötige Gewaltakte erspare.

Fuß gehen und auch Platz haben in vielerlei Weise einen realen Nutzen im Alltag.

Wenn mein Hund all dies unter verschiedensten Ablenkungssituationen beherrscht, wenn mein Hund z.b. vor dem Bäcker ruhig liegen bleibt, auch wenn ein anderer grölend vorbeikommt, wenn ich mit meinem unangeleinten Hund auch in der Dämmerung am Waldrand spazieren kann, dann kann ich vielleicht irgendwann über derlei Kunststücke nachdenken.

Ich bin sehr verwundert, über die Prioritäten, die verschiedentlich gesetzt werden.

Viele Grüße,

andreas


von Yna(YCH) am 05. Januar 2003 14:38

Hi andreas,

also hier kann ich jetzt auch nicht so recht folgen.

: Meinem Hund habe ich Pfote geben beigebracht, weil die Kooperation eine Reihe von Dingen erleichtert, sei es Reinigung, Untersuchung Krallenschneiden. Mein Hund legt sich auch auf Kommando auf die Seite, schlichtweg, weil ich ihm damit beim Tierarzt unnötige Gewaltakte erspare.

Also gelten für dich nur sinnbelegte Verhaltensweisen als sinnvoll? Außerdem ist ja nicht direkt ein Gewaltakt nötig, wenn Hund die Pfote nicht gibt, die kann man sich auch gewaltfrei nehmen. Übrigens Pfote geben und Pfote auch bei Behandlung liegen lassen sind ja auch wieder zwei paar Schuhe. Aber egal.


: Wenn mein Hund all dies unter verschiedensten Ablenkungssituationen beherrscht, wenn mein Hund z.b. vor dem Bäcker ruhig liegen bleibt, auch wenn ein anderer grölend vorbeikommt, wenn ich mit meinem unangeleinten Hund auch in der Dämmerung am Waldrand spazieren kann, dann kann ich vielleicht irgendwann über derlei Kunststücke nachdenken.

Dein Hund könnte den anderen Hund auch genauso gut im Stehen passieren lassen, wenn er ein Bleib ausführt. Die zwingende Notwendigkeit von Sitz oder Platz sehe ich nicht als Hilfe für den Hund, sondern als Hilfe, den Hund besser zu "fixieren".
Ich sehe den Unterschied zwischen den "sinnvollen" und "sinnlosen" gelernten Verhaltensweisen wirklich nicht. Für meinen Hund macht das alles herzlich wenig Unterschied.

:
: Ich bin sehr verwundert, über die Prioritäten, die verschiedentlich gesetzt werden.

Ich setze auch die Priorität mit meinen Hund erstmal die in meinen Augen wichtigen Sachen zu üben. Allerdings haben solche unwichtigen Killefitklamotten auch den Vorteil, dass man im problemlosen Bereich lernt gemeinsam zu lernen. Dem Hund entspannt Erfolgserlebnisse zu vermitteln und sich selbst auch. Find ich weder besonders Kiki noch so blöde wie es manchmal dargestellt wird.
Außerdem haben manche Leute vielleicht einen Hund, der gerne noch lernen möchte obwohl er sein "Alltagstauglichkeits"-Pensum hinter sich hat.
Vielleicht kann man sich drüber streiten was man dem Hund beibringt, weil es im menschlichen Geschmack affig ist oder gar an der Würde des Hundes kratzt, aber eine wirklich sachliche Kritik seh ich nicht was den Sinn oder Unsinn für den Hund angeht.

LG,
Yna

von Sabine(YCH) am 05. Januar 2003 15:48

Hallo, andreas,

was spricht dagegen, dass ein Clicker - beginner seinem Hund "sinnlose" Dinge bebringt einzig zu dem Zweck, dass er begreift, wie Hund lernt, dass er herausfindet, in welche Fallen man tappen kann, dass er mit seinem Hund zusammen einen neuen Weg gehen will und ihn erforsch, meinetwegen mit "tschüß?"?

Was ist los mit dir ?

Sabine & Oscar

von andreas(YCH) am 05. Januar 2003 18:01

Hallo Sabine,

:was spricht dagegen, dass ein Clicker - beginner seinem Hund "sinnlose" Dinge bebringt

Gegenfrage: was spricht dagegen, mit dem Clicker einfach gleich etwas zu üben, was auch irgendeinen Sinn ergibt?

:Was ist los mit dir ?

