Kommandos auflösen? :: Hundeerziehung + Soziales

Kommandos auflösen?

von martin am 23. Oktober 2008 17:50
Hallo zusammen,

so eine schöne neue darstellung, dazu die alten forenbeiträge - klasse.
Aber hat es euch nun die sprache verschlagen?

Darum einmal eine frage oder anregung. Es gibt kommandos (befehle, signale o.ä.), die ein andauerndes verhalten verlangen. Der hund sollte erst dann etwas anderes tun, wenn ihm das eindeutig gesagt wird. Wenn <sitz>, dann sitz, wenn <halt>, dann stehen bleiben u.s.w.

Aber wie genau befolgen wir das? Wenn wir ungenau sind, gerät der hund in eine grauzone, bei der er selber entscheiden kann und irgendwann muss, ob er nun etwas anderes macht oder nicht.

Ich bin darauf durch ein eher lustiges ereignis gestoßen worden. Ich hatte mit meinem hund vor längerer zeit einmal unterordnungsübungen der bh trainiert. Das war so ganz zufrieden stellend. Irgendwann verlor ich aber die lust.

Nun kam ich am wochenende auf einer riesengroßen wiese spontan auf die idee, einmal wieder ein paar elemente zu üben. Der hund war sehr eifrig. Zum schluss kam das unweigerliche platz aus der bewegung, das abrufen und vorsitzen. Danach belohnte ich ihn, dreht mich um und ging weiter. Nach etwa 30 m wendetet ich mich zurück. Mein hund saß unerschütterlich immer noch in der gleichen position. Ich hatte ihm ja noch nichts anderes gesagt. (und ablenkung war nicht vorhanden.) So verhielt er sich also lehrbuchmäßig.

Nach dem rückpfiff kam er dann aber wie eine rakete! So ganz geheuer war ihm das einsame sitzen auch nicht gewesen.

Ich glaube, dass viele alltägliche "unfolgsamkeiten" darauf beruhen, dass man zu wenig darauf achtet, seinen hund bewusst frei zu geben. Wie seht und haltet ihr das?

tschüß martin

von Anke + Franzl am 23. Oktober 2008 18:56
Hi,

genau genommen habe ich keine Signale, die der Hund nicht unter bestimmten Umständen auflösen darf - bin ich in der Nähe, dann fragt er mich regulär bzw. liest an mir, ob jetzt schon aufgehoben werden darf, bin ich abwesend muss er teilweise selber entscheiden - allerdings trainiere ich schon so, dass er ein Positions- bzw. Bleibsignal ausreichend lange einhält. Ich bemühe mich aber dennoch, möglichstt immer saubere Auflösungssignale zu geben. Darf er unter keinen Umständen den Platz verlassen in meiner Abwesenheit, dann sichere ich per Leine.

Und wenn was nicht so läuft, wie ich mir das dachte, dann habe zu 95% ich selber mal wieder versagt, indem meine Kommunikation zweideutig bis völlig uneindeutig war. Ich dachte z.B. ein Sitz (mit Bleiben) aus der Bewegung, laufe aber nach dem Signal "Sitz", das der Hund sauber befolgt, mit der Körpersprache "Du bist frei zu tun was Du magst" weiter... selten dämlich...

salü
Anke

von Frieda am 24. Oktober 2008 11:09
Huhu Martin,

also seitdem ich wirklich darauf achte Kommandos aufzulösen sind wir nen ganzes Stück weiter gekommen.
Am wichtigsten ist mir das jedoch beim von der Leine abmachen. Also er darf nicht sofort losstürmen, sondern muss eben auf mein "los" warten. Bei Hier, Sitz, Platz und Bleib ist das genauso. Das muss er so lange machen, wie ich es eben möchte. Bei "los" darf er dann wieder sich frei bewegen.
Anders ist es mir Kommandos wie "leg dich hin" oder ähnliches, dann darf er da schon selber entscheiden, wo, wie und wie lange der das macht. Und ja mein Hund kann das klar unterscheiden.

Ich denke es ist sehr wichtig einem Hund sowas klar aufzuzeigen. Auch beim Halt kann sowas schließlich lebensrettend sein... Mein Hund muss z.B. an gewissen Stellen warten (z.B. wenn ein Auto kommt) würde er da selber entscheiden wanns weiter geht... Den rest könnt ihr euch denken.

LG Frieda

von Chiyo am 25. Oktober 2008 11:59
Quote martin:
Aber hat es euch nun die sprache verschlagen?
Ja, der Schock sitzt tief und ich muß erst mal ein Weilchen darüber nachdenken, ob ich Yorkie nach über 6 Jahren aus den "Lesezeichen" streichen soll oder nicht.

Quote :
Wie seht und haltet ihr das?
Ich hebe Befehle auf: "lauf!", wenn der Hund frei ist, "weiter!", wenn er sich an der Leine befindet.

Zweifellos ist das Quatsch. Ein Kommando würde reichen. Aber so habe ich mir das nun mal angewöhnt und das arme Hundchen hat ja keine Anlaufstelle, wo es sich über mich beschweren könnte. smiling smiley

von martin am 25. Oktober 2008 16:38
Hallo Chiyo,

Quote Chiyo:

Ja, der Schock sitzt tief und ich muß erst mal ein Weilchen darüber nachdenken, ob ich Yorkie nach über 6 Jahren aus den "Lesezeichen" streichen soll oder nicht.
Faszinierend!
Jetzt ist das forum von der praktischen anwendung her up to date und dann aussteigen?
Dann würde ich in keinem forum mehr schreiben.

Aber zu thema:

Quote :
Ein Kommando würde reichen. Aber so habe ich mir das nun mal angewöhnt
Das macht hunden kein problem. Ich kenne beispiele, bei denen ein hund von zwei verschiedenen leuten verschiedene kommandos für das gleiche tun gelernt hat. Er befolgt sie austrein, aber nur beim richtigen kommandeur. Sagt einer das kommando des anderen, passiert nichts.

tschüß martin

von DS1 am 11. November 2008 07:07
Hi Martin,

sowas ähnliches ist mir auch passiert -- wenn mein Hund zu mir kommt und bei Fuß läuft (ohne Kommando) - will er ein Leckerli,also schnorrt. Meistens bekommt er eins,aber manchmal zeige ich ihm meine leere Hand.Mein Hund geht extrem auf Handzeichen. Nun ist mir aufgefallen,dass mein Hund oft nach so einer Bewegung stehen geblieben ist und nicht meht weiter wollte. Ich dachte es wäre so eine Art Rebellion von ihm, bis ich drauf kam,dass mein "Bleib"-Kommando auch eine flache Hand ist,die richtung Boden zeigt - mein schlampiges "leere-Hand"zeigen war eben oft nicht senkrecht zum Hund sondern waagrecht -- also "Bleib"

Als ich das endlich erkannte,war ich natürlich super stolz auf meinen Hund - so ein Perfektionistconfused smiley

Jetzt bemühe ich mich immer nur bewußte Handbewegungen zu machen - was natürlich extrem schwer fälltcool smiley

DS

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