Kommando Kommen- Denkanstoß! :: Hundeerziehung + Soziales

Kommando Kommen- Denkanstoß!

von AB(YCH) am 06. April 1998 08:11

Guten Tag!
Jetzt muß ich mich doch kurz zu Wort melden, um einige Unklarheiten zu räumen, die sicherlich nicht alle von Euch betreffen:
1. wenn jemand einem anderen Hund begegnet und seinen anleint, heißt das nicht, daß der Hund agressiv ist oder der Führer keine Ahnung hat!
2. es ist eine Frage der Höflichkeit andere zu respektieren und somit seinen Hund bei sich zu behalten ( angeleint oder 'bei Fuß' )
3. die Sprüche 'meiner tut nichts' habe ich auch satt, da keiner das mit 100%iger Gewissheit sagen kann- da es auch auf den anderen ankommt
4. einem kontrolliertem Kennenlernen steht nie etwas im Wege, aber seinen Hund immer gleich zu jedem hinzulassen hat mit Hundekenntnis nichts zu tun genausowenig, wie seinen Hund zu isolieren.
Um noch mal auf Punkt 1 zurückzukommen: einige haben es sicher schon mitbekommen; mein Hund ist schon oft genug gebissen worden, ohne agressiv zu sein- einfach von hinten und dann noch im Dunkeln. Jeder herannahende Hund, auch Welpen lösten bei ihr zum Schluß Panikanfälle aus. Das ist inzwischen besser aber nicht dadurch, daß ich jeden unkontrolliert heranließ. Ängstliche Hunde leben verdammt gefährlich- sie ziehen neue Bisse magisch an- ist ja klatr, weil einige andere die Angst zu gerne ausnutzen.
Es sollte also generell im Hinterkopf bleiben, daß Leute, die ihre Hunde nicht gleich zu jedem rennen lassen vielleicht ihren Grund dafür haben. Diesen kann man in einigen Fällen durchaus respektieren!
Natürlich gibt es genug Leute, die wahrlich keine Ahnung vo Hunden haben- die lassen sich aber sowieso nicht belehren! Glaubt mir ich habe es schon oft genug vesucht- da hat ein Hund schon mehrfach andere gebissen und die Besitzer behaupten ihrer 'tut nichts' oder 'meiner tut nichts' und dann ' ach ihres ist eine Hündin- naja dagegen hat sie was'. Sehr witzig! Mit solchen Leuten kann man nicht reden!!!!
Viele Grüße Anja

von Anja z.L.(YCH) am 06. April 1998 11:51

Hallo Anja,

die ein oder andere Frage fiel mir beim Lesen Deiner Denkansprüche noch ein:


:2. es ist eine Frage der Höflichkeit andere zu respektieren und somit seinen Hund bei sich zu behalten ( angeleint oder 'bei Fuß' )
Meinst Du mit "anderen" andere Menschen oder andere Hunde?

:4. einem kontrolliertem Kennenlernen steht nie etwas im Wege, aber seinen Hund immer gleich zu jedem hinzulassen hat mit Hundekenntnis nichts zu tun genausowenig, wie seinen Hund zu isolieren.
Wie sieht denn ein kontrolliertes Kennenlernen aus, wennn ich meinen Hund nicht zu dem anderen hinlasse?

Ich frage mich auf meinen Spaziergängen oft, wie ich es denn nun richtig mache. Ich möchte einerseits niemanden belästigen, andererseits meinem Hund ein möglichst hundegerechtes Leben ermöglichen. Immer wieder stelle ich fest, daß das gar nicht so einfach zu sein scheint. Was machtst Du denn nun, wenn Hunde oder Menschen Dir entgegenkommen? Den Hund jedesmal ranrufen und abwarten, was geschieht?

Gruß, Anja

von klaus(YCH) am 06. April 1998 12:07

Hallo Anja,

Du triffst genau den Punkt.

:2. es ist eine Frage der Höflichkeit andere zu respektieren und somit seinen Hund bei sich zu :behalten ( angeleint oder 'bei Fuß' )

