Berner-Rüde und seine Triebstärke :: Hund + Umwelt

Berner-Rüde und seine Triebstärke

von Susi(YCH) am 23. September 2001 11:38

Hi Jana,

:grinning smileyu vergisst aber, dass der Berner erst 19 Monate ist, also noch ::unerfahren und NICHT erwachsen! Instinktsicher würde ich das, was du ::beschreibst, nicht nenne, eher ERFAHREN.

Wie würdest Du dann instinktsicher definieren? Instinkte haben nichts mit "Lebenserfahrung" zu tun, sie sind angeboren.

Viele Grüße

Susi

von Elke(YCH) am 24. September 2001 07:21

Hallo Peter

Entschuldige, daß ich erst jetzt antworte - Wochenende *g*. Ich habe mir jetzt alle Deine Postings noch einmal duchgelesen.
Eine Beurteilung der Situation, wenn man euch nicht gut kennt, ist natürlich immer schwierig. Trotzdem glaube ich daß ihr ein zumindest latentes Dominazproblem habt. Frage: Wie reagiert Dein Berner, wenn Du die Unterwürfigkeit, ohne ihn direkt zu berühren einforderst (eindringlicher Augenkontakt, drohende, steife Körperhaltung von Dir)? Unterwirft er sich und versucht aktiv, die Situation zu entschärfen oder stellt er sich?
Arbeitest Du nur auf dem Abrichteplatz und fixen Trainingsplätzen, oder arbeitest Du auch während der Spaziergänge ab und zu Unterordnung? Wie reagiert er, wenn Deine Frau mit ihm Unterordnung arbeitet?
Bezüglich Deiner Antwort, daß er auf dem Abrichteplatz offensichtlich brav arbeitet kann ich Dir nur antworten, ich kenne genug Hunde, die wissen, daß sie am Platz keine Chance haben, dort brav funktionieren und im Alltag trotzdem machen, was sie wollen. Wenn sich Dein Berner gut ablegen läßt, würde ich versuchen, ihn auf der Fährte abzulegen und dann bei Fuß von der Spur wegzuführen. Deiner Frau könnte es vielleicht helfen, ein Halti zu verwenden (aber bitte den Gebrauch vorher genau erklären lassen und erstmal in neutralen Situationen trainieren, sonst kann man mehr schaden als nutzen - vielleicht habt ihr einen Trainer am Platz, der euch das zeigen kann), weil da der Hund seine Kraft nicht so gut umsetzen kann. Halti könnte auch für das Problem mit dem Schnüffeln ganz wirksam sein, weil Du damit direkt den Kopf des Hundes beeinflußt und ihn so ohne besondere Kraftanstrengung von der Fährte wegbekommst. Das Halti ist aber kein Ersatz für ein Halsband, sondern sollte nur zusätzlich angelegt werden, und nur im Bedarfsfall zum Einsatz kommen.

Liebe Grüße

Elke

von Peter(YCH) am 24. September 2001 10:52

Hallo Elke, hier die Antworten auf Deine Fragen: Eine Beurteilung der Situation, wenn man euch nicht gut kennt, ist natürlich immer schwierig. Trotzdem glaube ich daß ihr ein zumindest latentes Dominazproblem habt. Frage: Wie reagiert Dein Berner, wenn Du die Unterwürfigkeit, ohne ihn direkt zu berühren einforderst (eindringlicher Augenkontakt, drohende, steife Körperhaltung von Dir)? Unterwirft er sich und versucht aktiv, die Situation zu entschärfen oder stellt er sich?

