3 Tage geht es, aber dann!!! :: Clickertraining

3 Tage geht es, aber dann!!!

von Imma(YCH) am 22. November 1999 13:39

Hilferuf an die Clickerfreunde und an Martin!

Mit meinem Retrieverrüden Spikey (und unserer überaus verspielten Hündin) war ich eine Woche in einer Gegend, wo er sich sehr frei bewegen kann (er kennt das Gelände sehr gut). Dort habe ich versucht, an der Leinenführigkeit zu arbeiten. Es funktioniert recht gut: wenn er zieht, bleibe ich stehen und warte, bis er wieder kommt, dann gibt's C+R. Und wenn er zu weit vorne ist (an der 3-m-Leine), ruf ich "reicht", und auch das funktioniert zumeist recht gut. Das Schöne an der Gegend ist aber, dass die Hunde dort frei laufen können (riesige Almlandschaft, See, Bäche, Berge, Wiesen), weshalb ich versucht habe, den Clicker dafür einzusetzen, dass Spikey eher zurückkommt und vor allem nicht abhaut. Die ersten 2, 3 Tage ist alles gut gegangen. Wenn er zu weit weg war (mehr als 100 m), hab ich ihn hergepfiffen und geclickt, sobald er sich in Bewegung gesetzt hat. Da er aber bald sich hat ablenken lassen von interessanten Spuren, hab ich erst geclickt, wenn er bei mir war. Aber so nach ca. 3 Tagen war alles Pfeifen für die Fische. Mister Spikey kam nur mehr dann, wenn es ihm passte ... alles also beim alten, wie eh und je. Natürlich ist er ein paar Mal abgebuchst, zweimal davon laut bellend, um ja allen anderen Hunden (und Jägern) mitzuteilen, dass er ganz tollen Hirschen folgt ... Er kam unversehrt zurück, es dauert auch nicht wirklich lange, maximal 2 Minuten. Aber die können wie Ewigkiten wirken!
Konkrete Frage: Wie schaffe ich den Übergang von seinem relativ guten Gehen an der Leine (sogar auch ohne), wenn ich bereit bin, alle 20 Sekunden "Fuss" zu sagen, wenn er zu weit vorkommt, C+R einzusetzen etc. hin zu einem Verhalten, wo er mehr Freiheit haben kann, weil er im Ernstfall, also wenn ich es will, sofort zurückkommt? Und was kann ich tun, dass er in absehbarer Zeit an der Leine auch dann brav mittrottet, wenn ich nicht permanent in Übungslaune bin? Meinem Mann fehlt nämlich die Geduld dafür ...
Mir ist klar, dass es nicht von heute auf morgen geht, nur weiss ich nicht genau, wie ich mich Spikey besser verständlich machen kann. Er kriegt mit jedem Click Wurst oder Köse, allerdings ist ihm das nach einiger Zeit auch eher wurscht, weil die Selbstbelohnung des hinter Wild Hersetzens (oder auch nur frei herumzuschnüffeln, und dabei immer tiefer in den Wald zu geraten) mehr ist als alles, was ich ihm bieten kann!
Zum Glück läuft ihm unsere junge Hündin nicht nach, da sie derartig ballfixiert ist, dass es nichts Besseres auf der Welt für sie gibt!

Ich bin für jeden Ratschlag dankbar!

Imma + Spikey

von Martin + Mirko(YCH) am 22. November 1999 16:47

Grüß Dich Imma,

ja, ja die jagdleidenschaft....

: Konkrete Frage: Wie schaffe ich den Übergang von seinem relativ guten Gehen an der Leine (sogar auch ohne), wenn ich bereit bin, alle 20 Sekunden "Fuss" zu sagen, wenn er zu weit vorkommt, C+R einzusetzen etc. hin zu einem Verhalten, wo er mehr Freiheit haben kann, weil er im Ernstfall, also wenn ich es will, sofort zurückkommt? Und was kann ich tun, dass er in absehbarer Zeit an der Leine auch dann brav mittrottet, wenn ich nicht permanent in Übungslaune bin? Meinem Mann fehlt nämlich die Geduld dafür ...
: Mir ist klar, dass es nicht von heute auf morgen geht, nur weiss ich nicht genau, wie ich mich Spikey besser verständlich machen kann. Er kriegt mit jedem Click Wurst oder Köse, allerdings ist ihm das nach einiger Zeit auch eher wurscht, weil die Selbstbelohnung des hinter Wild Hersetzens (oder auch nur frei herumzuschnüffeln, ....

