Mein Hund frißt ALLES auf der Straße :: Clickertraining

Mein Hund frißt ALLES auf der Straße

von Carola(YCH) am 02. Dezember 1999 20:11

:
Hallo Reynhold,

: ich habe mit Deiner Anweisung ein Problem. Es handelt sich offensichtlich um einen Hund, dem 5 Jahre lang niemand verwehrt hat, etwas vom Boden aufzunehmen und zu fressen. Ich sehe wenig Sinn darin, ihn jetzt plötzlich bei dieser Tätigkeit mit den Discs zu irrrtieren oder zu erschrecken. Der Hund weiß gar nicht wie ihm geschieht und warum das passiert.
:
: Ich würde anders vorgehen:
:
: Der Hund wird angeleint, ein Leckerchen kommt auf den Boden.
: Jeder Versuch das Leckerchen zu schnappen wird mit "Nein" quittiert.
: Mit der Leine verhindert man (schmerzfrei), dass der Hund das Leckerchen am Boden
: erreichen kann.
:
: Resigniert schließlich der Hund, dann gibt man exakt in dem Moment wo diese Resignation eindeutig zu erkennen ist: C&B. Die Belohnung ist ein exakt gleiches Leckerchen, wie das, was Boden liegt, es kommt aber aus meiner Hosentasche.
:
: Was lernt der Hund dabei?
:
Ja, was? Und zu welchem Preis?
Ich weiß , dass der disc einen starken psychischen Reiz auf den Hund ausübt, aber er ist sehr kurz und präzise.
Die Frustration muß und kann ich auch rasch wieder aufheben, sofern der Hund keine Angstneurose hat, dann
entfällt natürlich diese Technik vollkommen.
Wenn Du Deinen Hund anbindest, mit dem Futterbrocken auf dem Boden, wie lange soll er denn jankend und zappelnd
nach dem Futterbrocken haschen, wie oft willst Du "Nein" sagen, bis er entnervt aufgibt? Was hat der Hund dabeiwirklich gelernt?
Kennt er das Kommando "Nein" schon, brauchst Du ihn nicht
anzubinden. Kennt er es nicht, wird er es kaum lernen. Diese Gängelei durch Dich, auch wenn Du ihn dabeinicht berührst,.
ist viel größerer Streß für den Hund und der Lerneffekt am Ende gering.


: Hat der Hund das begriffen (und Clickerhunde begreifen das ganz schnell), dann hast Du gute Chancen, dass Dein Hund beim Anblick eines Leckerchens am Boden sofort zu Dir kommt.
:
: Aber bitte unbedingt die Discs werfen, bevor er Erfolg hat und das Leckerchen am Boden verschlungen hat.
:
: Übrigens, furchtbar wichtig an der ganzen Übung ist, dass der Hund beim Anblick eines Leckerchens am Boden auf "Nein" sofort zu Frauchen / Herrchen rennt. Er muss unbedingt sofort raus aus der Zone der Verführung. Kein normalhungriger Hund kann nämlich einer solchen Versuchung auf die Dauer widerstehen. Reelle Chancen auf Erfolg bestehen also nur, wenn das "Nein" zuverlässig wirkt u n d der Hund dann auch sofort zum HF kommt.
:
: Also nochmals: Ich halte es erst dann für sinnvoll und vertretbar die Discs einzusetzen, wenn der Hund gelernt hat, dass er nichts vom Boden aufklauben darf.:

