Gebärmutter entfernen, Gesäuge auch? :: Gesundheit & Hund

Gebärmutter entfernen, Gesäuge auch?

von Maren(YCH) am 01. Juni 2003 09:07

Hallo, ich habe vor, meine 7jährige Hündin nächste Woche kastrieren zu lassen (Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken). Der Grund: sie wird immer so stark scheinträchtig, das Gesäuge schwillt sehr stark an und sie hatte die letzten drei Mal immer Knötchen im Gesäuge. Diese sind später (nach Medikamentengabe damit die Milch weggeht) wieder verschwunden, aber man fürchtet sich ja jedes Mal.

Sie hatte drei Würfe (vier und zwei mal einen Welpen) und ich möchte sie operieren lassen, solange sie noch richtig fit ist, nicht erst wenn sie Probleme bekommt.

Die letzte Läufigkeit war im Januar und das Gesäuge ist immer noch nicht ganz wieder zurückgegangen. Unser Tierarzt meint aber, nach der Kastration wird es noch zurückgehen.

Nun hat mir eine befreundete Tierärztin geraten, die eine Gesäugeleiste gleich bei der OP mit entfernen zu lassen, und die andere später. Sie hat auch etwas getastet was ein Tumor sein könnte (nicht abgegrenztes Gewebe). Ich bin jetzt unsicher, was ich meiner Hündin vorbeugend zumuten soll und was nicht. Natürlich werde ich unseren Tierarzt befragen aber ich hätte gerne noch eine weitere Meinung eingeholt.
Bin auch dankbar für jede Info wie andere Hündinnen so einen Eingriff überstanden haben.
Viele Grüße,
Maren

von Sonja(YCH) am 01. Juni 2003 10:16

: Hallo, ich habe vor, meine 7jährige Hündin nächste Woche kastrieren zu lassen (Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken). Der Grund: sie wird immer so stark scheinträchtig, das Gesäuge schwillt sehr stark an und sie hatte die letzten drei Mal immer Knötchen im Gesäuge. Diese sind später (nach Medikamentengabe damit die Milch weggeht) wieder verschwunden, aber man fürchtet sich ja jedes Mal.

Es gibt Milchknötchen, die sind völlig harmlos und können auch nicht entarten.

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: Die letzte Läufigkeit war im Januar und das Gesäuge ist immer noch nicht ganz wieder zurückgegangen. Unser Tierarzt meint aber, nach der Kastration wird es noch zurückgehen.
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Ja, das denke ich auch.

: Nun hat mir eine befreundete Tierärztin geraten, die eine Gesäugeleiste gleich bei der OP mit entfernen zu lassen, und die andere später. Sie hat auch etwas getastet was ein Tumor sein könnte (nicht abgegrenztes Gewebe).

Würde ich keinesfalls machen lassen!!! Die Kastration ist schon allein genug. Wenn da keine definitiven Tumore sind, gibt es keinen Grund, die Gesäugeleisten zu entfernen! Das würde sogar gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Bei Krebspatientinnen, ist es oft notwendig, die gesamte Leiste (oder sogar beide) zu entfernen. Stell Dir das nicht so simpel vor. Es ist ein ziemlich großer Eingriff, mit viel Substanzverlust, und die Naht zieht sich von der 1. bis zur letzten Zitze. Die 2. Seite kann dementsprechend erst Wochen später operiert werden, wenn die erste Naht gut verheilt ist und sich wieder soviel Haut und Gewebe gebildet hat, daß man gefahrlos die 2. Seite operieren kann.

WEnn da wirklich kleine Knötchen sind, kann man sie lokal entfernen (bis etwa erbsengröße), ohne Gefahr zu laufen, daß sie anfangen zu streuen. Die Tumore sollten auf jeden Fall eingeschickt werden. Wenn sie bösartig sein sollten, sollte nachträglich der/ die entsprechenden Gesäugekomplexe und die regionären Lymphknoten mit entfernt werden.

Ich bin jetzt unsicher, was ich meiner Hündin vorbeugend zumuten soll und was nicht. Natürlich werde ich unseren Tierarzt befragen aber ich hätte gerne noch eine weitere Meinung eingeholt.

Frag am besten den behandelnden TA um Rat, denn DER muß es ja schließlich operieren.

: Bin auch dankbar für jede Info wie andere Hündinnen so einen Eingriff überstanden haben.

Kastration ist i.d.R. problemlos, der Hund darf nicht an der Narbe lecken. Nach 10 Tagen kommen die Fäden raus, dann ist aber alles schon wieder vergessen.
Gesäugeleiste: Heilt nicht immer so problemlos ab, da die Wundfläche sehr groß ist und die OP entsprechend lange dauert. Es kann zu Lymphstauungen und Seromen kommen, und wenn viel Spannung auf der Narbe ist, auch zu Nahtdehiszenzen - die zwar auch abheilen, aber das dauert u.U. deutlich länger als 10 Tage.

