Mein Hund rent bellend und Knurrend auf manche Menschen zu, was tun ? :: Hundeerziehung + Soziales

Mein Hund rent bellend und Knurrend auf manche Menschen zu, was tun ?

von Anila am 10. September 2009 22:03
Hallo Liesel und Finn,

Quote :
Zitat Liesel: dabei sollte man nicht außer acht lassen, mit welchem Kaliber Hund Baumann arbeitet. Ich schreibe bewusst "Kaliber", denn solche Hunde sind auch als Waffe einsetzbar. Solche Mittel sind bei kleinen Hunden sicher nicht nötig.

Ich selbst kenne Baumann nicht, nur dieses Buch. In anderen Foren wurde er teilweise heftigst angegriffen, in wieder anderen Foren hoch gelobt. Jedenfalls scheint er zu polarisieren. In seinem Buch, was ich gelesen habe, hat er mehrfach ganz deutlich gemacht, dass man mit einem kleinen Hund anders umgeht, als mit einem großen Hund und mit einem, der sehr sensibel ist, geht man anders um, als mit einem, der unsensibel ist, usw.. Jetzt nur vom Lesen her hatte ich definitiv nicht den Eindruck, dass er einen Zwergpinscher wie einen Rottweiler behandeln würde.

Quote :
Zitat Liesel:
Ähem...*räusper*...EINSPRUCH!!!
Ich habe durchaus so etwas an der Leine, genauer gesagt an drei Leinen. Um es ganz genau zu sagen, züchte ich dienstfähige Gebrauchshunde, DSH aus Leistungslinie.

Nein, das meinte ich nicht. Ich meinte nicht bestimmte Hunderassen oder Temperamente, sondern Hunde, die aus schlechter Haltung stammen oder die bewußt aggressiv gemacht wurden. Solche, die also salopp gesagt verkorkst wurden. Ich denke, dass du solche Hunde nicht an der Leine hast. Aber erzähl doch trotzdem mal, wie DU deine Hunde erziehst. Ich denke, gegen Motivation als wichtigstes Erziehungsmittel gibt es keinerlei Einspruch. Die Meinungen gehen bei den Konsequenzen bei Ungehorsam auseinander, daher würde mich auch speziell das interessieren.

Quote :
Zitat Liesel:
Also wenn emotionsgeladenes Strafen angebracht ist, dann bitte vor den Spiegel stellen und sich selbst ohrfeigen.

Oh ja, was für ein guter Vergleich. grinning smiley

Quote :
Zitat Liesel:
Super Idee, es gibt auch hervorragende Lektüre dazu. Mein Buchtipp wäre dazu Karen Pryor: Positiv bestärken-sanft erziehen.

Schön, wieder ein Buchtipp! Von ihr habe ich noch nichts gelesen. Liesel, vielleicht hast du ja noch Lust, zu erzählen (jetzt hätte ich fast erziehen geschrieben), wie du deine Hunde erziehst. Ich selbst arbeite an der Baustelle „Rüden, die uns frontal entgegen kommen“. Passt ja eigentlich auch ein wenig zu diesem Thread, oder?

Ich mache täglich Gehorsamübungen – eben auch über Motivation und spielerisch, indem ich solche Übungen ins Dummytraining oder Frisbee-Spiel mit einbaue. Als Alternativverhalten trainiere ich „Schau mich an“. Klappt auch super gut, aber nicht bei jedem intakten Rüden. Auf weitläufigen Flächen ist Durian total entspannt, kritisch sind nur Frontalbegegnungen auf engem Raum. Durian ist ja mein erster Hund und gelesen habe ich so ziemlich alles, was man lesen kann (außer Pryor smiling smiley). In der Praxis war es dann so, dass ich im Laufe der Zeit natürlich dazu gelernt habe und mittlerweile sehr viel besser voraussehen kann, wie er wohl reagieren wird. Allein dadurch hat sich schon sehr viel verbessert. Mittlerweile gehen wir manchmal eine ganze Woche lang bell- und knurrfrei an fremden Rüden an der Leine dran vorbei, aber dann gibt es auch wieder Tage, an denen er knurrend in die Leine springt. Ach ja, ich fahre regelmäßig zu einem Hundefreilaufgebiet, in dem wir sehr viele Hunde treffen. Hundekontakt hat er also, ausgelastet ist er auch.

