Fremde Hunde kommen angerannt - was tun? :: Hund + Umwelt

Fremde Hunde kommen angerannt - was tun?

von Attila(YCH) am 21. Mai 2001 10:38

Hallo Leute,

hier auf den Feldern oder unten am Fluß ist es mir jetzt in kurzen Abständen wiederholt passiert, daß Hunde ohne Besitzer angewackelt kamen und eine Auseinandersetzung mit meinen beiden nicht zu vermeiden war.

So kam letzten Donnerstag, als ich gerade zum Fluß hinunter wollte und mich noch auf einem recht schmalen Grünstreifen befand, ein Huskyrüde auf uns zu - Hundeführer weit und breit nicht zu sehen. Meine Schäferhunde waren angeleint, der Husky näherte sich unverdrossen. Hätte ich sie nun abgeleint, wäre es zu einer Verfolgungsjagd gekommen, die womöglich quer über die Straße geführt hätte. Wir sind dem fremden Hund dann etwas entgegengegangen, um eine Entfernung zur Straße herzustellen, und als er sich mit Schreien und Drohgebärden nicht vertreiben ließ, habe ich meinen Rüden abgeleint; der hat sich des Huskys dann angenommen, so daß dieser Reißaus nahm - quer über die Straße. Nun sah ich auch den Besitzer brüllend und schwitzend herbeirennen, gleich hinter dem Hund her. Nochmal gutgegangen.

Zwei Tage später lief ich über die Felder, meine Hunde waren ohne Leine in meiner Nähe. Auf einem Seitenweg ging, ca. 200 m entfernt, ein Mann mit einem mittelgroßen Hund. Nun, dachte ich, den Weg kannst du schnell noch überqueren, ohne daß die beiden auf den Hund reagieren; zur Sicherheit leinte ich meine Hunde an. Als ich nun gerade den Seitenweg erreichte, stand die Mischlingshündin plötzlich vor uns. Der Mann hatte sie unkontrolliert vorlaufen lassen, obwohl er mich doch gesehen haben mußte. Die Hunde hatten sich sofort in der Wolle, und ich ließ ganz schnell die Leinen los. In einem günstigen Augenblick zog ich dann den Rüden von der fremden Hündin weg; meine Hündin begnügte sich mit Stellen und Verbellen wie auf dem Hundeplatz. Inzwischen hatte der Besitzer uns erreicht und mußte nun feststellen, daß sein Tier eine ganze Reihe tiefer, blutender Bißwunden aufwies. "Die tut doch nix! Wenn deine so sind, mußt du sie festhalten!" Ich erklärte ihm in aller Ruhe, daß seine Hündin nicht angeleint gewesen sei und er sie nicht habe heranrufen können; so zog er zähneknirschend mit dem Hund ab, hoffentlich direkt zum Tierarzt. Meine Adresse hatte ich ihm mit sehr gemischten Gefühlen hinterlassen, er hat sich aber bislang nicht gemeldet.

Am nächsten Morgen in aller Frühe ging ich mit den Hunden durch den Wald. Mein Rüde, der unverbesserliche Jäger, ist im Wald immer an der Flexi. Und ich traue meinen Augen nicht, da läuft doch ein kleiner Westie auf uns zu. Glücklicherweise blieb meine Hündin freundlich und spielte mit ihm, während ich den Rüden absitzen ließ, und Westielein verschwand schließlich in Richtung einer Siedlung.

Was denken sich die Leute bloß? Und wie reagiert man richtig, gerade wenn man Schäferhunde hat und die ein ausgeprägtes Rudelverhalten zeigen, so daß fremde Hunde sich nicht ohne weiteres nähern dürfen? Welche Konsequenzen kann es haben, wenn sie so einen Streuner wirklich mal übel zurichten? Am Ende noch: Wesenstest? Maulkorbpflicht?

Mit Grüßen, Attila


von sabine & simbär(YCH) am 21. Mai 2001 11:22

Hallo Attila,

so ist wahrscheinlich das Leben. Ein richtig oder falsch gibt es nicht. Mit dem Fehlverhalten und dem Leichtsinn anderer Menschen wirst du leider in allen Bereichen rechnen müssen.

