Hund mit zuwenig Selbstbewustsein! :: Hundeerziehung + Soziales

Hund mit zuwenig Selbstbewustsein!

von Eva(YCH) am 10. März 2001 13:32

Meine Dackelmischlingshündin ist nun 4 Jahre alt. Eigentlich ein Bilderbuchhund. Wir wohnen in einem älteren kleinen Bauernhaus und haben auch zwei Pferde. Sie geht beim reiten immer mit, gehorcht auf´s wort. Geht bei Fuß und wenn Leute mit anderen Hunden vorbeikommen, schaut sie diese nicht einmal an. Sie würde niemals das Grundstück verlassen oder streunen gehen. Sie bleibt immer in meiner Nähe. Verfolgt mich auf Schritt und Tritt. Das ist glaube ich auch das Problem. Sie muß morgens ein paar Stunden allein bleiben, da ich und mein Freund berufstätig sind. In der Mittagspause bringe ich sie zu meiner Mutter, damit sie nicht alleine sein muß (Mutter arbeitet nur halbtags). Um 16 Uhr hole ich sie dann wieder ab und wir gehen ausgiebig spazieren. Auch morgens gehe ich mit ihr spazieren. Aber das mit dem alleinsein klappt nicht so richtig. Ich lasse immer wieder mal die Videokamera laufen, um zu sehen was sie macht. Sie kläfft bestimmt eine Stunde lang. Scharrt an der Tür und reißt meine Klamotten vom Haken. Sie steigert sich so rein, daß sie richtig aufgeregt ist und hächelt wie verrückt. Sie ist allgemein sehr ängstlich. Wenn´s irgendwo rumpelt oder kracht zuckt sie zusammen und klemmt den Schwanz ein, fängt an zu zittern. Gibt es eine Möglichkeit mit gewissem Training einem Hund etwas Selbstbewustsein beizubringen. Sie hatte von klein an Kontakt zu anderen Hunden und hat auch gespielt. Sobald es ihr aber etwas weh getan hat, war´s aus mit dem Spaß. Dann wollte sie nicht mehr spielen und kam gleich zu mir um Schutz zu suchen. Verhätschelt haben wir sie nicht. Sie wurde streng und konsequent erzogen, und wie schon erwähnt, sie gehorcht auf´s Wort. Das einzige was nicht klappt ist Sitz und Bleib. Sie will nicht zurückgelassen werden.
Wäre über einige Tipps sehr dankbar.

von Kai Bracklow(YCH) am 11. März 2001 14:36

Hallo!
Hast du schon einmal daran gedacht, sich einen Zweithund anzuschaffen?
Das würde ihm bestimmt helfen über die paar Stunden hinweg zu kommen,wenn sie arbeiten.Ihr Hund hätte einen Spielkameraden
und vielleicht holen sie sich einen Hund der etwas jünger ist als er.!?
Dann könnte er so eine Art Vaterfigur sein.Das stärkt bestimmt sein Selbstbewußtsein.Ich würde sehr gerne erfahren,was du von meiner Idee hälst.

Grüße,Kai!

von Eva(YCH) am 12. März 2001 05:55

: Hallo Kai!
: Hast du schon einmal daran gedacht, sich einen Zweithund anzuschaffen?

Nachdem ich bestimmt schon alles versucht habe (Radio anlassen, Leckerlie in der Wohnung auslegen, verschiedenes Spielzeug geben usw.)
ist mir natürlich auch der Gedanke gekommen, einen Zweithund anzuschaffen. Ich bin jedoch sehr unsicher. Was mache ich, wenn der Zweithund auch nicht allein bleiben mag. Dann habe ich aus einen Problem zwei gemacht. Ich habe leider sehr wenig Erfahrung in dieser Sache. Lucy ist mein erster Hund, und ich glaube, daß ich so ziemlich alles falsch gemacht habe. Den ganzen Vormittag, wenn ich im Büro bin, denke ich nur an den Hund und habe ein schlechtes Gewissen. Ins Büro mitnehmen, geht leider auch nicht. Aber man muß doch dem Hund beibringen können, daß er nicht so leidet, wenn er allein ist. Ich muß noch erwähnen, daß wir vergangenes Jahr überhaupt keine Probleme hatten. Sie hat keine Dummheiten mehr gemacht. Wir waren froh, daß sie sich daran gewöhnt hat. Dann haben im Herbst Strassenbauarbeiten begonnen und ich vermute der Lärm der Bagger und Rüttler haben ihr wieder Angst gemacht. Seit Herbst begannen diese Angstzustände wieder. Das war vor zwei Jahren schon mal so. Da waren es Frühjahrsgewitter. Denke ich zumindest. Man versucht immer irgendwelche Ursachen zu finden. Vielleicht wäre sie wirklich zu zweit etwas mutiger.
Danke für Ihre Nachricht! Gruß von Eva.

