Rauferei - aber nix passiert :: Hundeerziehung + Soziales

Rauferei - aber nix passiert

von Anonymus am 29. Mai 2007 08:59
Hallo!

Am Samstag bin ich mit meinem Pflegehund (Boxer 6 Jahre, kastr.) wieder mal auf einer Wiese spazieren gegangen. Ich schau immer - wirklich, und wenn kein Hund sichtbar ist darf er von der Leine. Nun wir spazieren so dahin, plötzlich dreh ich mich um steht ein Pudel hinter mir, und dahinter kommt eine Joggerin. Der Pudel gleich zum Boxer - ich frag noch die Besitzerin ob das ein Rüde ist. Sie sagt ja - ich noch "das ist schlecht" und dann ist es losgegangen. Der Boxer auf den Pudel drauf - ich sag zu der Besitzerin lass uns weggehen, das ist das beste, nun ja, der Boxer hat unterworfen, der Pudel verhielt sich ruhig, nach 5 Sekunden Ruhe hat der Boxer abgelassen und ist hergekommen anleinen. Ich sag noch zur Besitzerin des Pudels, dass es mir leid täte, ich hab sie nicht gesehen. Gott sei dank ist nichts weiter passiert. Aber was denkt ihr: Sollte man nicht etwas mehr Vorsicht walten lassen? Was macht ihr, wenn euch so etwas passiert? Ich hab den Boxer abgelegt, und ihn auf die Seite gedreht, und ihn mal so 4 Minuten liegenlassen. Bin ich schuld? Aber ich hab hinten nunmal keine Augen.

LG Fiona

von Anonymus am 29. Mai 2007 09:52
Hallo Fiona,

klar bist Du schuld, Du hast den Boxer freigelassen, obwohl offensichtlich
bekannt ist, dass er - zumindest mit Rüden - nicht verträglich ist. Natürlich
hätte die Besitzerin vom Pudel diesen auch nicht ungefragt zum Boxer hin-
lassen sollen, aber leider ist so eine "Sorglosigkeit" tägliche Realität...

Sei froh, dass dem Pudel (und dem Boxer) nix passiert ist. Freilaufen lassen
würde ich einen unverträglichen Hund nicht - was sagen denn die Besitzer
dazu?

Lass' den Boxer an einer langen Leine laufen, dann hat er auch ein bisschen
Bewegungsradius und Du hast ihn trotzdem unter Kontrolle.

In unserem dichtbesiedelten Deutschland und / oder Schweiz kann jederzeit
überall ein Hund auftauchen - da kannst Du vorher noch soviel schauen. Als
Fußgänger hast Du zudem eine ganz andere Geschwindigkeit, als ein Hund,
der beim Joggen mitläuft oder am Pferd oder am Rad...

Viele Grüße
Tabea


von Ela am 29. Mai 2007 12:33
Hallo.

Also wenn man hier überhaupt jemandem die Schuld zuschieben kann, dann doch wohl nicht alleine nur Fiona.

Meine Meinung zu diesem Thema ist folgende:

Natürlich sollte man ganz besonders vorsichtig sein wenn man einen Hund hat der sich nicht mit anderen Hunden versteht. Jedoch in dieser Situation hätte es auch nichts geändert wenn der Boxer an der Leine gewesen wäre denn der Pudel ist ja zu dem Boxer gelaufen und was sollte Fiona da noch machen?
Es ist ja gut und schön wenn der eigene Hund sich mit allem und jedem verträgt aber man muß doch immer damit rechnen das der andere Hund nicht verträglich ist. Ich finde es ziemlich verantwortungslos seinen Hund einfach zu anderen laufen zu lassen.

Denken denn die Leute gar nicht nach???
Wenn ich anderen Menschen mit Hund begegne, dann rufe ich meine beiden grundsätzlich erst mal zu mir und lasse sie auf gar keinen Fall zu dem anderen Hund laufen.
Der eine von meinen beiden Rüden verträgt sich auch nicht mit jedem anderen Rüden deshalb nehme ich ihn ja auch sofort an die Leine wenn andere kommen. Jedoch wenn der andere Besitzer nicht dazu in der Lage ist seinen Hund anzuleinen (sei es weil er ihn nicht zurückrufen kann oder weil er zu der typischen Der-will-nur-spielen-Generation gehört) was soll man da noch machen?

Wie oben schon geschrieben, ich finde in diesem Fall kann man nicht nur Fiona allein die Schuld zuschieben.

Viele Grüße von der Labbitante Ela

von Merve am 29. Mai 2007 13:12
Hallo

Wenns nach der schuldzuweisung geht, bist du schuldig, weil du den rüden frei laufen lassen hast, obwohl du weisst, dass er mit anderen rüden unverträglich ist. Wie du nun bemerkt hast, kann es immer zu irgendwelchen situationen kommen, wo du den anderen hund zu spät siehst. Natürlich verstehe ich auch, dass du den hund gerne frei laufen lässt, zumal er sonst ja brav ist. Leider wirst du aber nicht drum herum kommen, den rüden an der schleppleine zu führen, wenn du solche situationen vermeiden willst. Die joggerin konnte ja nicht schmecken, dass dein rüde mit anderen rüden unverträglich ist. Wenn man vor sich einen frei laufenden hund hat, geht man meistens in der annahme (aber auch hier ist eben vorsicht geraten), dass er verträglich sein muss und abrufbar ist. Sei froh, dass nichts schlimmeres passiert ist.