Woher soll der Hund jetzt wissen, dass der Disc dazu da ist, sein ungewünschtes Verhalten abzubrechen? Wann und wie hast Du den Disc als Abbruchsignal etabliert?
Das mußt Du schon machen, sonst ist der Disc nichts anderes , als eine Strafe für ein gerade begangenes Vergehen. Ebenso wie der Leinenruck, die geschmissene Wurfkette oder
Ähnliches. Der Disc sollte Dich aber in die Lage versetzen, ein "Fehlverhalten" im Ansatz zu unterbrechen. Mit dem Disc kann man auch das Hörzeichen
"Nein" etablieren. Das Beispiel mit dem ungewünschten Futteraufnehmen habe ich als Anlaß benutzt,
die Verwendung des Disc zu beschreiben. Die Etablierung dieses Signals geht mit dem o.beschriebenen Beispiel aus meiner Sicht gut. Eingesetzt habe ich den Disc allerdings
um bei meinem älteren Rüden Aggressionsverhalten im Ansatz zu unterbinden-ohne Kommando- und dann sofort eine Alternativhandlung eingeleitet.
Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken.
Die Variante, die Rolf oben beschrieben hat, gefällt mir übrigens gut.

Viele Grüße
(aus dem wilden Osten)

Carola



von Reinhold + Ayko(YCH) am 02. Dezember 1999 21:17


Katrin schrieb:

: Wäre es für den Hund nicht noch attraktiver, wenn die
: "erlaubten" Leckerlis (also die, die aus der Hosentasche
: kommen) besser schmecken als die auf dem Boden? Also
: Käse, Wurst o.ä., wenn er ein Stück trockenes Brot
: liegen gelassen hat.


Hallo Katrin,

das ist eine gute Idee. Das Problemchen :-))) bei mir ist, dass ich mir nie ganz sicher bin, was ihm denn nun wirklich besser schmeckt, als das was auf dem Boden liegt. Ich könnte ja trotz großer Bemühungen auch etwas erwischen, was ihm bei Weitem nicht so gut schmeckt. Deshalb ist es vielleicht nicht ganz unklug sicherheitshalber das Gleiche zu verwenden. :-))))))


Humorvolle Grüße
aus dem Wilden Südwesten
Reinhold + Ayko

von Katrin+Vlin(YCH) am 03. Dezember 1999 06:39

Hallo Carola,

: Wenn Du Deinen Hund anbindest, mit dem Futterbrocken auf dem Boden, wie lange soll er denn jankend und zappelnd
: nach dem Futterbrocken haschen, wie oft willst Du "Nein" sagen, bis er entnervt aufgibt? Was hat der Hund dabeiwirklich gelernt?
: Kennt er das Kommando "Nein" schon, brauchst Du ihn nicht
: anzubinden. Kennt er es nicht, wird er es kaum lernen. Diese Gängelei durch Dich, auch wenn Du ihn dabeinicht berührst,.
: ist viel größerer Streß für den Hund und der Lerneffekt am Ende gering.

Dann legt man das Lock-Futter halt am Anfang nicht direkt vor die Nase des Hundes hin, sondern etwas entfernt, so dass der Hund es zwar sieht / riecht, aber trotzdem für Menschen noch ansprechbar ist. Nach und nach dann den Abstand verkürzen.

Tschau
Katrin

von Susanne(YCH) am 03. Dezember 1999 07:39

Hallo!

: Ich weiß , dass der disc einen starken psychischen Reiz auf den Hund ausübt, aber er ist sehr kurz und präzise.
: Die Frustration muß und kann ich auch rasch wieder aufheben, sofern der Hund keine Angstneurose hat, dann entfällt natürlich diese Technik vollkommen.

Meinem Hund wurde mit der "Kieselsteindose" das Aufreiten abgewöhnt (gleich in der ersten Übungsstunde). Ich selbst habe sie nachher nur einmal verwendet, weil er in der Wohnung zu viel gebellt hat. Ich war zwar erfolgreich dabei, aber ich hatte den Eindruck, der Hund beginnt sich vor der Dose richtig zu fürchten. Und es beeinträchtigt das Vertrauen, das ich shcon zu ihm aufgebaut habe. Seither verwende ich sie nicht mehr.(Bin auch Laie) Gerade beim Bellen hat man mir geraten, nachzuschauen, was los ist und dann demonstrativ zu gähnen oder die Lippen zu lecken, was für ihn heißt: alles o.k. Ich habs probiert und es funktioniert auch. Wenns irgendwie geht verzichte ich daher auf die Dose.

