Habe ich versagt"? Aufkeimende Probleme" :: Hundeerziehung + Soziales

Habe ich versagt"? Aufkeimende Probleme"

von Sonja & Duke(YCH) am 06. März 2001 08:07

ACHTUNG - LANG!

Guten Morgen!

Irgendwie lässt mir das gestrige Erlebnis bei der letzten Gassi-Runde keine Ruhe.
Mein Rüde, momentan in der Pubertät, hat gestern ein Verhalten an den Tag gelegt, dass ich so noch NIE bei ihm gesehen habe. Ich habe meinen Hund kaum wieder erkannt.

Wir waren bei unserer letzten Runde auf dem Feld, als uns ein Colli-Mix-Rüde entgegenkam (gleichaltrig). Wir haben uns bereits einmal getroffen und da sich die beiden verstanden haben, haben wir sie laufen lassen. Dann hat Duke - ohne erkennbaren Grund - angefangen, den Rüden anzukeifen und zettelt eine Rauferei an! Mein ruhiger Hund! Ich habe sofort eingegriffen und war ziemlich perplex, da Duke sonst eher der unterwürfige ist und sich viel gefallen lässt. Dann war kurz Ruhe und kaum umgedreht, reitet Duke dem Rüden auf! Ich wieder eingegriffen und Hund an die Leine. Ich konnte es einfach nicht fassen! Ich habe immer alles getan, dass Duke bestens sozialisiert wurde. Er hatte niemals Probleme mit anderen Hunden. Egal ob groß ob klein - Hündin oder Rüde - er hat sich immer einwandfrei verhalten.

Ich kann mir das ganze nur so erklären:
Wir sind vor 3 Monaten umgezogen. Der Nachbarsrüde (Garten-an-Garten) ist ein Leonberger - meiner Meinung nach ein recht dominantes Kerlchen. Diese imposante Erscheinung ist vor ca. 3 Wochen plötzlich in unserem Garten gestanden. Duke ist auf mein Rufen sofort zu mir gelaufen. Der Leonberger hat ihn auf halbem Weg eingeholt. Duke hat sich sofort auf den Rücken geschmissen und ist total starr liegen geblieben. Alles was ich dann noch hörte, war meinen Quickenden Hund (er hat geschrien wie ein Schwein auf der Schlachtbank) und dann ist er wie ein geölter Blitz an mir vorbeigeschossen. Fazit: Bissverletzung am Kopf und Hinterteil. Ok - habe mich zwar aufgeregt, aber duch ein Loch im Gartenzaun hätte es andersherum genauso gehen können, dass Duke im Nachbarsgarten steht.

Anders war für mich dann die Begegnung eine Woche später beim Spaziergang. Der Leonberger (Ben) biegt unangeleint um die Ecke. Herrchen meilenweit entfernt. Ich rufe Duke zurück und leine ihn an. Dann rufe ich dem Nachbar entgegen, er möge seinen Hund bitte auch anleinen. Ben hört allerdings nicht und kommt uns langsam entgegen. Das mittlerweile giftige Brüllen seines Herrchens ignoriert er und "knöpft" sich Duke ein weiteres mal vor. Der hat schon - als Ben ca. 3 Meter von uns weg war vor Angst das Pinkeln angefangen. Ende vom Lied: Duke lag - in seiner Ergebenheit - starr in seiner eigenen Pfütze und hat sich ergeben und den Hals schon fast bittend hingestreckt. Ich - hilflos gegen ein 75 cm-Kalb - habe Ben "versucht" (der Versuch scheiterte) von meinem Hund zu ziehen. Der hat es aber vorgezogen Duke die Zähne an den Hals zu legen. Duke war eingesaut mit Matsch und seiner eigenen Pi...! Die Diskussion mit dem Nachbar - der fast 15 min. brauchte, um seinen Hund von Duke zu ziehen, anzuleinen und dazu zu bewegen, weiterzugehen, war ebenso sinnlos, wie Duke davon zu überzeugen, auf dem Rückweg an derselben Stelle vorbeizulaufen. Eine Begegnung in ähnlicher Art hatten wir schon vor dem "Beissunfall" - ebenfalls mit Ben...