von Izel(YCH) am 12. März 2001 06:10

Hallo Eva,
erstmal meine Anerkennung dafür, daß Du sagst, daß du vieles falsch gemacht hast. Diese Einsicht haben nicht alle Leute.
Damit ein Hund nicht so reagiert wie Deiner, sollte man ihn langsam an das Alleinsein gewöhnen. Ab 5 Min bis höchstens 6 Std. Es gibt sicher Hunde, die auch länger allein bleiben, ohne etwas anzustellen oder zu jaulen. Aber für den Hund ist es trotzdem eine Quälerei. Langsam bedeutet wirklich langsam. Am ersten Tag, 5 Min. Wenn das geklappt hat sehr langsam steigern. Da das bei Dir wohl nicht so gelaufen ist, könntest du es in Deinem Urlaub nachholen. Außerdem kann ich dir eine Bach-Blüten-Therapie ans Herz legen, damit sie ihre Angst verliert.
Alleine die Bach-Blüten bringen es aber nicht.
VG Izel

von Kerstin u Arcon(YCH) am 12. März 2001 09:09

Hallo Eva,

hast du mit deinem Hund das Alleine sein geübt oder hast du ihn gleich alleine gelassen? Vielleicht liegt da das Problem. Übe einfach das Alleinesein.Als erstes zeige deiner Hündin ihren Platz auf dem sie Warten soll. Gehe für eine Minute aus dem Zimmer, deine Hündin muss auf ihrem Platz bleiben. Am Anfang immer mit Blickkontakt weggehen, erst vielleicht auch nur für ein paar Schritte, wenn sie brav auf ihrem Platz gebleiben ist loben. Das jeden Tag mehrmals üben, wenn du dann schließlich aus dem Zimmer gehen kannst, dann gehe vor die Tür, erst für eine halbe Minute dann für eine Minute dann für fünf Minuten usw.
Wenn du merktst daß der Hund Radau macht zurück, nicht loben ihn auf seinen Platz schicken und wieder vor die Türe, dann gleich zurück und den ruhigen Hund loben. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen das dauert aber es bringt nach einiger Zeit einen Erfolg. Ich habe meinem Schäferhund einen alten getragenen Pulli auf seinen Platz gelegt damit mein Geruch bei ihm ist, jetzt wenn ich gehe und er nicht mitkann sage ich zu ihm "Geh auf deinen Platz und warte." Dann gehen ich aus dem Haus, wenn ich dann zurück komme liegt er meist mit dem Kopf in den Pulli vergraben und schläft.
Wenn allerdings die Trennungsängst bei der Hündin ganz schlimm sind helfen vielleicht auch Bachblüten oder natürheilkundliche Medikamente um die Trennungsangst zu lindern. Da kann dir aber bestimmt ein Anderer aus dem Forum Tipps geben. Ich hatte das Üben damals auch mit einer Bachblütenmischung unterstützt die ich von einer Freundin gemischt bekam, hat gut geholfen.

Viele Leibe Grüße
Kerstin u.Arcon (der übrigens Dackel über alles liebt und eine 12-jährige Dackeldame als Ersatzmama hat)

von Izel(YCH) am 12. März 2001 09:56

Hi Kerstin
: Wenn du merktst daß der Hund Radau macht zurück, nicht loben ihn auf seinen Platz schicken und wieder vor die Türe, dann gleich zurück und den ruhigen Hund loben.
das mit dem Zürückgehen, wenn er Radau macht, ist keine gute Idee.
Damit wird er nämlich für das Radau machen positiv bestärkt. Man sollte erst zürück gehen, wenn der Hund ruhig ist.
Kann sein, daß es bei Deinem Hund so geklappt hat. Aber das Risiko, ihm damit zu zeigen, wenn ich Radau mache,kommt der Mensch, ist einfach zu groß.
Viele Grüße
Izel

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