: Viele Grüße,
: Maren

Viele Grüße zurück,
Sonja
:

von Sarah(YCH) am 01. Juni 2003 10:52

Hallo Maren,
zwar stand ich selbst noch nicht vor der Problematik, habe mich aber zu dem Thema bei unserem TA informiert. Das Entfernen der Gesäugeleiste ist ein großer Eingriff, der allerdings durchaus angebracht sein kann. Das zu beurteilen, vermag nur ein TA, der Deinen Hund kennt. Es ist daher nicht möglich, Dir eine fundierte Antwort zu erteilen. Wenn Deine Hündin robust ist, wird sie die OP sicher gut überstehen, und es ist sinnvoll, nicht mehr lange damit zu warten. Gibt es eine gute Tierklinik in Deiner Nähe, wo Du noch nicht warst und eine weitere Beurteilung einholen kannst?
Liebe Grüße
Sarah

von Rene(YCH) am 01. Juni 2003 11:31

Der Rat der Kollegin kann durchaus angebracht sein, spart der Hündin u.U. einen Narkose und einen zusätzlichen Schnitt in den Bauch. Bei den beschriebenen Problemen könnte man vorbeugend tatsächlich darüber nachdenken. Anderseits: Ein Schutz vor der Weiterverbreitung von Krebs ist das in dem beschriebenen Fall nur mehr bedingt. Falls in den Knoten bereits entartetes Gewebe vorhanden sein sollte, könnte dieses auch bereits in die Lunge metastasiert haben. Röntgen der Lunge zeigt leider nur bereits ausgeprägte größere Veränderungen.

Durch eine Kastration kehrt zumindest hormonell einmal Ruhe ein. Das kann sich auf diverse Knoten und eventuelle Abkömmlinge hoffentlich noch positiv sprich entwicklungshemmend auswirken.

Was im Einzelnen bei dieser Hündin anzuraten wäre, werden Besitzer und Tierarzt dessen Vertrauens gemeinsam zu beraten haben. Es gibt im Übrigen bei Scheinträchtigkeit wirksame - wenn auch nicht preiswerte - Mittel. Wenn man Probleme befürchtet, sollten diese konsequent bei jeder sogenannten Scheinträchtigkeit von Anfang an eingesetzt werden.

Welche Entscheidung auch getroffen werden wird: ich halte die Daumen, dass es für die Hündin bezüglich ihres Gesäuges (noch) positiv ausgeht. Eine baldige Entscheidung wäre sicher wichtig, damit es nicht addierend noch zur nächsten Läufigkeit und darauffolgenden Gesäugeanbildung kommt.

Rene

von Bine(YCH) am 01. Juni 2003 19:01

Hallo Maren!

Ich kann Dir nur davon abraten, alles auf einmal machen zu lassen. Zumal ich wegen kleinerer Knötchen auch nicht gleich so eine riesen OP vornehmen lassen würde.

: Bin auch dankbar für jede Info wie andere Hündinnen so einen Eingriff überstanden haben.