In diesen Beispielen liegen- ich sehe das genauso - so Unwägbarkeiten, die Du gar nicht ausschießen kannst. Läßt Du laufen und es passiert was, Pech gehabt, hälst Du deine Hunde fest, bist du rechtlich zumindestens erstmal auf der sichereren Seite. Wie aber zwei Hunde festhalten (weghalten) wenn ein anderer Hund sich daraufstürzt....
Ein Tip: laß deinen mit der Leine los, Du kannst damit zumindestes argumentieren, war eine Leine dran (ob´s hilft weiß ich nicht...)

Vermeiden kannst Du diese Begegungen nur, wenn Du zu Zeiten gehst, wo keiner geht... :-)))

Ich hatte vor einiger Zeit ein ähnliches Ergebis. Er, Ausbilder auf dem Hundeplatz, einen Hund hielt er fest, den anderen frei, ca. 50 m vor ihm (9 Mon. Jagdhund..). Jagdhund hatte nichts besseres zu tuen, als auf meine zuzulaufen (2 Rüden..) Passiert ist nichts, aber als ihn darauf ansprach, warum er seinen Hund zu meinen läßt - ich habe beide festgehalten und bin erkennbar ausgewichen, meinte er doch nur: seiner tut nichts, er kann jeden seiner Rüden aus jeder (Kampf-)situation abrufen, wenn ich meine in der Hand hätte, würde die ohne meine Zustimmung keinen Scheinangriff anfangen usw. Wenn meine doch beißen würden, müßte halt ein Maulkorb drum.... Das es vielleicht auch andere Gründe (heiße Hündin, Verletzung etc.) gehen könnte, und ich deswegen aus dem Weg gegangen sei, interessiert ihn nicht. Tenor: Wenn die beisen, müssen sie Maulkorb tragen....
Während dieses Gespräches war sein Junghund mind. 200 m von uns weg (vermutlich Spur...) der müßte das noch lernen, ist ja noch so jung, aber wenn er jetzt riefe, käme der Hund....
Ich hab auf die Demo. vernichtet, der Kerl war mir einfach zu blöd...

Lieber Attila, Du sieht, es geht dir nicht alleine so. Ich kann jedem nur zu erhöhter Aufmerksamkeit raten und dafür zu sorgen, daß seine Hunde soweit sozialisiert und stabil sind, um o. g. Situationen zu bestehen.

Fehlverhalten anderer gehört zu unserem Leben, wie die Luft zum Atmen.
Meine Freiheit (tuen und lassen zu können, was ich will) endet da, wo die Freiheit anderer eingeschränkt wird..... Würde jeder diesen Sinnspruch beherzigen, glaube mir, wir Menschen hätten weniger Probleme

In diesem Sinne

Sabine & simbär


von chris(YCH) am 21. Mai 2001 14:11

Welche Konsequenzen kann es haben, wenn sie so einen Streuner wirklich mal übel zurichten? Am Ende noch: Wesenstest? Maulkorbpflicht?

Hi Attila

genau so ist es! Bei uns in Bayern kommt dann noch die Kampfhundesteuer dazu, der Wesenstest entfällt, da die Hunde ja schon gezeigt haben das sie gefährlich sind.

Grüße chris

von Heike K+A(YCH) am 21. Mai 2001 14:36

Hallo Attila,

also erstmal, damit musst Du leben. Du wirst immer wieder auf freilaufende Hunde treffen die ihren Halter irgendwo hinterherschleifen. Daraus kann man dann meistens schliessen, das der Hund auf zuruf des Halters sicher nicht kommen wird. Meine Erfahrung jedenfalls.

confused smileychäferhunde waren angeleint, der Husky näherte sich unverdrossen. Hätte ich sie nun abgeleint, wäre es zu einer Verfolgungsjagd gekommen,

Nur mal eine Frage. Kannst Du nicht einen Deiner Hunde daraufhin ableinen, um den anderen zu verjagen, und ihn dann zurückrufen? So mache ich es jedenfalls, das ich Aaron dann mit "lauf" losschicke und Kimba den ANgsthasen bei mir halte (würde freiwillig eh nie loslaufen). Wenn der andere Hund abhaut, dann rufe ich Aaron sofort wieder ab. Das funktioniert ganz gut. Meistens sind die Hunde ohne ihre Halter hinter sich eher zurückhalten. Ist aber nur meine Erfahrung und man kann das nur machen wenn der eigene Hund zuverläßlich hört.
Nicht das er dann noch ne unnötige Keilerei anfängt.

grinning smileyie Hunde hatten sich sofort in der Wolle, und ich ließ ganz schnell die Leinen los. In einem günstigen Augenblick zog ich dann den Rüden von der fremden Hündin weg;

Wieso geht Dein Rüde eine Hündin an? Nur mal so ne Frage.

