Blinder Hund :: Gesundheit & Hund

Blinder Hund

von Sabine(YCH) am 16. August 2001 06:02

Hallo zusammen
wir haben ein kleines Hunderudel und gehen jetzt am Samstag eine Hündin anschauen die halb blind ist. Warum die Hündin nicht mehr voll sieht weiss ich noch nicht und ob wir damit rechnen müssen dass sie ganz erblindet, wissen wir auch noch nicht. Aber das sind sicher Fragen die abgeklärt werden.
Meine Frage an Euch, wenn wir jetzt einmal vom schlimmsten Fall ausgehen, dass die Hündin ganz erblinden würde. Wie müsste man mit so einem Hund umgehen. Kann man so ein Hund auf dem freien Feld frei laufen lassen oder wird er durch diese Behinderung ein Flexi-Hund? Wie findet er sich in der Wohnung zurecht? Was wäre, wenn wir umziehen würden (Der Hund ist erst 1 Jahr alt)? Wie wird das Verhalten innerhalb vom Rudel, z. Bsp. was ist mit spielen?
Ich wäre froh, wenn ihr mir eure Erfahrungen berichten würdet, damit sie vielleicht mit zu einer Entscheidung helfen, denn ich würde dem Hund gerne einen Platz bieten, wenn er nicht total überfordert wäre.

von Jana(YCH) am 16. August 2001 13:29

Hallo Sabine,

wir haben seit 3,5 Wochen einen völlig blinden ca. zweijährigen Dalmatinermix bei uns aufgenommen, der Hund stammt aus einem türkischen Tierheim und der Grund für seine Blindheit ist unklar. Wir haben bereits drei Hunde (Westies) und uns tat dieser arme Kerl so leid, daß wir jetzt eben vier Hunde haben. Ich hätte nie gedacht, daß ein blinder Hund so gut mit seiner Behinderung zurecht kommt. Jimmy kann Treppen steigen, springt ins Auto und wieder raus, er bewegt sich im Haus ziemlich sicher (ab und zu rennt er schon mal gegen etwas) und man merkt eigentlich fast gar nicht, daß er blind ist. Beim spazieren gehen läuft er ganz normal an der Leine und im Wald und Feld leinen wir ihn auch ab, also nix Flexi- Hund. Jimmy würde auch sehr gern mit unseren Westies spielen und fordert sie immer wieder dazu auf, aber da er eben doch etwas größer ist als sie, ist er ihnen zu stürmisch und sie gehen nicht auf seine Aufforderungen ein (unsere Älteste läßt sich manchmal schon breit schlagen). Du glaubst gar nicht wie fröhlich und lebenslustig dieser Hund ist. Ich kann nur jedem ans Herz legen, sich nicht von der Blindheit eines Hundes abschrecken zu lassen, es ist wirklich keine Belastung und man kommt gut damit klar, ich würde immer wieder einem blinden Hund die Chance geben. Ich habe sowieso das Gefühl, daß blinde Hunde viel besser mit ihrer Blindheit zurecht kommen als Menschen, sie leiden eben nicht psychisch darunter, was bei Menschen ja doch (verständlicherweise) meistens der Fall ist. Die Hunde, die schon im Haus sind, müssen sich aber erst daran gewöhnen, daß ein blinder Hund dazu gekommen ist, das geht jedoch recht schnell. Jimmy stolpert schon öfter mal über unsere Kleinen und geht auch nicht auf ihre Gesten ein, am Anfang waren die Damen damit etwas überfordert und reagierten gestreßt, aber inzwischen haben sie sich an den ollen Tollpatsch gewöhnt und wissen, daß sie aus dem Weg gehen müssen, wenn er ankommt. Wenn Du Dich noch mehr über dieses Thema mit mir austauschen möchtest, kannst Du mich gern privat anmailen:
Jana_Hoffmann@psyallg.ukl.uni-freiburg.de (meine Adresse ist für das angegebene Feld zu lang). Ich würde mich wirklich freuen, wenn Ihr der kleinen Maus ein schönes Zuhause geben würdet, Ihr würdet es sicher nicht bereuen, zumal solche Tiere so unendlich dankbar sind. Nur Mut.

