Mal wieder Rüdengehabe ? :: Hundeerziehung + Soziales

Mal wieder Rüdengehabe ?

von Sandra(YCH) am 21. Dezember 1998 12:00

Liebe Jutta,

kannst Du bitte mal die letzte Meldung von mir an Morgaine lesen.

Vielleicht hast Du noch einen Tip für "die Wohnung" für mich.

Schon mal Danke.

Gruß Sandra

von Briard-Jutta(YCH) am 21. Dezember 1998 17:40

Liebe Sandra,

grundsätzlich halte ich es für ziemlich schwierig, wenn sich die Rüden in der Wohnung (also innerhalb des Reviers erster Ordnung der Hunde) vertragen sollen, wenn sie ihre Rangordnung draußen nicht klären durften.

Ich denke, auch hier mußt Du erst mal eine Entscheidung treffen. Sind Dir diese gemeinsamen Aufenthalte in einer Wohnung wichtig, geht es meiner Meinung nach nicht anders, als erst mal außerhalb für klare Verhältnisse zu sorgen (beziehungsweise sorgen zu lassen). Du kannst nicht erwarten, daß die Hunde auf engem Raum innerhalb des Reviers plötzlich friedliche Koexistenz pflegen. Der einzige Weg, der hier sonst noch funktionieren kann ist, daß ALLE Hunde sich hinzulegen und konsequent liegenzubleiben haben, getreu dem Motto: Der Rudelchef Mensch bestimmt, was in SEINEM Revier geschieht. Darauf zu hoffen, daß Laurin brav zuschaut, wie die anderen spielen und sich auch noch seinem Liegeplatz nähern, wird nicht klappen. Dann muß aber auch JEDES Aufstehen eines Hundes und JEDE Drohgebärde sofort mit einer energischen Zurechtweisung geahndet werden. Wenn Ihr Menschen als Chefs akzeptiert seid, geht das. Ich mache das - unabhängig von sonstigen Verträglichkeiten - innerhalb von Wohnungen (egal ob bei mir oder woanders) immer so. Zum einen hat meine Hündin ein sehr ausgeprägtes Revierverhalten und erklärt kurzerhand JEDEN Platz, an dem sie sich grade befindet, zu ihrem. Sie weist dann auch Rüden, mit denen sie draußen eben noch freudig gespielt hat, gnadenlos zurecht. Erwachsene Hündinnen würde sie vermutlich zu Mus verarbeiten. Zum anderen sind auch zwei oder drei spielende Hunde in einer Wohnung nicht unbedingt förderlich für die Sicherheit des Inventars oder der Kommunikation zwischen den Menschen. Bei zwei Yorkies könnte es noch eben gehen, aber wenn drei temperamentvolle "Kälber" durch eine Wohnung düsen, bleibt wohl kaum ein Stuhl an seinem Ort. Auch für meine beiden eigenen Hunde sind Tobespiele im Haus tabu. Das können sie prima draußen erledigen. Sobald aber ein anderer Hund dabei ist, heißt es innerhalb von Wohnungen immer konsequent "Platz und Bleib". Wir sorgen dann für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen den Hunden, und die Sache ist gegessen. Sämtliches Spielzeug, das eventuell rumliegt und die Futterschüsseln werden weggeräumt.

So, ich hoffe, ich hab Dir ein bißchen weiterhelfen können!
Liebe Grüße,
Jutta

von Sandra(YCH) am 21. Dezember 1998 20:56

Liebe Jutta,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. An Weihnachten steht der nächste Besuch an. Da werde ich dann alles mal in die Tat umsetzen.

Bis dann und ein schönes harmonisches Weihnachtsfest!

Sandra

von Sandra(YCH) am 26. Dezember 1998 09:20

Hallo Jutta,

gestern war es wieder zu einem Besuch bei meiner Mutter und ich wollte natürlich die Tips von Dir und Morgaine testen.

Weggucken oder weggehen hat leider nicht so viel gebracht. Entweder hat mich Laurin vor lauter Aufregung eben gar nicht angesehen oder wenn ich in einer Situation, in der er anfing die anderen anzumachen, aufgestanden bin, ist er mir zwar gleich hinterhergerannt, aber 2 Minuten später ging das gleiche von vorne los.