:feststellen, daß sein Tier eine ganze Reihe tiefer, blutender Bißwunden aufwies. "Die tut doch nix! Wenn deine so sind, mußt du sie festhalten!"

Du hattest Deine an der Leine, also bist Du auf der sicheren Seite, und eventuelle TA Kosten werden wohl nicht auf Euch zukommen.

: Was denken sich die Leute bloß? Und wie reagiert man richtig, gerade wenn man Schäferhunde hat und die ein ausgeprägtes Rudelverhalten zeigen, so daß fremde Hunde sich nicht ohne weiteres nähern dürfen?

Woher kommt es das das Rudelverhalten Deiner beiden so ausgeprägt ist? Kannst du dort niemals eingreifen? Liegt es daran das Du einen Rüden und eine Hünding hast? Kommt mir aber trotzdem etwas komisch vor.

:Welche Konsequenzen kann es haben, wenn sie so einen Streuner wirklich mal übel zurichten? Am Ende noch: Wesenstest? Maulkorbpflicht?

Also wenn sie wirklich mal einen Hund extrem zurichten, dann ist es uninteressant ob Du Leine dran hattest oder nicht. Dann wird sicherlich sowas in der Art wie Wesenstest auf Dich zukommen. Maulkorb ja, wenn sie sich aggressiv gegenüber Artgenossen zeigen. Leine nur wenn sie nicht auf Deine Kommandos hören. Aber das ist ja von Stadt zu Stadt unterschiedlich ;-)

Grüße an Dein Raufbolde

Heike, Kimba & Aaron-Ex-Raufbold-Nummer1

von Jana L + P(YCH) am 21. Mai 2001 15:58

Hi Attila,

heute Morgen: Ich laufe mit meinen beiden unangeleinten Hunden durch den Wald. Hündin direkt neben mir, Rüde zwei Meter vor mir. Da kommt plötzlich laut kläffend eine DSH-ähnliche Hündin hinter uns her gerast, ich gehe ihr drohend entgegen, sage "Hau ab!", Liza (meine Hündin) ging zwei Schritte auf die Hü. zu, drohende Haltung, woraufhin die fremde Hündin meine angreift. Liza ist nun wehrhaft genug die Sache zu klären, Plastic hackte auch nochmal kurz in den Rücken *schäm* und die Hündin rannte weg. Ich wartete auf ihr brüllendes Herrchen (50 m hinter der Hü., außer Sicht wegen vieler Büsche). Er war total außer sich, ob ich ihn jetzt anzeige usw. Es ist für mich, ehrlich gesagt, kein Drama, aber ich habe versucht ihm klarzumachen, was für ein Schaden entstehen könnte, wenn sie sich so auf einen Kleinhund stürzt. Ich hoffe, er hat es begriffen und sehe den zukünftigen Begegnungen positiv entgegen.

Ist dein Rüde kastriert oder wurde er von der Hündin angegriffen? Oder weshalb hat er sich mit der Hündin geprügelt?

Gruß - Jana, Liza, Plastic & 4

von Andreas(YCH) am 21. Mai 2001 16:12

Hallo,

:Welche Konsequenzen kann es haben, wenn sie so einen Streuner wirklich mal übel zurichten? Am Ende noch: Wesenstest? Maulkorbpflicht?

Genau das ist die Gefahr, in der seit einem Jahr ALLE Halter großer Hunde schweben und besonders, wenn sie noch mehrere davon haben.
Völlig egal, wie gut die Hunde sozialisiert sind. Wenn ein kleinerer Hund eine klitzekleine Schramme davonträgt und obwohl deine an der Leine waren und du angezeigt wirst, bist du dran! Bei dir sind es nur DSH, Kampfhundebesitzer sind noch ungleich übler dran, denn die müssen damit rechnen, daß die Hunde sofort erschossen werden, mindestens aber beschlagnahmt werden. Gibt zahlreiche Beispiele dafür.
Entweder du gehst das Risiko ein oder du versuchst noch vorausschauender zu werden, aber auch wenn du nur 1 Hund ableinst, damit er die Situation klärt, kann es dich übel treffen oder es bleibt nur 1 Ausweg: angreifende Hunde radikal mit Pfefferspray außer Gefecht setzen. Dann können die nicht verletzt werden und keiner kann dich wegen deiner Hunde anzeigen.
Gruß
Andreas

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