: Wenn Du Deinen Hund anbindest, mit dem Futterbrocken auf dem Boden, wie lange soll er denn jankend und zappelnd
: nach dem Futterbrocken haschen, wie oft willst Du "Nein" sagen, bis er entnervt aufgibt?
Beim ersten Versuch 5 Minuten, das ist nicht wirklich schlimm, finde ich.

: Kennt er das Kommando "Nein" schon, brauchst Du ihn nicht
: anzubinden. Kennt er es nicht, wird er es kaum lernen.
Da bin ich optimistischer. Der Hund hat nach fünf Jahren (!) spielen gelernt, da wird er das Nein auch noch lernen. Außerdem hat er z. B. auch bei der U-Bahn ständig rein und rausgedrängelt, aber bei täglichem Fahren wartet er jetzt an der Tür.

Optimistische Grüße sendet
Susanne


von Carola(YCH) am 03. Dezember 1999 12:48

Hallo Katrin,

:

: Dann legt man das Lock-Futter halt am Anfang nicht direkt vor die Nase des Hundes hin, sondern etwas entfernt, so dass der Hund es zwar sieht / riecht, aber trotzdem für Menschen noch ansprechbar ist. Nach und nach dann den Abstand verkürzen.
:
Das ist wohl einleuchtend, aber das "Nein" ist doch dabei eher störend, weil es den Streß
für den Hund eher steigert, da er durch Deine Einwirkung von Dir ausgeht und nicht nur von der
Unerreichbarkeit des Futterbrockens. Ich würde an dieser Stelle nicht auf den Hund einwirken.

Tschüß
Carola

von Carola(YCH) am 03. Dezember 1999 13:44

Hallo Susanne,

: Meinem Hund wurde mit der "Kieselsteindose" das Aufreiten abgewöhnt (gleich in der ersten Übungsstunde). Ich selbst habe sie nachher nur einmal verwendet, weil er in der Wohnung zu viel gebellt hat. Ich war zwar erfolgreich dabei, aber ich hatte den Eindruck, der Hund beginnt sich vor der Dose richtig zu fürchten. Und es beeinträchtigt das Vertrauen, das ich shcon zu ihm aufgebaut habe. Seither verwende ich sie nicht mehr.(Bin auch Laie) Gerade beim Bellen hat man mir geraten, nachzuschauen, was los ist und dann demonstrativ zu gähnen oder die Lippen zu lecken, was für ihn heißt: alles o.k. Ich habs probiert und es funktioniert auch. Wenns irgendwie geht verzichte ich daher auf die Dose.:
Wahrscheinlich waren Zeitpunkt und die Technik des Einsatzes dieser Dose ungeeignet, ich halte auch das Geräusch der präparierten Blechdosen für viel zu monströs.
Ich würde sie nach den beschriebenen Erfahrungen auch nicht wieder verwenden.

: Da bin ich optimistischer. Der Hund hat nach fünf Jahren (!) spielen gelernt, da wird er das Nein auch noch lernen. Außerdem hat er z. B. auch bei der U-Bahn ständig rein und rausgedrängelt, aber bei täglichem Fahren wartet er jetzt an der Tür.
Oh, da liegt sicher ein Mißverständnis vor. Ich meinte natürlich keinesfalls, dass Dein Hund das "Nein" oder andere Dinge nicht lernen wird. Meiner Meinung nach ist das von Reynold beschriebene Beispiel in Verbindung mit dem "Nein" zu langatmig,
um dieses Abbruchsignal zuverlässig zu etablieren. Du hast es ja selber geschrieben, dass Du es eigentlich auch nicht mehr brauchst. Das ist schon ein Beweis für Eure gute Partnerschaft.
Ich wünsche Euch beiden viel Freude, das Lernen hört nie auf, das macht das Leben mit unseren Vierbeiner(nicht nur mit diesen) so bezaubernd.

Viele Grüße

Carola

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