Durian ist übrigens schon 5, beim Erstbesitzer wurde er schlecht gehalten und hatte so ziemlich alle Macken entwickelt, die man häufig bei Border Collies sieht. Meine direkte Vorbesitzerin hat sehr viel mit ihm trainiert, sie hat sehr viel Erfahrung und mir einen super Hund übergeben. Diese kleine Macke, dass er einige Rüden ziemlich doof findet, würde ich aber auch gerne überwinden.

Oder hätte ich dazu doch einen eigenen Thread eröffnen sollen?

@Finn:
Quote :
Zitat Finn:
habe mir auch ne schleppleine besorgt .... aber irgendwie bin ich da zu vorsichtig mit glaube ich ... da bin ich mehr am gucken das sich der kleine nicht verhäddert

Das ging mir anfangs auch so. Ich fand die Schleppleine ganz furchtbar, denn vor allen Dingen ich habe mich ständig darin verheddert. Bevor ich meinen Durian bekam, hatte ich mir ja einen Leih-Hund besorgt. Ich nenne ihn immer meinen Laborhund, denn an dem habe ich alles ausprobiert, was ich gelesen hatte – halt auch Schleppleinentraining. Aber irgendwann hat man den Dreh raus und geht mit der Schleppleine so um, wie mit einer Flexileine. Jedenfalls dann, wenn man das andere Ende in der Hand hält.

Quote :
Zitat Finn:
daher wundert es mich schon das er das bei unseren spaziergängen so macht, und plötzlich meint er wäre ein riesenschnauzer und kein zwergschnauzer

Offenbar ist für ihn der Laden eine völlig andere Situation. In etwa wie bei Durian, der intakte Rüden auf der Hundewiese akzeptiert und mit denen keine Probleme hat – aber wehe, wir begegnen denen auf einem Feldweg. Er weiß, dass die Leute, die in den Laden kommen, ok sind. Draußen – das ist was gaaaaanz anderes für deinen Hund.

Dass Finn an der Leine gut geht, ist doch schon mal total super! Dann kannst du ihn ja da, wo es problematisch werden könnte, vorsichtshalber anleinen und ihn mal beobachten.

Quote :
Zitat Finn:
da dies mit dem bellen und auf die leute zurasen ... jetzt auch etwas länger dauert bin ich vielleicht übervorsichtig

Das kann dann dazu führen, dass du dich verkrampfst und Finn das irgendwie bemerkt und dann denkt, dass jetzt irgendwass ganz komisch ist. Und dann knurrt und bellt er. Aber es geht wohl jedem so. Als Durian sich das erste Mal auf einen Dackel stürzte (er hat ihn aber nicht gebissen) und es furchtbar laut wurde, als dann noch dazu der Besitzer des Dackels ganz hysterisch wurde und als ich leider auch zugeben musste, dass ich das Ganze nicht habe kommen sehen – da war ich auch erstmal sehr auf der Hut. Ich habe immer drauf geachtet, mir das nicht anmerken zu lassen – aber wer weiß. Mit der Zeit habe ich immer feinere Signale erkannt bei meinem Hund und werde nur noch selten überrascht.

Quote :
Zitat Finn:
was ich derzeit mache ist wenn er (abends) an der leine diese plötzlich auftauchenden oder in der dunkelheit sich tümmelnden leute anknurrt das ich es ignoriere und wir unseren weg machen, und auch an den leuten vorbei laufen ohne die gross zu beachten ... manchmal bleiben wir auch stehen direkt daneben ( kommt n bisschen blöd an ), damit er einfach sieht das da keine gefahr droht ...

Ich habe es oft so gelesen, dass man es so machen soll. Also einfach weiter gehen und das Verhalten nicht beachten. Ich selbst (bei uns sind es halt nur Hunde und keine Menschen) mache es so, dass ich Durian in dem Moment, wo er sich anspannt, auffordere, mich anzusehen, und dafür wird er belohnt. Nur Ablenkung ist das meiner Meinung nach nicht, denn die Belohnung kommt erst, wenn wir so gut am anderen Hund vorbei sind, und er hat den anderen Hund dann natürlich auch gesehen. Ich habe aber auch schon von Leuten gelesen, die meine Vorgehensweise nicht so gut finden und die sagen, man sollte es so machen, wie du es tust. Ich selbst fahre mit meiner Methode aber ganz gut aber ich lese gerade, dass das für dich ja auch gilt.

