Zeitungsartikel 99 :: Hunde in den Medien

Zeitungsartikel 99

von Franziska(YCH) am 03. Februar 2000 20:50

Hallöle,

Ich hab mir mal wieder erlaubt, Zeitungsartikel aus drei verschiedenen Berliner Zeitungen von 1999 auszuwerten. Allerdings nur die Artikel, die ich per Suchmaschine im Archiv dieser Zeitungen beim Eingeben der Stichwörter Hund, Kampfhund, Pittbull gefunden habe.
Das hat mich, wie fast immer, dazu bewegt am besten keine Zeitung mehr zu lesen ;o))).
Es handelt sich bei den drei Zeitungen um die "Berliner Morgenpost", die "Berliner Zeitung" und den "Berliner Kurier".
Den ersten Platz im Tatsachenverdrehen, Hetzen und "sich irren" erhält von mir die Berliner Morgenpost ;o))).
In allen drei Zeitungen sind folgende Rassen erwähnt, die in "Fälle" verwickelt waren, in denen tatsächlich ein Mensch oder ein Tier verletzt wurde (also Artikel, wo beschrieben wird, wie Polizisten Hunde erschießen, ohne daß diese irgendwas getan haben, habe ich nicht mitgezählt, ebensowenig die, in denen Menschen Raubüberfälle begangen haben, die einen Hund dabei hatten):

Pitbull 4 mal
Rottweiler 3 mal
Dobermann 2 mal

alle anderen 1 mal

Kampfhund (wobei zu bedenken ist, daß bei den
Pitbulls, Bullterriern und Stafford-
Terriern ;o))) (hübsche
Wortschöpfung)natürlich auch IMMER
das Wort „Kampfhund" fiel)
Bullterrier
Mischling
Stafford-Terrier
Schäferhund
Schäferhund/Dobermann-Mischling
Hund
Pitbull-Mischling

Was ich mich jedes mal frage, wenn ich sehe, daß mal wieder der Pitbull an erster Stelle steht, ob die den Halter des Hundes nach der Rasse fragen, oder, was ich eher glaube, daß einfach alles, was beißt, ein Pitbull ist ;o).

Natürlich wurden viele Vorfälle mehrmals erwähnt, damit beim ahnungslosen Leser der Eindruck entsteht, es geschehe andauernd etwas mit Kampfhunden.

Besonderes Aufsehen erregte ein bestimmter Fall in allen drei Zeitungen. Ein Kind ist ums Leben gekommen, weil es vor einem Dobermann davongerannt ist, und zwar auf die Straße direkt vor einen LKW. Dieser Fall war der Morgenpost allein 4 Artikel wert. Da das sozusagen genau vor meiner Haustür passiert ist und ich in dem Fall sogar verdächtigt wurde, kenne ich nicht nur die Zeitungsartikel dazu. Der Hund hat das Kind weder angegriffen, noch es sonst irgendwie belästigt, er lief nur frei (was in Berlin nicht verboten ist). Was da passiert ist, ist zwar schlimm, jedoch ist das Kind meiner Ansicht nach nicht durch den Hund zu Tode gekommen (wie es die Zeitungen darstellen), sondern durch seine Angst und durch den LKW.

