Der reizarme weg zum perfekten hund ?! :: Hundeerziehung + Soziales

Der reizarme weg zum perfekten hund ?!

von HST am 10. September 2008 23:52
ein märchen
oder gibt es ihn tatsächlich

So Angie
du darfst jetzt berichten....

mfg
HST

von Anke + Franzl am 11. September 2008 07:03
Hi,

dürfen auch andere? Und bitte gleich definieren, was "reizarm" ist, danke.

salü
Anke

von HST am 11. September 2008 08:29
Reizarm
das gegenstück
zu den heutigen propagierten
welpenspielstunden
hunde mit 4 wochen durch die gegen karren...auf deubel komm raus...
etc...
reizarm heisst auch...
klappe halten bei welpen...
nur über einige laute mit ihnen kommunizieren..
sie nicht totschwallen...vor lauter
dusseligkeit und
sog...affenliebe..
mfg
HST

von Anke + Franzl am 11. September 2008 12:29
Hi,

dann berichte ich mal von unseren:

Alles Jagdleistungshunde, aber unterschiedliche Rassen und somit auch Züchter, der Rasse entsprechend leichte Variationen.

Geburt und Aufzucht im Zwinger mit Aussenanlage. Kontakt primär zum Züchter und teilweise dessen Familie (Ehefrau, jeweils Kinder jugendlich bis erwachsen). Da die Welpen ihre Namen erst sehr spät bekamen wurde keiner gezielt mit Namen angesprochen, nur Locklaute zum Nachfolgen besonders ab der Zeit des Zufütterns. Hündinen hatten alle die Möglichkeit, sich vom Wurf fernzuhalten und taten das auch recht ausgiebig je älter die Banden jeweils wurden. Allerdings stand es den Hündoinnen frei, alleine zu den Welpen zu gehen.

Durch den Züchter gezielte Prägung auf die später zu bejagenden Wildarten. Dazu ein paar Ausflüge mit Auto und Hündin ins Revier. Ein Züchter, der mit der Rasse, die auch Wasserarbeit macht, hatte einen Teich zur Gewöhnung.

Ansonten lief das normale Leben im Garten ab, beim einen da Winter eher weniger.

Ab Übernahme gab es bei mir den Namen, Folge bzw. Kommpfiff und erste Clickerübungen. Viel Körperkontakt beim Schlafen.

Prägung erfolgte weniger gezielt als einfach durch Mitnahme des Hundes zu den anstehenden Tätigkeiten, wo er mich bis zum Lebensende begleiten wird. Ich bin also nicht extra irgendwo hin gefahren, sondern habe das genutzt, was eben eh gerade auf dem Plan stand.

Welpengruppe besuchte ich nur gelegentlich und dann mit dem Ziel, den Hund trotz anderer Hunde mehr auf mich zu prägen. Sozialverhalten wurde hingegen überwiegend mit sicheren Althunden "geübt", wobei das auch keine gezielten Übungstreffs waren, sondern sich beim gemeinsamen Jagen so ergibt.

Einzig wirklich gezielte Übungen: Schussfestigkeit, da Grosskaliber aus nächster Nähe schon gewaltig rummst. Und Wasser bei den Nicht-Wasserarbeitshunden, da die sonst Wasser meiden wie Teufel das zum Weihen...

Im ersten Jahr Führung fast ausschliesslich über Körpersprache, Sichtzeichen, erst danach Hörzeichen, Ausnahme Komm-Pfiff, Ablage-Pfiff und Name und "nein".

Ich kann meine Hunde überall mit hinnehmen ohne dass wir unangenehm auffallen oder die Hunde sich sonderlich unwohl fühlen.

Ich habe langsam das Gefühl, dass dieses Extremprägen möglicherweise Wesensmängel vertuscht (wobei falsch geleitete Welpengruppen sehr heftige Schäden anrichten können, besonders was das Sozialverhalten angeht). Denn warum hab ich hier Landeier, die ebenfalls auf dem Land gross wurden und nun dennoch durchaus grossstadttauglich sind? Dreimal glücklicher Zufall, das ist unwahrscheinlich.

salü
Anke

von martin am 11. September 2008 12:29
Grüß Dich Heinrich,

Quote :
Original geschrieben von HST

.... das gegenstück
zu den heutigen propagierten
welpenspielstunden
hunde mit 4 wochen durch die gegen karren...auf deubel komm raus...
etc...
Kennt du jemanden, der seine hunde mit vier wochen abgibt?

Im übrigen kann eine sehr frühe reizgewöhnung an reize, die keine reaktion hervorrufen sollen, sehr sinnvoll sein.

Jeden tag über der welpenkise zwei ladungen schrot abfeuern - hab ich mal irgendwo gelesen.

Quote :
reizarm heisst auch...
klappe halten bei welpen...
nur über einige laute mit ihnen kommunizieren..
sie nicht totschwallen...vor lauter
dusseligkeit und
sog...affenliebe..
Du bis doch fan von reizüberflutung?

Die können doch nicht früh genug lernen, dass das ganze geschwalle nichts zu bedeuten hat.

Wenn mensch sich dem hund mitteilen will, muss er sich schon deutlich verständlich machen.

Wenn du reizarm aufgewachsene hunde haben willst, dann kannst du solche aus tierversuchen nehmen. Du wirst dich aber wundern, mit welchen problemen die zu kämpfen haben.

tschüß martin

von Liesel am 11. September 2008 12:41
grinning smiley grinning smiley grinning smiley

Klasse Antwort, Martin. Ich pflichte dir in allen Punkten bei.

Trotz aller Reizgewöhnung die Hunde für nonverbale Kommunikation mit dem Mensch zu sensibilisieren, das sollte das Ziel der Prägung sein.

LG, Liesel

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