Quote :
Zitat Liesel:
aber wirlich bestrafen wäre ja da schwachsinn ... da er ja auch zurück kommt ... ich werde es vielleicht doch noch mal intensiver mit der schleppleine versuchen, weil man da ja auch wirklich sehr viel gutes hört ...

Ja, wenn er zurück kommt, soll er nicht bestraft werden. Ich denke auch: Versuch’s nochmal mit der Schleppleine – und berichte weiterhin!!!

Viele Grüße
Anila

von DS1 am 11. September 2009 06:37
Hi Anila,

Quote Anila:
Hallo Liesel und Finn,


Quote :
Zitat Finn:
was ich derzeit mache ist wenn er (abends) an der leine diese plötzlich auftauchenden oder in der dunkelheit sich tümmelnden leute anknurrt das ich es ignoriere und wir unseren weg machen, und auch an den leuten vorbei laufen ohne die gross zu beachten ... manchmal bleiben wir auch stehen direkt daneben ( kommt n bisschen blöd an ), damit er einfach sieht das da keine gefahr droht ...

Ich habe es oft so gelesen, dass man es so machen soll. Also einfach weiter gehen und das Verhalten nicht beachten. Ich selbst (bei uns sind es halt nur Hunde und keine Menschen) mache es so, dass ich Durian in dem Moment, wo er sich anspannt, auffordere, mich anzusehen, und dafür wird er belohnt. Nur Ablenkung ist das meiner Meinung nach nicht, denn die Belohnung kommt erst, wenn wir so gut am anderen Hund vorbei sind, und er hat den anderen Hund dann natürlich auch gesehen. Ich habe aber auch schon von Leuten gelesen, die meine Vorgehensweise nicht so gut finden und die sagen, man sollte es so machen, wie du es tust. Ich selbst fahre mit meiner Methode aber ganz gut aber ich lese gerade, dass das für dich ja auch gilt.

Viele Grüße
Anila

Ich weiß, das Leute gerne mit Leckerli ablenken - ich persönlich finde aber besser,wenn der Hund sich die Situation anschauen kann, damit also indirekt konfrontiert wird - und so sieht,dass ihm keine Gefahr droht.

DS

von Anila am 11. September 2009 10:31
Hallo DS,

das Leckerchen gibt es, wenn wir ruhig am Hund vorbei sind oder auch schon, wenn sich abzeichnet, dass das bei einem guten Verhalten bleibt. Definitiv nur und erst, wenn er den anderen Hund wahrgenommen hat. Deswegen ist das für mich keine Ablenkung von der Situation, sondern eine Belohnung für gutes Verhalten. Auch hier finden allerdings wohl manche (viele?) Trainer, dass das auch schon nicht gut sei, weil sie sagen: Ein gutes Benehmen, wenn ein anderer Hund kommt, sollte ja was ganz normales sein. Jetzt wird er belohnt für ein an sich völlig selbstverständliches Verhalten.

Ich finde das Argument deswegen nicht gut, weil für meinen Hund es ja nun mal keine Selbstverständlichkeit ist, normal am anderen Hund vorbei zu gehen. Vermutlich ist das sogar eine schwierige Situation. Freiwillig würde er nie im Abstand von 2 m oder so an einem anderen Hund dran vorbei laufen. Deswegen finde ich es richtig, zu belohnen, wenn es denn doch klappt.

Viele Grüße
Anila

von Finn am 11. September 2009 11:05
hallo nochmals,

ich möchte garnicht gross drauf eingehen was richtig und was falsch ist zu kommentieren smiling smiley dazu bin ich selber auch noch zu unerfahren, aber man muss immer flexibel bleiben und gucken was bei seinem individuellen charakter von hund am besten wirkt, da bei meinem finn ja leckerlies und co in wichtigen situationen nicht wirklich funktionieren, (ich kann ihm die teuerste und leckerste wurst vor die nase halten ... das funktioniert nicht, und wenn ers dann doch mal kurz in die schnauze nimmt wird es ausgespuckt, das scheint aber wirklich der schnauzer dickkopf in ihm zu sein) was man so über die rasse liesst smiling smiley )

