Artgemäße Hundeausbildung - was ist das eigentlich? :: Hundeerziehung + Soziales

Artgemäße Hundeausbildung - was ist das eigentlich?

von abby-vom-purnitztal am 15. Februar 2010 12:13
Für uns folgt daraus:
Unsere Hunde brauchen, um sich sicher zu fühlen, ihre klar definierte Position im Rudel bzw. in ihrer Familie mit den dazugehörigen Aufgaben und Rechten, und wir können ihretwegen Hunden auch um so eher eine solche dem Rudel entsprechende Gemeinschaft voller wechselseitiger Zuverlässigkeit und wechselseitigem Vertrauen in einem reibungslosen Miteinander bilden, je besser auch bei uns die wechselseitige Verständigung funktioniert, d. h. je genauer wir das Ausdrucksverhalten unserer Hunde verstehen und je klarer für unsere Hunde unser Ausdrucksverhalten verständlich ist.

von abby-vom-purnitztal am 16. Februar 2010 12:43
Dazu müssen wir uns näher zunächst weiter mit dem sozialen Verhalten der Hunde untereinander befassen und mit welchen Formen des Ausdrucks sie es regeln. Diese können wir heute nur grob - klassifizierend unterscheiden - wenn Interesse besteht, will ich gerne versuchen, ausführliches Bild- und Filmmaterial für ein gründliches Anschauen und Vergleichen einzelner mimischer und gestischer Abläufe zusammenzustellen. Heute geht es uns ja mehr um die grundsätzlichen Zusammenhänge.

von abby-vom-purnitztal am 16. Februar 2010 12:44
Für unseren heutigen Zweck genügt die Einteilung in 4 Klassen von Verhaltensabläufen:

1.Verhaltensabläufe, in denen positive Zuwendung ausgedrückt wird und direkter Körperkontakt mit enthalten ist. Beispiele sind: Spiele zwischen Hunden, besonders hinreißend zu beobachten bei Junghunden und Welpen, beim mütterlichen Pflegeverhalten, beim sexuellen Kontakt, beim Kontaktliegen u.s.w.

2.Kommunikation zwischen Hunden ohne Körperkontakt, die aber freundlich oder neutral abläuft. Wir können das bei distanzierten Begegnungen von älteren Hunden beobachten, aber auch bei der Kooperation von Hunden beim Jagen - sie müssen sich dafür nicht einmal kennen. Auch Spielaufforderungen eines Hundes, auf die der andere nicht eingeht und das z. T. durch Abwenden zeigt, gehören hierher.

von abby-vom-purnitztal am 18. Februar 2010 20:09
3.Kommunikation ohne Körperkontakt mit aversiven Elementen. Beispiele dafür sind das Verteidigen des Futters gegen einen anderen Hund oder Signale, mit denen die vom Hund gewünschte Distanz zum anderen aufrecht erhalten wird. Das kann zwischen einander fremden Hunden ablaufen, aber auch zwischen bekannten, etwa wenn ein Junghund einem älteren gegenüber über Gebühr zudringlich wird oder sonst etwas. Die Mittel, die ein Hund dafür einsetzt, sind:

· Lefzen hochziehen oder Knurren
· Lefzen hochziehen und Knurren
· Lefzen hochziehen, Knurren und
· Abschnappen.

von abby-vom-purnitztal am 19. Februar 2010 21:02
4.Kommunikation mit Körperkontakt mit aversiven Elementen, d.h. Ernstkampf
Was die Häufigkeit der einzelnen Verhaltensweisen angeht, haben wir zuvor schon gehört, daß die hervorstechende Eigenschaft, die von Beobachtern von Wolfsrudeln übereinstimmend berichtet wird, den friedlichen Umgang untereinander betrifft. D. h. die vierte Verhaltenskategorie ist die relativ sehr selten gezeigte. Meist genügt auch bei Konflikten die Kategorie 3 und als wesentlich für den Zusammenhalt des Rudels müssen wir die hohe Häufigkeit der konfliktfreien Verständigung ansehen.

von abby-vom-purnitztal am 19. Februar 2010 21:03
C. Folgerungen für den Umgang mit dem Hund

Daraus ergeben sich nun gleich eine ganze Menge Folgerungen, wenn wir artgerecht mit unserem Hund umgehen wollen, d. h. so wie es seinen Anlagen entspricht:

1.Positiv getönte Formen des Umgangs sollten auf jeden Fall die negativen weit überwiegen. (Wenn man darüber ein bißchen nachdenkt, kommt einem der schlimme Verdacht, daß wir oft sehr viel phantasievoller im Ausdenken von Strafen sind als von Belohnungen).

2.Berührungen des Hundes sollten - außer wenn wir glauben in einem Ernstkampf um Rang oder Leben verwickelt zu sein, und dann ist im Vorfeld einiges schief gelaufen - möglichst ausschließlich im Rahmen positiver Interaktion ablaufen.

3.Wollen wir unserem Hund Grenzen aufzeigen bzw. auf den von uns gesetzten Spielregeln des Verhaltens bestehen, so sollten wir gleichzeitig auch seine Spielregeln was die Verständigung angeht berücksichtigen. D. h. wir sollten etwas finden, was der in der Intensität wachsenden Drohlinie entspricht. Gehen wir den Hund ohne diese Vorwarnungen direkt an, so zeigen wir ein Verhalten, das für ihn zum Ernstkampf gehört. Und leider tun wir das sehr oft, überwiegend - wie ich annehme - nicht, weil wir dem Hund Schmerzen zufügen oder ihn bewußt quälen wollen, sondern aus Hundeausbildungs-traditionen heraus, die zu Zeiten entstanden, in denen es kaum zuverlässige Beobachtungen des Wildtieres Wolf gab und in denen das Haustier Hund als ein dem Menschen ausgelieferter Untertan, nicht als Mitgeschöpf mit eigenen auch zu respektierenden Bedingungen angesehen wurde.

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