Hund spielt nicht :: Hundeerziehung + Soziales

Hund spielt nicht

von Jutta + Ouzo(YCH) am 15. März 2001 08:37


Hallo an alle,

Für alle, die Ouzo noch nicht kennen, er kam mit 15 Monaten aus Kreta und war dort 1 Jahr im Tierheim. Als wir ihn bekamen war er ein Häufchen Angst.
Das hat sich jetzt (wir haben ihn seit17 Monaten) sehr geändert. Er spielt mit anderen Hunden (hatte vorher Angst vor jedem, noch so kleinen Hund). Er rennt nicht mehr davon, wenn es einmal laut wird usw., aber er spielt nicht mit mir. Das einzige was er inzwischen macht ist, dass er nach dem Stöckchen läuft. Er nimmt es kurz ins Maul und beißt ein wenig darauf herum. Das ist ein großer Fortschritt, denn früher hatte er vor dem Stöckchen Angst.

Alle anderen Spielsachen mag er nicht. Er will auch nicht zerren (wenn ich hinlange gibt er mir alles freiwillig).

Kann es mit seiner Vergangenheit zusammenhängen oder gibt es noch andere Hunde, die so sind ??

Was mir auch auffällt ist: Auf der Wiese oder im Garten benimmt er sich so richtig selbstbewußt. In der Wohnung wirkt er eher noch unsicher und unterwürfig.

Viele Grüße von
Jutta + Ouzo

von Flocke(YCH) am 15. März 2001 09:33

Hallo Jutta,

unsere Große wollte auch nicht mit uns spielen, da sie im Zwinger mit ihrer Halbschwester lebte und anscheinend Menschen nur daher kannte, dass die ihnen Futter und Wasser hinstellten. Wir konnten sie auch in der ersten Zeit auch noch so lieb ansprechen, ein freudliches Zeichen von ihr kam nicht rüber. Eines Tages (nach fast 2 Monaten) lief sie bei einem Spaziergang ein Stück vor, drehte sich auf einmal um, schaute mich an und wedelte ganz zaghaft mit dem Schwanz; du kannst dir in deiner Situation mit Sicherheit vorstellen, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe. Ab da fasste sie immer mehr Vertrauen zu uns, traute sich aber noch lange nicht, mit uns zu spielen. Wir haben es dann immer wieder mit einem Kau-Seil versucht (haben lage gesucht, bis wir was gefunden haben, dass sie als Spielzeug interessierte; das Seil mochte sie). Wenn sie es mir gegeben hat, habe ich es nicht weggezogen, sondern ihr wieder vor die Schnauze gehalten und sie ganz zaghaft damit berührt. Zur Schnauze hin und wieder weg. Nach einiger Zeit hat sie - wohl aus Reflex, ich weiß es aber nicht genau - das Seil wieder in die Schnauze genommen. Ich habe sie dann ganz doll gelobt und motiviert, es noch einmal zu versuchen. So ging es dann immer weiter, bis sie sich dann eines Tages traute, das Seil festzuhalten; lies es aber wieder los, sobald ich zog. Dann wurde sie gelobt, wenn sie es festhilt; danach ging es eigentlich fast von selbst. Ich kann dir nur raten, es immer wieder zu versuchen. Es gibt auch ein Buch im Handel, worin das richtige Spielen mit dem Hund erklärt wird. Vielleicht kennt ein Yorkie ja den Titel (ich habe ihn leider vergessen).
Ich denke schon, dass sein Verhalten aufgrund seiner Vergangenheit so ist, aber du wirst das schon mit Geduld und viel Liebe (und beides hast du) in den Griff kriegen.
Viele Grüße
Flocke

von Dani(YCH) am 15. März 2001 12:07

Hallo Jutta,

ähnlich wie Dir mit Ouzo erging es uns mit unserem Griechen Radar. Spielen? - was ist das. Mit Hunden gerne und auch mit uns auch nur wie Hunde untereinander spielen. Er hat auch nicht die üblichen Standardspielzeuge die andere Hunde haben. Das Handtuch zum Pfötchen abtrocknen ist interessant. Ein alter Lederarbeitshandschuh ist sein absoluter Favorit, aber Bällchen, das will erst gelernt werden.

Auf der Straße ist er als ehemaliger Straßenköter sehr selbstbewußt und mit anderen Hunden weiß er umzugehen. Manchmal etwas lautstark, weil er einen Kollegen nicht beschnuffeln darf. Früher durfte er zu jedem, nun ist er an der Leine. In der Wohnung (griechische Hunde sind nicht in Häusern) paßt er sich uns doch sehr an. Den Fernseher mußte er auch erst kennenlernen. Er hat mit Genuß ferngesehen, heute ist das schon langweilig, weil die Hunde da doch nicht rauskommen.

Anfangs hatte er panische Angst vor Flaschen, hat sich total gelegt. Ein Hobby ist ihm leider nicht abzugewöhnen: Die Jagd nach Autos mit Anhängern. Wahrscheinlich gibt es in Athen wo er aufwuchs viele davon. Vielleicht war es auch die Lieblingsbeschäftigung der streunenden Hunde dort. Wir üben aber immer wieder. Ach und da fällt mir noch ein (weils gerade wieder angefangen hat zu regnen), extrem wasserscheu ist er.