ich finde es z.B. sehr nervig, wenn ich mit meinem Hund übe und alle 2 Minuten ein anderer Hund
dazwischenfunkt. Da ist die Konzentration futsch und ich kann das Üben vergessen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß manche Hunde ein Verhalten zeigen, daß mit artgerechtem Umgang nichts mehr zu tun hat. Ängstliche Hunde werden grundsätzlich erst mal untergebuttert, sie können sich so ein Verhalten ja auch erlauben, wenn's brenzlig wird ist ja Herrchen dann doch da und zieht sie aus dem Feuer. Vor allem auf den Hundewiesen trifft man solche Rambos. Dort werden unsichere oder ängstliche Hunde erst mal ordentlich verdroschen und solange gepiesakt, bis sie mit eingeklemmten Schwanz das Feld verlassen oder ihrem Halter nicht mehr von der Seite weichen.
Der Hund einer Freundin (ein relativ großer Schäfer-Mix-Rüde) wurde mit 10 Monaten so hart angegangen, daß er sich nicht mehr auf die Hundewiese traut.
Was die Begegnung mit Kindern angeht, da nehme ich meinen Hund grundsätzlich zu mir, wenn ich den Eindruck habe dem Kind ist die Begegnung nicht geheuer. Das ist doch selbstverständlich. Und auch wenn ich merke daß den Eltern eine Begegnung nicht recht wäre, und sei es nur wegen der Klamotten, ist es doch sonnenklar, daß ich meinen Hund dann zurücknehme. Es gibt genung Mitmenschen mit Hundeerfahrung und andere Hunde mit einem sauberen Wesen, bei denen unbefangenes Spielen und Begegnen möglich ist, so daß mein Hund auf nichts verzichten muß, wenn ich nicht grundsätzlich jede Begegnung ermögliche.

Gruß Klaus

von Gigi(YCH) am 06. April 1998 16:27

Grüss Dich Anja,

ich bin ganz Deiner Meinung, dass eine Frage der Höflichkeit und
des Anstandes ist.
Es gibt ja nicht nur ängstliche Hunde, auch Menschen haben häufig
Angst vor einem freilaufenden Hund, egal welche Grösse er hat.
So lange man sich noch nicht kennt, sollte man den Hund grundsätzlich
zu sich rufen, die Verständigung wird dann von vorn herein auf einer
freundlicheren Basis geführt werden können.

Viele Grüsse,
Gigi

von Susan und Maxi(YCH) am 06. April 1998 20:45

Hallo an alle, die sich an der "Kommando Kommen"-Diskussion beteiligen!
Äh - ich hab da noch ein Problem. Nicht nur, daß ich auch oft böse Blicke ernte, wenn Maxi auf jeden zuläuft - schwanzwedelnd und mit "Bällchen" im Fang wohlgemerkt - selbst wenn ich es wollte, sie würde auf "hier" nicht kommen. Das ist noch unser "Problem"-Kommando. Wenn sie sich erst einmal in Reichweite befindet und so auch in der Wohnung ist Gehorsam gar keinen Frage. Aber im Wald oder im Park, besonders wenn sie sich schon gut dort auskennt und die Gegend als ihr persönliches Wohnzimmer betrachtet, habe ich im Zweifelsfall keine Chance, sie zu erwischen, wenn sie nicht will. Und sie will nicht, wenn es um etwas zu Fressen geht oder darum, einen Menschen oder einen bekannten Hund zu begrüßen. Ich muß zugeben, daß ich aus diesem Grund das Kommando in letzter Zeit so gut wie gestrichen habe, um es für den Ernstfall oder später, wenn sie hoffentlich etwas vernünftiger wird (sie ist ja erst 13 Monate alt), nicht "abzunutzen". Statt dessen versuche ich, einen bestmmten Pfiff mit Leckerlis zu verbinden und so einen "positiven Anker" zu setzen. Aber sie ist nicht besonders verfressen, zumindest nicht was Leckerlis von mir angeht (nach dem Motto: "Die Alte hat ja eh immer Schmackos dabei und wenn ich ein bißchen später komme, gibts immer noch was, weil - Kommen muß ja belohnt werden, ätsch..."winking smiley. Ansonsten schlingt sie alles, was sie unterwegs für eßbar hält wahllos und in windeseile runter, weil sie weiß, daß ich es ihr sonst wegnehme (wenn ich es noch rausfischen kann) oder sie vom Weiterfressen abhalten, wenn es sich zum Beispiel um so etwas schlecht transportierbares wie Kinderdurchfall handelt - yammie!!! Tschuldigung, ich wollte nicht ekelig werden, aber wenn ich daran denke, steigt wieder meine ganze Wut über meine absolute Hilflosigkeit in mir hoch, wenn sie Unrat frißt oder sich in Tierkadavern wälzt (wobei ich mich an letzterres schon fast gewöhnt habe). Ja, ich weiß, sie ist halt ein Hund und kein Mensch, aber ich denke, es ist doch nicht zu viel verlangt, wenn ich auf"Pfui" und "Hier" bestehe, schließlich weiß man ja nie, WAS sie genau frißt und es mag ja auch mal etwas ungesundes für sie dabei sein. Ich habs natürlich auch schon auf die strenge Tour versucht mit im Genick packen und in die Augen schauen und Schimpfen, aber das hat nur dazu geführt, daß sie, wenn sie wußte, daß sie etwas angestellt hat (und das weiß sie auch ohne, daß ich anfange loszuschimpfen), gar nicht mehr herbeigekommen ist. Ich habe neulich 1 ½ Stunden im Park verbracht, weil sie sich nach einer ernsten Ermahnung und anschließendem nochmaligem "Vergehen" einfach nicht mehr zu mir getraut hat. Ich habe am Ende mit Engelszungen auf sie eingeredet, keine Leckerli und kein Ball haben geholfen.
Wie gesagt, ich habs im Guten und im Bösen probiert, leider ohne echten Erfolg, sie ist halt doch ein richtiger Schnauzer-Mix mit einem mords Dickkopf...
Trotzdem, wenn irgend jemand mir einen guten Tip geben kann wäre ich sehr, sehr dankbar -
und nicht vergessen, Leckerlis nützen im "Ernstfall" nichts, ich bin sogar schon mit ungewaschenem Pansen durch den Wald gezogen.
Ich bemühe mich übrigens auch immer, niemandem mit meinem Hund zu nahe zu treten, aber ob der oben beschriebenen Schwierigkeiten habe ich mich auf eine Schadensbegrenzungs-Strategie mit vielen "Entschuldigungs" und "Tut-mir-leids" verlegt und versuche, böse Blicke nicht persönlich zu nehmen.
Über Antwort würde ich mich riesig freuen und jede neue Anregung für die Erziehung ist höchst willkommen,
Susan (und "Maxi", die diesmal weghören mußte)

