beißen" sich Rüden?" :: Hundeerziehung + Soziales

beißen" sich Rüden?"

von Morgaine(YCH) am 11. Januar 1999 20:02

Hallöchen,

Bei mir hat sich in der Diskussion mit stephan eine für mich sehr interessante Frage aufgeworfen.
Und zwar geht es um Rüdenkämfe (um die ganz "normalen"winking smiley. Bis auf einige durch die Umstände des Kampfes unnormale verhätnisse, habe ich bei einem Kampf meines Hundes noch nie beobachtet (glaube ich zumindest), daß sich die Rüden beißen, wobei das Wort "beißen" auch völlig schmerzloses Packen mit der Schnauze heißt. D.h. die Rüden hatten zwar immer das Maul geöffnet, die Lefzen hochgezogen, sind aber immer nur höchstens mit dem maul gegeneinander oder gegen bestimmte Körperteile gestoßen, ohne sie irgendwie zu greifen. ist das jetzt eher Ausnahme oder eher Regel (bei mir ist es die Regel) bei Rüdenrangeleien?
Bin für alle Antworten und Beobachtungen dankbar.

Bis dann

Morgaine

von SandraW.(YCH) am 17. Januar 1999 14:11

Liebe Morgaine,

was meinst Du mit "normalen" Rüdenkämpfen?


Gruß sandra

von Franziska (=Morgaine)(YCH) am 17. Januar 1999 14:31

Hallo Sandra,

ich meine die Rangeleien, die zwischen normal sozialisierten Rüden halt ab und zu passieren, die keine Verletzungen (außer vielleicht kleine kratzer) zur Folge haben, und bei denen es, glaube ich um die Klärung der Rangfolge geht, oder wem das Stöckchen oder die Hündin denn nun zusteht. Das ist jetzt vielleicht nicht ganz korrekt ausgedrückt, aber so in der Art, also sozusagen bei denen keiner der beiden Rüden darauf aus ist, den anderen zu verletzen (heißen die Kommentkämpfe??? Keine Ahnung.).

Ich hoffe, du weißt, was gemeint ist.

Bis dann

PS: Wer heißt denn schon Morgaine??? Ich jedenfalls nicht yawning smiley)

von SandraW.(YCH) am 17. Januar 1999 16:26

Hi Franziska,

hätte ja sein können, Du kommst aus Fronkreisch:-)))))

Also ich habe schon erlebt, daß auch bei normalen Rangeleien Blut fließt. Z.B. Loch ins Ohr gebissen oder kleinere Bißwunden.

Trotzdem haben sich beide Rüden, später blendend verstanden, weil einfach geklärt war, wer der Chef ist.

Ich würde also schon sagen, daß die Zähne durchaus eingesetzt werden.

Gruß Sandra

von Briard-Jutta(YCH) am 17. Januar 1999 18:20

Liebe Franziska,

die Antwort auf Deine Frage: Ein klares Jein. Normal sozialisierte, etwa gleich starke Rüden beißen sich unter normalen Umständen nicht ernsthaft. Du siehst, ein einziger Satz und gleich drei Einschränkungen, lach. Zur Sozialisation muß ich wohl nicht viel sagen, da Dir sicher klar ist, daß Hunde das 1x1des Hundeknigge beherrschen müssen, um sich korrekt zu verhalten. Leider ist das oft schon der erste Knackpunkt in einer Rüdenbegegnung, wenn man nicht weiß, ob das für den anderen Rüden zutrifft.

Was die Unterschiede in Kraft und Größe anbelangt, wird es noch komplizierter: Jeder Hund kann zunächst mal nur seine eigene Kraft einschätzen. Er "weiß" nicht automatisch, daß der Hund einer anderen Rasse stärker ist oder weniger aushält, als er selbst. Hilfreich ist, wenn die Hunde im Welpen- und Junghundalter möglichst viel Kontakt mit andersrassigen Hunden hatten und entsprechende Lernerfahrungen machen konnten. Trotzdem ist der Warn- oder Spielbiß eines Rottweilers derber als der eines Westhighland- Terriers. Und was im Falle eines Kampfes ein anderer Rottweiler ohne zu blinzeln wegstecken kann, kostet den Westie vielleicht das Leben. Ein dominanter Westierüde wiederum akzeptiert nicht zwangsläufig die Überlegenheit des Rottis, ohne sie herausgefordert zu haben. Schließlich ist er ein Terrier. Erschwerend kommt hinzu, daß Hunde unterschiedlicher Rassen zum Teil auch unterschiedliche Körpersprachen haben. Einfaches Beispiel: Hund mit Stehohren gegen Schlappohr. Ersterer kann an der Ohrenstellung des Schlappohrs viel weniger erkennen, als umgekehrt. Ähnliches gilt für Hunde mit Stummelruten oder solche mit langen Haaren im Gesicht. Bestimmte mimische Drohgesten werden zwar ausgeführt, aber u.U. nicht erkannt. Das bedeutet, daß in manchen Fällen die kampfverhindernde Auseinandersetzung über die Körpersprache nicht funktioniert. Ein Hund, der sich nun zwar korrekt verhält, dessen Verhalten aber vom anderen nicht (an-)erkannt wird, wird heftiger angreifen, als wenn das klassische "Vorpiel" problemlos funktioniert hätte.