Zur "Morgenpost":
Bei dieser Lektüre war mir ziemlich nach Heulen. Die Morgenpost hat sich offenbar mangels Beißvorfällen mit Kampfhunden auf das festlegen des Bildes des (Zitat) "Prototypen eines Kampfhundehalters" konzentriert. Ich habe 3 Artikel gefunden, bei denen Menschen Raubüberfälle getätigt haben, und einen Hund dabei hatten. In einem dieser Artikel war es tatsächlich nur ein "Hund", in den anderen beiden...na rate mal...Pitbulls. Desweiteren hat die Polizei eine Dealer-Bude ausgehoben, wobei natürlich dringendst erwähnt werden musste, daß der Drogenhändler einen...na rate mal...Pitbull besaß.
Ach ja, ein Pferd wurde auch von einem...na rate mal....Pitbull gebissen.
Des weiteren sind zig Artikel in dieser Zeitung, in denen erwähnt wurde, daß Polizisten Hunde erschossen haben. Bei einem Vorfall stand in einer der beiden anderen Zeitungen, daß eine Zeugin der Ansicht war, die Polizist hat völlig ohne Grund geschossen, der Hund sei freundlich auf diesen zugelaufen und auch sonst kannte sie ihn nur als harmlos. Bei einem anderen Vorfall stand ebenfalls in einer der beiden anderen Zeitungen, daß ein Augenzeuge die Einsatzmethode der Polizei arg kritisiert habe. Zunächst habe man den Hund per Polizeiauto durch die Straßen gehetzt, mehrmals angefahren und dann erst erschossen. Ich finde man sollte eine "Polizeiverordnung zum Schutz der Bevölkerung und dessen Hunden vor Polizisten" erlassen.
Ein Artikel stiftete etwas Verwirrung:
In diesem Artikel geht es um zwei verschiedene Fälle:
1. ein Mädchen wird in einem Treppenhaus von einem Schäferhund
gebissen, nachdem es versucht hat, diesen zu streicheln
2. ein Bullterrierbesitzer musste zwei Tage in Haft, da sein Hund
jemanden gebissen hatte
Die Überschrift dieses Artikels lautete:
"Kind durch Hundebisse verletzt
Gericht verhängte erstmals gegen Bullterrier-Besitzer Zwangshaft"
Das ist offenbar so verwirrend, daß selbst ein Reporter der Morgenpost selbst darauf reingefallen ist und ein dreiviertel Jahr später berichtete, daß ein Mädchen in einem Treppenhaus von einem Bullterrier gebissen wurde, nachdem es versuchte, ihn zu streicheln. (Ich verwechsle da auch nichts, sogar die Straße und Hausnummer stimmt in beiden Artiekln überein.)

Hier noch ein paar nette Zitate aus der Morgenpost:

"Nur Pitbulls können ihr Maul überhaupt so weit aufreißen, um Menschen solch lebensgefährliche Verletzungen zuzufügen», sagte der Chefarzt der Plastischen Chirugie im Martin-Luther-Krankenhaus, Johannes C. Bruck, der Berliner Morgenpost. "Wenn diese Tiere zuschnappen, beißen sie ihr Opfer so lange, bis es regungslos am Boden liegt." Nach Ansicht von Bruck, dessen "prägendste Erfahrung" es war, einem Kind, das Opfer einer Terrierattacke wurde, eine abgebissene Wange wieder anzunähen, "verbeißen sich ausschließlich Kampfhunde in frisches Fleisch, während alle anderen Hunde Aasfresser sind."

"Im Fall, den eine Moabiter Jugendkammer seit Freitag verhandelt, geht es um einen Pitbull und einen 20jährigen aus Prenzlauer Berg, der ein Prototyp des Kampfhundehalters zu sein scheint."

Bis dann

Franziska

von Andrea(YCH) am 04. Februar 2000 02:07

Hi Franziska,
vor ein paar Jahren stand bei uns einmal ein Artikel in der Zeitung, dass ein Dobermann von einem Polizisten erschossen wurde. Es war einer kleiner Artikel, aus dem eigentlich nicht viel hervorging. Ich habe mich dann mal ein wenig schlauer gemacht und konnte folgenden Sachverhalt erfahren: Eine Frau lag - mit dem Gesicht auf den Boden - mehr oder minder im Straßengraben, vor ihr ein Dobermann, der alle Leute, die auch nur in die Nähe kamen, mächtig böse anknurrte und wohl auch aggressiv war. Die herbeigeholte Polizei wollte diesen Hund nun ablenken, um der Frau, die stöhnend da lag ohne ansprechbar zu sein, zu helfen. Daran war aber nicht zu denken, auch konnte der Hund mit einer Schlinge nicht eingefangen werden. Also sah man nur noch den Ausweg, den Hund zu erschießen, um die Frau schnellstmöglich zu retten. Als die Polizisten dann zu der Frau eilten, stellten sie fest, dass sie sturzbesoffen war. Der Hund wollte sein Frauchen also nur verteidigen!
Ich fand diese Geschichte fürchterlich. Aber - so leid wie es mir für das Tier auch tut - ich meine, die Polizisten haben richtig gehandelt. Sie wussten schließlich nicht, ob der Hund die Frau angefallen hat oder ob sonst etwas geschehen ist, da die Frau ja nicht auf Ansprache reagierte und die Polizisten auch nicht in die Nähe der Frau kamen, um die "Fahne" zu riechen.
Aber ich habe auch eine gute Nachricht. Ich bekam letztes Jahr im Herbst einen Anruf von der Polizei, dass ein freilaufender Dobermann auf einer Wiese, auf der Kinder Drachen stiegen ließen, herumlief. Da die Polizisten wussten, dass ich Dobermänner züchte, riefen sie mich an und frugen mich, ob ich helfen könnte, den Hund einzufangen, damit nichts passiert. Rein theoretisch hätten die Polizisten auch "kurzen Prozess" mit dem Hund machen können (freilaufend auf einer Wiese mit vielen Kindern, ganz in der Nähe einer vielbefahrenen Strasse), aber da er freundlich war, haben sie sich für diesen Weg entschieden...ist doch klasse, oder?
Es gibt also - glücklicherweise - auch nicht schießwütige Beamte!