von Dagmar & Lena(YCH) am 07. April 1998 06:09

Hallo Susan !

Ich fand Deine Schilderungen wirklich wunderbar, so schön aus dem Leben gegriffen. Ich denke, wer sich einen jungen Hund nach Hause holt, der kann all' das was Du beschrieben hast auch nachvollziehen. Ich verstehe aber auch Anja's Probleme. Ich besitze selber eine Hündin die wirklich sehr, sehr ängstlich ist und zwar weil sie immer wieder gebissen wird. Das fatale ist, je öfter das paasiert um so panischr wird sie umso schneller beißen wieder Hunde die das "bisher noch niiiiiiie" getan haben. Hunde sind halt auch nur Menschen und unterdrücken Artgenossen manchmal mit einem echt sadistischen Ausdruck im Gesicht.
So wie ich Dich jedoch verstanden habe, ist eine Maxi einfach ein freundlicher, normaler Junghund der halt gerne guckt wer da so kommt. Ein Teil deines Problems wird sich, so denke ich, mit zunehmendem Alter regulieren. Das alleine sollte dir aber nicht genügen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das je interessanter ich den Spaziergang gestalte, desto lieber bleibt mein Hund bei mir, auch wenn andere Hund in der Nähe sind. Es nehmen zwar viele Leute Stöcke oder Bälle mit, weil der Hund gerne apportiert, aber so richtig bei der Sache sind sie nicht. Dauerndes werfen und zurückbringe ist halt irgendwann auch nichts besonders mehr. Eine zeitlang (als mein Húnd im Alter Deines Hundes war) habe ich mich auf den Spaziergängen richtig zum "Affen" gemacht. Ich bin mit ihr im Graben rumgekrochen und habe "nicht vorhandene" Spuren gesucht. Ich habe mit ihr auf der Wiese Löcher gebuddelt, das jeder Maulwurf neidisch geworden wäre. Beim größten Mistwetter sind wir beide durch Pfützen gematscht wie die Schweine.Wir sind zusammen geschwommen und haben um ein Geschirrhandtuch Ringkämpfe ausgetragen. Das alles ist sicher ein wenig anstrengend, aber in der Zwischenzeit (leider) mit dem Erfolg, das mein Hund nicht mehr mit meinem Freund und nicht mehr mit meine Eltern geht, die gehen ja einfach nr so, sondern nur noch mit mir. Frauchen hat halt die besten Ideen, da ist immer was los. Wo "die" steht lauert das Abenteuer. Alo Susan, sei kreativ, denk Dir neue Sachen aus, auch wenn Deine Mitmenschen dich ansehen als wenn Du "nicht ganz richtig bist". Es ist nie zu spät. Dein Hund wird es Dir danken, wenn Du mit wichtiger Stimme auf einen Grasbüschel weist (an dem eigentlich nichts ist) und tust als wenn da eine Bombe versteckt ist. Du wirst sehen, Hunde sind Nach- und Mitmacher.

Euch Beiden ab heute viel Spaß beim rumsauen,

wünschen

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