:"Amadeus" so heißt er, reagiert "sofort" (mit etwas Verzögerung) ohne Ihn zu berühren bei drohender Körperhaltung und verbalen Kommandos. Hat man jedoch eindringlichen Augenkontakt mir Ihm, versucht er die Situation durch Spielgestik und Beschwichtigung zu entschärfen! Ein Stellen ist nur angesagt bei der behandelden Problematik aber auch nicht immer. Er hat bereits im Alter von 6 Monaten mit diesen "Kampfspielchen" begonnen und habe diese "Spielchen" konseqent gekontert. Trotzdem er probiert er es in gewissen Abständen (ca. 4-6 Monate wieder. Diese "Kampfspielchen" sind weitaus aggressiver als bei den angesprochenen sexuellen Triebhaftigkeiten und der Aggressionen(nur Zähne zeigen beim Störkommando).
Nun zu meiner Frau, Sie benutzt beim "Gassi gehen" einen "Stachler" und bei den bei mir angezeigten Situationen reagiert er bei meiner Frau fast ganz normal. Im Gegensatz zu mir, gibt Sie Ihm keine so ausgeprägte Kommandos, sondern Sie spricht mehr mit Ihm, lässt Ihm auch einiges mehr durchgehen, was das "schnüffeln" angeht.
Habe ich etwas verkehrt gemacht? Wie schon erwähnt hatte ich es früher mit Schäferhunden zu tun und verlangte von Ihnen absolutes Gehorsam in jegliches Situation, auch in der Freifolge. Ist dies bei Berner'n überhaupt möglich? Noch immer ist noch nicht bekannt zu welchen Kategorien man Berner Sennenhunde zuordnen kann -zu den Treibhunden oder den Herdenschutzhunden-. Ich denke wenn letzteres der Fall sein sollte, dann kann ich die Reaktionen von "Amadeus" vielleicht verstehen.
Noch ein Frage an Dich: Ich hatte es immer gehandhabt, auch bei den Schäferhunden, anfangs keine Freifolge einzuführen bis sie dem "absoluten Gehorsam" folgten, nicht nur auf dem Übungsplatz sondern auch in der freien Natur. Ist diese Einstellug richtig? Bei Amadeus muss ich immer noch die 20 m-Leine benutzen um mit Ihm zu trainieren.


: Arbeitest Du nur auf dem Abrichteplatz und fixen Trainingsplätzen, oder arbeitest Du auch während der Spaziergänge ab und zu Unterordnung? Wie reagiert er, wenn Deine Frau mit ihm Unterordnung arbeitet?
: Bezüglich Deiner Antwort, daß er auf dem Abrichteplatz offensichtlich brav arbeitet kann ich Dir nur antworten, ich kenne genug Hunde, die wissen, daß sie am Platz keine Chance haben, dort brav funktionieren und im Alltag trotzdem machen, was sie wollen.

:Ich arbeite auch bei den Spaziergängen mit Unterordnungsübungen mit Amadeus. Jedoch zeigt sich hier eine gewisse Abneigung, da er mehr das "Schnüffeln" im Kopf hat. Auf dem Platz hingegen passiert dies nicht, auch dann nicht wenn die Vorgängerin eine Hündin war.

Nun, habe ich Deiner Ansicht irgendetwas verkehrt gemacht? Oder stelle ich an einen Berner-Sennenhund zu große Erwartungen bzgl. der Unterordnung. Was nützt mir und ihm die Ausbildung zur BH-Prüfung und später vielleicht einer Obedience-Prüfung, wenn er diese Unterordnungsprüfungen nur auf dem Platz absolviert und diese in der freien Natur aber nicht beherzigt oder ist es bei Berner noch zu früh hierzu (19 Monate!!!).

Gerne höre ich von Dir

Peter

von Peter(YCH) am 24. September 2001 11:08

: Hallo Peter,
:
: wenn du "auf ihn losgehst" brauchst du dich nicht wundern, wenn er knurrt. Für ihn ist dein Verhalten völlig undurchsichtig.
:
: Ich meine, du hast jetzt einen Dickschädel, das ist etwas ganz anderes als ein Schäferhund. Diese Hunde musst du "überlisten", wenn du dich behaupten willst. Du musst immer der Schlauere, Pfiffigere sein.
:
: Also, ich tue mal dieses "aggressive Schnüffeln" nicht einfach ab, weil ich das von dir beschriebene Verhalten auch schon bei Hunden (zum Glück nicht bei meinem eigenen) erlebt habe. Die Hunde sind in dem Moment so konzentriert auf die Schnüffelstelle, dass sie wirklich nichts hören und sehen. Warum nutzt du diese Schnüffelsucht nicht als Belohnung?
:
: Ach, noch etwas: Kann es sein, dass er unausgelastet ist????
:
: Gruß - Jana, Liza & Plastic

:Hallo Jana,

vielen Dank für die Aufklärung aber was meinst Du damit, dass ich das Schnüffeln als Belohnung benutzen soll? Als positver Verstärker? Oder soll ich mit Fährtenarbeit beginnen bis mithin zur FH-Prüfung?