Noch einen schönen Nachmittag.

Viele liebe Grüße

Jana und 3+1

von Andrea(YCH) am 16. August 2001 16:34

: Hallo Jana,
ich wollte mich bei dir für dein positives Statement für blinde Hunde bedanken. Da mein 4-jähriger Havaneser bereits auf einem Auge durch grauen Star fast blind ist, müssen wir uns auch daran gewöhnen, dass er irgendwann ganz erblindet. Dein Bericht hat mir Mut gemacht!
Liebe Grüße von Andrea
:

von Jana(YCH) am 17. August 2001 07:26

Hallo Andrea,

die Sache mit Eurem Kleinen tut mir leid. Besteht keine Möglichkeit, dem Ganzen entgegenzuwirken? Ich kenne mich mit grauem Star überhaupt nicht aus und Ihr werdet Euch sicher informiert haben, ich weiß nur, daß es in Zürich eine Tierklinik gibt, die sich auf Augenprobleme spezialisiert hat bzw. auf dem Gebiet sehr weit und erfolgreich ist. Es ist auf jeden Fall etwas anderes einen blinden Hund zu sich zu nehmen und ihn nicht anders zu kennen, als lernen und akzeptieren zu müssen, daß der eigene Hund sein Augenlicht nach und nach verlieren wird. Ihr habt damit wahrscheinlich mehr Probleme als Euer Hund, er wird sich an den Zustand gewöhnen und lernen damit umzugehen, so traurig das ist. Ihr müßt den Kleinen weiterhin so nehmen, wie er ist und ihn nicht spüren lassen, daß Ihr evtl. verunsichert seid, er ist genau der gleiche Hund wie vorher und genauso liebenswert, das ist es, was zählt, mit allem anderen kann man sich irgendwie arrangieren, denn der Hund wird dadurch, daß er vielleicht irgendwann völlig erblindet, keine Belastung für Euch sein, davon bin ich überzeugt. Ich drücke dem Kleinen ganz fest die Daumen und wünsche Dir, daß Du gut mit der Situation umgehen kannst, sollte es wirklich mal soweit sein.

Liebe Grüße

Jana und die Hunde

von jana(YCH) am 19. August 2001 20:16

Hallo Sabine, leider habe ich erst heute deine Mail gelesen. Ich habe eine Westi-Hündin, welche seit fast 2,5 Jahren blind ist. Jemand der nicht weiß, das sie nichts sieht bemerkt es nicht. Sie geht mit in die Stadt einkaufen fährt mit in den Urlaub, kommt mit auf arbeit. Kurz sie tut alles, was ihre Schwester auch tut. Sind wir irgendwo zu Besuch geht sie erst die Wohnung ab, ich zeige ihr, wo ihr Wassernapf steht und das geht perfekt. Die Nase und die Ohren sind jetzt ihre wichtigste Orientierung. Rein durch den Geruch geht sie am Gehweg Guliedeckeln aus den weg. Sie ist noch nie gegen etwas gelaufen. Die Spiele sehen jetzt etwas anders aus. Ich werfe große Hundekuchen, welche sie fallen hört, oder verstecke welche, die sie dann sucht und sie oft schneller als ihre Schwester auch beim Katzen und Mäuse aufstöbern am Feld. Am Anfang habe ich Sie kurz an der Leine gehalten und sie hat gelernt auf einen kleinen ruck ander Leine und Befehle zu reagieren. Auch sollte man etwas mehr Zeit einplanen, denn der Hund geht jetzt nicht mehr sehend, sondern riechend gassi. Mylady läuft um Autos herum. Sie ist noch nie über einen Bordstein gestolpert. Sie wurde damals nach erkennen von Diabetes innerhalb einer Woche blind. Das war am Anfang sehr schwer für uns alle, aber jetzt sind wir sehr stoz auf sie.
Vor 5 Jahren hat unser Tierschutzverein einer 10 Jahre alten Schäferhündin zu einer Augen-OP verholfen. Sie lebt noch heute glücklich, zufrieden und sehend. So nun entscheidet Euch, falls ihr es noch nicht habt. Viele Grüsse Jana, Mylady und Susi

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