Angstaggressiver Junfhd- wie clickern? :: Clickertraining

Angstaggressiver Junfhd- wie clickern?

von Franzi+Wonda+Chili(YCH) am 26. Februar 2000 07:42

Hall an alle!

In meiner Gruppe habe ich einen fünfmonatigen Junghund (Schäfi-Collie-Berner), der immer grätziger zu anderen Hunden wird. Er knurrt fast jeden Hund auf die Weite an und wenn der Hund näher kommt, dann wird das Knurren lauter und er fängt sogar an, aufzuziehen. Kommen die Hunde ihm richtig nah, dann schnappt er sogar und springt auf sie zu, aber immer mit Rückzugstendenz. Mir widerstrebt es aber, den Hund mit Schnauzengriffen und/oder "Nein!" davon abzuhalten, weil ich befürchte, daß er die anderen Hunde dann noch negativer verknüpft. Er gebärdet sich nicht nur an der Leine so, sondern auch, wenn er frei läuft. Erstaunlicherweise ist das aber nicht bei allen Hunden so, aber inzwischen bei vielen.

Ich meine nun, man könnte ihn in eine positivere Grundstimmung bringen und ihm signalisieren, daß alles okay ist, wenn man ihn z.B. noch clickert, wenn er den anderen Hund sieht, aber noch die Klappe hält. Ich habe das bei Chili so gemacht, die sich vor Spaziergängern gefürchtet und dan losgekläfft hat. Inzwischen sind ihr die Fußgänger schnuppe.

Was würdet Ihr mit dem kleinen Angstrambo machen? Er soll übrigens beim Züchter seine Geschwister am Freßnapf massiv weggeknurrt haben, so daß ich mir nicht mehr ganz sicher bin, ob es nur Angst ist. Seine Körperhaltung sieht mir aber danach aus, er tritt den Hunden nicht selbstbewußt entgegen, sondern verkriecht sich nach Möglichkeit hinter seinen Leuten.

Bitte schnell antworten, bin ein bißchen ratlos.

Franziska


von Katrin+Vlin(YCH) am 26. Februar 2000 09:34

Hallo Franziska,

: Was würdet Ihr mit dem kleinen Angstrambo machen? Er soll übrigens beim Züchter seine Geschwister am Freßnapf massiv weggeknurrt haben, so daß ich mir nicht mehr ganz sicher bin, ob es nur Angst ist. Seine Körperhaltung sieht mir aber danach aus, er tritt den Hunden nicht selbstbewußt entgegen, sondern verkriecht sich nach Möglichkeit hinter seinen Leuten.

Wie reagieren seine Besitzer denn darauf? Welche Einstellung haben sie zu dem Ganzen? Ich frage deswegen, weil in einem "meiner" Kurse auch so ein Kandidat ist. Ein Hütehund-Rüde, jetzt ca. 6 Monate alt. Als es bei uns auf dem Hundeplatz mal ziemlich voll war, hat er wohl echt zuviel gekriegt und dann angefangen, nach allem zu schnappen, was ihm zu nahe kam. Dem Frauchen war es auch himmelangst angesichts dieser vielen großen Hunde und sie versuchte ständig, irgendwie auf ihren Zwerg einzuwirken: "Nein, Bello, nicht knurren, komm, lass den Großen in Ruhe, der tut dir nichts" usw. Ergebnis: der Kerl machte natürlich immer weiter und Frauchen wurde immer ängstlicher.

Seit zwei Wochen ist Bello in einer anderen Gruppe, wo nicht so viele Hunde sind. Seine Lieblings-Spielfreundin ist auch dort und er ist nicht mehr so gestresst. Und vor allem habe ich seinem Frauchen mal klar gemacht, dass sie ihren Hund nicht ständig zutexten darf, wenn sie an dem Verhalten was ändern will. Einfach so tun, als seien andere Hunde das Normalste auf der Welt. Nachdem sie aufgehört hatte, dauernd auf ihn einzureden, hörte das Knurren schlagartig auf und Bello spielte ganz locker mit seinen Kumpels. Natürlich ist dadurch das Problem nicht ein für allemal gelöst, aber ich denke schon, es ist wichtig, dass sowohl der Hund als auch die Besitzer (!) die Erfahrung machen, dass man sich nicht automatisch gegen alles verteidigen muss.

Im übrigen hatte mein Hund in dem Alter auch mal so eine Phase, wo er Fußgänger und so angebellt hat. Ich habe eine Weile gut aufgepasst, ihn immer zu mir gerufen, wenn was entgegenkam, und nach einigen Wochen war das Thema erledigt. Übrigens ohne Clicker ;-)

Liebe Grüße
Katrin und Vlin

von Franzi+Wonda+Chili(YCH) am 26. Februar 2000 12:40

: Hallo Katrin!

: Wie reagieren seine Besitzer denn darauf? Welche Einstellung haben sie zu dem Ganzen?