Die Prägephase hat in Griechenland stattgefunden, die Erfahrungen von dort sind in seinem Wesen, er kann nur lernen hier neue und andere Erfahrungen zu machen.

Viel Geduld und Liebe, damit erreichst Du das Beste.
Viele Grüße
Dani + Radar, der heute auch noch nichts mit Stöckchen anfangen kann.

von Bettina(YCH) am 15. März 2001 12:14

: Hallo Jutta & Ouzo,
ich vermute mal,daß Ouzo das Spielen nicht gelernt hat. Wir haben 2 Bearded Collies, von denen der eine "Max" auch nicht mit uns und den Spielsachen spielt. Wir haben über einen längeren Zeitraum Max regelrecht animiert,d.h. Stofftier vor seiner Schnauze hin und her bewegt, aber alle Bemühungen waren vergeblich. An deiner Stelle würde ich Ouzo animieren, wenn er aber nicht möchte, dann hängt das sicherlich mit seiner Vergangenheit zusammen. Akzeptiere das am besten und mach´Dir keine Gedanken. Ich denke ihm geht es bei Dir gut, wenn Du schon beachtliche Erfolge erzielt hast. Vermutlich wird er auch im Haus noch auftauen. Aber das braucht seine Zeit. Liebe Grüße Bettina
: Hallo an alle,
:
: Für alle, die Ouzo noch nicht kennen, er kam mit 15 Monaten aus Kreta und war dort 1 Jahr im Tierheim. Als wir ihn bekamen war er ein Häufchen Angst.
: Das hat sich jetzt (wir haben ihn seit17 Monaten) sehr geändert. Er spielt mit anderen Hunden (hatte vorher Angst vor jedem, noch so kleinen Hund). Er rennt nicht mehr davon, wenn es einmal laut wird usw., aber er spielt nicht mit mir. Das einzige was er inzwischen macht ist, dass er nach dem Stöckchen läuft. Er nimmt es kurz ins Maul und beißt ein wenig darauf herum. Das ist ein großer Fortschritt, denn früher hatte er vor dem Stöckchen Angst.
:
: Alle anderen Spielsachen mag er nicht. Er will auch nicht zerren (wenn ich hinlange gibt er mir alles freiwillig).
:
: Kann es mit seiner Vergangenheit zusammenhängen oder gibt es noch andere Hunde, die so sind ??
:
: Was mir auch auffällt ist: Auf der Wiese oder im Garten benimmt er sich so richtig selbstbewußt. In der Wohnung wirkt er eher noch unsicher und unterwürfig.
:
: Viele Grüße von
: Jutta + Ouzo

von Jutta + Ouzo(YCH) am 15. März 2001 13:15

: Hallo Dani,
:
: Anfangs hatte er panische Angst vor Flaschen,

hatte Ouzo auch

Ach und da fällt mir noch ein (weils gerade wieder angefangen hat zu regnen), extrem wasserscheu ist er.
:
Genau, wie bei Ouzo. Er spielt so gerne im Dreck, aber abwaschen ist ein Thema für sich

: Die Prägephase hat in Griechenland stattgefunden, die Erfahrungen von dort sind in seinem Wesen, er kann nur lernen hier neue und andere Erfahrungen zu machen.

Mcih würde echt einmal interessiere, was die Hunde dort so alles erlebt haben.

Ich habe mittlerweile schon 2 griechische Hunde kennengelernt und es ist bei denen genau so. Gerade die Angst vor Wasser ist sehr stark geprägt. Ouzo hat auch ziemlich Angst, über manche Brücken zu laufen.

Ein Bekannte erzählte mir einmal, dass es in Griechenland so eine Art Sport ist, die Hunde von Klippen oder Brücken ins Wasser zu werfen. Ich denke mal, dass hier der Ursprung zu suchen ist.
:
: Viel Geduld und Liebe, damit erreichst Du das Beste.

Das auf jeden Fall... und wir haben schon sehr viel erreicht.

: Viele Grüße
: Jutta + Ouzo

von Beate(YCH) am 15. März 2001 14:15

:
: Hallo Jutta,

Das einzige was er inzwischen macht ist, dass er nach dem Stöckchen läuft. Er nimmt es kurz ins Maul und beißt ein wenig darauf herum. Das ist ein großer Fortschritt, denn früher hatte er vor dem Stöckchen Angst.

Genau hier würde ich ansetzen:
Du schreibst, dass er nach dem Stöckchen läuft. Ab jetzt habe ich immer zwei Stöckchen in der Hand, eines werfe ich, Hund läuft hinterher, nimmt es auf und sobald er dich ansieht, winkst du mit dem zweiten Stöckchen und wirfst es in die genau entgegengesetzte Richtung. Nachdem jetzt wieder etwas fliegt, wird dein Hund wieder dem Stöckchen nachlaufen. Inzwischen läufst du zum ersten Holz, um es erneut werfen zu können.
So habe ich noch fast alle Hunde zum Spielen ermuntern können. Es gibt aber auch sicher Hunde, die sagen, lauf selber ... mit der Zeit sollte das Timing stimmen, sprich das Hölzchen wird erst geworfen, wenn es näher gebracht wird. Ich halte es so, dass erst dann mit einem Spielzeug oder Stöckchen gearbeitet wird, sobald der Hund das Spielzeug in meine Nähe bringt, um nicht zu sagen, in die Hand.
Vielleicht ist es eine Anregung?
Liebe Grüße aus Wien
Beate

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