Probleme mit dem Dobermann :: Hundeerziehung + Soziales

Probleme mit dem Dobermann

von Roswitha(YCH) am 15. Dezember 1998 16:57

Hallo Kathi

Ihr habt ja eine grössere Auswahl an Möglichkeiten angeboten bekommen.

Kleine Entscheidungshilfe
In der modernen Literatur, Fallbeschreibungen etc. zur Behebung jeglicher mit Aggression verbundener Verhaltensauffälligkeiten wird Bestrafung, Verbieten etc. vom Mensch aus generell abgelehnt. Die Nebeneffekte sind zu gross, die Erfolgsquoten zu klein und die Reaktion des einzelnen Hundes darauf auch nicht abschätzbar.

Was aber abschätzbar und belegt ist: werde in solchen Situationen aggressiv gegen deinen Hund (auch stimmlich, korrigieren etc.) und er wird mit erhöhter Wahrscheinlichkeit gegen einen Dritten agressiv reagieren (Mensch, Hund).

Du wirst immer wieder Geschichten zu hören kriegen, die das bestreiten. Wie interpretierbar solche Geschichten sind, weiss man spätestens, wenn man bei einigen dabei war. Menschen haben zudem die Tendenz, zu sehen, was sie erwarten.

Also, entscheidet Euch klug und hütet Euch vor "Unterordnungsübungen", die nicht auf freiwilliger Basis des Hundes aufgebaut werden.

Alles Gute, ich habe das vor 7 Jahren durchgemacht und es ist lösbar. Dank der Ausbreitung des Clickers scheint ja jetzt eine noch bessere Lösung erhältlich zu sein.