Das einzige was wirklich irgentwann zur Ruhe geführt hat, war alle Hunde bei jeder Drohgebärde sofort zurechtzuweisen. Nach dem Motto, hier drin bin ich der Chef und ich bestimme wer hier wann mit wem rumstreitet. Draußen zeigt sich das ganze sowie nicht so. Da können sich die 4 Hunde gut aus dem Weg gehen. Obwohl ich trotzdem glaube, daß es irgentwann dem großen zuviel wird und er sich in einem unbeobachteten Moment Laurin schnappen wird. Ich kann nur hoffen, daß dann kein Blut fließt. Aber Laurin ergibt sich, wenn er angegriffen wird, sofort, in dem er sich auf den Rücken legt.

Weihnachtliche Grüße sendet Dir Sandra

von Roswitha(YCH) am 26. Dezember 1998 17:42

Hallo Sandra

Kleine Zwischenfrage: Warum bindet ihr die Hunde nicht an? Bei uns hat niemand Lust, wenn wir schon alle Hunde in einen Raum mitnehmen (so ca. 6 Stück: 3 Hündinnen, 3 Rüden, alle erwachsen und nebenan noch 2 Katzen), dauernd die Unterhaltung zu unterbrechen und rumzumeckern. Verbieten reduziert bei uns zudem noch die positive Grundstimmung und der Spannungsgehalt in der Luft steigt (Aggression führt zu Aggression). Bei uns werden dann die Hunde immer wieder mal fürs ruhig liegen gelobt (besonders am Anfang). Mit dem Anbinden muss man dann aber nicht gerade während des Besuchs anfangen, sondern schon im normalen Alltag ab und zu dem Hund dieses Erlebnis positiv gestalten.

Ich mache zurzeit gerade etwas ähnliches um meine Hündin davon abzuhalten, ihrem neuen japanischen Spielzeug mit Bewegungsautomatik (eigentlich eine kleine Perserkatze) irreparable "Spielschäden" zuzufügen. (Diese Geschichte wird demnächst im Clicker-Forum veröffentlicht.)

Als ich das vor 4 Monaten über "KONTROLLE" versuchte, war die Situation innert Kürze so gefährlich, dass ich die Katze zurückgab. Obwohl meine Hündin so gut gehorcht, dass ich sie garantiert abrufen kann, wenn ihre Zähne noch gerade 10 cm vom Hintern einer flüchtenden Gegnerin entfernt sind. (Normal lasse ich es natürlich nicht soweit kommen. Aber der Blick bei den anderen Hundebesitzern ist so unbezahlbar.)

Also überlegt es Euch bitte gründlich, ob ihr nicht auf Nummer sicher und friedlich tendieren wollt, wobei Ihr Eure Vierbeiner auch noch loben könnt. Ich jedenfalls fühle mich mit solchen Ideen bedeutend wohler als mit der "Ich-bin-der-Chef-Tour" und ich glaube, Ihr auch.

Liebe Grüsse
Roswitha

von Sandra(YCH) am 26. Dezember 1998 19:38

Hallo Jutta,

ich glaube, daß es nicht unbedingt notwendig ist, die Hunde anzubinden. Außerdem bin ich auch der Meinung, daß die Hunde meiner Mutter bei ihr nunmal zuhause sind. Also hat sich Laurin gefälligst einzuordnen und auf seinem Platz liegenzubleiben. Gestern habe ich bemerkt, daß es ganz gut geht, wenn ich knurren von ihm schon im Ansatz unterbinde.

Außerdem glaube ich wäre meine Mutter sicher nicht bereit ihre Hunde in ihrer Wohnung anzubinden.

Ich werde aber auch versuchen, gewünschtes Verhalten bei Laurin (z.B. friedlich und brav unter dem Tisch liegen) zu belohnen. Darauf springt er auch eigentlich sehr gut an.

Liebe Grüße und alles Gute auch für das Spielzeug Deines Hundes:-))))

Sandra

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