Meiner meinung nach, war es da schon zu spät um zu fragen, ob es ein rüde ist. Sicherlich sollten alle hundehalter darauf achten und den hund nicht zu jedem heranlassen (schon gar nicht von hinten!), aber darauf kannst du nicht zählen, deshalb sollte man doppelt vorsichtig sein.
Viele Hundehalter mit unverträglichen Hunden sagen dann: „ist nur eine kleine rauferei unter rüden, einfach sein lassen.“ Ich bin der meinung, wenn man das ja schon weiss, kann man ja seinen hund an die leine nehmen und damit eine rauferei unterbinden. Wenn es beim spielen passiert, okey dann gehe ich weiter und gut ist. Wenn ich aber wüsste, dass mein hund direkt auf angriff geht würde ich das eben unterbinden. Ich habe kein verständnis dafür, wenn man eine rauferei an der leine UND am strassenrand zulassen muss. Da ich dort nicht ausweichen kann und mein hund mittlerweile gar nicht mehr erst weiter läuft wenn er diesen hund sieht, muss ich mich dazwischen stellen und hoffen, dass ich nicht erwischt werde. Umkehren wäre eine andere möglichkeit, was ich in zukunft auch machen werde, denn dieser mann sieht es nicht ein. Lässt einfach die leine locker, sodass sein hund mit einem satz bei meinem sein kann. Wenn mein hund so tun würde, hätte er generelle leinenpflicht. Er darf auch nicht spielen gehen, wenn er vorerst an der leine knurrt, oder sonstige anstalten macht. Ich möchte einen freundlichen, souveränen hund und keinen raufer.

Worauf ich hinaus will… bei dir ist es nun passiert und anscheinend nicht tragisch gewesen, sodass er dann auch vom pudel abgelassen hat. Dies war eine erfahrung, die du dir immer vor augen halten solltest und das nächste mal von anfang anders handeln solltest. In dieser situation hättest du nichts besser oder schlechter machen können. Achte einfach darauf, dass es nicht mehr vorkommt, dirzuliebe, aber vor allem dem boxerrüden zuliebe. Sonst gehört er bald auch unter die sparte „gefährlicher, aggressiver hund, der auf alles los geht“. Und sei froh, dass die halterin des pudels so locker geblieben ist. Es gibt auch andere…

Wie sieht es denn mit sensibilisierung auf andere rüden aus? Das wäre natürlich die einzige möglichkeit, ihn wieder ohne probleme frei laufen lassen zu können.

@ ela: in gewisser weise hast du schon recht. Du gehst nun davon aus, dass sie ihren hund auch zu fionas gelassen hätte, wenn fiona ihren rüden angeleint hätte. Davon gehe ich nicht aus, denn die meisten (ich betone, die MEISTEN) leinen ihre hunde auch an, wenn andere angeleint sind. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Und wenn man einen unverträglichen rüden von der leine lässt, sollte man davon ausgehen können, dass er abrufbar ist und man auch immer wieder nach hinten schaut, ob was (velo, jogger, andere hunde) kommt. Es geht ja eher um die gesetzeslage. Fiona „hätte“ besser dagestanden, wenn ihr hund angeleint wäre und der pudel einfach zu ihrem gekommen wäre und so drunter käme. Somit hätte fiona ihren hund im griff gehabt und nichts dafür können, dass die andere ihren drauf los laufen lässt.

Dies ist meine meinung.

Liebe grüsse
Merve

von Jägerin am 29. Mai 2007 13:13
Hallo Zusammen

Ich glaube nicht dass es des Rätsels Lösung ist einen schuldigen zu finden. Rüden die unverträglich sind mit Artgenossen, sollte man generell an der Leine halten. Aktivitäten kann man auch zusammen machen. Damit meine ich, um den Hund auszulasten, kann man gemeinsam etwas unternhemen z.B. auf einer Wiese. Bei gemeinsamen interessanten Beschäftigungen ist der Hund konzentriert und lässt vielleicht von manchen Dingen ab, die sonst interessant wären für ihn.
Bei unkastrierten, territorialen Rüden ist das auch nur ein normales Verhalten, wenn sie ihr Revier freihalten möchten von irgend welchen Rivalen.

Aber eines gilt immer. Wenn ich mit dem Hund unterwegs bin, habe ich auch hinten Augen. Bin ich derjenige der für die Sicherheit sorgt, muss ich in der Lage sein die Uebersicht zu behalten.

von Anonymus am 29. Mai 2007 14:21
Also die Sache ist die, dass die Leine die Situation sicherlich nicht verbessert hätte. Dazu muss ich sagen, ich hatte immer eine Hündin und kenne solche Situationen nicht. Seit dem Rüden bin ich da übervorsichtig, und leine ihn immer an, wenn ich mir nicht sicher bin, dass ich weit und breit allein bin. Ich hätte auch diesmal schwören können, dass da niemand ist. Die Wiese ist rießengroß und ehrlich dass mir eine Joggerin nachrennt hätte ich nicht gedacht, die war einfach schnell da. Auch wenn mein Hund an der Flexileine gewesen wäre, hätte er sich draufgeschmissen. Desensibilisierung läuft - er lässt sich auch gut abrufen, und wir drehen meistens noch bevor er sich aufregt einfach um. Ja, ich mach mir da gewiss auch Vorwürfe, aber ich denke trotzdem, dass man als Besitzer eines Rüden wenn man sich von hinten anschleicht Verantwortung zu tragen hat, zumal die nicht sehen konnte ob ich nicht doch eine Flexileine in der Hand halte. Aber etwas anderes würde mich noch interessieren: Wie sieht das Resultat jetzt für den Rüden aus - er hat den Pudel unterworfen und ich den Boxer danach. Hat er jetzt gewonnen, oder hat sein Sieg jetzt durch mein Verhalten doch einen schalen Beigeschmack bekommen, da er gespürt hat, dass ich so etwas nicht dulde?

Danke Fiona

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