Feindbild Rottweiler :: Hundeerziehung + Soziales

Feindbild Rottweiler

von Steffi(YCH) am 05. März 2001 22:08

Hiho
Mein Problem ist, das mein Dsh-Mix Kaspar eine furchtbare Agression gegen Rottweiler und alle Hunde die ähnlich aussehen hat. Das hat er wahrscheinlich aus dem Tierheim mitgebracht, dort sass er mit einem recht grossen Rotti-Rüden zusammen im Zwinger. Die Tierpflegerin meinte auch das der Kleine öfters mal "auf die Nase bekommen" hat, näheres weiss ich leider nicht.
Wenn wir auf einen Rotti treffen läuft das etwa so ab:
Wenn er den Hund auf Entfernung sieht stellen sich alle Haare bei ihm auf und er fängt leise an zu knurren. Wenn der andere Hund dann näher kommt fängt er an zu zittern, pustet die Backen auf (hört sich komisch an, ich weiss) und klappert mit den Zähnen. Die Augen sind aufgerissen so dass man das weisse sieht- und dann ist es auch schon zu spät- er stüürzt sich mit allem was er hat auf den Rotti.....
Das ist dann auch kein normaler Rüdenkampf mehr der ja schlimm aussieht und bei dem nix passiert, Kaspar versucht wirklich den anderen zu verletzen, und das mit einer Angst in den Augen....
Neulich haben wir ihn mal mit einer sehr netten Rotti-Hündin zusammengebracht. Die hat er zwar nicht angegriffen, aber er stolzierte mit gesträubtem Fell um sie herum und knurrte, ging dann aber weiter.
Normalerweise findet er Hündinnen (und auch manche Rüden) die mit ihm spielen wollen supertoll.
Im Moment geh ich allem was Rottweiler-ähnlich aussieht aus dem Weg, ich kann einfach nicht riskieren das er nochmal einen Hund verletzt.
Kennnt ihr Hunde die sich so ein "Feindbild" aufgebaut haben? Ich weiss nicht was ich tun und wie ich reagieren soll. Hier bei uns im Ort gibt es einige sehr nette Rottis denen ich nicht dauernd aus dem Weg gehen kann.
Viele Grüsse
Steffi

von Janine F.(YCH) am 05. März 2001 22:43

Hallo Steffi !

Bis vor zwei Wochen hatte mein Rüde eine so starke Rottweiler-Aversion, daß ich sogar den Fernseher umschalten mußte, wenn dort ein Rottweiler zu sehen war.
Seine Aggression geht auf einen großen Rottweiler-Rüden in unserem Gassifeld zurück, der nicht mit Rüden auskommt und meinen Dicken schon als Welpe grob und heftig unterworfen hat und nicht von ihm runter ist als meiner schon erbärmlich geschrien hat.
Natürlich habe auch ich dadurch eine gewisse Furcht vor Rottweilern entwickelt, was Urracos Verhalten sicher noch verstärkte.
Vor zwei Wochen tauchte dann auf einmal ein neuer Rotti-Rüde bei uns im Feld auf. Ich sah, daß er mit anderen Rüden spielte und die Besitzer der anderen Rüden erzählten mir, daß es ein Junghund von 11 Monaten ist.
Ich dachte also "besser gewöhnen sich die beiden aneinander solange der Rotti jung ist als daß sie später aufeinanderknallen".
Als wir den Rotti also das nächste Mal trafen, bat ich den Bésitzer, ihn anzuleinen, damit wir ein Stück zusammengehen können.
So hat das bis jetzt mit JEDEM Hund geklappt.
Urraco war aber nicht zu beruhigen und knurrte immer wieder böse nach dem Rotti, der zwar ein bißchen frech, sonst aber in keinster Weise provokant oder gar aggressiv war.
Ich brach das Unternehmen nach etwa 15 Minuten entnervt ab und dachte mit Grauen daran, daß nun bald zwei große Rottis durchs Feld marschieren würden, denen ich aus dem Weg gehen muß.
Aber der junge Rotti machte mir einen Strich durch meine trübe Rechnung.
Als er das nächste Mal im Feld auftauchte und uns sah, stürmte er einfach auf uns zu !
Zuerst dachte ich an Flucht, dann an Fluchen und dann war er schon fast bei uns angekommen.
Urraco hatte ihn komischerweise noch nicht bemerkt, weil ich schnell geradeausging.
Als der Rotti dann schon fast mit der Nase an uns stieß, kramte ich schnell Urracos Gummi-Stöckchen, das er heiß und innig liebt, aus meiner Tasche und warf es nach vorne.
Urraco rannte freudig hinterher und las es auf.
Und da stand er dann : Beute im Maul - Rottweiler gegenüber.
Der Rotti zeigte großes Interesse an der Beute, blieb aber vorsichtig auf Distanz und für mein Dickerchen gibt es nichts Schöneres als einen anderen Hund, der sich für seine Beute interessiert :-))) .
Und so trug er stolz das Stöckchen an dem Rotti vorbei, der ihm willig hinterhertapste.
Was soll ich Dir sagen : seit zwei Wochen hat mein Dicker einen neuen liebsten Freund !
Die beiden zupfen die ganze Zeit aneinander rum und haben dieselbe tollpatschige Art, zu spielen und die passende Gewichtsklasse.
Natürlich werde ich weiterhin seinem Erzfeind-Rotti aus dem Weg gehen, weil der ohnehin nicht mit Rüden kann, aber ich gehe mal davon aus, daß Urraco von jetzt an nicht mehr in jedem Rottweiler einen Feind sieht.
Und ich habe für mich selbst mal wieder festgestellt : Sobald man einen Hund persönlich kennt, mag man ihn - egal welche Rasse :-) .
Viele Grüße + Viel Glück
Janine + Vierbeiner