Und dann wären da noch die Umstände. Ein Kommentkampf funktioniert am besten, wenn sich zwei fremde Rüden allein auf neutralem Boden begegnen. Diese Situation haben wir aber so gut wie nie. Zumindest ist in der Regel der Besitzer in der Nähe, was bereits erhöhte Wehrbereitschaft des Rüden bedingt. Deswegen ist der Tip, sich möglichst schnell aus der Nähe seines kämpfenden Hundes zu entfernen, äußerst sinnvoll. Auch die Anwesenheit der Hündin, die zu einem der Rüden "gehört", bewirkt oft härtere Attacken. Auch hier hilft am ehesten, sich schleunigst mit der Hündin aus dem Staub zu machen. Am wenigsten Probleme scheint bei Rüden noch das Gelände zu machen. Zwar gibt es auch in Bezug auf territoriale Ansprüche rassebedingte Unterschiede, aber insgesamt ist das Verteidigen des Reviers eher Sache der Hündin.

Du siehst, es gibt eine Menge Einschränkungen, was die "Harmlosigkeit" eines Rüdenkampfes betrifft. Natürlich werden immer die Zähne eingesetzt, schließlich sind sie die einzige "Waffe" eines Hundes. Lediglich die Kraft des Bisses variiert. Da es aber immer im wahrsten Sinne "drunter und drüber" geht, kann auch eine an sich harmlose Rißverletzung böse enden, wenn dabei das Auge eines Hundes erwischt wird. Ich würde immer dazu neigen, einem Kampf aus dem Weg zu gehen, wenn es innerhalb meiner Einflußmöglichkeit ist. Vor allem auch deswegen, weil ja in aller Regel keine Notwendigkeit für die Klärung einer Rangordnung besteht, da die Hunde sich nur gelegentlich (oder einmalig) begegnen. Und wenn es um das Zusammentreffen bestimmter Hunde (bei regelmäßigen Spaziergängen etc.) geht, weiß ich ja um die Sozialisation der beteiligten Hunde und kann den Verlauf eines möglichen Kampfes besser einschätzen. Trotzdem tue ich meinen Teil dazu, indem ich beispielsweise jegliche Beutegegenstände (Stöckchen, Bälle...), die einen Streit provozieren können, dabei weglasse.

Liebe Grüße,
Jutta

von Franziska (=Morgaine)(YCH) am 17. Januar 1999 21:04

Hallo Jutta,

ich habe mittlerweile auch mitbekommen, daß sich Rüden im kampf zumindest "greifen", was ich an den an manchen Stellen herausgerupften Fell erkennen konnte (ist mir erst jetzt wieder eingefallen).

Trotzdem ist der Warn- oder Spielbiß eines Rottweilers derber als der eines Westhighland- Terriers. Und was im Falle eines Kampfes ein anderer Rottweiler ohne zu blinzeln wegstecken kann, kostet den Westie vielleicht das Leben.

Was die Stärke der Bisse in Bezug auf Körperkraft des Hundes angeht, bin ich allerdings nich skeptisch. Ich möchte nicht sagen, daß ich sehr viel Erfahrung mit Hunden habe, aber was meinen Hund angeht, der mit seinen 40 kg Gewicht auch nicht gerade klein ist, widersprechen deiner Aussage. Ich weiß nicht, ob das die Normalität ist, aber mein Hund hatte auch schon Auseinandersetzungen mit kleinen Hunden (ich meine "normale" kleine Rüden) und die haben nie eine Verletzung abbekommen, bisher hat immer nur mein Hund "einstecken" müssen, auch von kleineren Hunden (gebissen, so daß man es sehen konnte, wurde er bisher nur zwei Mal, dabei einmal von einem kleineren Hund). Kann es nicht auch sein, daß ein Hund, wenn er von klein auf gut sozialisiert ist, auch einschätzen kann, wann ein Biß auch für einen kleinen Hund gefährlich werden kann? Bei meinem habe ich so den Eindruck.
Auch was das Gebiß als einzige Waffe des Hundes angeht..ich glaube auch, daß Pfoten und Krallen eine wichtige Rolle bei den Rangeleien spielen. Das hab ich zwar noch nie gelesen, aber die meisten kleineren Kratzer, die mein Hund bisher hatte stammten offenbar von den Pfoten der anderen Hunde. Da hatte ich gerade vor ein paar Tagen ein einschneidendes Erlebnis: und zwar hat er sich mit einem jungen Mastiff-mischling, den wir schon kannten, gerangelt, und der hat ihm offenbar (wahrscheinlich aus Versehen) so eins mit der Pfote übergebraten, das der Ganda solche Prellungen hatte, daß er sich 24 Stunden kaum bewegen konnte (wir waren natürlich beim Arzt) und auch danach eher vorsichtig mit seinen Bewegungen war. Bißverletzungen hat der Ganda hingegen keine einzige. Mal sehen, ob der Mastiff was abbekommen hat (wenn ich ihn das nächste Mal sehe).

Ansonsten kann ich dir voll zustimmen, besonders, was Bälle und Stöcke angeht (heul), da mein Hund ein absoluter Fanatiker ist, was die "beute" angeht (hat aber auch sein gutes, letztens hat er mir sogar eine Uhr angeschleppt yawning smiley).

Bis dann

Franziska

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