hetzen :: Hundeerziehung + Soziales

hetzen

von stef(YCH) am 16. Februar 2001 20:42

hallo ihr lieben,
also, ich - bzw. eine bekannte - habe ein problem. eine bekannte von mir besitzt eine mittlerweile 9 monate alte viszla-hündin, die mittlerweile wild hetzt - auch außer sichtweise der hf, kommt dann irgend wann zurück. meiner meinung nach hilft da eine jagdliche ausbildung, doch die ausbilder auf dem hundeplatz raten davon ab, da sie glauben, dass der hund dann erst recht auf wild fixiert ist...
habt ihr da erfahrungen. die ausbilder glauben, dass eine fixierung auf die hf der beste weg sei, aber ich habe den hund erlebt, der sieht und hört überhaupt nichts mehr, wenn nur eine gegend in der nähe ist, in der wild sein könnte. unterordnung funktioniert auf dem hundeplatz perfekt (für das alter), im freilauf gar nicht. die hf hat mittlerweile wirklich angst und läßt den hund gar nicht mehr frei, da sie auch in blinder hetzlust über straßen und autobahnen läuft (auch wenn die in 5 km entfernung sind).
in der hoffnung, dass ihr helfen könnt,
stef + yenga (ein rr, der zum glück nicht hetzt und abrufbar von allem ist - gut, dass sie das nciht lesen kann, sonst würde sie bestimmt mal nachdenken...)

von ChristineHd(YCH) am 16. Februar 2001 21:53

Hallo,
tja, man sollte sich halt immer vorher überlegen, welche Rasse man kauft... es soll sogar Züchter geben, die Viszlas ´nicht an Privat verkaufen, aber leider wird der V. ja ein Modehund.
Das weitere Problem ist, daß der Hund nicht plötzlich erst jetzt jagt, sondern daß er, offensichtlich vom Menschen nicht registriert, bereits Ansätze sehr viel früher zeigt.
Im Grunde wäre wohl eine Jagdähnliche Arbeit mit einem Viszla sinnvoll. Ein jagdlich geführter Hund hetzt schließlich nicht selbständig drauf los, "wildgeiler" aber wird er dadurch.
Allerdings, die Probleme scheinen sowieso noch ganz woanders zu liegen, wenn der Hund freilaufend keine Bindung zeigt? Nicht die Suche nach dem zaubertip oder dem Rat ist hier angesagt, sondern Verständnis für den Hund, erkennen der kleinsten Signale und der eigenen Fehler. Also noch ein weiter Weg.
Nachdenkliche Grüße
ChristineHd

von Melli(YCH) am 16. Februar 2001 22:27

Hallo Christine,

ich gehe manchmal mit drei Frauen spazieren, deren Hunde Kaninchen hetzen, die in dem Gebiet reich vorhanden sind.
Sie machen ihre Hunde sogar noch "wild" darauf, weil sie meinen, dass dies den Hunden den Spaziergang versüßt / sie etwas zu tun haben (stimmt ja auch :-( )und sie die Kaninchen ja eh' nicht schaffen zu fangen.

Hier im Forum wird öfter um Rat gefragt, wie man seinen Hund vom Jagen / Wildern abhalten kann und tatsächlich gibt es Leute, die es genau umgekehrt machen.

Eine Frau schießt den Vogel ab mit ihrem Münsterländermix: Er springt auch durch angrenzende Vorgärten usw. und sie macht keine Anstalten, ihn davon abzuhalten.
Ich fragte sie letztens, ob sie deswegen noch nie Ärger bekommen hätte (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl) und als Antwort bekam ich: Was soll ich denn machen, der Hund hört einfach nicht.

Normalerweise würde ich sagen, dass der Hund dann an die Leine gehört und sie schleunigst etwas dagegen unternehmen muss, damit es funktioniert.
Ich bin jedoch immer sehr im Zwiespalt, denn ich denke mir bei EINIGEN Leuten meinen Teil und wenn ich dann immer meinen Mund aufreisse würde , könnte ich wahrscheinlich bald alleine spazieren gehen (weil viele Leute sich sofort angegriffen fühlen und einen nicht mehr leiden können), also lasse ich es (zumal es sonst oft nette Leute sind).

Kennst Du so etwas auch ?

Schlechten Einfluß auf meinen Hund hat das Verhalten der anderen Hunde zumindest nicht, er ist kein Jäger und kümmert sich nicht um das Getue der anderen.

Viele Grüße, Melli

von P.H(YCH) am 17. Februar 2001 06:29

Tschau Stef

Ich habe mit meinem Hund das so trainiert, dass ich als er noch ein Welpen war, in ein Gehege ging, in dem Rehe waren. Am Anfang lief ich dort nur angeleint umher und ging wieder. Später machte ich dort Unterordnung und noch später ein Platz bleib. Heute kann ich ihm Platz sagen, die Rehe umherjagen und er macht keine Bewegung, gut manchmal einen langen Hals, aber ein Reh ist kein Jagdgrund für ihn.

Unter der Rubrik (Reaktion auf Weglaufen) habe ich was zum Hier und zur Bestrafung geschrieben. Das geht aber am besten beim Welpen.