von Steffi(YCH) am 05. März 2001 23:02

*g*, schöne Geschichte, jetzt brauch ich eine Organisation wei "Rent-a-Rottweiler" :-)
Nein jetzt mal im Ernst, ich hab ja auch gedacht das er durch die nette Hündin zur Vernunft kommt, aber das hat ja leider nicht geklappt.
Ich bin auch schon gefragt worden ob ich vielleicht Angst vor Rottis habe und das dann auf meinen Hund übertrage. Aber ich hab nix gegen sie, und ausserdem kam der erste Angriff von Kaspi als ich noch garnix von seinem Feindbild wusste und dementsprechend geschockt war ich auch.
Ich hätte nie gedacht das Hunde sich so auf eine bestimmte Rasse einschiessen können....
Naja wir werden uns nochmal mit der Hündin treffen, vielleicht hilfts ja. Ich würde inzwischen auch ein Rotti-Poster über seinem Korb aufhgängen wenn mir jemand sagt das es hilft.

Die letzte Atacke ging übrigens gegen einen Beauceron (ich hoffe die schreibt man so). Nichtmal mit Hunderassen kennt Kaspi sich aus!!!!

von Kerstin u. Arcon(YCH) am 06. März 2001 09:52

Hallo Steffi,

ich denke daß es nicht unbedingt der Rotti ist sonden ganz einfach die Angst von einem anderen Großen Hund wieder eine auf den Deckel zu bekommen.

Versuche doch mal einen Hundeverein/Hundeschule in deiner Nähe zu finden und gehe einfach mal mit ihm hin. Nicht unbedingt gleich zum lernen sondern einfach um ihm zu zeigen "Du es gibt viele große Hunde die sehr nett sind". Vielleicht können auch Bachblüten helfen, bei meinem Schäferhund haben sie toll gegen seine Gewitterangst geholfen.

Wichtig ist aber auch daß du ihm die Sicherheit die ihm fehlt gibst. Wenn dir Hunde begegnen, nimm ihn an die Leine und gehen einfach weiter. Nicht auf seine Angst reagieren, vielleicht versuchen ihn mit einem Spielzeug abzulenken, aber einfach weiter gehen und wenn er brav mitgeht loben loben und nochmals loben. Mach ihm aber auch klar daß du nicht willst daß er sich mit den anderen Hunden anlegt. Ein scharfes "nein" oder "Pfui" und einfach weiter gehen, er muß langsam lernen daß du es nicht wünschst daß er sich so aufbaut. Das Dauert, aber irgendwann hast du Erfolg und vielleicht kannst du dich immer wieder mit dem Rotti-Besitzer treffen damit er lernt sein Misstrauen abzulegen.

