Probleme mit dem Dobermann :: Hundeerziehung + Soziales

Probleme mit dem Dobermann

von Briard-Jutta(YCH) am 16. Dezember 1998 13:24

Lieber Stephan,

bitte lies mal die Antwort, die ich Roswitha gegeben habe.
Ich bin im übrigen ganz Deiner Meinung, der Alphawurf ist mit äußerster Vorsicht zu genießen und keinesfalls eine Art dauerhaftes Erziehungsmittel.

Ich selbst habe den Alphawurf dreimal angewendet, jedesmal in einer Notsituation, wo ich von fremden Hunden angegriffen wurde. Der erste war ein Schäferhund, der mich beim erstmaligen Umlegen des Brustgeschirrs anging und mich dreimal in linken Arm biß, bevor ich reagieren konnte. Der zweite war ein Jack-Russel-Mix. Als ich mich bückte, um meinen Schuh zuzubinden, riß er sich von seinem Herrchen los und verbiß sich in meinem Oberarm. Und der Dritte war ein Dobermann, der gerade auf dem Übungsplatz eines Polizeihundevereins Schutzdienst übte. Ich ging am Gelände vorbei, als er mich erblickte, zunächst seinen Herrn biß, der ihn festhalten wollte und dann mit einem gewaltigen Satz über den Zaun setzte und mich anfiel. In allen drei Fällen sah ich meine einzige Chance im Alphawurf, um weiteren Verletzungen zu entgehen. Bei meinen eigenen Hunden war er nie nötig, da das Dominanzgefüge von vorneherein stimmt.

Liebe Grüße,
Jutta, die nie mit Zwangsmaßnahmen ausbildet

von Rowitha(YCH) am 16. Dezember 1998 13:50

Sorry Ihr zwei (drei)

Ich muss mich nach dem Durchlesen aller bisherigen Antworten einfach noch einmal melden. Ich stamme ursprünglich aus dem Sporthunde-Wesen (Schutzhund, IPO, Französischer Ring). Gerade wegen dieser on-line-Erfahrungen noch einmal:

Glaubt Martin, was er sagt. Mixt bitte nicht mit "eng am Würger halten, dass er nicht auswischt" oder solche Sachen.

Der Bruder meiner Malinois-Hündin hat solche Ideen mit seinm Leben bezahlt. Wir trafen ihn für eine Woche in einem Trainingslager als sie gerade 9 Monate alt waren. Meine war angstaggressiv und wollte jedem blaue Flecken verpassen (z.T. mit Erfolg, am liebsten ins Gesicht, Hände) der sich zu ihr hinbückte (ich kaufte sie erst mit 6 Monaten ab Zwinger), ihr Bruder war die Freundlichkeit in Person.

Man sollte es nicht glauben. Traktiert mit den Euch zum Teil empfohlenen Methoden, war dieser Rüde mit 3 Jahren so angstaggressiv, dass man ihn einschläferte (es läge in der Zucht). Er war zur Zeitbombe geworden und bei der geringsten Belastung flippte er völlig aus.

Ich empfinde Malinois und Dobermann als ähnlich gelagerte Hunde im Verhalten. Darum nehme ich diese Geschichte als parallele.

Meine Hündin wird übrigens nächsten Monat neun Jahre, hat sicher ihre kritischen Punkte, hat aber einen Appell (weils Spass macht), dass sie im Gallopp eine 180°-Wende vollführt, auch wenn sie nur noch 50 cm vom nächsten Angriffsziel entfernt ist ("z.B. Überraschungsangriff von unbekannter Person um die Ecke"winking smiley.

Und hat seit Jahren keine "freundlichen" Leute mehr geschnappt, sondern warnt jetzt sauber und gibt jedem Zeit, es sich anders zu überlegen.

Mit den von Martin empfohlenen Verbesserungen, wird auch sie noch zuverlässiger neutrale Reaktionen zeigen. Dessen bin ich mir sicher. Ich sehe ja, was es damals gebracht hat und vor allem, wie massiv aggressiver sie wurde, als ich die anderen hier vertretenen Tips anwandte. Und sie ist garantiert kein Einzelfall.

Also nochmals Kopf hoch, es geht. Übrigens sind solche Hunde dafür sehr lernfähig, eben weil sie so sensibel reagieren.

Roswitha und Biche



von Stephan(YCH) am 16. Dezember 1998 13:38

Hallo Jutta,

das ist schon ok, als Notmassnahme hab ich es auch mal gemacht, aber um das Dominanzgefüge in einem Rudel herzustellen ist es schwachsinnig, bei einem Dobi lebensgefährlich.

Gruss Stephan & Nash

von stephan(YCH) am 16. Dezember 1998 14:56

Hallo Roswitha

da wir auch einen Malinois im Verein haben, mit den gleichen Problemen wie von Dir geschildert, möchte ich die Behauptung wagen, dass Malinois von Dobermännern ziemlich verschieden sind, da die Malinois (zugebenermassen kenne ich nur den einen) eher zu Angstreaktionen neigen, und deswegen agressiv werden. Dobermänner sind kaum ängstlich, aber sehr offensiv, und durch ihr starkes Temperament gibt dies eine "agressive" Note, die aber meines Erachtens keine "echte" Agression ist. Es handelt sich eher um eine Frustrationsreaktion, die ich anders bewerten würde. Darüber hinaus ist meines Erachtens ein Malinois eher zur Unterordnung bereit, als ein Dobermann.

Da wir schon beim Besipiel sind: Die Malinois-Hündin bei uns wird nach der "Ruckmethode" trainiert, mit beachtlichem Erfolg. Sie ist, seitdem sie weiss, was man von ihr will und dies auch durchsetzt, sehr leistungsfähig, seitdem sie Schutzhund trainiert ist sie nicht mehr agressiv.

Gruss Stephan

von Roswitha(YCH) am 16. Dezember 1998 15:11

Hallo Stephan

Danke für Dein Echo. Ich rede von Malinois in Oesterreich, Frankreich und der Schweiz, privat und auf dem Übungsplatz etc. Übrigens habe ich vor 10 Jahren nicht gewusst, wie massiv sich das Hundeverhalten zwischen Abrichteplatz und privat unterscheiden kann.

Der Vergleich war neutral gedacht im Sinne von niederer Reizschwell auf Umweltreize sowie auf sehr schnelles Reaktionsvermögen. Was dadurch entsteht, kann man lange diskutieren.

Ansonsten entziehe ich mich zugunsten von Kathi & Co. einer weiteren Diskussion. Ich glaube, die zwei haben inzwischen genug Denkstoff.

Bis auf ein andermal
Roswitha

von Cathy(YCH) am 17. Dezember 1998 10:29

STEPHAAAAAAAAAAAAAAAAAANNNNNNNNNNNNNNNNNNNNN!!!!!!!!!!!!!
Ein Dobermann ist doch keine Killermachine und kann 'genauso' erzogen werden wie alle andern Hunde....und Dominanzprobleme sind auch nicht Dobermannspezifisch!!!!!
Cathy & Ben & Nouba (2 glückliche Dobies)

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