Viele Grüsse
Andrea

von Kathi(YCH) am 04. Februar 2000 08:41

Hallo Franziska,

wenn Du Dich für das Thema "Beißunfälle mit Hunden" interessierst, kann ich Dir zwei Bücher empfehlen:

Detlef Bieseke: "Alle Hunde in den Himmel"
derselbe: "Wenn Adenauer Hunde geschlachtet hätte"

"Wer hat Angst vorm bösen Hund" (Autor muß ich erst zuhause nachsehen)

Bieseke hat ebenfalls Meldungen über solche "Unfälle" zusammengetragen und, wie ich finde" sehr unwissenschaftlich und emotionell kommentiert.
Trotzdem SEHR lesenswert.

Gruß
Kathi

von Amelie(YCH) am 04. Februar 2000 09:17

Hallo, Franziska!
Wenn man davon ausgeht, daß sich die Wohnungsbaugesellschaften auch entsprechend von solchen Pressemitteilungen beeinflussen lassen braucht es einen nicht zu wundern, daß es bei den meisten jetzt Einschränkungen zur Haltung gibt. Das war vorgestern in der Zeitung, hast Du vielleicht mitgekriegt ? Demnach haben einige die Auflage, nur noch Hunde bis 56 cm zu nehmen (also der "wadenzwickende, kläffende Kleinspitz" ist erlaubt, der sanfte, ruhige Retriever nicht - als Beispiel). Nur die GSW hat noch kein Verbot, bei der DEGEWO sind alle Hunde verboten. Wenn man bedenkt, welch' Wohnungsmengen diese andere Gesellschaften in der Stadt verwalten...Wenn sich die Leute nun keine frei finanzierte Wohnung leisten können, wo sollen sie mit ihren Tieren hin ?
Viele Grüße, Amelie

von Franziska(YCH) am 04. Februar 2000 19:36

Hi Amelie,

ich wohne noch nicht lange in meiner jetzigen wohnung und ich musste auch eine deartige klausel unterschreiben, in der u.a. stand, daß kampfhunde grundsätzlich veboten sind, ansonsten nur hunde unter 30 cm schulterhöhe. glücklicherweise haben sie eine ausnahme gemacht und statt der 30 cm schulterhöhe (mein hund hat 70 cm) schäferhundmix reingeschrieben.
Ich kenne einige fälle, bei denen hundehalter in ganz berlin keine wohnung gefunden haben, weil sie ihre hunde legal halten wollen.
ich bin der ansicht, derartige klauseln verstoßen ganz enorm gegen das grundgesetz.

bis dann

franziska

von olaf(YCH) am 07. März 2000 08:33

: Hallo
Kinderschänder hatte schlechte Kindheit URTEIL : Ärztliche behandlung
Vergewaltiger leidet unter schlechter Kindheit URTEIL: einweisung in
eine offene Anstalt!
Sohn erschlug Vater mit Beil URTEIL: 18 Monate
Hund Biß Pasanten URTEIL: ABSPRITZEN ( Todesurteil )
Hier kann man nur sagen, HOCH LEBE UNSER RECHTSSTAAT
Wer fragt eigentlich danach, was diese Tiere alles erlebt haben !
Wer fragt eigentlich danach,ob diese Tiere Artengerecht gehalten werden!
Wer fragt eigentlich, ob der Halter in der Lage ist einen Hund zu halten!
Wer fragt eigentlich, ob der Hund nicht nur Alibi funktion hat ZB: wegen
dem Sozialamt !
Wir haben von unserem Verein aus einmal versucht, einen Artikel über das
Tema KAMPHUND zu veröffentlichen, keine Zeitung in Thüringen zeigte interesse. Es war ja auch kein Artikel über ein wildes um sich beisendes
Tier !
Ich glaube, das sagt alles
Gruß

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