Ich weiß das dauert alles, aber ich denke mit viel Gedult lernt er daß ihm keine Gefahr droht.

Viele Grüße
Kerstin

von Wilma u. Arno(YCH) am 06. März 2001 12:11

Hallo Steffi,

hm, das ein Hund sich so extrem auf eine Rasse einschießt, hab ich Gottseidank noch nicht erlebt.
Wenn es hier um eine seltene Rasse ginge, würde ich Dir einfach Vermeidung raten. Aber scheinbar gilt für ihn ja die Farbe (Du erwähntest den Beauceron). Und wenn ich so bedenke was an Dobermännern und Rottis rumläuft, hm.
Also ich würde Dir raten immer wieder Kontakte zu gut sozialisierten Rottis zu suchen und mit deren Besitzern gemeinsam spazieren zu gehen. Notfalls vielleicht mit Halti für Deinen Hund für die Eingewöhnung, wenn er tatsächlich so agressiv reagiert (ich würde bei meinem HUnd in dem Fall nötigenfalls sogar einen Maulkorb nehmen für eine gewisse Zeit, aber das kannst nur Du entscheiden). Ich denke man kann solche schlechten Erfahrungen nur mit guten löschen. Wobei ich mich schon über das Tierheim wundere, denn da muß ja doch einiges vorgefallen sein, wenn der Hund so heftig reagiert.
Wie alt ist Dein Hund denn ? Ich denke auf jeden Fall, daß das keine Macke ist, mit der man einfach so leben kann, auch wenn diese Rassen z. zt. meist an der Leine geführt werden. Ist ja doch ein sehr hohes Risiko für alle Beteiligten und es verleidet Dir und Deinem Hund doch mit Sicherheit ein Stück weiter die Spaziergänge. Außerdem wenn ich mir vorstelle, daß so ein Rotti sich (zu REcht) dann wehrt, na danke. Ich kenne hier einen, der ca. 55 kg wiegt da stelle ich mir lieber keinen ernsthaften Kampf mit meinem Arno (Colli-DSH) vor.
Viele Grüße
Wilma u. Arno (der zum Glück keine Rassenprobleme hat)

von Susanne07(YCH) am 06. März 2001 15:52

Hallo Steffi,

ich kenne auch ein solches Feindbild: der Rüde einer Bekannten meiner Eltern war mit seinen rund 50 kg ein echtes Schaf. Lieb, treudoof zu allem und zu jedem. Wir nahmen ihn in der Urlaubszeit in Pflege. Aber die Besitzerin warnte uns eindringlich-eindringlich-eindringlich vor Yorkshire-Terriern. Ich konnte es kaum glauben, der Hund vertrug sich schließlich sogar mit den dominantesten Rüden (seinerseits).

Und dann trafen wir auf Yorkshire-Terrier... Es war genauso, wie du es beschrieben hast, es war HASS.
Glücklicherweise ist nix passiert, ich war ja drauf vorbereitet.

Über die Vergangenheit des Rüden war nichts bekannt, es war ein Fundhund aus dem Tierheim. Die einzige Auffälligkeit, die er zeigte, war, dass er grundsätzlich keine Kellerräume betrat... (das läßt tief blicken...).

Die Besitzerin hat allerdings auch nie versucht, das Problem in irgendeiner Art anzugehen, sie ist Yorkies immer aus dem Weg gegangen. Ich denke, dass es in diesem Fall aber auch sehr schwierig gewesen wäre, einen "Therapie-Yorkie" anderen Geschlechts zu finden - wer stellt seinen Yorkie schon gerne gegen einen 50 kg-Koloss...

Ich denke, das einzige was dir hilft, ist eine supertolle Rotti-Hündin, zu der er irgendwann nicht mehr nein sagen kann! Aber du siehst, das Problem scheint kein Einzelfall zu sein.

Gruß, Susanne007

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