Roswitha

von Norbert& Kathi(YCH) am 15. Dezember 1998 23:35

:Lieber Martin,
:Vielen Dank, daß Du Dir so viel Mühe mit einer Antwort auf unseren "Hilferuf" gegeben hast...
:wenn ich euren text so lese, kommt es mir vor, als ob ihr von mirkos jugend schreibt. wort für wort. mir kommt das alles sehr vertraut vor, auch wenn es schon lange zurückliegt.
grinning smileyas ist natürlich eine schöne Aufmunterung für uns, wenn wir hören, daß es anderen genauso ging wie uns, die dann das Problem in den Griff gekriegt haben
:dobis sind körperlich sehr harte hunde aber seelisch sensibelchen und nicht annähernd so belastbar wie z.b. ein cocker.
grinning smileyas können wir uns gut vorstellen Wenn er so richtig "aufgekeschert" ist und man ihn dann irgentwie anfaßt, schnappt er sogar manchmal nach uns...Das ist wohl eher ein Psycho-Problem...
:hier hilft zumeist noch die erfahrung mit den eigenen wurfgeschwistern weiter. sucht jede gelegenheit zum umgang ohne leine mit anderen hunden. es zahlt sich aus.
grinning smileyas versuchen wir, aber es ist etwas schwer, wo kann man schon sicher sein, daß niemand anderes vorbeikommt? eigentlich nur im Garten...
:im grunde hat er recht. aber was der hund als gemeinsame jagd empfindet ,wissen wir nicht. ich habe mirko am mountainbike, mit zuggeschirr, panikhaken, ruckstopp (alles aus dem schlittenhundebedarf) leine nach vorn über den lenker (passend konfigurieren) durch wald und feld ausgeführt. sein aktionsradius war zwischen 12 und 25 km (sommer -winter) nur als beispiel.
:aber ein ausgelaufener hund, der sein adrenalin abarbeiten konnte, ist wesentlich ruhiger und nervlich belastbarer als einer unter stau.
:Wo finden wir so einen Schlittenhundebedarfsshop? DAs würden wir supergern mal ausprobieren...-Ist so eine "Ausrüstung" sehr teuer??
:es ist sicher kein rangordnungsproblem.
confused smileychön das zu hören!
: gebt ihm die möglichkeit, seinen streß abzubauen. ich habe immer einen ledersack gehabt, den mirko tragen konnte, wenn er unsicher wurde. er hat ihn bald gefordert, wenn ihm danach war! und vor allem, er konnte herzhaft hineinbeißen, wenn ihn die aggression überkam. das ist eine wichtige funktion.
confused smileyo ein Ledermäppchen haben wir auch allerdings mit Futter gefüllt als Belohnung und Ablenkung gleichzeitig sozusagen. Leider findet er es aber trotzdem meistens noch besser Fremde anzugeifern...Im entscheidenden Moment sind- bis jetzt- alle Ablenkungsmanöver fehlgeschlagen!
:sucht wege auf, auf denen sehr viele (5/minute) menschen gehen am besten noch radfahrer und jogger.
tongue sticking out smileyrobieren wir gerne mal aus, aber ich habe so meine Zweifel... Er wird immer gleich so kirre, selbst wenn z.B. ein anderer Hund noch total weit entfernt ist.
:fragt bitte wieder nach. dann geht es hier weiter.
grinning smileyas machen wir auf jeden Fall!!!
:und vor allem kein würger, kein stachel, kein leinenruck!!! wenn jemand in panik ist und noch am hals gewürgt wird, fördert das kaum die selbstsicherheit.
: Stimmt das leuchtet ein. Aber was genau tun wir, wenn er sich so "auf zwei Beinen in die leine stellt"? Ich dachte da wäre ein rucken in Ordnung, um der Leine die Spannung zu nehmen. Der Trainer dazu Eine gespannte Leine gibt dem Hund die Möglichkeit sich voll auf den "Feind" zu konzentrieren, wo sein "Rudelchef" ist kann er ja stets fühlen...
: am besten ein brustgeschirr, auch wenn euch alle welt auslacht. wenn der hund losstürzt, legt er sich bei einem laufgeschirr selber flach. das ist ihm unangenehm. ihr braucht nichts dazu zu tun. das machen er und die hebelgesetze schon von selbst.
:Irgentwer hat behauptet mit einem Geschirr hätte ich im Ernstfall kaum die Möglichkeit, den Hund zu halten... Vielleicht sollten wir's wirklich mal ausprobieren...Gibt es denn da vielleicht verschiedene Modelle? Wenn ja, was für eins kannst Du empfehlen?
:bei einer sehr großen distanz könnt ihr fast sicher sein, daß er angstbestimmt ist.
grinning smileyas müssen wir nochmal genau beobachten, aber so vom Gefühl her muß ich sagen, daß er wirklich immer schon kläfft, wenn der Andere noch total weit weg ist.Bei Menschen ist es anders Da startet er auf jeden Fall öfter mal "Überraschungsangriffe",d.h. erst scheint ihn der jemand gar nicht zu interessieren,dann plötzlich geht's los...
:und laßt euch durch nichts aus der ruhe bringen! das hilft eurem hund am meisten.
:O.K.Versuchen wir!
:wenn die situation schwierig ist und der chef / die chefin auch noch bölken und in hektik machen, dann soll der hund verstehen, daß er sich beruhigen soll ?????
:Kann schon sein, daß wir ihm da ab und zu nicht gerade eine Hilfe sind... Wir werden an uns arbeiten!
:Vielen lieben Dank nochmal, wir werden auf jeden Fall nochmal einen Lagebericht durchgeben...
:Viele grüße an Euch Beide
:von Carlos,Norbert & Kathi