Ich mache mir jetzt wirklich ernsthafte Sorgen, dass hier ein Problem betreffend anderer Rüden aufkeimen könnte. Ich habe es bis zu dieser Begegnung immer geschafft, dass Duke keine schlechten ERfahrungen macht. Beim Wesenstest, wie auch in der Hundeschule wurden wir gelobt, wie gut er sozialisiert ist und wie einwandfrei sein Verhalten gegenüber anderen Hunden ist. Und nun DAS!! Was kann ich tun, um sein Vertrauen wieder zu festigen? Liegt die gestrige Reaktion an der ERfahrung mit dem Nachbarshund? Rüden, die er von klein auf kennt, sind absolut kein Problem! Wie es mit anderen fremden Rüden aussieht, weis ich nicht, da wir fast alle Hunde aus unserer Gegend kennen. Das müsste man ausprobieren. Mache ich mir unnötig Sorgen?

Ich habe mir immer so viel Mühe gegeben, meinen Dicken - der schon wegen seines Erscheinungsbildes gestraft ist - so zu erziehen, dass er wenigstens durch sein Verhalten glänzt und überzeugt....

Was meint ihr? Was kann ich tun? Wie schätzt ihr die Situation ein? Ich fühl mich, als hätte ich "versagt"....

Verwirrte Grüsse
Sonja & Duke



von Kerstin u. Arcon(YCH) am 06. März 2001 09:37

Hallo Sonja,

was ist eigentlich passiert als dein Duke aufgeritten ist. Hat es eine Beiserei gegeben oder haben die beiden "nur" ihre Rangordnung untereinander ausgemacht?

Die Geschichte die du mit Benn und Duke erzählt hast erinnert mich sehr an eine Geschichte die ich mit meinem Schäferhund Arcon erlebt habe. Arcon war damals so da 18 Monate und er unterwarf sich immer und jedem, eines Tages trafen wir eine alte griesgrämige Schäferhündin, die unterwarf ihn vier fünf Mal und Arcon lag immer brav auf dem Rücken und bot seinen Hals und Bauch an. Ein zwei Tage später trafen wir eine sehr dominante Hündin das gleiche Spiel, allerdings als sie ihn das fünfte sechte Mal unterworfen hatte und ihn dabei jedesmal in den Buach gezickt hatte da würde es unserem Arcon zu bunt. Sonja ich dacht mir fällt der Himmel auf den Kopf, aus meinem leiben völlig unterwürfigen Hund wurde ein knurrender, Zähne fletschender Schäferhund. Es gab ein großes Getöse und noch ehe ich mich von meinem Schrecken erhohlt hatte lag die Hündin auf dem Rücken und Arcon stand über ihr. Genauso schnell wie es begonnen hatte war es auch wieder fertig. Seit diesem Vorfall läßt sich mein Hund nichts mehr gefallen, er beist nicht und er greift nicht an, allerdings wehrt er sich wenn ein andere Hund ihm mit Drohgebärden oder Aufreiten bedrängt. Versuche dich mal zu erinnern ob bei dem Treffen der Beiden nicht der Collie vielleicht versucht hat deinen Duke zu bedrängen, und er dann mal allen Mut zusammen genommen hat und sich gewehrt hat. ioch denke daß du nicht versagt hast sondern daß dein Duke einfach erwachsen wird und sich nicht mehr alles gefallen lassen möchte. Er wir halt erwachsen, und da sind Rauferreien mal drin, ich würde mir erst Sogen machen wenn er jeden Rüden angehen würde ohne daß der andere auch nur den Ansatz einer Drohung macht.

Viele Grüße
Kerstin u. Arcon

von Sunny(YCH) am 06. März 2001 09:46

ich würde mir erst Sogen machen wenn er jeden Rüden angehen würde ohne daß der andere auch nur den Ansatz einer Drohung macht.
:
: Viele Grüße
: Kerstin u. Arcon


Hallo zusammen,

genau letzteres würde ich auch beobachten, denn bei solchen Vorfällen kann sich leicht auch Angstaggression ausbreiten und zwar fällt mir in beiden Erzählungen auf, daß beide Hunde Begegnungen hatten, in denen sie die Erfahrung machen mußten, daß sie die Unterwerfung nicht schützt:

Sowohl der erste Hund kam mit Bißwunden nach Hause als auch der Schäferhund, der von der alten Hündin trotz Unterwerfung "gezwickt" wurde.

