Hund sucht sich Mensch aus? :: Hund + Umwelt

Hund sucht sich Mensch aus?

von Kerstin(YCH) am 28. November 2001 17:21

Ein herzliches Hallo an alle, die dies lesen,

ich brauche dringend eure Erfahrungen oder Meinungen zu folgender Situation bzw. Frage: Gibt es Hunde die sich ihre Besitzer selbst aussuchen? Ich meine hier nicht Tierheimhunde, das Phänomen kenne ich.
Folgende Situation:
Mein Freund und ich kümmern uns ab und zu um den Hund einer Bekannten, also gehen mit ihm spazieren oder passen auch mal zwei Tage auf ihn auf.
Das Problem ist, das er danach nicht wieder zu der Besitzerin zurück will. Nach dem letzten Spaziergang ist er mir vor das Auto gesprungen , dann drum herum gelaufen, um irgendwie mitzukommen. Das hat mir irgendwie total leid getan und ich weiß nicht wie ich das deuten oder damit umgehen soll. Das ist jedes Mal so. Außerdem wollen wir uns nächstes Jahr einen eigenen Hund anschaffen und dachten, das wir dann gemeinsam mit beiden Hunden spazieren gehen können, wobei ich natürlich auch schon darüber nachgedacht haben, das wir ihn ja nehmen könnten, doch was dann der Besitzerin sagen??? Steiger ich mich da in etwas rein, alles gar nicht so schlimm? Was meint ihr?

Verwirrte und fragende Grüße Kerstin

PS: Ich kenne es natürlich wenn sich ein Hund sehr freut, wenn er einen wiedersieht. Das macht der Hund meiner Eltern ja auch (extrem), wenn er uns sieht, aber er würde deswegen meine Eltern nicht "links liegen" lassen....


von Marina(YCH) am 28. November 2001 18:36

Moin Moin!
Mein Hundi hatte auch mal so eine Phase (mit ca. 2 Jahren). Sie ist ein "Männerhund" und für 2 Männer aus meinem Bekanntenkreis hat sie mich sogar stehenlassen und ist auf die Straße gelaufen (selbst wenn ihr Ball auf die Straße rollt, bleibt sie am Gehwegrand stehen). Sonst ließ sie sich von allem sofort abrufen, aber in Gegenwart ihrer Lieblingsmenschen hatte ich Null Autorität.
Einer der Beiden hat riesige Hände und mein Hund schmilzt förmlich unter dieser Streichlung und der andere kann richtig gut Bällchen werfen.
Nach einigen Monaten hat es sich wieder gelegt (ich habe aber auch einige lustige Gehorsamsübungen mit dem Hund gemacht, während ihre Lieblingsmenschen anwesend waren).

Es ist wohl wie mit Kindern... Mutti ist immer da, aber wenn es zu Besuch zur Oma geht, ist die Freude riesig.

Viele Grüße!
Marina

von Conny Syk und Benji(YCH) am 28. November 2001 20:18

Hallo Kerstin
Meine Pferdetrainerin hatte einmal einen Zwergpudel für eine Woche in den Ferien. Nach dieser Woche hätte er wieder nach Hause sollen. Aber er ist schon nicht freiwillig ins Auto rein, obwohl er das Autofahren liebte. Zu Hause hat er dann auch nicht mehr gefressen. Das der Bestitzerin so leid, dass sie die Trainierin fragte, ob sie den Hund nicht übernhemen würde.
Er lebt jetzt schon etwa 6 Jahre auf dem Hof und zeigte nie ein Anzeichen von Heimweh. Ich glaube er liebte das freie Leben. Schliesslich war er praktisch den ganzen TAg mit seinem adoptivfrauchen draussen bei den Pferden. Der Hund wusste einfach, was er wollte.
Gruss Conny Sky und Benji