Erstens solltest Du schauen, dass sich der Hund nicht weit von Dir entfernt. Das heisst, dass der Hund nicht weiter als 50 Meter vorläuft. Wenn doch, dann verstecke Dich doch und zeige dich erst wieder, wenn der Hund Panik bekommt, er habe Dich verloren. Das geht aber auch besser bei einem Junghund. Oder sonst kannst Du das mit den Kieselsteinen probieren, wie unter der Rubrik (Reaktion auf Weglaufen) beschrieben wurde von mir.
Zweitens solltest Du dich so interessant machen, dass der Hund sich mit Dir beschäftigt und nicht mit dem Wild. Wenn man einen Kong braucht für einen Hund, dann ist er auf dem Spaziergang am besten eingesetzt.
Mein Hund ist so mit mir beschäftigt, dass er, wenn ich zwei Stunden mit ihm Spazieren gehe, keine Zeit hat sein Geschäft zu machen. Ich muss nicht selten nach dem eigentlichen Spaziergang den Hund auffordern noch sein Geschäft zu machen.

Drittens gibt es viele Vorzeichen. Beim kleinsten Versuch eine Fährte aufzunehmen, musst Du reagieren. Das mache ich natürlich schon beim Junghund und heute weiss er, dass er nicht mal eine Fährte aufnehmen darf. (Ausser die, die ich lief, beim Hundesport)

Aber das ist alles zu spät, denn Du hast ein Hund der wildert. Da gibt es nur eines und das ist ein massiver Eingriff, in dem Augenblick wo der Hund davon rennt. Da gibt es von mir ausgesehen zwei Varianten.

Die erste ist die, dass ich dem Hund ein langes Seil um die Lende binde.
Wenn der Hund sich entfernt, rufe ich ihm bevor das Seil gestreckt ist, dann ziehe ich kräftig daran und wenn er kommt dann lobe ich ihn.
Aber die Gefahr ist die, dass er es wieder macht, wenn das Seil nicht angebunden ist. Die zweite Variante ist in der Schweiz verboten, es ist aber die Einzige die wirklich nützt. Aber dazu brauchst Du einen erfahrenen Abrichter, der im richtigen Augenblick den Eingriff macht. Mit dem Teletakt ist nicht zu Spassen, zu schwach angewendet bringt es nichts, zu stark ist unnötig und hauptsächlich im Falschen Augenblick kann es nachhaltige Schäden für den Hund haben. Das heisst, es kann auf einmal sein, dass der Hund mit eingeklemmtem Schwanz zu Dir kommt wenn er ein Flugzeug hört, anstatt dass er nicht mehr wildert. Dazu brauchst Du wirklich einen gut ausgebildeten Abrichter, der das über längere Zeit mit Dir zusammen macht.

Aber probiere doch mal die ersten Punkte, sich interessant machen, den Hund nicht weiter als 50 Meter entfernen lassen und ihm sofort Rufen, wenn er nur den kleinsten Ansatz zeigt. Er sollte dann freudig zu Dir kommen. Das kannst Du mit Spielen erreichen (aber so das er Spass hat) oder über Futter. (kannst ihn ja ein wenig Hungern lassen und ihm dann einen Teil der Mahlzeit auf dem Spaziergang beim Hier geben) Das Loben bei einem Hier ist auch sehr wichtig, heutzutage wird nur noch gespielt und das Loben ganz vergessen. Was andere mit dem Kong erreichen, mache ich mit Lob. Aber man kann ruhig beides machen.
An einer Prüfung kann ich meinem Hund vor dem Start nur sagen (Du bist aber ein Braver) und mein Hund ist voller Freude bei der Sache.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.

Gruss P.H

von stef(YCH) am 17. Februar 2001 11:07

vielen dank p.h. für die rasche antwort. ich werde alles an meine bekannte weiterleiten, die ich heute auf dem hundeplatz treffen werde. mir war schon klar - da auch ich das immer so gemacht habe - dass man im welpenalter was tun sollte, aber das kind ist ja nun mal in den brunnen gefallen und daher brauchen wir jetzt eine lösung, bevor der hund gar nicht mehr frei laufen darf und das leben mit ihm nichts schönes für die besitzerin mehr hat sondern nur noch angst und unwillen.
außerdem haben mich einfach diese zwei sehr gegensätzlichen ansätze interessiert - einmal von mir als laien und aus dem bauch heraus bedacht und einmal von experten - und eure einschätzung dazu.
alles liebe
stef + yenga

von stef(YCH) am 17. Februar 2001 11:17

hallo christine,
vielen dank für deine antwort.
ich denke, dass es außer frage steht, einen weimaraner, viszla oder dkh oder dlh oder pointer (und all die, die ich noch vergessen habe) nur in jägerhand zu geben, doch ist das hier einfach nciht das problem. sonst könnten wir uns vielleicht zum einen darüber unterhalten, warum in ungarn, amerika etc. der weimaraner fast nur als haus- und familienhund gehalten wird und wie er und seine familien damit klarkommen und was andererseits z.b. mit kleinen münsterländern ist, die eigentlich reine jagdhunde gewesen sind und nun auch in deutschland akzeptierte familienhund (ebenso wie die retriever, labradors, teckel...). die diskussion ist irgendwie schwer zu begrenzen.

das kind ist in den brunnen gefallen und es nutzt nichts, über die eltern zu schimpfen, die ihr kind rumlaufen ließen oder den brunnenerbauer, sondern es muss hilfe in dieser konkreten situation gefunden werden.
ich denke schon, dass der hund bezug zu seinem besitzer hat, da er in wildfreien gebieten sehr fixiert und arbeitsfreudig ist, ebenso in der wohnung. ich glaube einfach, dass der hund seiner bestimmung entsprechend nicht genügend gearbeitet und gefordert wird und man hier vielleicht ansetzen sollte. und genau darauf war meine frage ausgerichtet. ja, es kann gut sein, dass der hund dadurch wildgeiler wird, aber vielleicht auch steuerbarer..
nun, letztendlich ist es nicht meine entscheidung,
stef + yenga (die zum glück und als produkt langer welpenarbeit immer abrufbar ist)

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