Dominantes Weibchen und Junghund :: Hundeerziehung + Soziales

Dominantes Weibchen und Junghund

von Burkhard Redeker(YCH) am 11. Januar 1999 09:16

Hallo Ihr alle,

wie weit darf eigentlich die Abwehrreaktion eines Alphaweibchen im Rudel gegenueber
einem fremden Junghund (Ruede) gehen?

Hintergrund: Eine sehr dominante Mischlingshuendin hat in unserem Hundeauslauf klein
Baxter the Bulldozer (6 Monate) ordentlich ins Gesicht gebissen als dieser sich
der Gruppe zum Spielen anschloss. Die Huendin kannte Baxter nicht, mit anderen "Rudelmitgleidern"
hatte er schon (Spiel)Kontakt. Liegt das nun noch in der normalen Verhaltensbandbreite
oder soll ich den Kontakt in Zukunft meiden? Das Huendinnen fremden Welpen gegenueber
gefaehrlich werden koennen wusste ich ja, aber das sich ein Weibchen einem nur wenige
Monate juengeren Rueden gegenueber so "rustikal" verhaelt, wundert mich doch.

Ciao Burkhard

von Briard-Jutta(YCH) am 13. Januar 1999 09:44

Lieber Burkhard,

könntest Du die Situation vielleicht noch mal präzise beschreiben? Im Moment habe ich folgende Vorstellung: Das Rudel war bereits am Spielen, als Baxter dazukam. Er hat sich die Hündin ausgeguckt und sie spielaufforderungsmäßig angemacht. Daraufhin hat sie ihn gebissen. Stimmt das so?

Wenn ja, dann vermute ich, daß sie ihn im Prinzip nur abgeschnappt hat, um ihm klarzumachen, daß er gefälligst nicht so aufdringlich sein soll. Im Gegensatz zu Rüden schnappen Hündinnen meist sehr knapp ab und es passiert ziemlich oft, daß sie dabei Körperkontakt haben und verletzen. Auch Hündinnen, die ihre eigenen Welpen durch Abschnappen zurechtweisen, verletzen sie dabei manchmal. Trotzdem ist es kein "Biß" im herkömmlichen Sinn. Rüden dagegen halten in der Regel einen ziemlichen "Sicherheitsabstand" beim Abschnappen ein. Abgeschnappt wird bei Hunden meist in Richtung Gesicht des anderen Hundes.

Für mich ist jetzt die Frage: Hat Baxter sie vorher bedrängt oder ist sie völlig unvermittelt wie der Blitz auf ihn losgegangen, ohne daß er sich überhaupt um sie gekümmert hatte? Im ersten Fall würde ich sagen: Völlig normales Verhalten, die Verletzung ist eher als Unfall zu werten. Grundsätzlich ist Baxter auch nicht mehr in dem Alter, wo er extrem gefährdet wäre, von einer fremden Hündin getötet zu werden. Wenn der Knabe mal ein richtiger Mann ist und sich einer interessant riechenden Hündin zu ungestüm nähert, wird ihm sowas noch öfter passieren. Besser für alle, wenn er bis dahin angemessenes Verhalten gelernt hat. Trifft aber die zweite Situation zu, würde ich zur Vorsicht raten. Eigentlich würde ein solcher Angriff aber eher zu einer unsicheren Hündin passen, die prophylaktisch mal auf jeden fremden Hund losgeht. Da Du sie als dominant beschreibst, scheint das wohl nicht zuzutreffen.

Und noch was: Vorsicht mit Schupperkontakt an der Leine! Das ist immer eine unnatürliche Situation für beide Hunde und könnte erst recht einen Angriff provozieren. Wenn Du den beiden lieber kein gemeinsames Spiel ermöglichen willst, dann laß besser auch solche Kontakte sein. Sie sind u.U. sogar bei Hunden gefährlich, die ohne Leine problemlos miteinander spielen.

Liebe Grüße,
Jutta

von Burkhard Redeker(YCH) am 13. Januar 1999 11:49

Hi Jutta,

: könntest Du die Situation vielleicht noch mal präzise beschreiben?
: Im Moment habe ich folgende Vorstellung: Das Rudel war bereits am
: Spielen, als Baxter dazukam. Er hat sich die Hündin ausgeguckt und
: sie spielaufforderungsmäßig angemacht. Daraufhin hat sie ihn gebissen.
: Stimmt das so?

In etwa, Baxter hatte noch ca. 50 m Abstand zum spielenden Rudel, die
Huendin kam an und nach kurzem Schnuppern und Spielaufforderung hat Baxter
einen auf die Muetze bekommen. Die Bisswunde entstand dann spaeter, aber
in der gleichen Konfiguration.

: Wenn ja, dann vermute ich, daß sie ihn im Prinzip nur abgeschnappt hat, um ihm klarzumachen,
: daß er gefälligst nicht so aufdringlich sein soll.

Natuerlich war Baxter aufdringlich, dass ist sicher der Grund fuers Wegschnappen.

: Trotzdem ist es kein "Biß" im herkömmlichen Sinn.

Sorry, dass ist missverstaendlich ausgedrueckt, wie "echte" Bissverletzungen
aussehen, durfte ich zweimal bei meinem letzten Bulli erleben.

: Für mich ist jetzt die Frage: Hat Baxter sie vorher bedrängt oder ist sie völlig unvermittelt wie der Blitz auf ihn losgegangen,
: ohne daß er sich überhaupt um sie gekümmert hatte?

Klar, Baxter hat sie bedraengt. Ich versuche sogar, ihn bei bekanntermassen
vertraeglichen Hunden in diese Situation zu bringen, damit er lernt sich auch
unterordnen zu koennen. Das tat er dann ja auch, Beschwichtigungsgesten, Welpenquiken etc.

: Im ersten Fall würde ich sagen: Völlig normales Verhalten, die Verletzung ist eher als Unfall zu werten. Grundsätzlich ist Baxter
: auch nicht mehr in dem Alter, wo er extrem gefährdet wäre, von einer fremden Hündin getötet zu werden. Wenn der Knabe mal ein richtiger
: Mann ist und sich einer interessant riechenden Hündin zu ungestüm nähert, wird ihm sowas noch öfter passieren.

Da liegt nun meine eigentliche Frage, wie grob darf eine Huendin sein, was darf sie
bei einem solchen "Unfall" an Verletzungen in Kauf nehmen. Mir erschien die Reaktion
doch ein wenig ueberzogen

: Besser für alle, wenn er bis dahin angemessenes Verhalten gelernt hat.

Schon in Arbeit ;-).

: Da Du sie als dominant beschreibst, scheint das wohl nicht zuzutreffen.

Schien mir jedenfalls so, die hat jedem Hund aus der Gruppe grundsaetzlich das
Spielzeug weggenommen und selbst Santos das (Dobermann)Riesenbaby zur Minna gemacht.

: Und noch was: Vorsicht mit Schupperkontakt an der Leine! Das ist immer eine unnatürliche Situation für beide Hunde
: und könnte erst recht einen Angriff provozieren. Wenn Du den beiden lieber kein gemeinsames Spiel ermöglichen willst,
: dann laß besser auch solche Kontakte sein. Sie sind u.U. sogar bei Hunden gefährlich, die ohne Leine problemlos miteinander spielen.

An der Leine lass ich Baxter eh nicht zu anderen Hunden. Werde die Huendin in Zukunft meiden, ist aber mehr meine!!! Antipathie ihr
gegenueber. Ist mir einfach unsympatisch, wie unsouveraen die ihre Angelegenheiten regelt.

Danke Dir.

Ciao Burkhard

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