von Yna(YCH) am 28. November 2001 20:33

Hallo Kerstin!
Das war natürlich auch ein herzliches Hallo! ;-)
Ich denke in so einem Fall ist es nicht so einfach zu beurteilen, ob der Hund tatsächlich schlicht und ergreifend mehr an euch hängt oder einfach die Abwechslung und die große Aufmerksamkeit bei euch genießt. Hast du mit der Besitzerin schon mal offen darüber gesprochen? Sie sieht ja auch, welches Benehmen ihr Hund zeigt, wenn du gehst. Ich kann verstehen, dass du dir darüber Gedanken machst. Mir würde es auch ein komisches Gefühl geben, wenn ich sehen würde, welche Probleme der Hund beim Abschied hat. Versuch einfach mal zusammen mit der Besitzerin dem wirklichen Grund auf die Schliche zu kommen. Wenn es tatsächlich so ist, dass der Hund euch einfach mehr liebt, dann könnt ihr euch immer noch damit auseinander setzen, ob der Hund bei euch leben darf. Auf jeden Fall gibt es definitiv solche Mensch/Hund-Beziehungen, in denen es auf beiden Seiten `funkt`. :-)
Liebe Grüße,
Yna

von Kerstin(YCH) am 29. November 2001 16:04


Hi Marina,

: Es ist wohl wie mit Kindern... Mutti ist immer da, aber wenn es zu Besuch zur Oma geht, ist die Freude riesig.

Ja das habe ich mir auch überlegt, mit uns verbindet er halt nur positive Sachen. Aber ich glaube schon, das der Hund bei ihr unterfordert ist. Sie hat ein kleines Kind und muss auch noch arbeiten, da kann der Hund zwar mit (ist also so gut wie nie allein) aber er wird nich wirklich beschäftigt.
Außerdem handle ich nach dem Belohnungsprinzip, sein "Frauchen" glaub ich eher nach dem Bestrafungsprinzip.
Trotzdem bin ich über die Aufmerksamkeit und Zuwendung dieses Hundes sehr erstaunt, weil wir ihn, außer Spazierengehen und Bällchen werfen nicht "verwöhnen"...(das macht sein Frauchen ja auch). Er war nur zwei Tage bei uns und hat richtig getrauert (nix gefresssen und so)..naja wir werden wohl erstmal weiter mit ihm spazieren gehen und schauen ob sich die Abschiedsszenen verschlimmern.

Jedenfalls bin ich froh, das auch Hunden, denen es zu Hause gut geht (das unterstelle ich jetzt deinem Hund mal), trotzdem solche Lieblingsmenschen haben können, fällt mir irgendwie ein Stein vom Herzen...
liebe Grüße Kerstin

von Mina(YCH) am 29. November 2001 16:54

Grüß dich Kerstin,
mein Meiky hatte das auch bei einer Person, Petzi. Ein 17-jähriges Mädchen, das schon seit Meiky ein Welpe war, uns besuchte, bei dem Umgang mit den Tieren half, die Kinder hütete und mit den Hunden spazieren ging. Alle anderen Hunde mochten sie, doch dabei blieb es. Meiky hingegen verehrte Petzi. Wenn Petzi abends nach Hause ging, begleitete ich sie noch ein Stück mit den Hunden. Sobald Petzi und wir uns trennten, musste ich Meiky an die Leine nehmen, denn der Schelm brachte es fertig, ihr zu folgen und mich allein stehen zu lassen. Ich weiß nicht, was es war, das Meiky an Petzi so verehrte. Doch es hat sehr weh getan. Für mich war es schwer, diesen Zustand zu akzeptieren. Wenn Petzi damals gesagt hätte, sie hätte die Möglichkeit, Meiky zu sich zu nehmen, ich hätte ihr den kleinen Braunen gegeben. Rein aus Respekt vor Meikys Entscheidung, denn er hatte ganz klar entschieden. Nicht dass Meiky unglücklich bei mir war, doch er hat schon von Weitem gemerkt, wenn Petzi in der Nähe war. Manchmal ist er beim Spaziergang weggelaufen, verschwand um die Ecke und kam Sekunden später mit Petzi zurück. Das ging fünf Jahre lang so smiling smiley. Dann sind wir weggezogen, nach USA. Mit Meiky smiling smiley.
Ich denke schon, dass Hunde sich ihre Menschen aussuchen können. Meiky hat sehr klar gezeigt, für wen er sich entscheiden würde. Doch zusammen mit mir, also ohne Petzi, war er keinesfalls unglücklich. Also bestand außer der Enttäuschung kein Grund, ihn wirklich wegzugeben. Was die Enttäuschung angeht, muss man den Hund leider mal vermenschlichen. Und sich selber auch, denn ein Hund ist zwar ein anhängliches Lebewesen, doch eben auch ein denkendes Leben. Man hat keinen Alleinanspruch auf Zuneigung und Gehorsam.
Mina

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