Also ich denke, dass "Amadeus" so heißt er (wirklich "Lieber Gott"winking smiley doch ausgelastet ist. Ich gehe morgens mit Ihm eine 1/2 Stunde Gassi, meine Frau am Mittag 1,5 Stunden und ich am Abend/Nacht(23 Uhr) 2 Stunden Gassi. Er ist also am Tag 4 Stunden auf Achse, reicht dies aus?
Er absolviert schätzungsweise eine Strecke von 8-10 Km am Tag und wirkt abends sehr schläfrig. Zudem kommt noch die 3-maligen wöchentlichen Übundenstunden auf dem Hundeplatz. Ich denke doch, dass man hierbei von einer Auslastung reden kann oder bist du anderer Meinung?

Grüsse

Peter

von Sabine S.(YCH) am 24. September 2001 12:35

Hallo Peter,

auf was für einem Hundeplatz arbeitest Du denn mit Deinem Hund?
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die meisten Hundetrainer kaum "Bernererfahrung" haben.
Und mit dieser Rasse kann man nun mal nicht in Schäferhund- oder Golden-Retriever-Manier verfahren, wie Jana schon angedeutet hat.

Es sind sensible Dickschädel, mit denen man aber wunderbar arbeiten kann, wenn man den Draht zu ihnen gefunden hat.
Rüden dieser Rasse neigen nicht selten zu Dominanz.

Wo genau nun bei Amadeus das Problem liegt, läßt sich aus der Ferne schwer sagen.
Versuche doch mal Kontakt mit "Experten" vor Ort aufzunehmen, ich denke z.B. an das Referat "Ausbildung" des Vereines für Schweizer Sennenhunde.
In Österreich kenne ich auch eine gute Anlaufstelle.

Eine Unterforderung kann bei einem halbwüchsigen Rüden auch ein Problem darstellen.
4 Stunden Auslauf täglich hört sich viel an - aber warum legt der Hund dabei nur 8 - 10 km zurück?
Spazierengehen macht den Hunden zwar Spaß, aber zu einer Auslastung gehört mehr. Ich denke an Toben mit anderen Hunden, Beute- und Ballspiele mit Frauchen/Herrchen, und an geistige Anforderung wie z.B. Suchspiele oder Fährten.

Wenn ein Berner zuhause schläfrig wirkt, dann muß das nicht heißen, daß er wirklich müde ist. Berner neigen bei Unterforderung zur Lethargie, was ihnen von manchen Menschen als angeborene Trägheit ausgelegt wird.

Ich wünsche Dir, daß ihr Euer Problem bald lösen könnt.

Grüße
Sabine S.

