Besser ohne Leine? :: Hundeerziehung + Soziales

Besser ohne Leine?

von Franziska(YCH) am 03. Februar 1999 09:58

Hi,

ich muß jetzt nochmal unbedingt was loswerden.
Alle reden hier davon, daß sie ihren Hund an befahrenen Straßen an die Leine nehmen würden, weil selbst das Risiko bei 95% Gehorsam zu hoch sei.

Ich wohne hier mitten in einer großstadt. In meiner Nähe sind überall befahrene Straßen (allerdings 50km/h und 30 km/h Straßen). Was soll ich also tun? Meinen Hund IMMER an die Leine nehmen?

Nehmen wie mal die 5% Wahrscheinlichkeit, daß mein Hund doch mal auf die Straße rennt. In ein paar Fällen könnte ich das vielleicht doch noch rechtzeitig verhindern. In ein paar Fällen kommt vielleicht gerade kein Auto, in ein paar schafft es der Fahrer noch rechtzeitig zu bremsen, in ein paar fällen wird der Hund tatsächlich angefahren, wobei das ja auch nicht gleich heißen muß, daß er daran stirbt.

Andersrum glaube ich nicht, daß es gut für die Gelenke ist, wenn er auf den gepflasterten Straßen hier ständig im Schritt neben mir herlatschen muß. Desweiteren: Latsch er in einen Haufen Scherben (was täglich passiert) verletzt er sich nicht, wenn er im Trab locker rüberläuft. Ist er aber an der Leine, und zerrt mal kurz, wenn er gerade auf einer Scherbe steht, latscht er sich viel eher was ein.

Will man also 100 prozentig ein Verletzungsrisiko ausschließen, dürfte man seinem Hund keine stöckchen mehr schmeißen, ihn nicht mehr schwimmen lassen, ihn nicht mehr mit anderen Hunden spielen lassen, ihn eigentlich überhaupt nicht mehr frei lassen (denn er kann ja überall abhauen)u.s.w..

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn man seinem Hund ein einigermaßen zufriedenes, so weit, wie möglich artgerechtes Leben bieten will, ist man vor Verletzungen nie sicher.

Bei meinem Hund ist die Wahrscheinlichkeit, daß ein anderer Hund ihm mal aus Versehen die Schlagader durchbeißt viel höher, als das er totgefahren wird.

Bis bald

Franziska

von Suki und Maxi(YCH) am 03. Februar 1999 10:29

Hi Franziska,
ich hatte ganz bewußt von dem Risiko für Hund UND MENSCH geschrieben. Wenn Du das Risiko, überfahren zu werden für Deinen Hund in Kauf nimmst, ist das natürlich Deine Privatsache, auch wenn ich das nicht nachvollziehen kann. Es geht aber meiner Ansicht nach nicht nur um das Tier, sondern auch um den Menschen im Auto, der aufgrund der Fahrlässigkeit des Hundehalters (und die muß dieser sich juristisch betrachtet meines Wissens auf jeden Fall aufs Brot schmieren)im Extremfall ums Leben kommt. Oder er weicht vielleicht aus und erwischt einen völlig unbeteiligten Passanten statt des Hundes. Oder, oder, oder.... Ich weiß leider gar nicht genau, wie das mit der Haftung aussieht, aber ich kann mir vorstellen, daß ein Hundehalter, dessen freilaufender Hund einen Autounfall mit schlimmen Folgen verursacht, womöglich in große finanzielle Schwierigkeiten gerät. Meiner Erfahrung nach sind die meisten, die ihren Hund entlang befahrener Straßen frei laufen lassen einfach zu faul, die Leine zu handeln oder sie wollen demonstrieren, wie gut sie ihren Hund im Griff haben. Das trifft auf Dich vielleicht nicht zu (, wobei man jetzt natürlich noch anmerken könnte, daß ein Hund in der Großstadt ohne ausreichende Freilaufmöglichkeiten sowieso ein zweifelhaftes Vergnügen ist und kleinere Hunde an der Leine sehr wohl traben können und nicht zum Dauerschritt verurteilt sind), aber aus den oben genannten Gründen habe ich nicht viel Verständnis für freilaufende Hunde entlang von Straßen.
Liebe Grüße senden
Suki und Maxi

von Marion Ch.(YCH) am 03. Februar 1999 15:01

Hallo Franziska

Meine "absolut strassensichere" Hündin hat sich mal wegen zweier Hunde total erschreckt und stand mit einem Satz in der Strasse. Dank der Leine stand sie mit einem Satz wieder auf dem Gehsteig.

Seither sehe ich das mit dem "todsicher" und "hundegerecht" eher wie Suki und Maxi.

Gruss
Marion Ch.

von Sonja(YCH) am 03. Februar 1999 15:23


Meiner Erfahrung nach sind die meisten, die ihren Hund entlang befahrener Straßen frei laufen lassen einfach zu faul, die Leine zu handeln oder sie wollen demonstrieren, wie gut sie ihren Hund im Griff haben.