hab ich mir das seuseln angewöhnt was in manchen situationen sicher nicht angebracht und total doof aussieht und anhört ... aber es funktioniert doch sehr gut bei ihm, scheint ihn irgendwie zu beruhigen ... naja klappt aber nur wenn ich wirklich dran denke .. da ja die situationen sehr plötzlich auftreten denkt man nicht immer dran winking smiley

viel spass euch noch ... ich werde sicher bald mehr zu berichten haben ... wie das mit der schleppleine läuft und ob ich fortschritte mache oder nicht....

wobei ich mittlerweile auch echt glaube das das die wie am anfang beschriebene 10 monatsangst (bei schäferhunden) ist.

da rückwirkend betrachtet er sich wirklich sehr plötzlich anders verhalten hat und das die hormone in ihm verrückt spielen zeigt sich auch ....da er stimmungsschwankunen auch gegenüber anderen hunden hat, ...

er hat sogar vor autos zurück geschreckt .. obwohl er das von kindesalter her kennt .... jetzt zum glück nicht mehr ... und da das ja gefühlt immer besser wird mit dem bellen und auf die leute zusprinten ... bin ich sehr zuversichtlich auch wenn ich ihn noch nicht von der leine lasse ... ( nur im hundefreilauf), vor paar wochen noch haben wir nur n kind schreien, lachen oder sonst was geräuschvolles tun müssen und er hat schon profilaktisch geknurrt ... das macht er zumglück auch nicht mehr ... smiling smiley

ich übe kräftig weiter, aber das forum hier und ihr fleissigen schreiber habt mich schon sehr beruhigt smiling smiley danke ...

von Liesel am 11. September 2009 14:25
Quote Anila:
Nein, das meinte ich nicht. Ich meinte nicht bestimmte Hunderassen oder Temperamente, sondern Hunde, die aus schlechter Haltung stammen oder die bewußt aggressiv gemacht wurden. Solche, die also salopp gesagt verkorkst wurden. Ich denke, dass du solche Hunde nicht an der Leine hast.

Hallo Anila,

verkorkste Hunde hatte ich auch schon an der Leine, aber nie selbst besessen. Einem davon (4jähriger DSH-Rüde mit 5 Vorbesitzern) konnte ich auch mit Ausbildung nicht mehr helfen, er musste letztendlich eingeschläfert werden. Es tat weh, denn ich mochte ihn obwohl er eine tickende Zeitbombe war, er war ein Opfer unfähiger Vorbesitzer.

Seit einigen Jahren kümmere ich mich nur noch um meine eigenen Hunde, die ich erst gezielt ausgesucht, zuletzt selbst gewissenhaft gezüchtet habe.


Quote Anila:
Aber erzähl doch trotzdem mal, wie DU deine Hunde erziehst. Ich denke, gegen Motivation als wichtigstes Erziehungsmittel gibt es keinerlei Einspruch. Die Meinungen gehen bei den Konsequenzen bei Ungehorsam auseinander, daher würde mich auch speziell das interessieren.

So, jetzt schockiere ich dich zuerst: ich erziehe meine Hunde seit 10 Jahren GAR NICHT MEHR. grinning smiley

Ganz einfach: der letzte Hund, den ich erzogen habe, hat seine Erziehung auf die Welpen übertragen, die nach ihm kamen. Er passte auf, dass sie die Möbel in Ruhe ließen, nirgendwo ihr Geschäft gemacht haben, nicht unnötig gekläfft und des Weiteren mein NEIN verstanden haben. Welpe Nr. 1 war meine Cara, die leider im Alter von 19 Monaten an Lymphdrüsenkrebs verstarb, Nr. 2 war meine aktuelle ältere Zuchthündin.

Sie wurde eine wahre Supernanny auf 4 Beinen. Egal ob es um den Wurf ging, den sie als Amme ab der 6. Woche aufzog, oder ihren eigenen Wurf, oder den Welpen den ich ins Rudel integriert habe als der alte Rüde starb (das ist jetzt meine 2. Zuchthündin), sie brachte ihnen alles bei, was ich an Regeln aufgestellt habe.