von Waltraud(YCH) am 24. September 2001 16:35

: Hallo Peter,
:
: auf was für einem Hundeplatz arbeitest Du denn mit Deinem Hund?
: Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die meisten Hundetrainer kaum "Bernererfahrung" haben.
: Und mit dieser Rasse kann man nun mal nicht in Schäferhund- oder Golden-Retriever-Manier verfahren, wie Jana schon angedeutet hat.
:
: Es sind sensible Dickschädel, mit denen man aber wunderbar arbeiten kann, wenn man den Draht zu ihnen gefunden hat.
: Rüden dieser Rasse neigen nicht selten zu Dominanz.
:
: Wo genau nun bei Amadeus das Problem liegt, läßt sich aus der Ferne schwer sagen.
: Versuche doch mal Kontakt mit "Experten" vor Ort aufzunehmen, ich denke z.B. an das Referat "Ausbildung" des Vereines für Schweizer Sennenhunde.
: In Österreich kenne ich auch eine gute Anlaufstelle.
:
: Eine Unterforderung kann bei einem halbwüchsigen Rüden auch ein Problem darstellen.
: 4 Stunden Auslauf täglich hört sich viel an - aber warum legt der Hund dabei nur 8 - 10 km zurück?
: Spazierengehen macht den Hunden zwar Spaß, aber zu einer Auslastung gehört mehr. Ich denke an Toben mit anderen Hunden, Beute- und Ballspiele mit Frauchen/Herrchen, und an geistige Anforderung wie z.B. Suchspiele oder Fährten.
:
: Wenn ein Berner zuhause schläfrig wirkt, dann muß das nicht heißen, daß er wirklich müde ist. Berner neigen bei Unterforderung zur Lethargie, was ihnen von manchen Menschen als angeborene Trägheit ausgelegt wird.
:
: Ich wünsche Dir, daß ihr Euer Problem bald lösen könnt.
:
: Grüße
: Sabine S.
Hallo,Sabine
ich bin das "Frauchen" von Amadeus,dem Berner.Meine beiden Männer machen
mir echt Sorgen;manchmal habe ich das Gefühl,sie konkurieren miteinander.Ich wollte zuerst eine Berner-Hündin,weil ich schon sehr lange, bevor wir uns entschlossen einen Hund zu nehmen,in diese Rasse verliebt habe.Ich habe mir Bücher gekauft und richtig studiert.Ich habe die Vor-und Nachteile,Hündin oder Rüde,erwogen.Dabei habe ich erkannt,daß Hündinnen mitunter leichter zu erziehen sind.Mein Mann wollte aber unbedingt ein Rüden,den Grund dafür konnte er mir nicht nennen.Wir sind also zum Züchter und das kräftigste und schönste kerlchen haben wir dann schon im Alter von 4 Tagen ausgesucht.Wir haben ihn dann jeden 2.oder 3.Tag besucht.Ich hatte ihn sofort in mein Herz geschlossen und würde ich heute für kein Geld der Welt wieder hergeben.Das,liebe Sabine,ist die Vorgeschichte.Der weitere Verlauf waren immer wieder Diskussionen mit meinem Mann wegen der Erziehung.
Ich sagte immer wieder zu ihm, daß ein Berner kein Schäferhund ist und
daß er nie einer wird. Ich habe mit Amadeus die Erfahrung gemacht, daß er sozusagen aus Liebe alles macht,was man von ihm verlangt.Auf Druck oder harte Befehle reagiert er mit seinem rassebedingten Dickkopf.Zudem bin ich sehr konsequent,was er heute nicht darf,darf er auch morgen nicht.Mein Mann vertritt die Meinung,daß er heute z.B. auf die Couch darf (weil es ihm,dem Herrchen gerade paßt) und morgen nicht.(weil sein Herrchen heute z.B. keine Lust hat zum Schmusen)Und dieses Hin und Her wird auch in anderen Situationen pracktiziert.Mein Mann sagt,ein Hund
muß immer das tun,was sein Herr von ihm verlangt.(blinder Gehorsam)Ich wünsche mir auch einen gehorsamen Hund,nur muß der Hund wissen,wo er mit seinem Herrn dran ist.Nun zu Deiner Frage,wie er sich bei mir verhält.Er hat mir noch niemals die Zähne gezeigt,er hat es noch nie auf ein "Kämpfchen" ankommen lassen. Ich gehe sehr ruhig und einfühlsam mit ihm um,habe feste Regeln aufgestellt(z.B. Knochen knabbern-nur in seinem "Körbchen",u.s.w.)Hält er sich nicht an diese Regeln,wird er von mir in einem härteren Ton und danach evtl.für kurze Zeit mit "Nichtbeachten" bestraft.Ich verhalte mich sozusagen wie ein Alpharüde.Deine Meinung bezüglich der Übungsplätze teile ich voll und ganz. Ich habe noch keinen Hundetrainer getroffen, der das Wesen eines Berners kennt.Alle arbeiten nur mit Zuckerbrot und Peitsche!Das ist das,was mir auf den üblichen Hundeplätzen nicht gefällt.Ich glaube,daß die meisten sogenannten "Schäferhundfreunde" den Hund nur als Sportgerät benutzen. Und sowas tut mir in der Seele weh. Aber leider gibt es bei uns keine anderen Plätze und mein Mann kennt ja auch nur Schäferhunde.Ich wünsche mir sehnlichst,daß mein Mann endlich das Wesen eines Berners verstehen lernt und begreift,daß es mit Liebe(die er mit Sicherheit für sein "Männlein" empfindet)besser geht, als mit Machtspielen und Druck.
Liebe Sabine,das wurde eine lange eMail,aber Deine Meinung war mir aus der Seele geschrieben und deshalb danke ich Dir herzlich.

Liebe Gruesse
Waltraud

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