Hallo,

das sehe ich ganz anders.
Manchmal habe ich das Gefuehl, einige Hundehalter koennten genauso gut eine Holzente neben sich herzerren. Der Hund wird nicht gefuehrt.. kein Blickkontakt...keine Hoerzeichen. Das Hund da nicht lernt wie er sich an der Strasse etc. verhalten soll ist doch klar.

Einen Hund ohne Leine zu fuehren hat ueberhaupt nichts mit Faulheit zu tun, ganz im Gegenteil. Es erfordert wesentlich mehr Aufmerksamkeit vom Hundefuehrer als den Hund bloss "im Schlepptau " zu haben.

Liebe Gruesse
Sonja und Nero

von Gigi(YCH) am 03. Februar 1999 17:50

Hallo Daniel,

jetzt habe ich alle (fast) Beiträge zu diesem Thema gelesen.

Mir geht es nicht anders als vielen anderen: aber an Strassen, aber im
Wald, aber....

Das es nur mit "Vertrauen gegen Vertrauen" geht, ist mir klar. Was ich nicht
weiss, aber gerne lernen möchte, ist: wie erziehe ich mich und Umbra um, dass
wir beide zu "Freigängern" werden ?

Wie können Umbra und ich üben ? Gibst du evtl. Kurse, in denen man lernen was
kann, was zu beachten ist ?

Sicher ist es ein längerer Prozess, bis Mensch und Hund soweit sind, so ganz ohne
Anleitung wage ich mich allerdings an Experimente, zum Schluss mache ich
mehr kaputt als gut.

Viele Grüsse,

Gigi + Umbra

von Liane(YCH) am 04. Februar 1999 01:24

Hallo Daniel,

es gibt da eine Aussage in Deiner Antwort, die kann ich nicht nachvollziehen.

: Was ist mit Menschen mit Hundeangst? Du kannst ihnen natuerlich
: sagen "Mein Hund ist gut erzogen", aber sie werden einem unangeleinten Hund trotzdem anders begegnen, als einem angeleinten.
: - Kein Mensch hat Angst vor einem frei bei Fuß folgenden Hund und

Wieso sollten Leute mit einer Hundephobie keine Angst vor einem frei bei Fuß folgendem Hund haben???

Ich habe einige Male mit Leuten gesprochen, die eine Hundephobie haben und sie leiden sehr darunter. Teilweise haben sie schon Panik, wenn sie in gewisser Entfernung einen Hund auf der gleichen Gehwegseite, auf sich zukommen sehen. Auch unabhängig davon ob der Hund angeleint ist oder nicht.
Zur Zeit habe ich mit einer Frau Kontakt die auch solche Ängste hat und ich versuche sie behutsam mit dem Hund zusammenzubringen. Es klappt auch schon recht gut und jetzt nach fünf Wochen bleibt sie schon ganz ruhig, wenn ein Hund auf dem Platz auf sie zukommt (wenn es ein bekannter Hund ist). Aber immerhin es ist schon ein Fortschritt, im Dezember hat sie sich bei den gleichen Hunden nicht mal getraut, den Platz zu betreten.
Es muß für diese Leute schlimm sein. Ich mag Hunde und habe auch Hunde, deswegen kann ich mich überhaupt nicht in diese schlimme Situation hineinversetzen. Es wäre wohl auch sehr anmaßend. Das kann wohl kaum jemand der nicht darunter leidet und Hunde gern mag.
Aber hat man dann das Recht das einfach zu ignorieren oder herunterzuspielen?

Ich finde den Weg, den Leuten im Umgang mit ihrer Angst zu helfen oder sie zumindest zu respektieren, auf jeden Fall besser, als es einfach zu ignorieren.
Wenn ich den Leuten, indem ich meinen Hund anleine, signalisiere, ok, ich respektiere das, bekomme ich schnell eine Gesprächsbasis.
Es gibt doch schon zwei Lager: die Hundeliebhaber und die Gegner. Ich bin eher daran interessiert das Zusammenleben, Hundehalter und Nichthundehalter, zu verbessern und nicht noch mehr Zündstoff zu liefern.
Es gibt auch nicht nur Schwarz und Weiß und falsch und richtig. Auch nicht beim Thema "Hund anleinen oder nicht". Da gibt es noch ganz viel dazwischen.

Meinem Hund schadet es nicht ein Stück an der Leine zu gehen, bei jedem Spaziergang, gibt es genügend Freilauf, Sozialkontakte und Spiel. Nur in manchen Situationen ist es besser anzuleinen und den Freilauf an einen besser geeigneten Ort zu verlegen.
Das kann man mit einem einfachen Satz sagen:
Die Freiheit des Einzelnen hört da auf, wo die Freiheit eines anderen beginnt!

Liane

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