von Norbert & Kathi(YCH) am 16. Dezember 1998 00:01

Lieber Stephan,
Dank auch Dir für Deine Antwort!
Als Neulinge in diesem Forum sind wir total beeindruckt, wie hilfsbereit die Hundefreunde alle sind!
das macht Mut!
Also hier ein paar Statements zu Deiner Mail:
: Wenn er nicht völlig daneben ist, sollte er dies aber nur bei Fremden tun.
Stimmt oder bei welchen, die nicht so häufig trifft.
:Kein Problem, gib dem Fremden die Hand, unterhalte Dich kurz mit ihm, lass Deinem Hund Zeit und Platz, den Fremden kennen zu lernen. Wenn er nicht gestört ist, wird er merken, dass hier keine Gefahr droht.
grinning smileyas kann ich mir kaum vorstellen, daß das geht... der Fremde müßte schon besonders furchtlos und geduldig sein... Bis jetzt hatten selbst die "Hundeexperten", die einem in solchen Situationen auf der Straße immer Tips geben wollen-ist ja lieb gemeint-, noch nie den Nerv dazu...Er ist ja auch so superlaut, daß man sowieso nichts versteht.
. Wenn er in der Wohnung ruhiger ist, dann fangt in der Wohnung an. Achtung! Jedes Knurren und anbellen muss aber sofort unterbunden und bestraft werden! Er sollte das aber relativ schnell kapieren.
:Wie genau sollen wir das Unterbinden,bzw. ihn bestrafen?-Sorry, für die blöde Frage...
:Meist ist es eher so, dass er action sucht, wie ein Halbstarker, und das es ihm vielleicht etwas langweilig ist. Ein Verein wäre allemal angebracht, das macht ihm Spass (und Euch, wenn es der richtige Verein ist, auch). Wenn Du eine Adresse brauchst, maile mich an!
:Ja, wenn Du uns da was in oder bei Aachen sagen könntest...wäre klasse!
Stell ihm doch mal einen Schirm ohne Mensch hin, und schau mal, was passiert.
Einen Schirm ohne Mensch findet er nicht weiter beachtenswert...
Nutze also die Chance, wenn er nicht beisst, unter die Leute zu gehen, ihn laufen zu lassen. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass er bei Fuss gehen kann und dies auch tut (niemals mit gespannter Leine, was seine Spannung stark aufbauen würde!)
:Ich bin mir eben nicht sicher, ob er nicht doch mal beißt... Bei Fuß geht er eben auch nur dann, wenn er nicht abgelenkt ist.
:Was Du auch machen kannst, lass ihn ablegen, wenn er hektisch wird, und bleibe mit dem Fuss auf der Leine. Dann kanst Du Dich mit den Leuten unterhalten, und er wird merken, dass Du nicht willst, das er rumtobt
Haben wir auch schon mal ausprobiert, weil es uns jemand auf der Straße empfohlen hat...Seine Rumtob-Energie war aber so nur schlecht unter Kontrolle zu kriegen!
:Lasst mal hören, wie es so weitergeht!
:Na klar!
Vielen lieben Dank nochmal und es wäre toll, wenn Du uns so eine Hunde-Club-Adresse mailen könntest...
Viele Grüße an Euch beide...
Carlos, Norbert & Kathi

von Norbert & Kathi(YCH) am 16. Dezember 1998 00:11

Liebe Roswitha,
Danke, daß auch Du Dich mit uns auseinandergesetzt hast...
Wir waren wirklich total positiv überrascht, wieviel Mühe man sich mit uns gegeben hat.Eine Frage:
:Also, entscheidet Euch klug und hütet Euch vor "Unterordnungsübungen", die nicht auf freiwilliger Basis des Hundes aufgebaut werden.
:Unser Trainer empfiehlt gelegentliches "auf den Rücken drehen", ist das dann dementsprechend auch zweifelhaft?
grinning smileyank der Ausbreitung des Clickers scheint ja jetzt eine noch bessere Lösung erhältlich zu sein.
:Ich glaube so ein Ding müssen wir uns auch noch mal besorgen...
Danke nochmal und viele liebe Grüße
von Carlos, Norbert & Kathi

von Roswitha(YCH) am 16. Dezember 1998 09:02

Gruss Kathi und Norbert (und bitte an Carlos weiterleiten) oder wer ist hier der Mensch?

Kein Tip ohne zu erklären, weshalb und dann bitte begründen, damit man weitgehend selbständige Entscheidungen treffen kann und was für später lernt.

Auf den Rücken legen ergäbe für den Hund nicht einmal Sinn, wenn es direkt ein Verhalten von ihm Euch gegenüber unterbricht. Diese totale Unterwerfung wird innerhalb einer funktionierenden Hundemeute kaum je gesehen, es gibt viele Zwischenstufen des Drohens/Unterwerfens die vorher erfolgen würden und nur falls der Bedrohte so unbelehrbar ist, dass er diese nicht glaubt, würde es ein "auf den Rücken zwingen" rechtfertigen. Fazit davon wäre für den Hund auch unter optimalsten Bedingungen absolute Verwirrung, ihr benehmt Euch asozial, weil ihr alle vorhergehenden Drohstufen auslasst oder seine Demutsbezeugungen ignoriert. Denn an sich ist folgendes hundegerecht zur Unterordnung Euch (Euren Sachen etc.) gegenüber: Mensch droht (Blick, Körperhaltung), Hund hört auf mit der "Tätigkeit" und schaut euch an und/oder weicht weg. Drohen des Menschen sollte bereits hier aufgegeben werden und Blickkontakt unterbrechen. Das Verhalten, das vorher gezeigt wurde, wird aber damit leider nicht generell verboten. Es wird nur als "verboten" deklariert während Eurer Anwesenheit. Das übliche Verständnisproblem des denkenden Menschen, der nicht glauben will, dass der Hund eben nicht so denkt wie der Mensch.