Der Rest, wie z.B. Hörzeichen ausführen, erledigt sich durch den Hundesport. Die Auslastung treibt ihnen die Flausen aus dem Kopf, die Hörzeichen werden, je nach Alter, Ausbildungsstand und Primärmotivation des Hundes über Futtertreiben, Beutetrieb und/oder Clicker konditioniert. Nach dem Zahnwechsel beginnt für sie "der Ernst des Lebens", dann verdienen sie sich ihr Futter, indem sie es auf Fährten finden oder bei der Unterordnung erarbeiten. Schutzdienst ist sowieso selbstbelohnend, die begreifen schnell dass sie nur an ihre Beute kommen, wenn sie zuvor ein erwünschtes Verhalten anbieten. Da ich jedoch schon andeutete, dass ich ein gewisses "Kaliber" an der Leine führe, wirst du dir vorstellen können, dass man bei solchen Hunden nicht immer ohne Zwänge auskommt. Natürlich werden diese nur benutzt, um bereits erlerntes Verhalten abzurufen bei einer Verweigerung des Hundes. Außerdem müssen sie der Situation angepasst, also verständlich für den Hund, und angemessen sein. Auf ein Minimum reduzieren kann man Zwänge jedoch, wenn ihnen eine fundierte Ausbildung vorausgegangen ist.

Konsequenzen bei Ungehorsam... schwieriges Thema. Erst einmal sollte man sich selbst hinterfragen, manchmal ist etwas, das wie Ungehorsam aussieht, nur etwas falsch gelerntes oder ein Fehler unsererseits beim Abrufen eines Hörzeichens. Wenn ich ganz ehrlich bin, kenne ich keinen wahren Ungehorsam in der Unterordnung oder im Alltagsleben. Ungehorsam kenne ich nur in dem Zusammenhang, wenn unsere Wünsche und Befehle sich gegen die Natur des Hundes richten, also beim "Abhauen und Hasen fangen", beim "nicht auf Ruf kommen wenn Artgenossen da sind", beim "die läufige Hündin decken". Und natürlich auch in der Schutzdienstausbildung, eine gefasste Beute auf Kommando loslassen, das wollen triebstarke Hunde eigentlich gar nicht.



Quote Anila:
Ich selbst arbeite an der Baustelle „Rüden, die uns frontal entgegen kommen“. Passt ja eigentlich auch ein wenig zu diesem Thread, oder?

Ich mache täglich Gehorsamübungen – eben auch über Motivation und spielerisch, indem ich solche Übungen ins Dummytraining oder Frisbee-Spiel mit einbaue. Als Alternativverhalten trainiere ich „Schau mich an“. Klappt auch super gut, aber nicht bei jedem intakten Rüden. Auf weitläufigen Flächen ist Durian total entspannt, kritisch sind nur Frontalbegegnungen auf engem Raum. Durian ist ja mein erster Hund und gelesen habe ich so ziemlich alles, was man lesen kann (außer Pryor smiling smiley). In der Praxis war es dann so, dass ich im Laufe der Zeit natürlich dazu gelernt habe und mittlerweile sehr viel besser voraussehen kann, wie er wohl reagieren wird. Allein dadurch hat sich schon sehr viel verbessert. Mittlerweile gehen wir manchmal eine ganze Woche lang bell- und knurrfrei an fremden Rüden an der Leine dran vorbei, aber dann gibt es auch wieder Tage, an denen er knurrend in die Leine springt. Ach ja, ich fahre regelmäßig zu einem Hundefreilaufgebiet, in dem wir sehr viele Hunde treffen. Hundekontakt hat er also, ausgelastet ist er auch.

Das klingt alles sehr gut, im Prinzip so wie ich es auch machen würde, vielleicht solltest du das "schau mich an" weiter ausbauen und perfektionieren. Das ist das, was meine Hunde noch vor "Fuß" lernen. Dieses muss ausgedehnt werden, bis der Hund ohne Ablenkung 10 Minuten die Konzentration halten kann. Ist schwer, aber nicht unmöglich. Dann trainierst du das mit handverlesenen, ruhigen, sozialen Rüden, erst weiter weg, dann immer näher kommend, bis du herausgefunden hast, welche Distanzunterschreitung deinen Hund aus der Konzentration bringt.