Über mich zu befinden, überlasse ich in der Regel anderen. Sofern Dich aber bereits der winzige Umstand irritiert und zu Besorgnis über mein Befinden veranlaßt, dass ich Übungen wie die geschilderte als Blödsinn empfinde, dann stellt sich mir die Frage: was ist los mit *Dir*?

Müssen wir uns alle immer anerkennend auf die Schuler klopfen und gegenseitig versichern, wie gut wir doch alles machen? Dann lohnt sich die Schreiberei für mich nicht mehr.

Gruss,

andreas

von andreas(YCH) am 05. Januar 2003 18:06

Hallo Yna,

grinning smileyein Hund könnte den anderen Hund auch genauso gut im Stehen passieren lassen, wenn er ein Bleib ausführt.

Ganz genau. Ist völlig wurscht, ob sitz, bleib, platz, down oder was auch immer. Jede dieser Vorgaben kann ihren Zweck erfüllen. Ich kann den jeweiligen Hund in eine bestimmte Position bringen oder -sofern Hund bereits zuverlässig und non-aggressiv wartet- einfach nur "bleib" sagen. Dann ist es ihm freigestellt, ob er steht, sitzt, liegt, solange er einfach nur an Ort und Stelle bleibt. Aber vielleicht könnte er ja auch fünf Minuten lang Tschüss sagen und winke-winke machen ...

Ich sehe den Unterschied zwischen den "sinnvollen" und "sinnlosen" gelernten Verhaltensweisen wirklich nicht. Für meinen Hund macht das alles herzlich wenig Unterschied.

Es macht dann einen Unterschied, wenn der Hund allerlei Tricks beherrscht, in entscheidenden Punkten im Alltag aber versagt, sprich: sich aggressiv verhält oder jagen geht. Dann nämlich mußt Du den Hund in seinen Freiräumen einschränken, was ist ihm sicherlich nicht gleichgültig ist.

:Außerdem haben manche Leute vielleicht einen Hund, der gerne noch lernen möchte obwohl er sein "Alltagstauglichkeits"-Pensum hinter sich hat.

Da gebe ich Dir völlig recht. Deshalb habe ich ja auch erwähnt: wenn der Hund alles andere zuverlässig und unter den verschiedenen Alltagssituationen beherrscht.

:aber eine wirklich sachliche Kritik seh ich nicht was den Sinn oder Unsinn für den Hund angeht.

Sinn macht für mich immer das, was dem Hund ein möglichst freies Leben in unserer ohnehin sehr eingeschränkenden Umwelt ermöglicht. Unsinnig ist es für mich, Gimmicks zu trainieren, wenn man ansonsten in allerlei Situationen die Sorge haben muß, dass Hund sich durchaus unerwünscht verhält. Was nützt mir ein winke-winke, wenn Hund ständig an die Leine muß? Ich habe über die Jahre hinweg hier vieles gelesen, verfolge dabei aus dem Augenwinkel, wie es bei den Leuten vorangeht und habe auch einige Leute "real" getroffen - und bin nicht zuletzt selbst in die eine oder andere Falle getappt. Häufig war es dann genauso: Hund kann eigentlich ganz viele tolle Sachen - und dann wird 20 Meter vorher gefragt "ist das ein Rüde?"; dann wird der Hund angeleint, weil es Rehe und Kaninchen geben könnte; da wird dann "nur sicherheitshalber" das Halti angelegt, weil man durch eine Menge von Menschen und Hunden muß.

Was soll denn das: Hund kann nach drei Jahren Tschüß - und brennt durch, wenn er in der Ferne ein Reh vermutet?

Möglicherweise hat der eine oder andere den ganzen Tag Zeit, sich mit dem Hund zu beschäftigen. Ich habe die nicht und muß da sehen, dass ich die zur Verfügung stehende Zeit effektiv nutze. Ausser den eigenen drei Hunden trainiere ich in letzter Zeit noch den Problemfall einer Bekannten, der sich wie ein Berserker auf andere Rüden stürzte. Die Frau war verzweifelt und traute sich nicht mehr vom Grundstück. Mir sind da zwar einige Sachen eingefallen- auch mit dem Clicker-, um zügig voranzukommen. Hätte ich ihr aber was vom "Tschüß" erzählt, dann hätte sie mich unter Garantie in nicht ernst genommen. Was ich ihr nicht verdenken kann.

Viele Grüße,

andreas

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