Bislang waren sie der Meinung, daß sie ihrem Kleinen mit "Nein" usw. klarmachen sollten, daß das nicht in Ordnung ist. Es fällt ihnen sehr schwer, einfach nur ruhig dazustehen. Und es ist halt manchmal auch schwer, die anderen Hunde davon abzuhalten, ihn vor lauter Freundlichkeit und Spielfreude nicht zu bedrängen. Ich denke, ich werde die Junghunde im Kurs nicht mehr spielen lassen, sondern die Herrchen und Frauchen, deren Hunde keine Probleme mit anderen haben, nach dem Kurs miteinander spazierenzugehen und Rocko einfach in Ruhe zu lassen. Wenn seine Leute zukünftig ruhig bleiben und Rocko den Zeitpunkt selber bestimmen kann, wann er Kontakt aufnehmen will, dann legt sich seine Angst.

Aber es wird sicher nicht leicht sein, denn seine Leute scheinen mir ein bißchen enttäuscht zu sein, daß er so ist. Andererseits, fällt mir gerade ein, waren sie schon stolz, daß ihr Rocko "aufpaßt" im Garten und alles verbellt, was aufs Grundstück kommt. Ich habe sie damals schon gewarnt, daß das kein Aufpassen, sondern pure Unsicherheit ist und sie einen üblen Motzer heranziehen, wenn sie ihn dafür auch noch loben.

Ciao, Franziska und die Hunde

von Katrin+Vlin(YCH) am 26. Februar 2000 14:48

: : Hallo Katrin!
:
: : Wie reagieren seine Besitzer denn darauf? Welche Einstellung haben sie zu dem Ganzen?
:
: Bislang waren sie der Meinung, daß sie ihrem Kleinen mit "Nein" usw. klarmachen sollten, daß das nicht in Ordnung ist. Es fällt ihnen sehr schwer, einfach nur ruhig dazustehen.

Rate ihnen doch mal, nicht zu stehen, sondern zu _gehen_ . Meiner Erfahrung nach gibt es dann weniger Reibereien unter den Hunden, weil sich dann um die stehenden Leute nicht solche "Reviere" aufbauen können. Sobald Rocko anfängt zu stänkern, einfach kommentarlos (!) und zügig weggehen.

Wie du schon schreibst, wird es wahrscheinlich nicht ganz einfach sein, ihnen das beizubringen, aber du schaffst das schon ;-))
Eigentlich müsste es nicht "Hundeschule" heißen, sondern "Herrchen-und-Frauchen-Schule".

Viel Erfolg
Katrin

von Franzi+Wonda+Chili(YCH) am 26. Februar 2000 19:26

Hallo Katrin!

: Rate ihnen doch mal, nicht zu stehen, sondern zu _gehen_ . Meiner Erfahrung nach gibt es dann weniger Reibereien unter den Hunden, weil sich dann um die stehenden Leute nicht solche "Reviere" aufbauen können. Sobald Rocko anfängt zu stänkern, einfach kommentarlos (!) und zügig weggehen.

Haben wir auch schon gemacht, war auch ganz gut, habe ich bloß vergessen, zu erwähnen. Sicherheit nehmen, aber da war ich mir eben auch nicht so schlüssig, weil er ja eigentlich nicht sicher ist und da nicht viel zu nehmen ist. Aber ich denke auch, daß das der richtige Weg ist.

: Eigentlich müsste es nicht "Hundeschule" heißen, sondern "Herrchen-und-Frauchen-Schule".

Meine "Institution" heißt auch "Die Mensch-mit-Hund-Schule" yawning smiley)))

Ciao, Franziska und die Hunde

von Martin + Mirko(YCH) am 28. Februar 2000 12:27

Grüß Dich Franziska,

: In meiner Gruppe habe ich einen fünfmonatigen Junghund (Schäfi-Collie-Berner), der immer grätziger zu anderen Hunden wird. ...

Kommt mir irgendwie bekannt vor.

: ... ob es nur Angst ist. Seine Körperhaltung sieht mir aber danach aus, er tritt den Hunden nicht selbstbewußt entgegen, sondern verkriecht sich nach Möglichkeit hinter seinen Leuten.

Teste doch einmal selber. Nimm den hund, mache aufmerksamkeitstraining (auf finger schauen, blickkontakt) und dann gehe in verschiedenen entfernungen an anderen hunden vorbei. Unterlasse alle signale außer finger hoch und C&B. Falls er zerrt, nur stehen bleiben. Wahrscheinlich wird er sich nach kurzer zeit dir aufmerksam zuwenden.
Den leuten musst du aber unbedingt sagen, dass du ihnen nichts vormachen willst, sondern einen test durchführst. Falls er klappt, haben sie es gesehen und damit die basis für eine änderung ihres verhaltens vorgeführt bekommen. Dann sind sie eher bereit, dir zu folgen.

versuchs einmal
tschüß martin & mirko

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