Meiner Hündin wurden letztes Jahr beide Gesäugeleisten entfernt. Es war für uns alle eine extrem schwere Zeit.
Sie hatte viele Knoten in beiden Milchleisten, die teilweise recht schnell gewachsen sind. Deshalb haben wir beschlossen, die Milchleisten komplett zu entfernen.
Die Probleme gingen im Prinzip innerhalb kürzester Zeit los. Es muss sehr sehr viel Haut entfernt werden, von der Leiste bis hoch fast zur Achselhöhle. Dadurch sitzt die Naht sehr straff. Es ziept und zuppelt also hier und da. Dementsprechend schlecht hat sich meine Hündin gefühlt, sie hatte Schmerzen, wusste nicht, wie sie sich bewegen soll. Auch das erste Pinkeln war sehr mühsam für sie. Schmerzmittel haben auch nur bedingt geholfen, bei einer unguten Bewegung hat es trotzdem geschmerzt.
Dann kam ihre Schleckerei dazu. Wir haben tagelang verzweifelt nach Möglichkeitne gesucht, sie davon abzuhalten. Die erste Woche hatte ich sowieso Urlaub und sie unter Kontrolle, aber irgendwann ging der Alltag dann doch wieder los. Ab dem Zeitpunkt hat sie wirklich alles getoppt: Halskrause: mit dem Rand über die Wunde geschabt, Gewebe starb ab, klaffendes Loch, neue Naht und nochmal etwas enger weil wieder Haut fehlte
Halsmanschette (ist wie eine Halskrause bei Menschen): mehrfach ausgezogen, umgedreht und wieder dran rumgeleckt...
T-Shirt: das Shirt haben wir mit kabelbindern am Halsband festgemacht, zusätzlich die Halskrause...Effekt: siehe unter Halskrause.
Die letzte und am Ende wenigstens etwas hilfreiche Idee war ein Männeroverall mit Reissverschluss. Den haben wir mit Kabelbindern am Halsband befestigt, zusätzlich, weil sie die Overallbeine hochgeschoben hat und wieder drankam, was langärmeliges enges um die Hinterbeine, dann noch die Halskrause. Damit gings so eingiermassen, aber bis wir dieses Teil hatten hat sie sehr sehr viel kaputtgeleckt. Sie musste mehrmals in narkose, um wieder zuzunähen, abgestorbenes Gewebe zu entfernen etc.
Es hat Wochen gedauert, bis es verheilt war. Lange Wochen, in denen mein Mann und ich mehrmals mit den nerven völlig am Ende waren weil sich keine Besserung abgezeichnet hat. Ich dachte schon, wir würden sie einschläfern müssen weil es nicht heilt.
Dann stand uns die zweite Gesäugeleiste bevor. Shaddy hat schon vorher Arnika bekommen, die OP verlief dadurch weitaus weniger blutig. Zusätzlich wurde jeder Stich einzeln genäht (vorher hat sie einen Knoten gelöst und die Naht ging gleich ein ganzes Stück auf) und natürlich kam sofort der Overall drauf mit allen Sicherungen. Trotzdem hat sie es immer wieder geschafft dran rumzulecken (man glaubt nicht wie lang und geschickt eine Hundezunge sein kann), so dass es wieder einige Wochen gedauert hat bis alles ok war.
Insgesamt kann ich nur sagen, nie wieder, wenns nicht unumgönglich ist. Was hatte ich ein schlechtes Gewissen, was ich diesem Tier antue! Wie oft habe ich sie mit Tränen in den Augen im Arm gehabt und mich bei ihr entschuldigt...dabei waren die OPs wirklich nötig...
Wir haben ihre Lunge übrigens vorher geröngt (wäre da schon was an der Lunge gewesen wäre sie nicht unters Messer gekommen), da war aber alles ok. Der pathologische Befund hat ergeben, dass es nichts bösartiges war, aber halt wiederkommen kann. Sie hat auch schon wieder einen Knubbel, am Narbengewebe.
Übrigens, die Narben sind immens, dort ist das Fell auch nicht nachgewachsen, an den Rändern, wo Fell wächst, hat sie immer wieder Probleme mit den Talgdrüsen.
So eine OP macht man also nicht mal eben, weil jemand was gefühlt haben will was ein Tumor sein könnte. Und schon gar nicht mit einer Kastration zusammen!!! Beides für sich sind grosse Eingriffe, und wenn ich überlege, was gewesen wäre, hätten wir bei der ersten OP noch eine Öffnung der Bauchhöhle gehabt, ich bin mir fast sicher, dann wäre sie jetzt tot.
Übrigens, kastriert wurde sie schon vor vielen Jahren, allein diese OP hat sie nicht gut überstanden, erstmal musste ich sie weit früher vom Tierarzt holen als geplant, weil sie sich so aufgeregt hat, dann wollte sie tagelang nicht mehr unter der Eckbank vorkommen. Zum Pinkeln haben wir sie wirklich zwingen müssen, essen wollte sie gar nicht, trinken habe ich ihr mit einem Esslöffel einflössen müssen. Und an sich ist sie nicht wehleidig.
Übrigens, bei diesen Temperaturen würde ich mir jede OP sowieso zweimal überlegen, ist sowieso schon eine ziemliche Belastung für den Kreislauf.

Egal wie Du Dich entscheidest, ich wünsche euch beiden alles gute und dass alles gut verläuft! Wäre schön, wenn Du Dich meldest, wie Du Dich entschieden hast und wie es gelaufen ist!

Liebe Grüsse
Bine

von Maren(YCH) am 01. Juni 2003 21:06

Vielen Dank für Eure Antworten. Der Termin ist Mittwoch, und da soll das Wetter kühler werden. Andernfalls wäre das ein Grund den Termin zu verschieben. Ich bin immer noch hin und her gerissen, die letzte Entscheidung wird beim Tierarzt fallen bzw. mit ihm zusammen.

Wir haben bereits Halskragen und Body hier, sie ist eine grosse Leckerin und ich bin überzeugt wir haben auch einiges zu tun sie davon abzuhalten. Deshalb hab ich auch Urlaub genommen. Ich werde berichten.

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