Da Spikey das Signal REICHT an der leine schon kennt, verallgemeinere (vielleicht zuerst mit schleppleine) auf das gehen ohne leine. Es sollte die bedeutung bekommen "weiter nicht". Idealfall wäre, er beschäftigt sich am ort, bis du deutlich näher gekommen bist und geht nach blickkontakt und bestätigung durch dich weiter. (Das wird seine belohnung. Wie du richtig siehst, geht seine motivation nicht in richtung futter, sondern in richtung beschäftigung. nutz das.)
wenn du ihn öfter so kontrollierst, wird er automatisch mehr blickkontakt aufnehmen. Setz in der entfernung als limit 20 m, mehr nicht.
Ich habe das verfahren mit Viktor getestet. Bei ihm funktioniert es ausgezeichnet. Probiers einfach.

tschüß martin & mirko


von Imma(YCH) am 22. November 1999 18:26

Lieber Martin,

: Idealfall wäre, er beschäftigt sich am ort, bis du deutlich näher gekommen bist und geht nach blickkontakt und bestätigung durch dich weiter. (Das wird seine belohnung. Wie du richtig siehst, geht seine motivation nicht in richtung futter, sondern in richtung beschäftigung. nutz das.)
: wenn du ihn öfter so kontrollierst, wird er automatisch mehr blickkontakt aufnehmen. Setz in der entfernung als limit 20 m, mehr nicht.

Genau dort liegt aber das Problem: Spikey sucht kaum je Blickkontakt, wenn er mit "wichtigeren" Dingen wie Schnüffeln etc. beschäftigt ist; solange er glaubt zu wissen, wo ich bin, reicht ihm das. Und wenn das andere interessant genug ist, setzt er der interessanteren Spur nach. Zweites Problem: Wir sind wieder daheim, und hier gibt es praktisch nur die Leine, da extrem viel Wild und wilde Jäger. Ich kann also alles nur an der Leine üben. Und bei "reicht" bleibt er gottergeben stehen und wartet, bis ich endlich neben ihm bin; im schlimmeren Fall versucht er dann wieder Vollgas zu geben, im besseren Fall schnüffelt er in der Gegend.
In den letzten Tagen hab ich dort, wo er viel Freiheit hat, versucht, das Reicht auch ohne Leine durchzusetzen. In der Nähe ging es, aber in der Ferne ...!! Und da er aber nur dort Freiheit hat, blutet mir das Herz, wenn ich ihn da auf einen Radius von wenigen Meter reduzieren muss.
Also mit einem Wort: Was kann ich jetzt, wieder an der Leine, mit Spikey üben, damit er a) besser an der Leine geht; und b) im Ernstfall gehorcht?

Viele Grüsse
Imma + Spikey

von herbert & amadee(YCH) am 23. November 1999 11:22

hi imma!
bei amadee hatte ich das glück im welpenalter das richtige zu tun: ich bin auf einen baum geklettert als sie mich mal wieder
ignoriete als ich sie rief.
sie hat mich dann gesucht, das war ihr click, bislang hält es fast 4 jahrte an.
vielleicht klappt das ja! denn du schreibst ja: "... solange sie weiß wo ich bin..."; was ist wenn sie es auf einmal nicht mehr weiß???
dann die geschichte mit dem blick zu dir, das hat amadee auch gelernt, selbst im tiefsten spiel kommt sie sofort, wenn ich mich in bewegung setze.
das haben wir immer am gleichen ort geübt, sie durfte buddeln, als ICH gehen wollte ging ich einfach, kam sie nicht war ich weg (habe mich versteckt, ohne daß sie mich riechen konnte), das habe ich fastbis zur spitze getan und dann wie verrückt gefreut als sie kam - C&B.

vielleicht klappt es bei euch auch?
viel glück & clickclack

herbert & amadee

von Imma(YCH) am 23. November 1999 12:54

: Hallo Herbert,
: bei amadee hatte ich das glück im welpenalter das richtige zu tun: ich bin auf einen baum geklettert als sie mich mal wieder
: ignoriete als ich sie rief.

Beim Spikey haben wir uns hinter einem Holzstapel versteckt, als er ein Welpe war (jetzt ist er 2,5); er hat uns auch gesucht, aber konnte uns nicht lokalisieren und ist dann in die völlig falsche Richtung losgestürmt; dann wieder zurück und weiter in eine andere falsche Richtung - bis wir uns wieder gezeigt haben. Das hatte keinen tieferen Eindruck auf ihn!! Bis heute ist es so, dass alles dann funktioniert, wenn keine besondere Ablenkung da ist. Aber wehe, es gibt was Tolles! Dann bin ich nur der Störefried am anderen Ende der Leine, den Mr. Spikey keines Blickes würdgit ...
Aber ich gebe nicht auf, irgendwie muss ich es ja schaffen!
Viele Grüsse
Imma + Spikey

von herbert & amadee(YCH) am 30. November 1999 08:55

hi Imma + Spikey !

na solange der reiz und die selbstbestärkung stärker sind als das was du zu bieten hast, wird es natürlich nicht so einfach, das stimmt schon.
und hier kommt die immerwährende diskussion um´s abrufen wieder ins spiel, das hat schon was mit strafe zu tun, aber nicht im herkömmlichen sinn.
wir haben das "nein" etabliert.(für den hund ist das strafe- weil es ablehnung von dir bedeutet)
dazu haben wir im kleinen angefangen (beim clickern, wenn beim shpen was daneben ging.)
aber das hast du bestimmt schon tausendfach gehört :-O
auf jeden fall wünsche ich dir viel erfolg - und nicht aufgeben.

clickclack

herbert & amadee

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