Gewissensfrage :: Gesundheit & Hund

Gewissensfrage

von diesmal unbekannt(YCH) am 08. August 2003 07:45

Hallo Ihr,

es besteht der Verdacht, daß mein Rüde, 7 Jahre einen inoperabelen Tumor hat. Das wird in den nächsten Tagen abgeklärt.
Dazu kommt noch, daß ihm mittlerweile die mittlere HD und noch so ein paar kleinere Wehwehchen zu schaffen macht, die das Alter wohl mit sich bringt.
Aufgrund all dieser "Beschwerden" scheint er sich gegen meinen zweiten Rüden (beide nicht kastriert) nicht mehr so durchsetzen zu können und wird entsprechend in die Ecke gedrängt.

Schmerzen hat er erkennbar keine, obwohl er die Hüfte etc. entlastet und ungerne springt und sich schnell hinsetzt. Es geht ihm soweit ich das beurteilen kann gut. Die Wärme - aber darunter leidet wohl z. Z. jeder....

Wenn sich der Verdacht bezüglich des Tumors bestätigt, hat der TA mir wenig Hoffnung auf Heilung etc. gemacht. Würdet ihr an dieser STelle direkt einschläfern oder abwarten, bis es schlimmer wird?
Der Zeitpunkt kommt irgendwann und mein Gedanke ist der, daß er bisher nicht gelitten hat, daß er so stirbt, wie er gelebt hat - zufrieden, daß ich ihm jetzt Leiden ersparen kann, die sowieso kommen, daß er den Verlust des ersten im Rudel und das plattgemacht werden aufgrund des geänderten Hackordnung nicht mehr mitbekommt. Ich kann ihn vor den Übergriffen des anderen nicht schützen...., daß müssen die beiden wie bisher auch alleine regeln....

Wenn ich ehrlich bin, kann und will ich ihn (später) nicht leiden sehen und muß ehrlich sagen, daß ich dafür auch keine Nerven, Zeit und Geld habe....

So viele Dinge gehen mir durch den Kopf.... Was ist richtig/falsch

Danke für eure Antworten




von Antje(YCH) am 08. August 2003 08:25

Hallo Unbekannt,

das Schlimmste, was man machen kann, ist, einen Hund aus eigenen Trennungsängsten so lange leben zu lassen, bis sein Leben nur noch aus Leiden besteht.

Du mußt Deinen eigene Lösung finden für dieses Problem. Es ist immer schwer, den "richtigen" Zeitpunkt zu bestimmen für's Einschläfern. Und mit je mehr Leuten Du Dich darüber unterhältst, desto mehr Meinungen wirst Du hören und desto mehr Vorwürfe wirst Du Dir einhandeln, egal zu Dwelchem Zeitpunkt Dein Hund eingeschläfert wird.

Ich denke, es ist akzeptabel, einen Hund so lange, ggf. mit Schmerzmitteln, leben zu lassen, bis er an Lebensqualität einbüßt. Ich denke aber auch, daß es akzeptabel ist, den Hund auch schon früher einschläfern zu lassen. Es gibt durchaus Leute, die so etwas auch von der finanziellen Seite betrachten müssen. Wenn ich weiß, daß mein Hund mit starken, aber teuren Medikamenten noch vielleicht 6 Monate zu leben hat, die Kosten für diese Medikamente der Famile aber wirklich weh tun, ist es für mich auch O.K., wenn man so einen Hund gleich einschläfern läßt.

Du mußt den Weg für Dich und Deinen Hund selbst finden. Falsch wär es aber, aus irgendwelchen Schuldgefühlen heraus den Hund zu spät einschläfern zu lassen.

Viele Grüße

Antje

von Kathi(YCH) am 08. August 2003 08:17

Hi,

ich würde versuchen für den "Alten" einen Altersruhesitz zu finden. Den Tod hat er nicht verdient!
Und, auch wenn Du es nicht gerne hören willst (denke ich), würde ich davon absehen wieder einen 2. Hund dazuzunehmen. Keine Zeit, keine Lust, kein Geld, keinen Nerv - alles denkbar schlechte Voraussetzungen um die Verantwortung (mit allen Konsequenzen) für ein lebendiges Wesen zu übernehmen.

Kathi

von josh(YCH) am 08. August 2003 08:34

Hi,
Zeit, Nerven und Geld hast Du zu haben - das gehört zu Deiner Verantwortung dem Hund gegenüber. Ein Hund leidet nicht automatisch, wenn er im Rudel runterrutscht - nur, wenn die anderen ihn "fertigmachen". Das kommt aber nicht immer so, eher selten (meine Erfahrung). Aktuell geht es dem Hund gut, er ist schmerzfrei, lebenslustig, frißt und bewegt sich noch freiwillig (oder?). Daher gibt es - schon allein nach Tierschutzgesetz - keinen Grund ihn zu töten. Wenn der Tumor größer wird und ihm Schmerzen bereitet - dann kann man entweder über eine OP nachdenken und falls die Prognose dafür zu schlecht ist, unter Umständen ans Einschläfern.
Nochmal: Geld, Zeit und Nerven sind überhaupt keine Argumente, wenn man mal die Verantwortung für ein Lebewesen übernommen hat.
Grüße
josh

von Antje und Bonnie(YCH) am 08. August 2003 08:49

Hallo, mich würde zunächst einmal interessieren, welcher Tumorverdach im Raum steht und warum inoperabel. Die Frage ob operabel oder nicht und auch die Chancen werden nämlich von unterschiedlichen Tierärzten durchaus unterschiedlich bewertet. Das hängt sehr von der Erfahrung des Tierarztes ab. Die Prognosen der Tierärzte können machmal sehr abenteuerlich sein.

Wegen der HD würde ich auch einmal Akupunktur in Betracht ziehen. Mittlere HD sollte sich eigendlich in den Griff kriegen lassen. Falls Dir dies aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, schließe ich mich Kathi an. Du solltest einen anderen Platz für den Hund suchen. Das örtliche Tierheim wird Dir sicherlich behilflich sein. Sollte die Prognose tatsächlich so schlecht sein, wie Du befürchtest, kann Dir kaum einer einen Rat geben. Hier musst Du für Dich und Deine Familie abwägen, womit ihr fertig werdet. Wenn ihr es mit dem Gewissen vereinbaren könnt, läßt Hundi schnell einschläfern. Wenn ihr eine Zeit für den Abschied braucht, wartet, bis sich erste Verschlechterungen zeigen und nutzt die Zeit um Abschied zu nehmen und das Ganze zu begreifen. Das wäre die Version, die ich für mich bevorzugen würde.

Liebe Grüße

Antje

von diesmal unbekannt(YCH) am 08. August 2003 08:39

Hallo Kathi,

der Verantwortung für zwei Hunde stelle ich mich, wenn ich das nicht machen würde,würde ich nicht so darüber nachdenken.

Das zwei Hunde viel Geld, Zeit und Nerven kosten, war und ist mir klar. Ich habe das wahrscheinlich etwas unglücklich ausdrückt. Ich kann nicht ein "Vermögen" in die Rettung eines unheilbarkranken Hundes investieren. Ich kann - aufgrund der Tatsache das ich arbeiten muß - nicht zulassen, daß der kranke Hund platt gemacht wird.
Es ist unfair mir hier Gedankenlosigkeit und/oder Gleichgültigkeit vorzuwerfen.

Generell wird es so sein, daß es keinen zweiten Hund gibt. Er andere muß alleine klar kommen und wenn dieser ebenfalls nicht mehr lebt, werde ich mir ernsthaft Gedanken machen. Aber das ist ein anderes Thema.




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