Beisser :: Hundeerziehung + Soziales

Beisser

von Petra(YCH) am 17. März 1999 17:43

Halli Hallo

In der nächsten Zeit werde ich mich einem Hund widmen, welcher folgende "Macke"? hat:

Zuerst kommt er und schmeichelt, dann plötzlich, ohne ersichtlichen Grund schnappt er zu.
Der Hund wurde vorher stark vernachlässigt und was weiss ich noch alles.....
Meine Frage ist nun:
Mein erster Kontakt mit ihm steht noch bevor, wie soll ich mich ihm gegenüber verhalten?
Wie ich mich verhalte, falls er beisst, ist schon klar, aber das ERSTE MAL ist wahrscheinlich sehr wichtig, soll ich ihn eher ignorieren?

Besten Dank für Eure Tips/Erfahrungen!



von mecki(YCH) am 18. März 1999 08:25

Hallo Petra,

: In der nächsten Zeit werde ich mich einem Hund widmen, welcher folgende "Macke"? hat:

heisst "widmen", daß der Hund einige Zeit ständig bei Dir ist, oder nur zeitweise (z.B. zum sitting) ?

: Zuerst kommt er und schmeichelt, dann plötzlich, ohne ersichtlichen Grund schnappt er zu.

ein Angstbeisser also ?

: Der Hund wurde vorher stark vernachlässigt und was weiss ich noch alles.....

Kennst Du seine "Geschichte" ?

: Mein erster Kontakt mit ihm steht noch bevor, wie soll ich mich ihm gegenüber verhalten?

Selbstsicher aber nicht einschüchternd. Freundlich aber nicht unterwürfig.

: Wie ich mich verhalte, falls er beisst, ist schon klar,

Was machst Du dann ?

:aber das ERSTE MAL ist wahrscheinlich sehr wichtig, soll ich ihn eher ignorieren?

Wenn selbstsicher und freundlich nicht gelingt, ist ignorieren besser.

: Besten Dank für Eure Tips/Erfahrungen!

Ich hoffe, Du verzeihst mir meine neugierigen Fragen, aber daß gleiche Problem wie Du, haben viele Menschen mit meinem Hund. Er ist ein Angstbeisser und immer noch sehr unsicher. Reagieren die Leute selbstsicher und freundlich ist alles o.k. Kommt bei jemand nur das geringste Anzeichen von Unsicherheit auf, reagiert der Hund mit schnappen.
Egal wie ich in solchen Momenten reagiere ist´s irgendwie verkehrt.
Rüge (verbal) meinen Hund, weil er jemand geschnappt hat, schleicht er sich davon und mag den Menschen noch weniger. Was zur folge hat, daß er schon das Gesicht verzieht, wenn dieser Mensch nur in unsere Nähe kommt.
Ignoriere ich sein schnappen, und lasse den betroffenen Menschen reagieren, kommt´s halt darauf an, wie dessen Reaktion ist.
Rügt der Mensch meinen Hund selbst, ist mein Hund wie ausgewechelt und akzeptiert den Menschen von nun an. Wird der betroffene Mensch ängstlich ermuntert dies meinem Hund so weiterzumachen. Ignoriert der betroffene Mensch meinen Hund, weis mein Hund nicht so richtig, wie er den Menschen einschätzen soll und probiert die ganze Masche irgendwann wieder.
Das ganze hat zur Folge, daß ich meinen Hund nur mit jemand allein lassen kann, von dem ich weis, daß er entsprechend auf sein Verhalten reagiert.

Ich hoffe, Du bekommt noch bessere Tip´s und vielleicht ist für mich ja auch was dabei.