Da setzt du dann an: mit Dummy oder Leckerchen nimmst du eine spannungsgeladene Körperhaltung ein, als geschähe jeden Moment etwas ganz tolles, und sobald der andere Hund die nötige Distanz unterschreitet, machst du Action. Wenn er beginnt, dich anzuschauen beim Anblick eines fremden Rüden, hast du gewonnen. Nur brauchst du bei einem längst erwachsenen, vorgeschädigten Hund länger. Aber irgendwann wirst du interessanter sein als der entgegen kommende "Konkurrent". Nur, interessant für unsere Hunde zu sein, das müssen wir uns schon verdienen. winking smiley


Quote Anila:
Durian ist übrigens schon 5, beim Erstbesitzer wurde er schlecht gehalten und hatte so ziemlich alle Macken entwickelt, die man häufig bei Border Collies sieht. Meine direkte Vorbesitzerin hat sehr viel mit ihm trainiert, sie hat sehr viel Erfahrung und mir einen super Hund übergeben. Diese kleine Macke, dass er einige Rüden ziemlich doof findet, würde ich aber auch gerne überwinden.

Oder hätte ich dazu doch einen eigenen Thread eröffnen sollen?

Eigentlich wäre das gut, Leute die das interessiert könnten diese Postings hier überlesen.

LG, Liesel

von Anila am 11. September 2009 20:43
Hallo Liesel,

Quote :
So, jetzt schockiere ich dich zuerst: ich erziehe meine Hunde seit 10 Jahren GAR NICHT MEHR.

Stimmt – ich habe noch zweimal geguckt, ob ich mich nicht verlesen habe. Aber du klärst es ein paar Zeilen weiter auf – das, was du da im Rahmen des Hundesports trainierst, nenne ich Erziehung.

Das mit deiner Supernanni-Hündin finde ich ganz spannend, denn vor langer Zeit gab es hier im Forum auch mal eine Diskussion, in der jemand erzählte, die Welpen relativ früh von der Mutterhündin zu trennen, da die sonst von der nur Blödsinn lernen würden.

Quote :
Ungehorsam kenne ich nur in dem Zusammenhang, wenn unsere Wünsche und Befehle sich gegen die Natur des Hundes richten, also beim "Abhauen und Hasen fangen", beim "nicht auf Ruf kommen wenn Artgenossen da sind", beim "die läufige Hündin decken".

Genau, an solche Dinge habe ich dabei auch gedacht.

Quote :
Das klingt alles sehr gut, im Prinzip so wie ich es auch machen würde, vielleicht solltest du das "schau mich an" weiter ausbauen und perfektionieren.
Danke! Und ich habe auch das Gefühl, dass „Schau“ ein sehr wertvolles Kommando ist. 10 Minuten – puhhh….. – aber ich werde dran arbeiten.

Quote :
Da setzt du dann an: mit Dummy oder Leckerchen nimmst du eine spannungsgeladene Körperhaltung ein, als geschähe jeden Moment etwas ganz tolles, und sobald der andere Hund die nötige Distanz unterschreitet, machst du Action. Wenn er beginnt, dich anzuschauen beim Anblick eines fremden Rüden, hast du gewonnen.

Das klappt auch schon gut, wobei ich ehrlich gesagt relativ wenig Action mache, aber anzudeuten, dass es ein Leckerchen geben könnte, ist für meinen kleinen Fress-Sack schon eine kaum zu toppende Action. Ich glaube, anfangs hatten sich seine Schwierigkeiten bei mir verschlimmert. Theorie und Praxis sind halt doch noch was anderes. Ich habe viel gelesen – ich habe wirklich irrsinnig viel gelesen und war ja lange schon in Hundeforen aktiv – aber ich hatte keine praktische Erfahrung im Lesen der Hundesprache. Mittlerweile werde ich selten überrascht von Durians Verhalten und es gibt auch viele Situationen – auch Frontalbegegnungen – wo er ganz entspannt ist.

Viele Grüße
Anila

P.S.: Sciuba, vielleicht kannst du als Moderatorin ja den Teil, in dem es um Hundeverhalten ging, in einen eigenen Thread stellen? Ich denke - Liesel - da hast du Recht, ich hätte dafür einen neuen Faden aufmachen sollen.

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