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Hilfe! Depression nach Amputation :: Gesundheit & Hund

Hilfe! Depression nach Amputation

von Martina(YCH) am 24. Juli 2002 08:05

Hallo,

es geht hier um den Hund einer Bekannten. Den Hund selbst kenne ich nicht, da ich in NRW wohne und meine Bekannte in Süddeutschland.
Moritz ist ein 4jähriger Mischling, der sich kürzlich beim Spielen den Vorderlauf sehr kompliziert gebrochen hat. Der Bruch hatte sich dann entzündet, das Bein drohte abzusterben und nun wurde am Sonntag kurzfristig das Vorderbein amputiert, da der Hund sonst eine Blutvergiftung erlitten hätte.
Nun das Problem:
Zum einen macht sich die Bekannte große Vorwürfe, da sie mit dem Hund gespielt hat und er sich dabei das Bein gebrochen hat!
Nachdem sie sich nun durchgerungen hatte, dass das Bein amputiert wurde (wir haben ihr gesagt, dass es für einen Hund überhaupt kein Problem ist, mit 3 Beinen zu leben und er sich daran gewöhnen würde), kommt das nächste Problem:
der Hund ist richtig depressiv seit der Amputation. Es sind zwar erst 2 Tage vergangen, aber er frisst kaum, reagiert auf nichts und verkriecht sich am liebsten in einer Ecke. Wenn er im Garten ist und der Nachhbar taucht plötzlich auf, läuft er sofort rein. So, als würde er sich schämen.
Die Familie behandelt den Hund im Moment, als wenn alles ganz normal wäre. Er wird also nicht bemitleidigt und verhätschelt, sie versuchen, die Situation als normal zu behandeln.

Hat jemand von Euch Erfahrung damit? Legt sich das wohl wieder oder kann es sein, dass der Hund sich so sehr schämt, dass er weiterhin so frustriert und deprimiert sein wird?

Meine Bekannte ist ziemlich erledigt, da sie sich nun wieder Vorwürfe macht, die OP veranlasst zu haben. Aber ohne diese OP hätte er ja gar keine Chance mehr gehabt...

Wir sind für jeden Tipp dankbar.

Martina

von Kathi(YCH) am 24. Juli 2002 08:12

Hallo Martina,

es wundert Dich, daß der Hund sich so gibt? Mich überhaupt nicht. Er lebte 4 Jahre mit 4 Beinen und hat nun nur noch 3 dazu wohl auch Schmerzen, da die OP erst 3 Tage her ist.
Mich wundert es überhaupt nicht, wenn ein Hund 3 Tage nach einem solchen Eingriff nicht so vergnügt ist wie vorher.
Laßt dem armnen Tier erstmalö seine Genesungfszeit mit anschliueßender Erholungszeit. Das wird sicher Wochen dauern.

Grüße
Kathi

von Connie(YCH) am 24. Juli 2002 08:50

Hallo Martina,

unser Afghane musste sich letztes Jahr einer Rutenamputation unterziehen (bei einem Unfall hat er sich die Rutenspitze aufgerissen, eine Heilung ohne OP war nicht möglich!). Obwohl das eine vergleichsweise "kleine" OP gewesen ist war unser Hund sehr lange betrübt, hatte wochenlang Schmerzen und war auch nach der Heilung noch lange sehr empfindlich an der Rute. Dazu kam, dass er monatelange "Alpträume" hatte, d. h. furchtbares Jammern und Jaulen im Schlaf, dazu Klopfen mit der Rute auf den Boden. Heute ist er wieder ganz der "Alte".

Meine Meinung dazu, dass ihr dem Hund Zeit geben müßt, um sich mit der neuen, für ihn ungewohnten Situation abzufinden. Hunde sind sehr anpassungsfähig und wenn es sicherlich auch keine leichte Zeit werden wird, ihr habt das Richtige getan um dem Hund zu helfen! Nun müßt ihr Geduld haben, er wird es Euch danken!

Liebe Grüße
und schnelle Genesung dem Patienten
Connie

von Fiona(YCH) am 24. Juli 2002 09:10

Hallo Martina!
Also, meinem Hund wurde zwar kein Bein amputiert, aber sie konnte ihn fast 7 Wochen lang (nach einer erfolglosen OP am Knie) nicht verwenden, hatte dementsprechende Schmerzen usw. In dieser Zeit war sie auch depressiv, aus dem sonst so lebhaften Wesen wurde ein schlafender Hund den nichts mehr interessiert hat. Ihr Lebensinhalt bestand vorher aus fressen und zwar bis hin zur Zitrone und laufen. In der Zeit hat sie zwar gefressen aber lang nicht mit so viel Appetit, Äpfel z.b. ließ sie liegen. Die Lebensfreude ist dann erst nach der 2. OP und mit dem Nachlassen der Schmerzen wieder gekommen. Obwohl sie auch da ihr 4. Bein nicht benutzte. Ich glaub es liegt mehr an den Schmerzen als an dem ungewohnten Zustand, auf 3 Beinen zu gehen oder gar nur mehr 3 Beine zu haben. Ich glaub fest, daß der Hund ohne Schmerzen und nach einer Eingewöhungszeit auf 3 Beinen wieder ganz der alte wird. Hunde sind zäher als wir denken. Ein wenig Geduld bitteschön!


von Möni(YCH) am 24. Juli 2002 09:26

Hallo Martina!
Der Hund Deiner Bekannten "schämt" sich nicht, wahrscheinlich hat er Schmerzen und muss sich an die neue Situation erst gewöhnen.
Dass die Familie den Hund ganz normal behandelt und ihn nicht bemitleidet und verhätschelt ist in Ordnung, sie sollen sich aber auch keine Vorwürfe mehr machen, jetzt ist es eh zu spät.
Optimistisch und fröhlich zu sein, das wäre für den Hund wohl besser.
Gute Besserung!
Gruss Möni

von Martina(YCH) am 24. Juli 2002 09:51

Hallo,

danke erstmal für Eure schnellen Antworten. Ich bzw. wir wollten nicht ungeduldig erscheinen, jedoch war meine Bekannte so besorgt, weil sie auch niemanden nach Erfahrungen mit so einer OP fragen konnte, dass ich ihr angeboten hatte, ihr Problem bei Yorkies reinzusetzen.
Sicherlich ist ihr klar, dass so ein Heilungsprozess seine Zeit braucht. Sie ist nur ziemlich besorgt, weil der Hund eben völlig anders ist als sonst.

Ich hab ihr eben schon telefonisch Eure Antworten ausrichten lassen und ich denke, dass ihr das auf alle Fälle helfen wird.

Ich denke auch, dass der Hund sich nach einer gewissen Zeit an den neuen Zustand gewöhnen wird und damit umgehen kann.

Liebe Grüße
Martina

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