Dass ein Hund nach dieser Behandlung (auf den Rücken legen) für kurze Zeit genug verwirrt ist, um sich nicht auf Dritte zu konzentrieren, ist mir klar. Da sieht man den Soforterfolg, für ca. 5 Min. bis 1 Tag, je nach Hund. Dass dies dann bedeutet, noch mehr auf den Rücken legen, ist ja klar oder? Damit er dauernd verwirrt ist und irgendwann dann ganz ausklinckt.

Ich wünsche jedem, der solche Ideen immer noch verbreitet einen Hund, der den Kontakt zu seinem Menschen nach so einer "Behandlung" für längere Zeit nur noch meidet und noch aggressiver reagiert gegen Aussen. Es gibt solche (viele Malinois, Belg. Schäfer, die ich kennengelernt habe, reagieren so). Sie zeigen dem Besitzer kein Demutsverhalten im Sinne von Herankommen sondern nur scheuendes Ausweichen (sehr clever wenn die Strasse 2 - 3 Meter weg ist). Natürlich halten diese Hunde ihre Besitzer auch nicht für Rudelführer, sondern für unberechenbare Punkte in ihrem Leben.

Hundesportplatz: Benutzt ihn dazu, eine weitere Situation zu schaffen, mit dem Hund "Normalverhalten" zu üben wie es Martin empfiehlt und geht als zweiten Schritt mit diesen Leuten ins Gelände in der Nähe. (Wenn der Ausbilder clever ist, sieht er es ein, gebt ihm doch dazu Martins Ausführungen zu lesen.) Hunde sind extrem situationsbezogen, auch was die Umgebung betrifft. Für sie sind gleiche Leute, andere Umgebung bereits eine neue Situation. Wenn ihr aber Tips kriegt, wie ihr es besser machen könntet, meidet den Übungsplatz wie die......

PS: Bei einer Grosstudie der Ludwig-Maximilian-Uni, München, kam unter anderem heraus: ein Grossteil der "Beisser" (Attacken gegen Hunde) gehören Leuten, die gelegentliches schütteln oder schlagen sowie Unterordnungstraining (im Sinne von Unterordnung) als notwendig erachten, dass der Hund unter Kontrolle bleibt. Ich habe die ganze Studie inkl. allem, die Resultate sind also sauber belegt und nicht irgendwelche in den Raum gestellte Statistiken.

Alles klar?

Roswitha

(Es kommt nun mal nicht jeder Hund einfach mal locker mit unserer Umwelt klar, manche verlangen von ihrem Halter eben das gewisse etwas mehr.)


von Petra(YCH) am 16. Dezember 1998 09:19

Hallo Kathi, Norbert und alle anderen,

eigentlich habt Ihr ja jetzt genug und auch sehr gute Tips bekommen, ich
möchte auch nur ein paar Ergänzungen anführen:

Wenn der Hund nicht zu schwer ist, könnt Ihr ihn mit einem richtigen Geschirr
gut halten - das Geschirr sollte hinter dem Nacken zusammengehen und dort auch
den Ring für die Leine haben. Wenn Ihr Interesse an Schlittenhundezubehör
habt, könnt Ihr Euch gerne bei mir melden.

An Martin: Das mit dem Flachlegen hab ich bei Mattis allerdings noch nicht
geschafft, eher er bei mir :-)))

In Eurem Fall würde ich fast noch ein Halti empfehlen, aber wirklich nur, wenn
Ihr einen gescheiten Ausbilder findet, der Euch das genau zeigen kann. Schaut mal
unter [www.bhv-net.de] nach, vielleicht ist da jemand in Eurer Nähe.

Ja, und eins fällt mir noch ein - besorgt Euch mal Bachblüten und zwar die Nottropfen,
die könnt Ihr gerne Eurem Hund geben, aber was noch besser wirkt - nehmt sie selber ein,
bevor Ihr zum Üben rausgeht! Nicht lachen, es hilft wirklich! Denn meisten
sind wir ja schon vorher nervös, es könnte ja was passieren......

Liebe Grüsse und viel Erfolg

von Petra und Mattis

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