Ich bin grundsätzlich dafür, Hunde ihre Dinge selbst ausmachen zu lassen, aber manchmal muß man einschreiten:

Ben - der Leonberger - hat definitiv nicht durch die Gärten zu stromern, da muß mit dem Nachbarn ein Weg gefunden werden. Zumindest im eigenen Garten kann es nicht sein, daß der Hund von fremden gebissen wird - das wird zu Verhaltensstörungen führen.

Bei der griesgrämigen Schäferhündin hätte ich eingegriffen: wenn mein Hund sich zwei dreimal unterworfen hat und der andere läßt nicht ab, warte ich, bis die beiden wieder etwas voneinander Abstand haben, dann gebe ich meinem eigenen Hund ein "Sitz-bleib"-Kommando in aller Ruhe, gehe zwischen ihn und den anderen Hund und schicke mit freundlicher aber sehr bestimmter Stimme den anderen weg. Meist klappt das.

Um einem Aufschrei vorzubeugen: Daß man einschätzen muß, ob dieser einem gefährlich werden kann, ist klar. Notfalls muß man den Dingen ihren Lauf lassen, denn gegen einen großen kampfbereiten Hund hat man i.d.R. keine Chance. Wenn man Angst hat, darf man keinesfalls dazwischen gehen. Dann würde auch der eigene Hund nicht gehorchen, da er spürt, wenn man die Situation nicht in den Griff bekommt. Dann wird man als Rudelführer unglaubwürdiger, als wenn man gar nichts tut.

Hoffe auf weitere Anregungen!
Sunny


von Kerstin u. Arcon(YCH) am 06. März 2001 10:14

Hallo Sunny,

du hast natürlich recht, allerdings war ich damals noch nicht so "schlau", sonst hätte ich füher eingegriffen bei der Alten Schäferhunddame. Allerdings muß ich sagen Arcon hat das alles gut verkraftet, er ist immer noch jedem Hund egal ob Rüde oder Hündin aufgeschlossen und freundlich, nur er läßt sich nichts mehr gefallen. Das heist versucht einer aufzusteigen dann wird er in die Schranken gewiesen und wenn er es akzeptiert dann kann weiter gespielt werden.

Viele Grüße
Kerstin und Arcon

von Sunny(YCH) am 06. März 2001 10:16

Liebe Kerstin,

hast einen tollen Hund: es ist bei den meisten Lebewesen ja wirklich so: wenn die Umgebung stimmt und die eigenen Nerven auch einigermaßen, dann wirft eine schlechte Erfahrung einen nicht für den Rest des Lebens aus der Bahn. Alles Gute weiterhin!

Sunny

von Sonja & Duke(YCH) am 06. März 2001 10:32

Hallo Kerstin!

: was ist eigentlich passiert als dein Duke aufgeritten ist. Hat es eine Beiserei gegeben oder haben die beiden "nur" ihre Rangordnung untereinander ausgemacht?

Nein, zur Beisserei kam es nicht. Der Colli-Mix hat angefangen zu quicken, weil ihm die Festkrallerei von Duke sicherlich auch wehgetan hat. Und Duke lässt eigentlich SOFORT ab, wenn er merkt, dass er einem anderen Hund - was ja versehntlich im Spiel mal geschieht - weh tut und leckt dann beschwichtigend die Stelle des Hundes, die er getroffen hat. Aber im gestrigen Fall hat er nicht abgelassen - auch nach meinem bestimmten NEIN nicht. Ich musste ihn wirklich von dem anderen Rüden runterziehen. Denn dieser hat sich eher unterwürfig gezeigt und sowas kann ich Duke wirklich nicht durchgehen lassen. Auch wenn ich sonst immer der Meinung war, dass Hunde das untereinander gut regeln können. Aber in diesem Fall war es definitiv so, dass Duke Fehlverhalten gezeigt hat - und nicht der andere Hund! Und das macht mir Sorgen.

Danke für die Antwort!

Grüsse
Sonja & Duke

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