gruß mecki




von Daniel(YCH) am 18. März 1999 21:04

Hallo Petra,

der Hund hat überhaupt keine Macke, sondern ein gestörtes Dominanzverhalten.
Dieser Hund kommt nicht, um sich Liebe und Zuneigung zu holen, sondern um zu testen, wie ergeben man ihm ist. Ähnlich, wie der Alpha sein Rudel abläuft, um sich "huldigen" zu lassen, so checkt auch dieser Hund das devote Verhalten des Gegenüber ab - und wenn es ihm zu aufdringlich wird, wehrt er sich. Der eine Hund brummelt erst mal, der Andere schnappt mal kurz.
Es ist keine große Aktion, ihm das abzugewöhnen - Voraussetzung ist aber ein verändertes Grundverhalten dem Hund gegenüber.
Dieses für viele so unverständliche Phänomen tritt sehr häufig auf. Es hat aber überhaupt nichts mit Angstbeißen zu tun - warum auch? - er hat keinen Grund zur Angst, solange er geschmust wird.
Ursache ist das menschliche Mißverständnis.
Dieser Hund hat de facto keine richtige Rangfolge und weiß dadurch nicht, wo er hingehört. Aus wölfischem Erbe versucht er natürlich, aufzusteigen, bzw. vermeintlich obenzubleiben.
Also wird getestet, wer sich das gefallen läßt - daran macht er auch die Position des Gegenüber fest.
Orientierung im Rudel läuft immer von Unten nach Oben.
Einfachste Methode ist es, eindeutige Zeichen zu setzen. Kommt er an, so wird er kurz getätschelt und daraufhin sofort wieder weggeschickt. Das entspricht Führerverhalten und wird von ihm akzeptiert. Hier ist ihm die Möglichkeit entzogen, übersättigt zu werden und er wird sanft dominiert.
Das ist aber nur für Außenstehende die Möglichkeit, problemlos mit ihm umzugehen. Der Halter müßte hier definitiv erzieherisch eingreifen.
Das schriftlich im Individualfall zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen, wäre aber telefonisch recht schnell zu erklären.
Wenn Du möchtest, kannst Du mich ja mal kurz anrufen - es ist wirklich kein großartiges Problem.

Viele Grüße

Daniel

von Petra(YCH) am 18. März 1999 21:06

Hallo Mecki

Also, widmen heisst: gelegentliches Sitting.

: ein Angstbeisser also ?
Tja, ich denke schon, aber wie gesagt, der erste Kontakt steht noch aus. Das kann ich wohl erst später beurteilen.

Kennst Du seine "Geschichte" ?

Ich weiss nur, dass er vorher bei einem süchtigen Paar war, sonst hab ich keine Ahnung.

: Was machst Du dann ?
Mich als Rudelführer, resp. als Ranghöheren zu erkennen geben und auch so reagieren.

Wenn selbstsicher und freundlich nicht gelingt, ist ignorieren besser.


Er ist ein Angstbeisser und immer noch sehr unsicher. Reagieren die Leute selbstsicher und freundlich ist alles o.k.

Dann probiert er nicht mal zu beissen???



Gruss Petra

von mecki(YCH) am 19. März 1999 11:35

Hallo Petra,

:: Er ist ein Angstbeisser und immer noch sehr unsicher. Reagieren die Leute selbstsicher und freundlich ist alles o.k.

: Dann probiert er nicht mal zu beissen???

Ja, er probiert es in der Tat in den Fällen nie.

gruß mecki

von mecki(YCH) am 19. März 1999 12:12

Hallo Daniel,

: Einfachste Methode ist es, eindeutige Zeichen zu setzen. Kommt er an, so wird er kurz getätschelt und daraufhin sofort wieder weggeschickt. Das entspricht Führerverhalten und wird von ihm akzeptiert. Hier ist ihm die Möglichkeit entzogen, übersättigt zu werden und er wird sanft dominiert.
: Das ist aber nur für Außenstehende die Möglichkeit, problemlos mit ihm umzugehen.

Aus meinen Erfahrungen kann ich Dir hierzu nur zustimmen. Aber was nutzt es mir, dies zu wissen, wenn gerade die "Aussenstehenden" nicht entsprechend (siehe hierzu meine erste Antwort an Petra)reagieren. Es kann doch nicht sein, daß mein Hund seine Dominanzprobleme nach aussen hin auslebt und ich nicht´s dazu tun kann, als den "Aussenstehenden" zu erklären, wie diese sich zu verhalten haben.
Innerhalb meines Rudels ist meinem Hund vollkommen klar, wo er steht und so verhält er sich auch. Aus welchem Grunde möchte denn ein Hund "draussen" probieren, wie weit er gehen kann ? "Draussen" ist doch nicht sein Rudel.

gruß mecki




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